Full text : 15.1935/36, 1-6 (0015)

Nr. 3 IIII
Kreis Sulzbachtal 31 Vereine mit 4843 Mitgliedern um—
faßt. Zum Schluß dankte Sangesbruder Baus allen
Vereinen und Mitarbeitern für ihre Anregungen und
Unterstützung. Insbesondere gedachte er des Sängerjubilars
Reimertshofer. Der Kreischormeister lobte in seinem Be—
richt vor allem die Einsatzbereitschaft der Sänger im Kampf
um die Heimat und bat zugleich, auch in Zukunft so
treu zusammenzustehen und weiterzuarbeiten zum Wohle
oon Volk und Vaterland. Er strich dann noch den guten
Findruck heraus, den der Kreis auf dem Gaufest in Trier
nachte. Rügen mußte er den schlechten Besuch der Ta—
gungen durch die Chorleiter. Der Kassenbericht des Schatzmeisters
 Bleymehl ist befriedigend. Der Kassenbestand be—
trug Anfang 1934 Fr. 633,15. Einer Jahreseinnahme
oon 28484,45 Fr. steht eine Ausgabhe von 21 458,50 FIr.
gegenüber, so daß ein Bestand von 7025,25 Fr. verbleibt.
Der Schatzmeister verurteilte die Nachlässigkeit verschiedener
vereine, die unnötige Kosten verursache. Diese sind in
zukunft von den Vereinen selbst zu tragen. Gauvertreter
Wagner, Saarbrücken, ergriff dann das Wort zu einem
längeren Vortrag über Gegenwarts- und Zukunftsfragen
des Gesanges an der Saar. Er erwähnte eingangs die
servorragende Haltung der Sängervereine im Abstimmungs—
kampf. Dann erläuterte er die notwendige Klärung in
dem Streit um den ein- oder mehrstimmigen Männer—
gesang. Sicher ist, daß ersterer weiterbestehen wird. Die
Frage nach dem einen oder dem andern wird lediglich eine
Frage der Leistungsfähigkeit sein. Oberster Grundsatz je—
doch ift vor allem Einoördnung in die sich ergebende Ent—
wicklung. Auch Sangesbruder Wagner tstreifte noch einmal
den Erlaß des Stellvertreters des Führers betr. Beurlaubung
der SA.⸗ und SS.-Leute zum Singedienst und erläuterte
die sich hieraus ergebenden Folgerungen. Die Vereine
sollen jetzt schon ihre jungen Sänger hierüber aufklären.
der Redner kam sodann auf die Lauheit der Chorleiter in
Fortbildungsfragen zu sprechen und forderte die Vereine
auf, von ihrer Seite auf diese einzuwirken, da sie dafür
ja bezahlt würden. Für die Zukunft kündigte er strengere
Maßnahmen gegen Säumige an. Die in Mitgliederkreisen
herumschwirrenden Gerüchte über den Gauchormeister wies
Bauvertreter Wagner zurück und entkräftete sie in kurzen
Ausführungen. Anschließend kam er auf die Arbeit der
Bereine zu sprechen und ermahnte sie auch seinerseits zur
Sparsamkeit in der Verwaltung. Zum Schluß gab der
Redner den Vereinen Kenntnis von einem Briefe des
Bundesvorstandes an die Saarvereine, worin er seine An—
erkennung ausspricht für die im Abstimmungskampf ge—
leistete Arbeit. Zum äußeren Zeichen stellt er den Saar—
dereinen 1600 Bände des neuen deutschen Sängerbuches
sowie 400 Bände des „Aufrecht Fähnlein“ zur Verfügung
die Verteilung an die Vereine erfolgt durch die Sänger—
kreisse. Mit der Aufforderung zu weiterer treuer Mitarbeit
zum Wohle von Volk und Vaterland schloß der Redner.
Der Kreischormeister streifte die Tagung der Kreischor—
meister vom 26. Januar, bei der alle anwesend gewesen
seien. Dann ging er über zum Jahresprogramm für 1935
das er in allen Einzelheiten entwickelte. Danach wird
das Jahr keine Entlastung, sondern neue Belastungen
hringen. „Bauernerde“ und „Lied der Bauleute“ sind
pPflichtchöre und müssen von allen Vereinen gesungen wer—
den. 1935 werden 6 Kreiskonzerte abgehalten, die Zeugnis
ablegen sollen von unserem Schaffen. Die drei ersten
tehen unter dem Motto: „Ehrbarer Stand“, die zweite
Bruppe unter „Landsknechtslieder“. Es werden jeweils zwei
Pflichtchöre gesungen. Daß nur gute Literatur benutzt
vird, ist eine Selbstverständlichkeit. Im Vordergrunde
stehen vorerst die Rückgliederungsfeiern auf öffentlichen
Plätzen, bei denen Werke mit Kinderchor und Blasorchester
aufzuführen seien, deren er eine Reihe den Vereinen
empfahl. Nach der Rückgliederung sollen die leistungs—
ähigeren Chöre vor die Oeffentlichkeit treten mit Pro—
grammen, die all das enthalten, was wir in den 15 ver—
gangenen Jahren verteidigten. Sie sollen dem Publikum
unsere Arbeit ins Gedächtnis zurückrufen. Die Vereine
verden daran erinnert, daß von allen Veranstaltungen

