Full text : 15.1935/36, 1-6 (0015)

Nr. 1 IllIIꝰ

Sängerzeitung

Ill Seite 17

der Bauleute“ von Schüler vor, welche ob der Wucht des
langkörpers ungeteilten Beifall fanden. Auch bei der
Zaarbefreiungsfeier stand die „Eiflia“ wieder an erster
Stelle, um so in treuer Verbundenheit mit den Sanges—
zrüdern von der deutschen Saar deren schönsten Tag mitzu—
feiern. Eingeübt wurden im vergangenen Jahre etwa 20
dieder und“ Chöre, ferner konnten drei Neuaufnahmen ge—
tätigt werden. Alles in allem war das zehnte Vereins—
jahr der „Eiflia“ der Beweis für den sicheren Erfolg
iner zielbewußten Arbeit der vergangenen Jahre und ein
Ansporn zu freudiger Mitarbeit fuͤr die Zukunft.
Kreis Dillingen.

Der Kreistag des Kreises Homburg im fahnengeschmückten
Aberbexbach war eine recht festliche Veranstaltung. Von der
hergkapelle Johann mit dem Badenweiler Marsch und der
Zängergemeinschaft Oberberbach mit Knabs „Weckruf“ und
„Deutscher Morgen“ eröffnet, begrüßten Kreisführer Ober—
regierungsrat Bühler, Bürgermeister und Ortsgruppenleiter
die Delegierten — alle Vereine waren vertreten — aufs
serzlichste. Der von Kreisführer Bühler erstattete Bericht
piegelte die Musikpolitik des DẽEB. und die Tätigkeit des
Baues im Jahre 1934 wieder, zuletzt die Arbeit des Krei—
es Homburg. Dieser zählte zu Beginn des Jahres 26 Ver—
eine. Im Laufe des Jahres wurden drei Vereine neu
aufgenommen: ein Verein ist ausgeschieden, zwei Vereine
zaben sich zusammengeschlossen, so daß der Kreis Ende
»es Jahres 27 Vereine zählte. Die Gesamtmitgliederzahl
»etrug 3012 sowie 2 Ehrenmitglieder, gegenüber dem Vor—
ahre 286 Mitglieder mehr. Die Zahl der aktiven Mitglie—
»er betrug im vorigen Jahr 1097, darunter 141 Sängerin—
ren, in diesem Jahre 1187, darunter 118 Sängerinnen,
nithin ein Mehr von 90 Sängern. An Passiven zählte der
dreis in diesem Jahre 1825, im vergangenen Jahre 1797,
nithin 28 Mitglieder mehr. Während ein Verein sich nur
ius einem gemischten Chor zusammensetzt, besteht in einem
Berein neben dem Männerchor noch ein gemischter Chor.
Ehrennadeln wurden insgesamt 27 verliehen und zwar:
bfür 50jährige Aktivität, 6 für 40jährige und 20 für
25jährige Aktivität. Kreistagungen fanden insgesamt 5,
Sitzungen im engeren Kreisausschuß 3 statt. Der Kreis
var bei sämtlichen Gautagungen vertreten. An Kreisver—
instaltungen sind zu nennen das Kreisfest in Homburg, das
Vertungssingen in Limbach und das Gaufest in Trier.
Zztellvertr. Kreischormeister R. Welter betonte, daß die
nusikalische Arbeit im verflossenen Jahre vollständig im
zeichen des Abstimmungskampfes gestanden habe. Es fand
An Liedertag in Homburg und das Wertungssingen der
ßruppe 3 in Limbach statt. Nach dem Bericht des Kreis—
assenwartes Feß schließt das vergangene Geschäftsjahr bei
208862,70 Fr. Einnahmen und 19728,60 Fr. Ausgaben
nit einer Mehreinnahme von 1134,10 Fr. ab. Der Jahres—
imsatz beläuft sich auf 40 596,30 Fr., der gegenüber dem
Vorjähr einer Mehrung von fast 100 Prozent entspricht.
der Kreis verfügt einschließlich des Kassenbestandes über
ein Vermögen von 4557,25 Fr. Auf Grund der Kassen—
orüfung würde dem Schatzmeister mit Dank Entlastung er—
eilt. Die Wahl des Führers ergab die Wiederwahl von
Oberregierungsrat Bühler, der seine bisherigen Mitarbei—
ter in den Kreisführerrat berief. Als Vertreter des Gaues
vidmete Gauschatzmeister Düren dem Kreistage herzliche
hrütße und warme Worte dankbarer Anerkennung. Das
zächste Kreisfest wurde M.G.V. Höchen anläßlich dessen
30. Stiftungsfestes übertragen

