Nr. 2 UIIIIhan
usph Sängerzeitung
Upp Seite 43
Reichsmusikkammer unter Mitwirkung einer Kommission
herausgegeben von Georg Schünemann. Band J Männer—
hor. In Lieferungen. Die Abnahme der 1. Liefserung ver—
pflichtet zum Bezug des ganzen 1. Bandes. Preis der
1. Lieferung 1.90 M, Verlag für Musikalische Kultur und
Wissenschaft, Wolfenbüttel. Wir veröffentlichen aus dem
Beleitwort von Prosessor Fritz Stein: „Nach jahrelanger
Arbeit kann nunmehr endlich, und gerade zur rechten Zeit,
wie mir scheint, dieser Chorliteraturführer an die Oeffent—
lichkeit treten. Ueber seine Bestimmung braucht kaum ein
Wort verloren zu werden. Es liegt klar auf der Hand,
daß die Frage nach dem Singegut, nach der Literatur,
eine der brennendsten ist, die unsere Chöre und Chor—
leiter jetzt bewegen. Sie ise so brennend nicht nur deshalb,
weil die Wahl des richtigen Chorwerkes, der Verzicht auf
Ungeeignetes und die Aufstellung einwandfreier Vortrags—
folgen heute wichtiger denn je sind, sondern auch deshalb,
veil das Erziehungswerk, das dem Chorleiter obliegt, mit
der richtigen und jedem Erfordernis angepaßten Wahl
der Literatur steht und fällt. Nur der Chorleiter, der
seinem Chor das rechte Werk zur rechten Zeit vorlegen
kann, der auf Grund umfassender Literat ur—
kenntnis die Mitte zu halten versteht zwischen dem,
wvas sein Chor möchte und was er soll, wird auch als
Erzieher seiner Aufgabe gerecht werden können ... Was
endlich geschaffen werden mußte, ist ein zuverlässiger Ge—
samtüberblick über alles vorhandene und
heute noch geeignete Chorgut, ein Ueberblick,
der aus der Fülle der Literatur nur ausscheidet, was uns
wertlos und fremd geworden ist, sonst aber in annähernder
Vollständigkeit sein Ziel sieht, damit jeder finden kann,
was immer er zu suchen veranlaßt ist. Diesen Dienst soll
Wy vorliegende „Führer durch die deutsche Chorliteratur“
eisten.“
Auf keinem Gebiet der Musikliteratur ist die Zahl der
Neuerscheinungen, Neuausgaben und Sammlungen so ge—
stiegen und geradezu unübersehbar geworden, wie auf dem
der Chormusik. In 144 Jahren, von der Gründung der
Berliner Singakademie an eden ist die Zahl der
Chorwerke im gleichen Verhältnis mit den Chorvereinen
gewachsen, und im Männerchor hat das Angebot an neuen
Chören in der Zeit der Liedertafelgründungen nicht ein—
mal die Nachfrage decken können, so daß eine Unmenge von
kleinen Begabungen am Werke waren, die den täglich wach—
senden Bedarf an volkstümlichen, geselligen und unter—
haltenden Stücken befriedigen mußten. Man kann aus der
Chormusik eine Geschichte deutscher Musikpflege und Chor—
kultur, aber auch eine Charakteristik deutscher Sing- und
Musizierfreudigkeit ableiten, man kann an Lied und Chor,
an Stil und Haltung der Musik zeigen, wie die Chorpflege
immer weitere Kreise zieht, Stand und Beruf, hoch und
niedrig, vereint und bindend und verbindend das gesamte
Volk ergreift. Es sind unsere Leiden und Freuden, die
im alten und neuen Chorlied leben, unsere Gedanken
nd Empfindungen, un sere eigensten Sagen und Volks—
ieder.
Niemand, auch nicht der eifrigste Sammler und Chor—
freund, kann die Gesamtliteratur, die viele Zehntausende
oon Werken umfaßt, übersehen oder gar nach ihrem Wert
ystematisch abschätzen. Jeder Chordirigent ist darauf an—
gewiesen, sich in die Literatur, soweit sie ihm bekannt
wird oder zur Verfügung steht, einzuarbeiten. Er muß
bei jeder Programmaufstellung aus Erfahrung und eigener
Kenntnis seine Werke zusammenbringen, muß für die
Leistungskraft seines Choöres Werk für Werk durchsehen,
bis er geeignetes findet, muß zu besonderen Gelegenheiten
und Feiern Chöre einstudieren und hat oft weder Zeit
noch Gelegenheit, durchzusehen, was für ihn aus Verlags—
katalogen oder Zusendungen in Betracht kommt. Immer
wieder fragt er nach einem „Chorführer“, der ihm über
alle Fragen der Besetzung, Schwierigkeit, Dauer und vor
allem der Eignung schnelle und sichere Auskunft gibt.
Dieser Forderung, die seit Jahren von Chorleitern und
Vereinen mit größtem Nachdruck ausgesprochen wurde, will
der vorliegende „Führer durch die deutsche
Chorliteratur“ nachkommen. Er bringt in 3 Bänden
eine Einführung in die gesamte Chorlite-—
ratur, und zwar im ersten: die Männerchorliteratur,
im zweiten: die Riteratur für Gemischten
CKChor, im dritten: die Literatur für Frauench
r. Der Chorführer wird fortlaufend durch Nachträge
ruf der Höhe der Zeit gehalten. Alle Neuerscheinungen
verden fortlaufend geprüft und in besonderen Nachtrags—
ieferungen, je nach Bedarf in 122 Jahren, vorgelegt. Bie
Arbeit exfolgt wie bishher im Amt für Chorwesen und
Volksmusik innerhalb der Reichsmusikkammer, das den
Ausbau und die Weiterarbeit am „Chorführer“ als eine
einer wesentlichen Aufgaben ansieht.