uullllll Süngerzeitung IIIIIlininnen

uuhhhh Seite 63

das Programm im Voraus an den Kreischormeister einzu—
enden ist. Zum Schlusse gab der Kreisführer noch die
Ausführungsbestimmungen zu den neuen Bundessatzungen
hekannt. Nachdem er noch einmal zu eifriger Mitarbeit
aufgefordert hatte, schloß er mit einem dreifachen „Sieg—
Heil“ auf Führer und Vaterland die 5tündige Tagung
Rreis St. Ingbert.
Kreis St. Ingbert veranstaltete in Rentrisch das Wer—
ungssingen der Gruppe J. Es nahmen daran teil:
1. Sänger-Vereinigung Wittersheim unter Chorleiter Ast,
2. Liedertafel Ormesheim unter Niederländer, 3. Sänger—
»und Bierbach unter Kiefer und 4. Liedertafel Rentrisch
unter Biehl. MGV. Ommersheim war zum Singen nicht
angetreten. Zu Beginn begrüßte Kreisführer Schunk die
bereine und Gäste, besonders den Wertungs-Sachverstän—
digen stellvertr. Gauchormeister Hitzelberger und erläuterte
n kurzen Zügen die Bedeutung des Wertungssingens im
zeutigen Deutschland und die NAufgaben unserer Männer—
zesangvereine. Sängervereinigung Wittersheim eröffnete
zie Liederfolge mit dem Chor „Glaube“ von Georg Böttcher
ind „Ich hört ein Sichlein rauschen“ von Hans Heinrichs.
Aedertafel Ormesheim sang „Der Mond ist aufgegangen“
on Otto Siegl und „Soldatenleben“ von Hans Lang,
Zzängerbund Bierbach „Mein Dorf“ von Georg Nellius
uind „Bauernlied“ von Walter Rein und Siedertafel
stentrisch „Drescherlied“ von Bruno Stürmer und „Muß
denn“ von Walter Rein. Gauchormeister Hitzelberger
eitete die anschließende öffentliche Aussprache und Be—
vertung mit treffenden Worten über die Bedeutung des
Wertungssingens und die Kameradschaft in unseren
Lereinen ein. Er freute sich über die Leistungen, die er
zjeute gehört habe, die so recht die fortschrittliche Arbeit
im Sängerkreis St. Ingbert bewiesen. In offener und oft
zumorvoller Art sprach er sich über die Mängel und Vor—
züge der Chöre aus. Auch den Chorleitern gab er manche
vertvolle Anregung mit auf den Weg. Alle Vereine wur—
den mit dem Prädikat „gut“ bewertet. Er gab der Sänger—
ereinigung Wittersheim den Vorzug zur Teilnahme am
Sausingen.
Kreis Trier Land.
M.G.V. Lyra Lampaden feierte am 27. Januar sein
3. Stiftungsfest. Der Verein, welcher seit Gründung unter
der bewährten Leitung von Peter Rudolf, Trier, steht,
zröffnete den Liederreisgen mit dem Begrüßungschor mit
Irchester „Seid gegrüßt“ von Rudolf. Vereinsführer Toni
Wollscheid wünschte allen Festteilnehmern einige frohe
Stunden bei Kaffee und Kuchen. Insbesondere dankte er
»em Dirigenten, welcher bisher in selbstloser Hingabe für
»en Verein tätig war. Möge uns seine Kraft noch lange
*rhalten bleiben! Sodann hörten die Festteilnehmer den
Lhor „Mahnung“ von Heinrichs, „Vespergesang“ von
dämpf, „Es ritt ein Jäger“ von Rein, „Untreue“ von
Zilcher „Nach der Heimat“ von Kroner. Chorleiter und
Zzänger haben sich offensichtlich die Erfahrungen und An—
regungen des letztjährigen Wertungssingen in Wasserliesch
zu Nuͤtze gemacht. Im weiteren Verlaufe des gelungenen
Abends gab es ein Theaterstück und mehrere humorvolle
Vorträge. Mit einem Sieg-Heil auf den Führer schloß
das so schön verlaufene Stiftungsfest. F.
Lustige musikalische Ecke.
Das doppelte Jubiläum. Festredner: „Wir feiern eigent—
lich ein doppeltes Jubiläum, hochverehrte Vereinskollegen.
Zehn Jahre gehört unser Fund der Musikkapelle an, und
fünf Jahre ist er heute seine Verbandsbeiträge schuldig.
Adel. Der Klavierspieler B. legte großen Wert auf
die Vorsilbe „von“ die seinem Namen vorangestellt war,
und rühmte sich ihrer bei jeder Gelegenheit. „Wissen Sie“,
sagte er eines Tages zu einer ihm bekannten Person,
„der Adel meiner Familie reicht bis auf die Kreuzzüge
zurück. Einer meiner Vorfahren hat den Kaiser Barbarossa
hegleitet.“ „Auf dem Klavier?“ fragt der andere.

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