Full text : 15.1935/36, 1-6 (0015)

Nr. 8 IIIIIIBi IpPpussusethh Sängerzeitung UIllsllht us Seite 58
VNach d 5 51i
X e m dar— ueg.
Unter der Kulturorganisation dieser Art stehen die
Zängerbünde, seien es nun Kinder-, Frauen-, ge—
nischte oder Männerchorvereinigungen, an erster Stelle.
Zie nahmen vor 15 Jahren an der Saar den Abwehr—
'ampf gegen fremdländische Art und Ansprüche zielbewuüßt
uuf und bewährten sich sichtlich ohne Wort allein durch
die innewohnenden Kräfte des deutschen Liedes, nament—
ich des Volksliedes. In ihnen ist die Muttersprache un—
nittelbar aus dem Herzen strömender und deshalb wieder
zu Herzen dringender höchster Klang geworden. Je
chlichter und volkstümlicher Wort und Weise, um so ein—
dringlicher, nachhaltiger und fester sind ihre volksverbin—
dende und volkstumerhaltende Kraft. Und umgekehrt, je
zesuchter und komplizierter, desto zerstreuender und zu
nternationalen Kompromissen geneigter ist ihre Wirkung.
diese Gesetzmäßigkeiten ruhen gleicherweise in der Musik.
Ich weiß durchaus, daß Bachs gläubige Fugen und Choräle,
Beethovens himmelstürmende Sinfonien, Wagners heroische
IRpern Ausdruck reichster, reinster und reifster Deuͤtschheit
ind. Und dennoch werden in den breiten Schichten des
Volkes Blockflöte, Zupfgeige und Zither eine betonte volks—
deutsche Sendung erfüllen.
Bei der Förderung volkstümlicher Lied-,
Lhor- und Musikpflege wird eine weise Grenz—
narkpolitik gewiß nicht die Pflege des Orchesters
uand des Theaters hintansetzen. Undergessen werden uns
Zaardeutschen die im vaterländischen Gedanken hinreißen—
den Konzerte unseres Städtischen Sinfonie-Orchesters und
die sehr sorgsamen Aufführungen unseres Stadttheaters
»leiben. Wir haben es in den letzten Kampfwochen mit—
erlebt, wie Abend für Abend Hunderte und aber Hunderte
»en Rütlischwur demonstrativ stehend und mit erhobener
„chwurhand aus flammenden Herzen begleiteten. Und als
tille Pädagogen eines Volkes zu sich selbst sollen nicht
ibersehen werden das feine, überaus gepflegte, städtische und
iamentlich bäuerliche Kultur wiederspiegelnde Heimatnuseum
 unserer Großstadt und die Heimatmuseen der
stachbarstädte, die sinnvoll in Segen arbeitende Saar-—
Bücherei-Gemeinschaft, die mit ihren Bücher—
autos das deutsche Buch in regelmäßigem Wechsel bis in
die entlegendsten Bergmannsdörfer trägt und endlich die
Saarlichtbild- und Filmgemeinschaft, die mit
hren erlesenen Filmen so erfolgreich die Grenzmarkstädte
und Dörfer bespielt hat. Wie reich und vielseitig das
ulturelle Leben an der Saar und in der strukturell ver—
vandten Pfalz strömt, wird aus einer seit Jahresfrist in
NReustadt a. d. Hardt erscheinenden Monatsschrift deutlich,
»er Westmark, in der Gaukulturwart Kurt Kölsch, selbst
3chöpfer gedankenreicher und klingender Dichtungen, wie
n einem Brennglas alles auffängt, was an deutscher
Beistigkeit auf unserem tausendjährigen deutschen frucht—
zaren Kulturboden zum Lichte drängt.
Die „Konsulen“ sollten sehen, im Zuge echt national—
ozialistischer Grenzmarkpolitik, wie an der Saar, so in
allen bedrohten deutschen Grenzmarken, unter den Schutz
des jungen, Reiches zu stellen, was kraftvoll aus dem
deutschen Urboden, hervorbricht und Gestalt gewinnt:
Boldenes Band an die Gesamtheit von Staat
und Volk in, Tagen des Friedens, des Auf—
baues, zugleich aber granitnes Bollwerk in
Zeiten der Bedrückung und Vergewaltigung
— deutsche Kultur, Kelle und Schwert in einem
Walther Stein.
») Wir entnehmen diesen Aufsatz der „Kultur-Korre—
spondenz für Musik“ von Dr. Fritz Stege, Berlin—
Wilmersdorf.

C
—— —* J——— — 535— — eden Bedarf!
            
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