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Zeitschrift für Musik, Monatsschrift für eine geistige
Erneuerung der deutschen Musik, gegr. 1834 von Robert
Schumann, Herausgeber und Verlag Gustav Bosse, Regens—
hurg; vierteljährlich 3,60 M., Einzelheft 1,33 M. Das
porliegende, mit zahlreichen Illustrationen versehene Heft
st dem Klavier gewidmet und bringt folgende überaus
heachtenswerte Aufsätze!: Dr. Wilhelm Zentner: Josef
Pembaur; Elly Ney: Grundlegende Wahrheiten über
Musik und Musikstudium; Hans Paul Freiherr von
Wolzogen: Elly Ney; Prof. Hermann W. von Walters—
hjausen: August Schmidt-Lindner; Reinhold Zimmermann:
Anton Schindler und das Klavierspiel seiner Zeit; Dr.
Robert Pessenlehner: Alfred Hoehn: August Stradal :
Von Liszt's Klavierbuch: Dr. Ludwig Unterholzner: Walter
Hieseking; Rudolf Stöppler: Vier rheinische Pianisten;
Ir. Josef Klingenbeck: Münchens pianistischer Nachwuchs:
Ar. Karl Geiringer: Der Brahms-Freund C. F. Pohl—
Margarete Fischer: Chopin; Dr. Hans Kleemann: Händel—
BHedenktage in Halle; Dr. Walter Hapke: Hans Pfitzner
n Hamburg; Prof. Dr. Ferdinand Pfohl: Der Staatliche
Hamburger Kirchenchor — und vieles andere. In geradezu
imfassender Weise unterrichtet auch diese Nummer wieder
achgemäß über alle Fragen zeitgenössischer Musik. Die
Mitteilungen erstrecken sich auf Neuerscheinungen, Ur—
und Erstaufführungen, Musikfeste und Tagungen, Konzert
ind Oper, Rundfunk, Festspiele, Gesellschaften und Vereine,
Hochschulen, Konservatorien und Unterrichtswesen, Kirche
und Schule, schaffender Künstler, Funknachrichten, deutsche
Musik im Ausland, Ehrungen, Preisausschreiben, Verlags—
nachrichten, Aus Zeitschriffen. Wir haben immer darauf
zingewiesen, wie tapfer die 3. f. M. in den schweren hinter
uns liegenden Saarkampfzeiten stets für unsere Kultur—
zelange eingetreten ist. Dieses Interesse hat aber heute
nach der Rückgliederung nicht ausgesetzt. Im Gegenteil
zringt das vorliegende Heft einen Aufsatz aus Saarbrücken,
den wir unseren Lesern nicht vorenthalten wollen. Da
seißt es: „Immer wieder habe ich im Laufe der letzten
Jahre in meinen Berichten der Z.f. M. betont, daß die
Pflege deutschen Kulturgutes in bedrohter Grenzmark noch
einen anderen Sinn habe als die Beglückung des einzelnen
Jetzt ist es vor aller Welt deutlich geworden, daß der
Sieg an der Saar ein Sieg der deutschen Geistig
keit, der deutschen Kultur, der deutschen Seele ist. Be—
glückend für alle diejenigen, die in den vergangenen harten
Jahren der Bedrückung im Dienst deutscher Kulturarbeit
gestanden haben! Das gilt in erster Linie und betont von
der deutschen Sängerschaft, deren „Staatsgefähr
ichkeit“ die nunmehr selig entschlafene Regierungskom—
nission richtig, allerdings für sie zu spät, erkannte, als
sie im vergangenen Herbst das künstlerisch groß angelegte
Zängerfest in Saarbrücken verbot und damit die Saar—
sjängerschaft zu jener unvergeßlichen „Sängerwallfahrt“
in die altehrwürdige Kaiser- und Domstadt Trier zwang,
eine Feier, die — wie bekannt — zu einem glühenden
Credo an das deutsche Vaterland über sich selbst hinaus
vuchs! Die Saarsänger haben in den Jahren der Ab—
trennung in einigen tausend Konzerten und „Offenen
Singestunden“ mehr als eine Million von Volksgenossen
unter den hohen Klang des deutschen Liedes und der
deutschen Musik gestellt und im Volkslied aktiviert. Sie
ehlten mit ihren Chören von Heimat und Vaterland an
einem „deutschen Abend“ der „Deutschen Front“. Sie
sjang unter freiem Himmel das Wunder deutscher Weih—
nacht und den Glauben an deutsche Zukunft und Größe
'in der Silvesternacht in die Herzen von iung und alt. Sie
nischte ihre Weisen in den Jubel des Abstimmungssieges
und der Rückgliederungsfeiern, gestimmt auf das Leit—
wort, das Gauchormeister Wilhelm Hans seinem von hohem
»aterländischen Schwung beseelten Festkonzert gab, „Wach
auf, du deutsches Land!“. Von den Sadarsängern kann
man mit Recht sagen, daß sie sich mit ihren Liedern, zum
Teil selbstgeschaffenen Kampf- und Trutzliedern, in das
Reich Adolf Hitlers hineingesungen haben! Unter die
höchsten Offenbarungen deutschen Geistes stellte sich in
diesen Kampfiahren besonders andachtsvoll eine große
dankbare Kunstgemeinde in den Sinfonie-Konzerten
des Städtischen Orchesters. Haydn beglückte mit
der G-Dur-Sinfonie Nr. 13, Mozart mit dem Violin—
onzert A-Dur (Solist Gottfried Stanek, Saarbrücken) und
der G-Moll-Sinsonie Nr. 40. Von Ludwig von Beethoven
'am die Eroika und das Violinkonzert Golist Georg
dulenkampff, Berlin) zum Klingen. Brahms folgte mit
»em D-Moll-Klavierkonzert Op. 15 Golist Alfred Hoehn,
Frankfurt a. M.) und seiner II. Sinfonie D-Dur, Anton
ßruckner mit der V. Sinfonie (mit Bläserchoral), Max
Reger mit den Mozart-Variationen. In gebührendem Ab—
tand nennen wir weiter Paul Hindemiths „Mathis der
Maler“ und Wilhelm Malers farbiges Orchestervorspiel.
