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einfache Mitteilungsblätter in kleinerem Format. Die
meisten haben sich nach Umfang und Inhalt, nach
Mitarbeiterstab und Bebilderung — namentlich in den
beiden letzten Jahren — erheblich herausgearbeitet. In
ihnen spiegelt sich die Sängerbewegung der Heimat
wieder. In der Reihe der deutschen Gausänger—
zeitungen steht die unsrige — das darf wohl ausge—
sprochen werden — mit an erster Stelle. Uns Saar—
sängern ist ja noch in lebendigster Erinnerung ver—
blieben, wie aus einem kleinen Mitteilungsblatt des
Gaues Ost in raschem Aufstieg die Saarsänger—
zeitung wurde, die 15 Jahre im Sturm gestanden
und sich in all den Kampfjahren um deutsches Schick—
sal mit allen Kräften eingesetzt hat, das mit lockenden
westlichen Stimmen umschmeichelte Volk an der Saar
im deutschen Kulturgedanken zu erhalten und zu
stärken. Beim Durchblättern der alten Jahrgänge wird
aber auch deutlich, daß sie mit ihrem erlesenen Mit—
arbeiterstab allzeit unentwegt bereitgestanden hat, der
von Dr. Bongard großzügig inspirierten Musikpolitik
den Weg ins singende Volk zu ebnen. Als Sänger—
zeitung des Gaues Nahe-Mosel-Saar blieb sie,
was sie war, eine Stimme aus der Zeit, für die Zeit,
in die Zeit! Begeistert griff sie das Wehen des
nationalen Geistes im Reiche Adolf Hitlers
auf und befeuerte die Sehnsucht nach Rückgliederung,
wie sie im Abstimmungssieg herrlich Erfüllung ge—
worden ist. Dem Kampf- und Zeitlied der
nationalen Erhebung, der marschierenden Kolonnen,
der für das Vaterland ergriffenen Jugend gab sie —
verständnisvoll für die Forderungen eines neuen
Tages — freudiges Echo. Ueber den Sorgen um unsere
nationale Selbstbehauptung und unsere volksmusika—
lische Kulturmission vergaß unsere Sängerzeitung —
auch während der Zeit der Abtrennung — nie die
Treue zum D.S. B., zu den Sangesbrüdern im
Reiche, zu den deutschen Sängern, die in den Grenz—
marken und im Ausland der deutschen Muttersprache
im deutschen Lied tiefsten, seelenvollsten Klang geben
runlspuhlß Sängerzeitung lIIIIIIIIPPB 5e Nr. 6
Der Zusammenschluß der Gaue XIII Pfalz mit dem
Bau XIV Nahe-Mosel-Saar zu dem Großgau West—
mark war dem Schriftleiter willkommener Anlaß,
seinem Leserkreis in Bild und Wort Landschaft
und Volk der lied- und weinfrohen Pfalz
ins Licht zu rücken. Gern stellten sich ihm bewährte
Federn, namentlich der jungen pfälzischen Dichter—
und Schriftstellergeneration, zur Verfügung, und ihre
weiteren Beiträge werden das Bild der Westmark ver—
vollständigen. So wird gewiß nach und nach dem
organisatorischen Zusammenschluß zweier besonders
rühriger Gaue des D.S.B. auch der innere Zu—
sammenschluß aus dem Geistigen folgen,
jenes auf Verstehen, Achten und Schätzen gestellte
Brudertum, das elementarste Voraussetzung jeder Ge—
meinschaftsarbeit ist!
Man kann sich nicht genug über die geistige
Bedürfnislosigkeit wundern, daß immer noch
Sänger des Gaues ohne ihre Gausängerzeitung
glauben auskommen zu können: Herzen ohne Blut,
Lungen ohne Luft, Züge ohne Dampf, Segler ohne
Wind! Es muß nun endlich in der Westmark damit
Ernst gemacht werden, daß jeder Sänger seine
Sängerzeitung bekommt. Man verschanze sich
nicht hinter die Kosten! Wenn man einer edlen Sache
virklich sein Herz verpfändet hat, wenn man echter
Sänger ist, dann wird man monatlich auch den Be—
trag eines Drittel Glases Bier oder Wein opfern
können. Die Aermsten, die aber selbst diesen kleinen
Bezugspreis nicht aufzubringen in der Lage sind —
Arbeits- und Erwerbslose, Jugendliche — müssen ihre
Sängerzeitung erst recht bekommen. Es geht nicht an.—
daß Volksgenossen, die im Wirtschaftlichen ins Hinter—
treffen geraten sind, nun auch noch im Geistigen unter
die Räder kommen. Die Sängerschaft hat schon oft
erfahren: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Zeige
sie es nun auch einmal im tapferen Ein—
breten für unsere Sängerzeitung!
