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Wir Grenzuark-Sänger aber nehmen wärmsten Anteil an
dem so sinnvoll vorbereiteten Jubelfest und senden mit
den herzlichsten Glückwünschen unseren aufrichtigen Dan!—
für die Treue, mit der Sie auf fremder, mit wehmütigen
Erinnerungen geweihter Scholle große deutsche Kunsti
pflegen — lebendiges Bekenntnis zu dem ewigen Deutsch—
land, das in den Herzen seiner besten Söhne und Töchter
als heiliges Vermächtnis lebt! Die beiden beigefügten
Chöre von Armin Knab, die vielleicht dort auch einmal
zum Klingen kommen, sollen Ihnen äußeres Zeichen unseres
Dankes und unserer unlösbaren Volksverbundenheit sein!
Sollte, lieber Herr Sangesbruder Müller, gelegentlich
Ihrer Heimatfahrt Ihr Weg Sie in das auf freien Ent—
schluß seiner Bürger wieder deutsch gewordene Saarland
führen, so würden wir über Ihren Besuch hochbeglückt
sein. Lassen Sie uns Ihr Eintreffen recht früh wissen
und seien Sie herzlichsten Willkomms gewiß! In unver—
brüchlicher Treue! Mit deutschem Sängergruß! Heil Hitler!
Ihr ergebener Walther Stein.
Die Mode: „Die Oper beherrscht in diesem Zeitraum
Richard Wagner. Nach dreißigjiährigem Kampf um seine
Ideale blieb er der Sieger, der zu allgemeinster Aner—
kennung durchgedrungen war. Kein Komponist ist in
dieser Epoche so häufig und mit solchem Beifall aufge—
führt worden. Bayreuth, wo Witwe und Sohn des Ver—
ewigten sein Werk genial gehütet haben, wurde der Wall—
fahrtsort der ganzen musikalischen Welt. Ein Weihefest—
spielhaus im höchsten Sinne der Kultur. Auf Wagners
Spuren schritt Richard Strauß, der die kontrapuntktistische
Technik immer weiter vervollkommnete, um der Wieder—
gabe seelischer Stimmungen so nahe wie möglich zu kommen,
dem sich jedes seelische Problem zu einem neuen Klang—
bilde gestaltet. Wie das Ausland niemand besaß, der sich
mit Richard Wagner messen durfte, so besitzt es auch
heute niemand, den es Richard Strauß an die Seite setzen
könnte, aber bezahlen wir den Ruhm, das musikalischste
Volk der Welt zu sein, nicht zu hoch? Oskar A. H. Schmitz
hat auf den zweifelhaften Wert der Musik als Kultur—
quelle hingewiesen. Er nennt die Askese der Innerlich—
keit, die der Konzertsaal lehrt, ein gefährliches Gift, in—
dem er ausführt: „Die an sich unbegreiflich hohe musika—
lische Entwicklung des deutschen Geistes neben der Zer—
rissenheit der sonstigen deutschen Kultur, die sich in der
bekannten Form- und Geschmaäcklosigkeit, staatlichen und
gesellschaftlichen Verworrenheit, kurz in allen Mißständen
unseres gemeinsamen Daseins zeigt, wird es begreiflich,
wenn man das auflösende Wesen der Musik erkennt.“ Die
Anschauung ist neu, aber zum Nachdenken gemacht. Wir
Deutsche müssen die Fehler unserer Vorzüge politisch
büßen.“ Wir entnehmen diese Anmerkung dem 8. Band
des bekannten Werkes „Die Mode, Menschen und Moden,
nach Bildern und Kupfern der Zeit“ von Max von Boehn,
Verlag F. Bruckmann A.G., München 2 NW. Preis
4,80 Mark. Es spiegelt in Bild und Wort (220 Abbil—
dungen und 32 farbige Tafeln) die Zeit von 1878 bis
zum Weltkrieg, also die Wilhelminische Aera wieder. Wie
in einem Brennglas fängt der gelehrte Verfasser das ge—
samte politische, geistige und wirtschaftliche Leben des
deutschen Volkes in fesselnder Darstellung auf, um dann
die Mode als sichtbaren Ausdruck dieses Gesamtbild ins
Licht zu rücken. Unsere Leseprobe macht deutlich, daß
daben auch die Musik als wesentlicher Faktor des geistigen
Gesichts einer Zeit in Rechnung gestellt ist. Und es stimmt
uns nachdenklich, daß der Verfasser in der übersteigerten,
subtilen Kunstübung im Konzertsaal offenbar eine Flucht
von der Urwüchsigkeit des Volkstümlichen und deshalb
Gesunden sieht, und es stärkt uns in der im Dritten Reich
wieder erwachten Erkenntnis, daß die Musik Ausdruck der
Volkheit sein und deshalb aus dem Volke erwachsen und
im Volke Uebung und Echo finden muß. Sehen wir nicht
mit, offenen Augen täglich die geheimen Zusammenhänge
zwischen der Vereinfachung unseres Lebensstils, der Schlicht—
heit und großen Lebensnähe unserer Musik und deshalb
auch die größere Natürlichkeit in der Kleidung der Men—
schen, und namentlich der Jugend von heute?
Die von Professor Dr. Fritz Stein neu herausgegebene
berühmte Bläsersonate „Pian e Forte“ von Giobvanni
Gabrieli (1557—51619) kam durch das Bostoner Symphonie—
orchester unter Leitung von Adrian Boult zur ameri—
kanischen Erstaufführung.

