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suun Sängerzeitung
uunn Nr. 6
Heinrich Grünfeld, der Cellovirtuose, bekam den Roten
Adlerorden. Der Kaiser fragte, warum er ihn nicht trage.
Er antwortete: Ich warte, bis er schwarz ist.
Im Konzert. Freyberger: „Die Sängerin tremoliert
stark.“ — Neureich: „Das Privatleben der Künstlerinnen
interessiert mich prinzipiell nicht.“
Das Streichinstrument. Meine Frau hat sich zum Ge—
hurtstag ausgerechnet ein Streichinstrument gewünscht.
„Schenk ihr doch ein Buttermesser!“
Die Mitgift. Glaubst Du, daß Dein Vater Dir erlauben
wird, das Klavier mitzunehmen, wenn wir heiraten? „Er
hat es schon zur Bedingung gemacht.“
Ein Klagelied. Fräulein Christine sitzt am Klavier und
macht fleißig Gesangsstudien. Plötzlich fährt sie auf —
eine Wespe hat sie gestochen — und ruft laut um Hilfe.
Niemand rührt sich im Haus. Schließlich läuft sie zornig
in die Küche und ruft mit tränenerstickter Stimme: Aber
warum kommt denn keiner, ich bin von einer Wespe ge—
stochen worden!“ — „Aber, aber“ — sagt die Köchin er—
schrocken, das konnten wir doch nicht wissen, wir dachten,
das gnädige Fräulein üben ein neues Lied.“
Der Alkkordarbeiter. Was versteht man eigentlich unter
einem Akkordarbeiter? „Einen Komponisten.“
Aus einer Kritik. Die Künstlerin ist keine gute Sängerin
* ist keine gute Tänzerin, sie ist keine gute Schauspielerin
ie ist eine gute Vierzigerin.
Scheidungsgrund. Frau Lehmann will sich von ihrem
Manne scheiden lassen. Grund: Untreue. Während ihrer
Sommerreise soll er in der Wohnung gesungen haben:
„Einsam bin ich nicht alleine.“
Hymne. Der Kantor will mit seinem meist aus Bauern
bestehenden Chor ein neues Lied einüben und sagt an.
Seite 26. Der Dorfschmied schlägt auf, wendet sich aber
bald an seinen Nachbar, den Schuülzen: „Hymne, sag amol,
was heeßt das?“ „No“, sagt der Schulze, „siechste das
nech, doß dos Lied himmne schteht off dar Seit? Wenns
drimmne schtänd, da schtänd ebe dräwer: Drymne.“
Herzig. „Bubi, Großvater ist sehr krank! Sage ihm
doch was Liebes, damit er eine kleine Freude hat!“ —
„Großpapa, willst du mit Musik begraben sein?“
Ein Ahnungsloser. „Kennen Sie Tannhäuser?“ „Nein,
aber zum Beispiel Nordhäusfer finde ich vorzüglich.
Zur Gattin eines Künstlers: „Ihr Gatte ist ein Mann
von seltenen Gaben.“ „Ja, er hat mir noch nie etwas
mitgebracht.“
Sportkind. Sowie der Winter beginnt ist bei Dirmosers
von nichts anderem mehr die Rede als von Skiern, Gleit—
wachs, Telemark, Stemmbogen, Schußfahrt, Slalomlauf und
vor allem von den vielen, vielen Sprungschanzen, über die
der Herr Dirmoser schon mit Erfolg gegangen ist.
Gestern erzählt der achtjährige Heinz Dirmoser, als er
aus der Schule nach Hause kommt:
„Du, Vati, heute haben wir ein Lied von einem Ski—
springer gesungen!“
„Ach geh. Solche Lieder gibts ja gar nicht!“ sagt Herr
Dirmoser ungläubig.
„Doch, Vati. Ganz bestimmt. Das hieß: Zu Straß—
bhurg auf der Schanz!“
„Haben Sie Musikverständnis?“
„Ja, etwas!“
„Wissen Sie, was ich jetzt spiele?“
„Ja, Klavier!“
Seine Sorge. Damaschkes waren im Theater. Der
Tenor hatte an seine glanzvoll gesungene Arie noch einen
riesenlangen Extratriller angehängt.
