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rushul Säugerzeitung lll! uhhn Nr.
hielt. Brahms „In stiller Nacht“ klingt wie himmlische
Zimbeln hell, ist ein Klang, der das Herz erfreut. Wer es
hört, der schließe die Augen und lasse es still in seinen
Herzen werden, daß es lausche dem Klang aus der Ewigleit
ñ
gelehrten Mann. Mit 19 Jahren trat er zu Köln am
Rhein in den Jesuitenorden ein, den der Spanier Ignaz
Loyola 1540 gegründet hatte. Man vertraute ihm vald
die Unterweisung der jüngeren Jesuitenbrüder in Sitten—
lehre und Weltweisheit an. Im Jahre 1627 ging er nach
Paäderborn. Dann schickte ihn sein Orden nach Bamberg
und nach Würzburg. Weiter führte ihn sein seelsorger—
licher Weg über Hildesheim nach Trier. Dort nahm Gott
seinem frömmen und getreuen Knecht am 7. 8. 1635 den
Pilgerstab aus der Hand und tat ihm seine Türe auf.
In Friedrich von Spees Nachlaß entdeckte man
seine Gedichte. Sie kamen zur Veröffentlichung. Im Gegen
satz zu der meist üblichen Lateindichtung meinte er, auch
„in der Teutschen Sprach recht gar Poetisch reden und
dichten zu können“. In der Vorrede zu seinem bedeu
tendsten Werk heißt es: „Trutznachtigal“ wird diß Büch
lein genannt, weilen es trutz allen Nachtigalen süß und
lieblich singet, und zwar auffrichtig Poetisch, also daß
es sich auch wol bey sehr guten Lateinischen und andern
Poeten durfft hören lassen.“ Dort preist er Gott den
Allmächtigen, den Gott der Liebe und der Natur, den
man auch ohne mönchische Selbstqual verehren könne. Das
Hohelied der Bibel war ihm Vorbild. In strenger dich—
erischer Form ließ er sich vom Gefühl der Muttersprache
leiten. So wußte er der Kraft seiner Empfindungen dich—
terischen Schwung zu geben. Er wandte nur solche Ausdrücke
an, welche „bey guten Teutschen bräuchlich seyen“. Ein Ge—
dicht von Spee nähert sich daher dem Volkslied so sehr, daß
man es als solches anzusprechen versucht ist. Friedrich von
Spee gab seinen Liedern den Pulsschlaz inniger Frömmig—
keit. Sie gehören zu den schönsten unserer lyrischen Litaratur.
Der getreue Volksliedsammler und Vertoner Johannes
Brahms (1833 1897) hat zu Friedrich Spees Trauer—
gesang oder zu einem Volkslied, wie er meinte, die wie eine
Totenklage ergreifende Melodie erfunden. In seiner Lied—
sammlung stand es an letzter Stelle. Und davon sagt er:
Mein bestes Lied kann dort als letztes gelten, das letzte
dort als mein bestes paradieren!“ Der Komponist ahnte
nicht, daß dieses „Volkslied“ seinen Dichter hatte, und
daß die sterbliche Hülle desselben bereits 200 Jahre ein
dunkles Kämmerlein auf dem Trierer Friedhof geborgen
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*3—
Trauergesang von der Noh Christi am ölberg in dem Garten
Bey siiller Nacht zur ersten wacht Mein leyden hart zu dieser fahrt,
Ein stim begunt zu klagen. Dein Hertz war schon gerissen.
Ich nam in acht, was sie doch sagt, Ach Mutter mein, bin ja kein stei
ean ja kein stein,
Thät hin mit Augen schlagen. Das Hertz mir dörfft zerspringen;
Ein junges Blut von sitten gut Sehr grosse pein muß nehmen ein.
Alleinig ohn gefehrdten Mit todt und marter ringen.
In grosser noht fast halber todt
Im darten lag auff Erden. —S
Es war der liebe Gottes Sohn, Ist niemand, der dan mit mir wacht
Sein Haupt hat er in Armen, In dieser wüsten wilde?
Viel weiß- und bleicher, dan der Mon Ein C
reutz mir für den Augen schwebt
kin stein mögt es erbarmen. weh ze we “F e
„Ach Vatter, liebster Vatter mein, Dran soll ich morgen werdn erhebt,
Und muß den Kelch ich trinken? Das greiffet mir zum hertzen.
Und mags dan ja nit anders sein Vi
5 * el Ruthen, Geissel, Scorpion
Mein Seel nit laß versinken! —
Ach liebes Kind, trink auß geschwind Auch kombt mir vor ein dörnen Kron
Dirs laß in treuen sagen: O Gott, wem solt nit grausen!
