Full text : 15.1935/36, 1-6 (0015)

Seite 38 III.
1. Wertungssingen des Kreises, mitzuerleben. Dem Verein,
in dem er ununterbrochen als aktiver Sänger tätig war,
bedeutet sein Hinscheiden einen überaus schmerzlichen Ver—
ust. Durch seinen idealen Sinn für das deutsche Lied,
einen lauteren Charakter und seine Bescheidenheit erwarb
er sich allgemeine Achtung und Wertschätzung. Aeußerstes
Pflichtbewußtsein verbunden mit einer innigen Sanges—
»rüderlichkeit machten ihn zum Vorbild eines jeden Sängers.
Am 24. Februar durcheilte eine Schreckensnachricht
unsern kleinen Moselort. Durch Einsturz einer Kegelbahn
amen 5 junge Menschen ums Leben. Leider hat dieses
Unglück auch den M.G.B. Eintracht Dhron betroffen und
2 Sangesbrüder aus seiner Mitte gerissen, das aktive
Mitglied Otto Stadtfeld im Alter von 20 Jahren und
das inaktive Mitglied Peter Bollig im Alter von 50
Jahren. Am Beerdigungstage sang der Verein ihnen sein
Abschiedslied.

Uss Sängerzeitung p
sasr gut; M.G.B. „Perle“ Erbringen mit 28 Sängern
Dirigent Gantner): gut; M.G.V. „Liederkranz“ Groß—
semmersdorf mit 26 Sängern Dirigent Kuhn): gul,;
M. G. V. „Frohsinn“ Niedaltdorf mit 23 Sängern (dirigent
Zchmitz): gut. Der letztgenannte Verein wurde zum kom—
nenden Gausingen der Gruppe J berufen. Wir halten
s für erwähnenswert, daß zu der Veranstaltung trotz
mehrfacher öffentlicher Bekanntmachung fast kein Puͤblikum
erschienen war. Offenbar hat es an Interesse gefehlt, und
es ist der Kreisleitung zu empfehlen, derartige Veranstal—
ungen, in Zukunft dort abzuhalten, wo das Publikum sich
auch für die Leistungen der kleinen Vereiné interessiert.
Das Wertungssingen der Gruppe II des Kreises Dillingen
indet im Herbst dieses Jahres statt. S.
Rreis Neunkirchen.
Im Rückblick auf die Abstimmungszeit und im Ausblick
uf die Heimkehr zu unserem Vaterlande, gestaltete sich
die zu Wellesweiler abgehaltene Tagung“ des Kreises
Neunkirchen zu einer herrlichen Kundgebung für deutsches
ned, und deutsches Volksftum. Der von der Harmonie“
Wellesweiler gesungene Chor „Deutschland, heiliger Name“
eitete die von 58 Kreisbereinen — nur einer fehlte —
efuchte Tagung ein. Kreisführer Reuter betonte in
einen Begrüßungsworten unter Hinweis auf den herr—
ichen Abstimmungssieg vor allem die Tatsache, daß nicht
uletzt die Sängerschaft des Saargebietes Hauptträger des
Ibstimmungskampfes gewesen sei. Dann ZFedachte er der
agrländischen 20000 Gefallenen des Weltkrieges, der poli—
ischen Opfer und des in diesem Jahre heimgegangenen
Prof. Hugo Rüdel. Im Sinne der Ausführüngen“ des
treisführers äußerte sich auch Bürgermeister Dr. Blank,
der u. a. dem Wunsche Ausdruck gab, daß das deutsche
ried auch fernerhin über den Verein hinaus ins Volk
getragen werden möge: Im Namen der Kreisleitung stattete
IArtsgruppenleiter Lauer der Sängerschaft herzlichen Dank
ür ihr Eintreten für das deutsche Volkstum ab, worauf
rüuch der Gauschriftsführer Stein ausdrücklich hinwies. Außer—
ordentliche Kleinarbeit sei seitens der Saarsänger gerade
im letzten Jahre geleistet worden. Möge der Kreis RNeun—
irchen auch in, Zukunft der Erziehung zum deutschen Ge—
danken seine Tätigkeit wie bisher widmen, war sein Wunsch
am Schlusse seiner Ausführungen. Dann befaßte man sich
nit den Berichten des Kreisführers, des Kreischormeisters,
des Kreisschatzmeisters und der Kassenrevisoren, aus denen
servorging, daß das Jahr 1934 eine Zeit angestrengtester
Betätigung war. Der Kassenbericht verzeichnet einen
dassenbestand von 5421 Fr., einen Invenlarbestand von
2878,70 Fr. und mehrere Rückstände. Ueber Neugaufnahmen
olt späterhin beraten werden; doch wurde bekanntgegeben,
daß für die Aufnahme von Quartettvereinen im Fuͤhberrai
eine Sympathien bestehen. Dann ging die Kreistagung
zur Beratung der neuen Gausatzungen über, die im Ent—
vurf vorliegen und deren endgültige Beschlußfassung auf
»em Gautag in Bernkastel am 5. Mai erfolgt. Ven Vor—
chlägen des Gauschriftführers wird zugestimmt. Der dies—
ährige Gautag in Bernkastel begiünt mit einer Kreis—
ührer- und Kreischormeistersitzung. Dem eigentlichen Gau—
ag am 5. Mai schließen sich eine öffentliche Kundgebung
ind Aufmarsch aller Formationen an. Die Vereine haben
ich wegen der Rückgliederungsfeiern mit den in Frage
ommenden Körperschaften der Deutschen Front bzwe den
dulturwarten in Verbindung zu setzeñ. Die Kreisführung
vird, versuchen, einen diesen Tag entsprechenden Chot den
Pereinen auf Kosten des Kreises als Erinnerungsgeschenk
uzuleiten. Der Landestrauertag wird in der uͤblichen
Form begangen. Es ist empfehlenswert, daß sich die Kreis—
hereine zu Massenchören vereinigen. Für den Tag der
deutschen Arbeit am 1. Mai 1933 wird die Einstudierung
der Pflichtchöre des Deutschen Sängerbundes FLied der
Bauleute“ und „Bauernerde“ vorgeschlagen. Zum Deutschen
ziedertage Ende Juni schlägt die Kreisführung vor, das
Platzsingen an verschiedenen Stellen durchzufuühren und
ich anschließend zu einer gemeinsamen Feier (offene Lieder—
tunde oder an einem Flammenstoß) zu vereinigen. Zum
Kreispressewart bestimmt der Kreisführer Saugesbruüder
Fried, Neunkirchen; ein 2. Kreischormeister soll später er—
nannt werden. In der Frage der Stiftungsfeste der Kreis—
dereine wird beschlossen, sie nur nach laͤngerem Bestehen
u begehen. Weiter teilt der Kreisführer mit, daß in diefem
Jahre der Männergesangverein Neü-Isenburg feinen Be—

