gok bei der Arbeit.
uijjp. Sängerzeitung *
uuppp Seite 67
sichte wäre irriger, als angesichts der bunten Schön—
heit des Pfälzer Landes, seines bevorzugten Klimas
und der heiteren Fröhlichkeit des pfälzischen Menschen zu
glauben, daß ihm die Notwendigkeiten des Lebens mühe—
sos in den Schoß gelegt würden. Im Gegenteil, gerade
das Pfälzer Volk in allen seinen Schichten, Bauer und
Winzer, Arbeiter und Handwerker, Unternehmer und
handelsmann, sie alle kennen den Segen der Arbeit und
die Sorge ums tägliche Brot. Denn eng beieinander wohnen
die Menschen; von allen bayrischen Gauen ist die Pfalz
der dichtbesiedeltste. So erhält schon das Kind in der
fende Hände auf, wenn auch, wie in der Kuseler Gegend
nur die mit einem schweren Steinblock belastete Egge den
störrigen Boden zwingen kann.
Viehzucht wird überall betrieben. Von einiger Bedeu—
ung ist dieselbe in der Nordpfalz. Bekannt ist die Pferde—
agh auf der Sickinger Höhe, in Zweibrücken und Eichel—
eidt.
Zwischen Westrich und Rheinebene erstreckt sich in breitem
Bürtel das Rebgelände über die Hänge der Hardt. Hier
wächst der köstliche Pfälzer Wein, die Spitzenweine Deutsch—
lands. Aber bis er im geschliffenen Glase perlt, müssen
Im Weinberg der Pfalz.
Wiege die Pflicht zum Kampf ums Dasein als Paten—
geschenk der Heimat — trotz aller Sonne, trotz Wein und
südlicher Frucht.
phot. Alfred Gerspach, Neustadt a. d. H.
die Winzer und Taglöhner das ganze Jahr hindurch ihr
instrengendes Tagewerk verrichten. Gehst du abends durch
die sauberen Winzerdörschen oder durch die Terrassen der
Weinberge, kannst du gar manchen Alten mit dem Karst
ruf dem krummen Ruͤcken heimgehen sehen. Denn die
kebzeilen ziehen niedrig über den Boden hin und im
gücken muß die vielfache Arbeit verrichtet werden. Da
vird im Frühjahr die Rebe geschnitten und gekammert,
iachdem die Frauen den Mist in Körben auf dem Kopf
ie steilen Treppen in die „Weinberge“ hinaufgetragen
jaben. Mehrmals wird der Boden im Sommer gehackt
ind gerifsert, die Rebe gespritzt und der allzuvolle Wuchs
usgebrochen. Wenn dann die Traube gereift ist, ziehen
zchaͤren eifriger Leserinnen hinaus zum Herbsten. Anfangs
chmerzt wohl der Rücken durch das ungewohnte lange
Fücken nach den tiefhängenden Trauben. Doch das ver—
jeht beim srohen Singen alter Volkslieder und bei den
—„cherzen der Logelträger. Daheim knarrt unterdessen die
ite Holzkelter unter dem Druck starker Mannesarme und
angsam steigt in den Fässern der füße Most, der nach
pbender Gärung klar und golden die Fässer füllt.
Waldarbeiter, Holzsäller und Steinhauer.
Im weiten Pfälzer Wald wohnen in armen Dörfsern
8 Menschen, die als Waldarbeiter und Holzfäller ihr
Brot verdienen, dabei den kleinen Bergacker bestellen,
vährend sie das Streu für die Ziege zusammensuchen
nüfsen. Als Streu dienen die herabgefaͤllenen Blätter
ind“ Radeln der Waldbäume, wie auch der Winzer das
Streusel in hochgeladenen Wagen auf ausgefahrenen
Wegen aus dem Walde fährt.
Bauer und Winzer.
Am leichtesten von allen hat es der Bauer der reich—
gesegneten Vorderpfalz mit aͤhrer überfließenden Frucht⸗
zarkeit. Doch ist der Boden in tausende kleine Aecker zer⸗
rissen. Nicht allzuviel bleibt da den kinderreichen Familien
und die Schmalheit des Gütchens muß durch Fleiß und
Schweiß weltgemacht werden. Der gute Boden wird durch
den Baͤu hochwertiger Erzeugnisse bis ins letzte Fleckchen
ausgenutzt und dié Wiesen, reich bewäfssert, liefern dem
Vieh das wohlverdiente Heu.
Buntscheckig liegt die Ebene zur Zeit der Sommerreife.
Im hellen Gelb des Hafers bis zum tiefen Braun des
Weizens wogt das Land, durchbrochen vom Grün der
artoffeläcker und duftender Wiesen. Auch auf den Sand—
böden gedeiht die wohlschmeckende Spargel, die würzige
Pfefferminze und ein prächtiger Tabak. In trockenen
Fahren wird der Schweiß weniger belohnt, wenn auch
Mißernten infolge der Vielfältigkeit des Anbaues so gut
vie ausgeschlossen sind, Die Nordpfalz teilt mit dem
Gäu⸗ den Segen fruchtbarer Erde. Sie bringt dort in
der Hauptfache Getreide, Kartoffeln und Zuckerrüben. In
der Freinsheimer Gegend stehen ganze Wälder von Obst—
zäumen. Vie Blütezeit ist ein längst über die Grenzen
der Pfalz hinaus bekanntes und bewundertes Ereignis
zeworden.
Im Westrich dagegen muß der Bauer seine Ernte —
Korn, Kraut und Kartoffeln — dem kargen Boden, ab⸗
ringen. Was die Erde versagte, das holen rastlos schaf⸗