Sey wol gesinnt, bald überwind, 3
* u Gott ich hab geruffen zwar
Den handel mustu wagen Auß tieffen todtes banden,
„Ach Vatter mein, und kans nit sein Dennoch ich bleib verlassen gar,
Und muß ichs ja dan wagen, Ist hülff, noch trost vorhanden.
Wil trincken rein den Kelch allein, D * J
vögeg er schöne Mon will under-ahn,
Nan dirn ja nit verlagen! Für leid nicht mehr mag scheinen,
Doch sinn und muht erschrecken thut, Die Sternen lahn ihr glitzen stahn
Soll ich mein leben lassen. Mit mir sie wollen weinen.
O bitter Todt! mein angst und noht Keib
F ein vogelsang noch freudenklang
Ist über alle massen. Man höret in den Lüfften,
Maria zart, Jungfräulich art, Die wilden Thier traurn auch mit mir
Solt du mein schmertzen wissen, In Steinen und in Klüfften.“
Paul Stein.
Degtao ist die Saar .. . . auf Riesenplakaten, am
Rumpf der Schiffe, die Saarländer aus allen Welt—
teilen in ihre Heimat brachten, auf Transparenten, in
Bahnhofshallen, an Häuserwänden, Willensbekenntnis im
Herzen und auf den Lippen von Kindern, Männern und
Frauen, auf den Wellen des Radios in die Welt gesendet,
gesprochen vom Führer des deutschen Volkes und feierlichst
desorren von der ganzen Nation und den Deutschen in
aller Welt
aria Lurf.
Dichter des „Saarliedes“. — Wir kennen ihn alle noch: in den
Jahren 1920 bis 1926 weilte er als Mittelschullehrer in
Saarbrücken. Im ersten Jahre seiner Saarbrücker Tätig—
keit schrieb er das „Saarlied“, dessen wunderbarer Schic—
salsweg vom Schülerlied zum Lied der ganzen Nation ja
oft genug in deutschen und ausländischen Zeitungen be—
ichrieben worden ist.
Von der pädagogischen Seite her wird die starke vater—
ändische Gesinnung des Dichters und Lehrers zuerst er—
hellt werden können. Als einer der ersten saarländischen
Lehrer führte Hanns Maria Lux seine Schüler über die
Bewaltgrenzen hinüber nach Deutschland: Jahr für Jahr
auf wochenlangen Fahrten. Bezeichnend ist es, daß alle
seine Schüler diese großen Reisen mitmachten. Dobei waren
die meisten Söhne von Bergleuten und Arbeitern. Das
Beld wurde zusammengetrommelt, zusammengespielt und
zusammenmusiziert. Kein Schüler durfte zurückbleiben, und
hdier bewies sich der vorbildliche Sozialismus der Tat. Der
Zweck dieser Reisen, das letzte Ziel, war aus bestimmten
Bründen nur wenigen bekannt. Lux sagte dem Heraus—
zeber dieser Zeitschrift einmal im Jahre 1922:. „Der
schönste Erfolg dieser Fahrten wäre der, wenn 19385 alle
ziese Jungens als Männer sich für Deutschland betennen
vürden!“ Auf seinen großen Schülerfahrten lag die starke
Vetonung dieses nationalen Zieles in der Berührung mit
den vaterländischen Verbänden im Reich. Und immer wieder
zat Lux die tatkräftige Unterstützung der Saarvereine, der
nationalen Parteien, der deutschvölkischen Verbände
„Reichsflagge“) u. a. dankbar anerkannt. Viele Deutsche
m Reich sind sicherlich erst durch die eindringlichen Schüler—
undgebungen auf die Not des Saaroolk; aufmerksam ge—
nacht worden (Stuttgart, Nürnberg, Müuchen — Münster
in Westf, Bremen, Hamburg, Flensburg uss.). Daß Hanns
Maria Lux sich wegen dieser Fahrten vor der Schulabtei—
sung der Regierungaskommission verantworten mußte und
Hanns Maria Lux
ist es gewesen, der diesen
Kampfruf zuerst gesprochen
hat. Mit diesem Wort,
mit diesem Schwurgesang
und seinen übrigen Kampf—
gesängen hat ihn ein
glückliches Schicksal in die
erste Linie der politischen
Dichter unserer Nation in
Vergangenheit und Gegen—
wart gestellt. Theodor
Körner, Schenkendorf,
Arndt: Die Sänger der
Freiheitskriege gegen na—
poleonisches Joch, Nikol.
Becker, der Dichter des
Abwehrliedes „Sie sollen
ihn nicht haben, den freien
deutschen Rhein!“ (1848),
Max Schenckendorf und
seine „Wacht am Rhein“,
Horst Wessel und sein ge—
waltiger Sturmruf: in der
Reihe dieser politischen
Sänder steht auch der
anns Maria v⸗