v phh Nr.

M.G. B. Mannerquartett Maring hatte am Neujahrstage
zum Konzert eingeladen, das gut besucht war. Seitens des
Vereins galt es, Dirigent Speicher aus Bernkastel, der
bereits 10 Jahre denselben musterbaft geleitet hat, für
seine aufopfernde Arbeit zu danken, durch die der Verein
nanche Glanzleistung vollbracht hat. Wir wünschen und
hoffen, daß Herr Speicher noch lange Jahre bei uns
virken möge! Das Programm, das Chöre von Gluck,
Haydn, Schubert, Trunk uüͤ. a. ferner Triosätze von Beet⸗
soven und Schubert, Lieder für Sopran von Brahms und
Reger, solche für Tenor von Schumann, Duette von Schu—
mann und Mendelssohn und ein Violinsolo von Beethoven
aufwies, fand reiche Anerkennung. Besonders die gesang
ichen Darbietungen von Fräulein Cläre Mock, Bernkastel
und Herrn Chormeister Speicher (Tenor) fanden viel Bei—
all, ebenso die Trios — Josef Klink (Klavier), Hans Michel
Violine) und H. Speicher (Cello) — und das Violinsolo
Ein genußreicher, wohlgelungener Abend! Nach der sieg—
reichen Saarabstimmung wurde in der ersten Singstuͤnde
anserer Brüder und Schwestern von der Saar gedacht und
Zaarlieder und Vaterlandschöre gesungen. Eine Feier—
stunde bot sich unserm Verein am 28. Januar, indem
vir unserm ältesten und eifrigsten Sangesbruder Josef
Fritzen zur silbernen Hochzeit gratulieren konnten.
Kreis Dillingen.
Für die Gruppe J fand am 7. April in der „Flotte“
in Dillingen das Wertungssingen des Kreises Dillingen
statt. Die Organisation lag in Händen des Kreisführers
und des Kreischorleiters. Als Wertungssachverständiger
amtierte Gauchormeister Beck. Von neun Vereinen, die
oflichtgemäß am Wertungssingen teilzunehmen haätten
varen 8 erschienen. M.G. V. „Concordia“ Kerprich
zemmersdorf fehlte. Vor Eröffnung betonte Kreisführer
Fries die kulturellen Aufgaben der Vereine und ihve
Wandlung in den letzten20 Jahren. Schon aus ver
Pprogrammfolge, aus der alles Kitschige verschwunden sei.
ergebe sich die wertvolle Arbeit, die namentlich im saar
ändischen Gau fruchtbar gewefsen sei. Hier habe man
schon seit langen Jahren den Wettstreit uͤberwunden und
erlebe es heute, daß die Gauwertungssingen als vorbild
lich im ganzen Reich eingeführt werden. Er schloß seine
Ausführüngen mit dem Wunsche, daß es der Arbeit' der
Besangvereine gelinge, aus dem deutschen Volke ein Volt
roher Sänger zu machen. Der deutsche Sängerspruch
eitete über zu dem Wertungssingen, in dem die? Vereine—
an je zwei Volks- bzw. volkstümlichen Liedern ihr Können
unter Beweis stellten. Dabei ergaben sich natürlich rech
beachtliche Unterschiede in der Qualität des Geboötenen,
und der Wertungsrichter hatte eine nicht leichte Aufgabe
die einzelnen Vereinsleistüngen in ein Verhältnis zuein⸗
ander zu bringen. Es dürfte zwecklos sein, hier diese
graduellen Unterschiede an Einzelheiten zu bebegen; wir
degnügen uns mit der Wiedergäbe der Qualifikation des
Wertungsfachverständigen, die auch von den Sängern all—
gemein als gerecht und zutreffend anerkannt wurde. Nach⸗
solgend die Bewertung: M.G. V. „Eintracht“ Hargarten
mit 15 Sängern Dirigent John): fast gut; M.G.V.
„Fidelitas“ Beckingen mil 18 Sängern (Dirigent Breuev):
zut; M.G.B. „Almenrausch“ Hauftadt mit 158 Sängern
Dirigent Schäfer): gut; M.G.VB. Sängerkreis“ Saatfels
mit 24 Sängern (Dirigent Glaus): faft gut; MGV.
„Sängerchor“ Honzrath mit 17 Sängern (Dirigent Gantnegd:
            
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