dervorhebung fordern neben Gottfried Stanek und Georg
dulenkampff die Solisten Rosalind von Schirach, Berlin,
die sich mit ihrem gewinnenden Sopran beifallweckend für
Volf, Wagner und Weber einsetzte, und Margarethe Klose,
BZerlin, die Gluck, Wagner und Schubert interpretierte
ind dabei trotz leichter Indisposition mit großem Erfolg
dlang, Ausdrücksfähigkeit und Umfang ihrer Altstimme
»eutlich werden ließ. Unter dem wie sitets glanzvoll von
Beneral-Musikdirektor Felix Lederer dirigierten Städt.
Zzinfoniekonzert nimmt nicht nur künstlerisch, sondern
ramentlich in volksdeutschem Sinne die eindrucksvolle Auf—
ührung von Hans Pfitzners „Von Deutscher Seele“, die
in zwei Abenden dem Jubel des Abstimmungssieges einen
veihevollen Ausklang gab. Der Städtische Frauenchor und
der Lehrergesangverein stellten ergiebig und wirkungsvoll
den Chor, als Solisten fügten sich Adelhaid Armhold,
zerlin, Lore Fischer, Stuttgart, Josef Witt, Köln und
zJohannes Willy, Frankfurt, zu einem warm und beseelt
lingenden Ensemble zusammen. Es ist begreiflich, daß
zieser Abend mit den beiden Nationalliedern in einer
nachtvollen Kundgebung ausklang. Das Stadttheater,
das unter der Intendanz Huber in Schauspiel und Oper
benfalls wesentlichen Anteil an der Bewahrung und Ver—
iefung des Volkes an der Saar im deutschen Gedanken
jat, namentlich auch durch seine Gastspiele in den kleineren
Irten des Saargebietes, trug jüngst seine ausgezeichnete
„Fidelio“-Aufführung nach Kaiserslautern. Kapellmeister
IRr. Koslik und das beteiligte Opernensemble kehrten mit
Lorbeer heim. Im Austausch setzte sich im Saarbrücker
Ztadttheater die Pfalzoper (Kaiserslautern) mit ebensolchem
Srfolg für die Komödie für Musik von Richard Strauß,
d»en „Rosenkavalier“ ein. Am Dirigentenpult stand Erich
Valter, seine Künstlerschar frohbeschwingend durch die
Labyrinthe der Partitur hindurchführend. Und nun brachte
»as Vaterland uns soeben das Abstimmungsgeschenk einer
Auffiihrung von Tristan und Isolde durch die Berliner
Ztaatsoper, die sich wahrhaft genial auf die beschränkten
ßbrovinzgegebenheiten einstellte und eine Aufführung von
ingeheuren inneren Ausmaßen zustande brachte. Kapell—
neister Karl Dammler, Orchester, Darsteller und Chor
gjaben einen tiefen, überwältigenden Eindruck von Richard
Vagners unsterblichem Meisterwerk. Mit hochgespannten
Frwartungen sehen wir den bevorstehenden Aufführungen
jon „Faust“ und „Minna von Barnhelm“ des Vreußischen
Staatstheaters Berlin entgegen.
Erwähnen wir noch die „Geistlichen Abend—
nusiken“ des geschickt von Fritz Lösch geleiteten Knaben—
irchenchors der eb. Gemeinde St. Johann, die sich würdig
ieben diejenigen des Organisten Rahner und seines „Singe—
reises“ in der Schloßkirche zu Saarbrücken angereiht
saben, so wird deutlich, daß auch die Musika saera den ihr
ustehenden Platz im Kunstleben an der Saar ehrenvoll
z»ehauptet. Wenn wir Saardeutschen jetzt den Reichs—
udler mit jener Bitte grüßen, die auf dem deutschen
tünstlerhaus in Rom in Stein gemeißelt steht: Sub
ambraf alarum tugarum protege nos! so
schließt sie betont den Wunsch auf Schutz,
p——flege und Förderung der geistigen und
fünstlerischen Belange an der Saar ein,
die sich so sichtlich sieghaft erwiesen haben
n den hun hinter uns liegenden harten
dampfjahren!“ Wir möchten unsern Chorleitern und
Zängerführern wiederholt ans Herz legen, sich fortlaufend
durch die Zj. f. M. über Musik und Musiker unterrichten
zu lassen: Hier gilt auch: Treue um Treue!
—Fiücthrer durch die deutsche Chorliteratur, im Auftrage
des Amtes für Chorwesen und Volksmusik innerhalb der