Der „Führer durch die deutsche Chorliteratur“ begnügt
ich nicht mit einer Aufzählung der einzelnen Chöre. Jeder
Lhor ist nach Komponisten bzw. Bearbeiter, Textbeginn,
leberschrift und Dichter aufgenommen. Es folgen die not—
vendigen Angaben über Besetzung, Anzahl der Strophen
Aufführungsdauer, Schwierigkeitsgrad und Verlag.
Verzeichnisse der Chöre nach Komponisten, Be—
arbeitern, Dichtern, Textanfängen, Besetzung (bei Werken
nit Instrumentalbegleitung) ermöglichen eine schnelle Orien—
ierung nach den verschiedensten Richtungen hin.
Der „Führer durch die deutsche Chorliteratur“ ist un—
e»untbehrlich für jeden, der sich mit deutschem Singen
»erbunden fühlt; er ist in Zukunft das notwendige Rüst—
zeug für jeden Chorleiter, der Wert darauf legt, „auf der
döhe zu sein“, dem daran gelegen ist, seinen Chor und
eine ihm verbundenen Sänger wirklich vertraut zu machen
nit dem Wesen des deutschen Chorgesangs, dieser zutiefst
m Volke verwurzelten Kulturmacht. Die ständige Arbeit
m Amt für Chorwesen und Volksmusik innerhalb der
Reichsmusikkammer zielt darauf hin, den Chorführer
zichtungweisend für das gesamte Chorleben zu
nachen, so daß Chorleiter und Chorvereinigungen das
, benötigen als Grundlage überhaupt jeqlicher Chor—
arbeit.
Fohannes Brahms, Leben und Schaffen eines deutschen
Meisters von Karl Geiringer, Kustos an den Sammlungen
der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, Verlag Rudolsj
M. Rohrer, Brünn, Prag, Leipzig, Wien, in Leinen 6.75
Nark. Wir haben es hier mit einem überaus bedeutsamen
Werk zu tun, das — mit vielen Illustrationen versehen —
n fesselnder Weise Leben und Lebenswerk eines unserer
Brößten wiederspiegelt. Es umreißt: Das Leben.
.Kapitel: Die Eltern, 2. Kapitel: Kindheit und Jugend,
3. Kapitel: Sieben bedeutsame Monate, 4. Kapitel: Sturm
ind Drang, 5. Kapitel: Zwischen Detmold und Hamburg,
3. Kapitel: Heimat und Frende, 7. Kapitel: Erste An—
tellung in Wien, 8. Kapitel: „Ein deutsches Requiem“,
3. Kapitel: Artistischer Direktor in Wien, 10. Kapitel: Auf
»em Gipfel, 11. Kapitel: Alte und neue Freunde, 12
dapitel: Reicher Herbst, 13. Kapitel: Dem Ende entgegen
Ddas Werk. 14 Kapitel: Künstlerischer Werdegang, 15.
dapitel: Klavierwerke, 16. Kapitel: Orgelwerke, 17. Ka—
»itel: Kammermusikwerke, 18. Kapitel: Orchesterwerke, 19
dapitel: Lieder, 20. Kapitel: Kleinere Chorwerke, 21. Ka—
ditel: Größere Chorwerke. Die Persönlichkeit. 22.
dapitel: Der Mensch und der Künstler, Schrifttum, Per—
onen- und Sachverzeichnis. Für-den biographischen Teil
tand einzigartiges Material zur Verfügung: weit über
1000 bisher für die Brahmsforschung unbenutzt gebliebene
Briefe aus seinem Nachlaß, Briefe der Mutter, des Vaters,
der Geschwister und zählreicher hervorragender Persönlich—
eiten seiner Zeit und Schreiben des Meisters selbst. Auch
zei der Darstellung des Schaffens konnte auf Material
urückgegriffen werden, das bislang der Forschung unzu—
jänglich war: Skizzen des Meisters, Originalkompositionen
ind Fehlerkorrektüren. Bei der fachwissenschaftlich sorg—
amen und tiefgründigen Fundierung des Werkes durch den
uständigen Autor, muß man sich freuen, daß die Dar—
tellung nicht trocken und gelehrt aufgeputzt ist, sondern
tus warmer menschlicher Anteilnahme heraus voll dich—
erischen Schwungs recht volkstümlich das schicksalsreiche
Ldeben des Meisters gestaltet. So kommen beide vollkommen
zuf ihre Rechnung: der Fachmann und der Kunstfreund.
Das vortreffliche Werk wird gewiß auch in unseren Kreisen
tarkem Interesse begegnen. Wir möchten es besonders nach—
»rücklich auch als Festgabe für Sängerführer und Chor—
leiter empfehlen. Es ist eine Gabe, die ihren Wert behält!
Sprachenpflege. Le Traducteur, französisch-deutsches
Spraͤchlehr⸗ und Unterhaltungsblatt. Das in der Schule
selernte Französisch lebendig zu machen und das Lesen
ind Sprechen geläufig werden zu lassen als ob man
rüben gelebt und studiert hätte, erreicht man, wenn man
zen Traducteur sich hält. Probeheft kostenlos durch den
Lerlag des Traducteur in La Chaurx-de-fonds (Schweiz)