„Nun sag mal bloß, Otto“, flüsterte Frau Damaschke,
„wo nimmt der Mann die Luft her?“
„Nun ist mir ganz egal, Luise!“ sagte Damaschke, „ich
hab' meinen Taler nicht bezahlt, um mir darum Sorgen
zu machen!“
Vesorgt. „Ich fürchte, daß Ihre Frau die Stimme ver—
lieren wird!“ — „Hoffen wir —* Beste, Herr Doktor!“
Großverdiener. „Ich habe gehört, daß ein Komponist
5000 Mark für eine Operette bekommen hat! Was die
Leute doch verdienen!“
„Bagatellen! Ich habe an einem einzigen Akkord 50 000
Mark verdient!“
Der Schlager. In einem Konzert-Café höre ich, wie eine
einzelne ältere Dame den Ober fragt, ob er ihr nicht sagen
könnte, wie das Stück heißt, das die Kapelle gerade spielt.
Während der Ober verschwindet, um sich zu erkundigen,
kommen neue Gäste an. Da kein Tisch mehr frei ist, nehmen
sie am Tisch der einzelnen Dame Platz. Der Ober kommt
zurück, beugt sich diskret herab und flüstert der Dame zum
höchsten Erstaunen der Neuangekommenen deutlich ver—
nehmbar ins Ohr: „Es muß was Wunderbares sein, von
dir geliebt zu werden!“
Familienzwisft. Was meinst Du, soll ich Gesangunter⸗
richt nehmen?“ „Gibt es denn nichts anderes, womit Du
Deinen Mann ärgern kannst?“
Bildung. Frau Meyer sitzt in der Oper und hört
„Parsival“.
In der Pause bemerkt sie einen Bekannten, der all—
gemein als Gourmand bekannt ist und sich jetzt gerade
an einem Kaviarbrötchen gütlich tut.
Frau Meyer klopft ihm gönnerhaft auf die Schulter:
„Na, Sie kleiner Gurnemanz!“
Eine Stunde gleich fünf Minuten. Ein berühmter Pia—
nist gab auch Klavierstunden. Niemals jedoch passierte es,
daß der Künstler wirklich sechzig Minuten unterrichtete.
Eines Tages sagte er zu einem Bekannten:
„Warten Sie hier fünf Minuten, ich bin dann wieder
da, ich muß hier eine Klavierstunde geben.“
Entgegenkommend. „Haben Sie nicht Beschäftigung für
mich? Ich bin Klavierstimmer!“
„Ich habe leider kein Klavier!“
„Oh, da könnte ich Ihnen eins beschaffen!“
Dem ehemaligen König Friedrich August von Sachsen
wird ein Leipziger Musikprofessor vorgestellt, der wegen
eines Augenleidens zwei Brillen übereinander trug.
„Gommt das von dr Musik, daß Se zwee Brillen drachn
missen?“ fragt der König. Der Angeredete, der auf eine
solche Frage nicht vorbereitet war, macht eine verlegene
Handbewegung. Mit bedauerndem Tone wendet sich der
König an seine Begleiter: „Heeren kann das arme Luder
wohl ooch nicht mehr?“
In einem Gefängnis werden alle eingelieserten Häft—
linge nach der Art ihrer bisherigen Beruse beschäftigt.
„Was waren Sie in Ihrem Zivilberuf?“ wendet sich der
Gefängnisdirektor an einen Neuling. „Schlagerkomponist,
Herr Direktor!“ — „Hier, nehmen Sie den Mann zum
Kopieren von Schriftstücken!“
Dem bekannten Konzertmeister Joses Hellmesberger spielt
eines Tages ein Schüler ein schweres Klavierstück von Liszt
vor, das in der Tonart D-Moll steht. Die Leidenschaftlichkeit
des Vortrages erweckt in Hellmesberger Befürch—
tungen für seinen Flügel. „Hören Sie mal, wenn das
Tonstück auch in D-Moll steht, so berechtigt Sie das noch
lange nicht dazu, meinen Flügel zu d-molieren!“
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Die Worte sind einer Sammlung aus dem
Jahre 1845 entnommen. Verfasser unbekannt
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Karl Hochstein, Muñtversag. Heidelberd