Im Vereinsheim „Zur Deutschen Flotte“ hielt M.G.B.
Sängerbund Dillingen seine Jahreshauptversammlung ab.
ach einem gemeinsamen Lied und stillem Gedenken an die
Toͤten des Weltkrieges und die im letzten Vereinsjahr ver—
sorbenen Mitglieder, erstattete Vereinsführer Dusemond
den Jahresbericht. Oberster Grundsatz unserer Sänger sei
es gewesen, das Beste im Kampf um die Deutscherhaltung
inserer Saarheimat zu leisten. Aus der mannigfachen Tä—
igkeit des „Sängerbund“ sei erwähnt;: die Teilnahme an
dem Wertungssingen zu Anfang des Jahres, bei welchem
der Verein mit dem Gesamtprädikat „Fast sehr gut“ an
dritter Stelle stand. Weiterhin die Sängerfahrt nach Süd—
deutschland, Ludwigsburg und Stuttgart, die Krankenhaus—
und Volksgartenkonzerte, die Teilnahme am Gaufest in
Trier und Mitwirkung bei verschiedenen Korporationen und
Vereinen. Nach Verlesen des Protokolls der letzten Jahres—
»ersammlung, gab der Kassierer den Kassenbericht, aus dem
servorging, daß die Kasse auf gesunder Grundlage steht.
der Vereinsführer gab dann die durch den Führergrund—
fatz bedingten Satzungsänderungen bekannt. Stellvertreter
des Vereinsführers ist Vg. Buchem, Kassierer Vg. Schmitz,
Schriftführer VBVg. Gindorf, Kassenobmann Vg. Meilchen. In
diesem Jahre begeht der Sängerbund das Fest seines 25—
ährigen Bestehens und zwar am 20. und 21. Juli d. J.
Vorgesehen ist ein Begrüßungsabend, eine sonntägliche Mor—
genfeier am Ehrenmaäl mit anschließendem Konzert, nach—
mittags ein Festzug mit volksdeutscher Kundgebung am
Stadibn. Nach Erledigung interner Vereinsangelegenheiten
konnte der Vereinsführer die äußerst harmonisch verlau—
fsene Jahresversammlung mit Worten des Dankes an die
Sänger für die im abgelaufenen Jahre geleistete treue
Arbeit schließen.

Kreis Homburg.
Gesangverein Männerchor Oberberbach darf einen Vete—
zanen für 50iährige aktive Tätigkeit ehren: Friedrich Kull—
mann, der unserer Jugend
als ein leuchtendes Vorbild
in regelmäßigem und pünkt—
ichem Probenbesuch gelten
kann. Kullmann ist 1869 in
ODberbexbach geboren. Schon
als 14jähriger Junge trat
er im Jahre 1884 dem da—
mals als einzigen Gesang—
erein hier bestehenden Kir—
henchor bei. 1887 trat er
ils Mitbegründer in den
neu erstandenen Arbeiter—
gesangverein Oberbexbach ein
und erlebte dessen Auflö—
sjung und den Uebergang
zum Gesangverein Concor—
dia. Mit als einer der
— — Ersten war er nach dem un—
Friedrich Kullmann. eligen Weltkrieg im neu—
J benannten Gesangverein
Männerchor“ Oberbexbach. Wir haben hier den seltenen
Fall, daß die 50jährige aktive Tätigkeit eines Sängers
sich innerhalb der Ortsgrenzen und der dort bestehenden
ortsvereine abspielt. Bei der Volksabstimmung am 18.
Januar 1935 tat er als treudeutscher Sänger seine Pflicht.
Noch heute ist er ein unermüdlicher Probenbesucher und
uicht zu unterschätzender, 2. Tenorist. Wir wünschen dem
Jubilar noch viele glückliche Jahre in unseren Reihen!
Wir wünschen ihm ferner noch viele liederfrohe Jahre im
Kreise seiner Sangesbrüder! J

IJ—

RKreis Merzig.
Der erste Kreistag des Kreises Merzig nach der Ab—
timmung, der zu einer machtvollen Freudenkundgebung der
Saarländer wuürde, fand in Nunkirchen (Restkreis) statt.
28 Vereine waren durch ihre Führer und Chorleiter ver—
reten und wurden durch den Kreisleiter Griebler begrüßt
Nachdem der deutsche Sängergruß gemeinsam gesungen,
rug der M.G. V. Eintracht Nunkirchen „Mein Deutschland“
»on Hansen stimmungsvoll vor. Kreisleiter Griebler wies
n seiner Festansprache darauf hin, daß unsere Volksgenos⸗
en an der Saar im Kampfe um unsere Heimat sich be—
vährt haben. Nicht wirtschäftliche Erwägungen, auch nicht
trategische Rücksichten haben entschieden, sondern einzig und
illein die Stimme des Blutes und die Macht des Volks—
ums., Auch wir Sänger haben ein Recht stolz zu sein.
zu Beginn unserer Tagung wollen wir versprechen, mit—
uarbeiten an der Größe und Herrlichkeit unseres lieben
zeutschen Vaterlandes. Der Kreischormeister sprach über
e Aufgaben unserer Gesangvereine im nationalen Staat
Aus den sehr inhaltsreichen und von Sachkenntnis getra—
genen Ausfüßrungen war zu entnehmen, daß unser Volks—
sised auch in Zukunft immer eine große Rolle spielen
vird, aber es soll keine musikalische, künstlerische Angelegen—
veit irgendeines Vereins sein, sondern eine völkische Ange—
egenheit. Folgerichtig hat ein Gesangverein im national—
ozialistischen Staate nicht nur die Aufgabe, Konzerte zu
zjeben, sondern das Lied als volksbildende Kraft zu pflegen,
zas Volkssingen zu wecken und zu fördern. In der kommen—
den Zeit soll das gesamte Volk wieder singen. Hierbei hat
            
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