Full text : 15.1935/36, 1-6 (0015)

Nr. 1 IIHLMIfre
schaftlicheng Interessen dienen, sowie es früher auch der
Fall war. Die besonderen Verhältnisse im Grenzland be—
dingten eine wesentlich andere Einstellung, das bisher
zezeigte Wohlwollen müsse aber jetzt einer allgemeinen
Gleichstellung weichen. Für seine Verdienste als lang—
jähriger Führer des Gaues Völklingen im Saar-Sänger-—
Buͤnd wurde Sangesbruder Wagner die Ehrenmitglied—
schaft des Kreises Völklingen zuerkannt. Er dankte herzlich
 für die bewiesene Ehrung mit der Versicherung, daß
er nur seine Pflicht erfüllt hätte, die ihm nur durch Mit—
arbeit aller Sänger möglich war. Nach Ernennung der
beiden Kassenprüser nahm Kreisführer Frantz noch die
Belegenheit waähr, die jetzt hinter uns liegende Zeit mit
früheren Jahren zu vergleichen, wo das deutsche Volk aller—
zand Bedrängnissen und Bedrückungen ausgesetzt war und
wo es in der allergrößten Not im deutschen Liede Trost
zefunden und wieder aufgerafft wurde. Gesang, diese
GBGottesgabe, die uns von der Wiege bis zum Grabe begleitet,
sichert allen eine Erholung von trüben Stunden, von
denen keiner verschont bleibt. Mit der festen Zusicherung,
am Wiederaufbau unseres Vaterlandes mitzuarbeiten, unser
deutsches Lied zu hegen und zu pflegen und der Treue zu
Volk und Vaterland schloß Kreisführer Frantz die Tagung
mit einem begeistert aufgenommenen „Sieg Heil!“. Ge—
meinschaftlich gesungene Lieder zeugten von der frohen zu—
obersichtlichen Stimmung, die Platz gegriffen hat und an
dem Tage zu spontanem Ausdruck gelangen wird, wo die
Befreiungschöre in alle Welt 8 werden
als Zeichen der endgültigen Wiedervereinigung mit unserm
über alles geliebten deutschen Vaterland, die uns die
iangen Jahre der Trennung und die erlittene Schmach ver—
gessen läßt in dem frohen Bewußtsein „Wieder daheim!“
H.S.

7 7 7rpp Säugerzeitung lnre

zih Seite 21

iberwältigend. Partei, Saarverein, Sängerschaft, Stadt—
»erwaltung, SA., SS., Ehrenkompagnie, Fahnenabordnun—
gjen, Willkommengruß, Musik, Blumen, Kamera, umsäumt
»on Tausenden Krefelder Volksgenossen boten Auge und
Ohr ein gewaltiges Bild. Ueber die Köpfe der Versammelten
rauste des Saarliedes schwörender Ruf: „Laßt es uns
n den Himmel schrein, wir wollen niemals Knechte sein.“
Unter klingenden Weisen rhythmischer Märsche der SA.Ka—
nelle 40 sormierte sich ein langer Zug und brachte die Gäste
ns Stadtinnere. Nach Stärkung und Quartierverteilung
rasen sich die Krefelder Volksgenossen mit denen von der
Zaar im Stadtwaldhaus zu einem Saarabend. In Lied und
Port kam immer und immer wieder die unauslöoͤschbare und
inzertrümmerbare Verbundenheit von Saar und Reich zum
Ausdruck. Der nächste Tag brachte um 11 Uhr zu Ehren
zer anwesenden Saargäste ein Platzkonzert der Polizei—
apelle. Nachmittags lauschte man als Gäste der Stadt der
zeutschen Operette „Schwarzwaldmädel“ im Stadttheater
Am Abend stieg in der Stadthaälle eine markante Saar—
undgebung. Nach feierlichem Einmarsch der Saarsänger
in den dichtgesüllten Festsaal gab das städtische Orchester
den würdevollen Auftakt zur Kundgebung. Es sprachen zu
ins Saarländern brüderliche Worte, zu unseren deutschen
Brüdern und Schwestern aufllärende Worte und für das
Lusland warnende Worte die Bürgermeister Dr. Helm,
treisleiter Diestelkamp und der stellv. Leiter der Saar—
zereine Debusmann. Nach den Ansprachen brachte der Ver—
ꝛin seine Saarkampflieder zum Vortrag. Wuchtig in seiner
Wirkung, fsand Walter Reins „Schwur des Volkes“ bei den
Zuhörern begeisterte Aufnahme. Die Schlußtakte „Herr mach
ins frei“ steigerten die Wirkung gewaltig, ebenso das
dampflied „Glück auf, wir rufen aus Schächten“ von Hans
;»on der Saar. Feierliche Feststimmung und wunderbarste
Akustik waren das Unterpfand tiefster Ausschöpfung des
ztofflichen wie auch des Gesanglichen. Ein Ausschnitt aus
zen „Meistersingern von Nürnberg“ mit Hans Sachs und
—„chlußchor gaben der Feierstunde einen würdigen Abschluß.
Lrange noch wird der Eindruck dieser erhebenden Stunde
m Gedächtnis haften bleiben. Montag morgen trafen sich
zie Saargäste zur Besichtigung der Burg Linn und des
heimatmuseums, sowie der im Bau befindlichen Adolf—
ditler-Brücke, die Krefeld-Uerdingen mit dem Ruhrgebiet
»erbinden wird. Deutschen Geistes und deutscher Arbeit
»rerbte Kraft lassen hier ein Werk erstehen, das stummer
zeuge sein wird vom Wiederaufbauwillen der Nation. Der
achmittag sah die Mitglieder des Saarvereins in gemüt—
ichem Beisammensein mit den Gästen. Die unermüdliche
Bolizeikapellle spielte dabei auf, wie sie sich übrigens die
fanzen Tage in den Dienst der Saar stellte. Um 5 Uhr
nußte zum Leidwesen aller der Marsch zum Bahnhof ange—
reten werden. Die Tausenden, die zu beiden Seiten der
5traßen dabei Spalier standen, waren Beweis schnell ge—
chlossener echter Volksverbundenheit. Signal! Der Zug
etzt sich in Bewegung! Heil, Heil, Heil, Tücher- und Hände—
seben! Wir Saarländer sind nun wieder zu Hause, doch die
Sedanken weilen noch oft in Krefeld. Gestärkt an Geist
ind gestärkt im Glauben an Deutschland sind wir von
drefeld gekommen und haben den Kampf gegen alle, die
zer Rückkehr unserer geliebten Heimat zum Vaterland im
Wege standen, aufgenommen und siegreich bestanden. Nun
rufen wir unseren Gastgebern, besonders den um das Zu—
tandekommen unserer Fahrt so sehr bemühten Bürger—
neister Dr. Helm und Oberstadtsekretär Birkenheyer, sowie
der Polizeikapelle kräftig zu: „Herzlich willkommen im be
reiten Saardebiet!“ Sch.