IJ Sängerzeitung

»uilnn Nr.

Den Chordirigenten stellt der Verlag Ernst Eulenburg,
deipzig, von seinen Chor-Neuigkeiten 1935 (Chöre von
Erdlen, „Deutsche Zuversicht“, Grgener, Chöre nach Ge—
dichten von Alfred Bode, Steinheuser, „Erntedanklied der
Deutschen“, Stieber, 2 Lustige Männerchöre, sowie zwei
dreistimmige Frauenchöre) auf Dünndruckpapier als Probe—
vartituren zur Verfügung.
In schwedischen Musikkreisen bemüht man sich seit gerau—
mer Zeit um eine systematische Sammlung der skanding-—
vischen Volksweisen. Bis jetzt sind schon ungefähr 25000
Volksmelodien zusammengebracht worden, von denen 15000
in Finnland, 6000 in Norwegen und 4000 in Schweden
entstanden sind.
Kostenlose Lichtbilderserien. Gute Lichtbildervorträge sind
selten und — teuer. Umso begrüßenswerter ist es, daß der
Lichtbild⸗ und Film-Kultur-Verlag „Volk und Bild“,
Leipzig CpI, Stephanstraße 10, sich bereit erklärt hat, den
Lesern unserer Zeitschrift eine Auswahl erstklassigen Bild—
materials einschließlich der dazugehörigen interessanten Text—
hücher kostenlos leihweise zu überlassen. Die Entleiher haben
lediglich das reine Postporto zu tragen; andere Ver—
pflichtungen entstehen ihnen nicht. Zurzeit sind folgende
Vorträge verfügbar: „Der Weg zum Glück“ und „Märchen
aus dem Orient“. „Der Weg zum Glück“ behandelt die
zriginelle Geschichte der Lebensversicherung vom Altertum
durch das Mittelalter bis zur Neuzeit und ist für alle
oon größter Bedeutng. Stellt der Vortrag doch eine ernste
Mahnung dar, die Familie rechtzeitig vor Not- und Ent—
hehrung zu schützen. „Märchen aus dem Orient“ sind
die kostbaren echten oder falschen Perserteppiche. Begleitet
»on Erläuterungen vorbildlicher Inneneinrichtungen bür—
gerlicher Häuser wird hier die Geschichte des Teppichs,
eine Herstellung, seine stilvolle Verwendung und praktische
behandlung gezeigt. Zu jedem Vortrag, der in fortlaufendem
Text geliefert wird, gehört eine wunderschöne Bilder—
reihe, entweder in Form farbiger Glasdiapofitive 814)10
Zentimeter oder eines Stehfilmstreifens (Bildbandes) in
Breite 35 Millimeter. — Wer eine Vereinsversammlung
oder einen Frauenschaftsabend oder eine häusliche Zu—
sammenkunft kulturell wertvoll und dabei doch lebendig
zumorvoll gestalten will, dem sei geraten, sich des Ange—
»ots des Verlags „Volk und Bild“ zu bedienen. Alle
veiteren Auskünfte erteilt unseren anfrägenden Lesern der
Verlag „Volk und Bild“ selbst.
Die Hansegtische Verlagsanstalt, Hamburg, über deren
bedeutsame —— wir verschiedentlich berichtet
haben, bringt unter dem Namen „Hanseatenkogge“ die
erste Nummer einer Hauszeitung heraus, die allen Inter—
essenten und Freunden des Verlages fortlaufend Bericht
erstatten will über die Neuerscheinungen auf dem Gebiete
des Musik- und Chorwesens, der Freizeitgestaltung und
der Volkstumspflege. Wir wünschen dem „alückhafften
Schiff“ gute Fahrt!
Der in Köln als Direktor und Professor an der Hoch—
schule für Musik tätige bekannte Komponist Hermann
Unger vollendete soeben eine Bauern-Kantate auf
einen mit dem Staatspreis gekrönten Text von Eberhard
Möller. Das Werk für Sprecher, Sprech⸗ und Singchor,
sowie einzelne Instrumente geschrieben, erscheint im Ver—
lage V. J. Tonger, Köln.
Wolfgaug Fortner hat eine „Deutsche Liedmesse“ für
zemischten Chor a cappella beendet, die der Dresdener
Kreuzchor unter Erhard Mauersberger im Juni d. J. zur
Uraufführung brachte. Sein „Konzert für Streich—
orchester“ wurde in dieser Spielzeit in Basel, Hamburg
Mannheim, München, Zürich, St. Gallen und von den
Zendern Berlin und Leipzig zu Gehör gebracht. Die deutsche
Lraufführung seines „Konzertes für Viola und kleines
fArchester“ fand unter van Kempen in der Dresdner Vhil
zarmonie statt.
Das „Hohelied“ von Gatter, für Sopransolo, Männer—
hor und kleines Orchester, wurde in diesem Jahre auf den
ßausängerfesten in Leipzig und Wiesbaden aufgeführt. Das
Werk ist im Verlag Ernst Eulenburg, Leipzig, erschienen.
Ein musikalisches Studienwerk in Blindenschrift. Das
geue erfolgreiche Klavierwerk von Flee Rowley: 18 melo—
dische und rhhthmische Etüden Op. 48 wird demnächß
in einer Ausgabe für Blindenschrift erscheinen
            
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