Walther Stein.
Der Männerchor im Urkeil der Presse.
ufsgaben der Presse. Unter „Presse“ ist hier die
Tageszeitung zu verstehen. Sie ist kein Fachorgan,
sondern ihr Wirkungsbereich ist das gefamte brodelnde und
weitverzweigte Leben der Großstadt und des Landes, des
Reiches und des internationalen Verkehrs. Innerhalb
dieses weiten Gebietes, dessen Grenzen durch die dem
Wissen und dem Unterhaltungsbedürfnis ihrer Leserschaft
dienenden feuilletonistischen Beigaben unschätzbar und be—
liebig gedehnt werden können, gewinnt der Männerchor—
gesang natürlich nur einen bescheidenen Raum- und
Interessenanteil. Die Zeitung, die große kulturelle Pflichten
zu erfüllen hat, ist eben auch ein geschäftliches Unter—
nehmen und als solches den Strömungen und Forderungen
der Zeit, die für sie so maßgebend ist, daß sie sogar ihren
Namen bestimmt hat, eng verbunden. Wenn daher in
den letzten zwei Jahrzehnten ein übermäßiges Anwachsen
des svortlichen Teils im Gegensatz zum volkskulturellen
und -künstlerischen festzustellen ist, so ist das eine Refler—
erscheinung volkischen Lebens, die dieses Verhalten der
Presse nicht nur erklärt, sondern vom Standvunkt des
Selbsterhaltungstriebs und der Volkswirtschaft gesehen auch
ohne weiters rechtfertigt. Trotzdem gibt es Mittel und
Wege für die Tageszeitung nicht nur den Wünschen, son—
dern auch den meist wenig erkannten Bedürfnissen ihrer
Zeitgenossen zu dienen, in unserm Falle also die Belange
des Männerchores auch in einer Zeit starker — mindestens
ziffernmäßig starker Interessenabnahme zu betreuen. Ent—
scheidend für ein solches stützendes und förderndes Wirken
ist die Wahl eines entsprechend begabten und gewillten
Fachberaters.
Aufgaben des Kritibers. Der Standort des Kritikers
liegt zwischen der Presse und jedem Veranstalter, der zur
Besprechung einlud. Sein Dienen muß janushäuptig auf
Nutz und Frommen dieses Veranstalters wie das seiner
Zeitung gerichtet sein. Die Veranstaltung kann sehr
schlecht sein. Ein entsprechendes Echo durch die Kritik kann
die betresfende Zeitung bei mangelnder Einsicht auf seiten
des kritisierenden Veranstalters in Mißkredit bringen. Der
Dienst an Volk und Kunst verlangt aber gerechtes Urteil
dier setzt die Schwierigkeit ein, mit der ein verantwor—
ungsvoll dienender Kritiker sein Leben lang zu kämpfen
hat, Hier liegt die Ursache für das Versagen mancher
Pressekritik, für die Erlahmung des durch unerfreuliche
Erfahrung geschwächten Willens, Das Gute zu beurteilen
st stets leicht und bereitet allseitig Freude und Genug—
uung. Das Mittelmäßige und Schlechte fordert, weil den—
ioch Gutes gewollt war, vom Kunstrichter über den Mut
ur Unbeliebtheit hinaus Taktgefühl und sichere Beherr—
chung der Form. Da bedarf es des Hinweises auf andere
Zchwierigkeiten wohl nicht mehr, um erkennen zu lassen,
varum es nur wenige ideale Kunstrichter gibt. Persön—
ichkeit und geistiges Führertum — dieses gehört zwangs—
läufig zum vollkommenen Kunstberater — wächst nicht
vild, wächst auch nicht in Mengen. Das Urteil der Vresse