In der Generalversammlung des MGB. JIlora-Sauges
lust Völklingen gab Vereinsführer Schnur einen groß—
zügigen Ueberblick über die Musikpolitik des DEeB. und
des Gaues. Die Männerchorbewegung an der Saar steht
unter der mustergültigen Führung Dr. Bongards, der das
restlose Vertrauen auch des letzten Sängers besitzt, ganz
auf dem Boden des Nationalsozialismus. Schriftführer
Ldeber zeigte, daß sich der Mitgliederstand in aufsteigen—
der Kurve bewegt. Dem Kafssierer konnte mit Dank Ent—
lastung erteilt werden. Besondere Anerkennung wurde Chor—
meister Ballhaus zuteil. Nach der einstimmigen Wiederwahl
des Vereinsführer Schnur, dem für seine vorbildliche Ar—
beit besonders gedankt wurde, bestimmte dieser seine Mit—
arbeiter. Es sind dies: Stellvertreter Fritz Hünnighausen
en.; 1. Schriftwart Leber, 2. Kaub: J. Kassierer Scholl,
2. Netzer. Dem bisherigen Kassierer Jakob Weidenhof wurde
ür seine aufopfernde Tätigkeit besonderer Dank ausge—
prochen. Beisitzer: Juf. Klein, Weidenhof, Adam, Kiefer.
Vereinsbote: Phil. Weidenhof; Fahnenträger: Rolles, Rech,
Biegel; Rechnungsprüfer: Strupp, Boes; Pressewart:
Schunck. Kreisführer Frantz fand warme Worte der An—
erkennung für die Arbeit des Vereins und des Gaues unter
Dr. Bongards begeisternder Führung. Niemals habe man
gefehlt, wenn das Vaterland rief. So in den 15 Jahren
der Abtrennung, so im letzten Kampfjahr der „Deutschen
Front“, so beim Abstimmungssieg. Redner beglückwünschte
hesonders Sangesbruder Matth. Lieb für 40jährige Sänger—
treue. Chorleiter Ballhaus gab einen Rückblick über die
nusikalische Arbeit des letzten Jahres und forderte treue
Mitarbeit für die Zukunft. Die Nationallieder gaben der
Versammlung einen würdigen, festlichen Abschluß U.s

M.G.V. Eintracht-Liederkranz Völklingen weilte einige
Wochen vor der Saarabstimmung als Gast in Krefeld. Nicht
um einer schönen Reise willen unternahm der Verein diese
Fahrt nach dem Niederrhein, sondern um in aller Oeffent—
lichkeit Zeugnis abzulegen von dem bedingungslosen Willen
zur Rückkehr zum Mutterlande und der unverfälschten Saar—
treue zum Reich. In diesem Zeichen standen denn auch die
in Krefeld verlebten Tage und ihre Veranstaltungen. Als
die Sängerschar in Krefeld eintraf, wurde ihr ein Empfang
bereitet, der alles bis dahin vom Verein Erlebte weit über—
bot. Bereits in Köln fand die erste Begrüßung durch Ober—
stadtsekretär Birkenheynr statt, der den Sängern entgegen—
zam und dem Verein das Ehrengeleit gab. Als erster be—
grüßte auf dem Bahnsteig in Krefeld Bürgermeister Dr.
Helm seine Landsleute. Der sich anschließende offizielle
Empfang vor dem Bahnhofsgebände war für alle Sänger

V 5—
Restaurant Ostvierte!

Telefon Nummer 27668 — Mainzer Straße 106

vIe
Vorzügliche Küche, gepflegte Weine u. Biere, Dortmunder.
 Münchner. Großer Nebenraum. Billard.

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