Full text : 15.1935/36, 1-6 (0015)

Nr. 5 e

gppphi. Sängerzeitung IIll““

Jsl Seite 101

gandamarsch zogen dann die Nürnberger Straßenbahner
mit ihren Gästen durch die von Tausenden von Menschen
umfäumten Straßen Nürnbergs. Am Abend fand im Kul—
turverein ein Deutscher Abend statt, der die saarländischen
Gäste im Mittelpunkt sah. Nach herzlichen Begrüßungs—
worten des Vereinsführers Dengler, des Generaldirektörs
der Städtischen Werke Bayer, des Führers des Sänger—
kreises Nürnberg Meyer, des Vereinsführers des Münchener
Straßenbahn-Sängerbundes, Pappenheimer, der mit den Vor—
standsmitgliedern seines Vereins zur Begrüßung der Saar—
brücker nach Nürnberg gekommen war, begann man mit der
Abwickelung des reichhaltigen Programmes.
Ueber die Leistungen des Gesangvereins der Straßen—
bahner Saarbrücken schreibt der Musikkritiker des fränkischen
suriers: „Die Leistungen saarländischer Sängervereiniguün—
gen erregten schon bei verschiedenen früheren Anlässen (bei—
spielsweise bei dem Besuche des Saarbrücker Lehrergesang—
vereins) Bewunderung und ungeteilte Anerkennung. Das
Chorniveau, das im Sagrland gepflegt wird, muß fuͤr einen
großen Teil unserer Gesangvereine als vorbildlich bezeichne!
werden. Auch der stattliche Männerchor des Gefangvereins
der Straßenbahner Saarbrücken verfügt über ergiebige
Stimmen, die durch den ausgezeichneten Chorleiter Haue
Lansch bestens geschult sind. Vor allem wuürde die hohe
Stufe chortechnischer Kultur an den von Heinrich Lemacher,
Walter Rein und Hans Heinrichs entzückend bearbeiteten
Volksliedern kenntlich. Das wundervolle Pianissimo, die
blitzsaubere Intonation und die feinsinnigen klanglichen
Nuancierungen ließen keinen Wunsch offen““ Im weiteren
Verlauf des Abends dankte Vereinsführer Elberskirch noch—
mals für die herzliche und gastliche Aufnahme und über—
mittelte die Grüße der Stadt Saarbrücken und ihres Ober—
hauptes Kreisleiters Dürrfeld. Für Sonntag und Montag
waren vorgesehen: Konzert in der Meistersingerkirche, Kon—
zert am Rundfunk und sehr eindrucksvoll war die Besichti—
gung des Reichsparteigeländes, die für die Gäste aus Saar—
brücken ausnahmsweise gestattet wurde. Herr Baurat Lud—
wig Hoch, der die Führung übernommen hatte, verstand es,
sehr anschaulich dieses welthistorische Gelände zu erklären.
Am Dienstagmorgen verabschiedeten die Saarbrücker sich
schweren Herzens von ihren Nürnberger Kollegen, wobei
letztere ein baldiges Wiedersehen in Saarbrücken versprachen.
Auf der Weiterreise wurde dann noch die alte freie Reichs—
stadt Rotenburg o. T. besucht, um dann zu einem 14tägi—
gen Aufenthalt die Hauptstadt des Schwäbenlandes Stutt—
gart anzufahren. Auf dem Hauptbahnhof Stuttgart hatte
sich der 140 Sänger starke Singchor der Stuttgarter Stra—
zenbahner und Ehrenabordnungen mit ihrem Betriebs—
führer Dr. Schiller zum Empfang eingefunden. Nach herz—
lichen Begrüßungsworten Dr. Schillers wechselten die Chöre
nach rechter Sängerart Begrüßungslieder, und beim Be—

her, von der Kreisleitung der NESDAP. Pg. Stau, die Be—
riebsführer der Stuttgarter Straßenbahn Direktor Dr.
Zchiller und Oberbaurat Ling und Studienrat Zürn als
Vertreter des schwäbischen Sängerbundes. Im Verlauf des
Abends überreichten die Sangesbrüder der Stuttgarter
Straßenbahn durch ihren Vorstand Heinrich Diehm ihren
Zaarbrücker Kollegen eine sinnvolle Bronzestatue. Der
tellv. Vereinsführer der Saarbrücker Otto Alt dankte in
herzlichen Worten und erhob zur Festigung des ange—
knüpften Freundschaftsbundes den Vereinsführer Diehm und

Die Saarbrücker Straßenbahner singen an der Heldenhalle auf dem Reichsparteitag⸗
Belaͤnde in Nürnberg.
den Chorleiter Machgelis der Stuttgarter zu Ehrenmitglie—
dern des GeV. der Straßenbahner Saarbrücken, Am Mitt—
vochmorgen wurden die Saar-Sänger von dem Oberbürger—
meister der Stadt Stuttgart, Dr. Strölin, im Rathaus
hegrüßt. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß
Sdarländer gerade in Stuttgart weilten, als ihre ersten
Volksvertreter zum ersten Male wieder in den Deutschen
Reichsstag einziehen durften. Hierauf lud er die Saarbrücker
zu einem o tne im Ratskeller ein. Nach einer Besich—
tigung Stuttgarts traten die Saarbrücker, von ihren Stutt—
—B
In Saarbrücken hatten sich zum Empfang die Betriebs—
sührung und die Musikkapelle der Saarbrücker Straßen—
bahn am Bahnhof versammelt und sorgten so für einen
würdigen Abschluß dieser eindrucksvollen, erlebnisreichen
SZängerfahrt Banern —Schwaben.

Rreis Saarlouis.
In dem Bericht über das Gausingen der Gruppe 38
in der Mai-Nummer waren die Vereine aufgezählt, die
mit einem „Sehr gut“ durch den Sachverständigen Prof.
Rein ausgezeichnet wurden. Die Aufzählung der in Frage
kommenden Vereine stellte keine „Rangordnung“ dar. Daß
der Sängerbund Fraulautern an letzter Stelle genannt
wurde, war ein Zufall. Es soll nochmals besonders aner—
kannt werden, daß dieser Verein infolge seiner hervor—
ragenden Leistungen fast der Spitzenleistung des Männer—
chors Wellesweiler gleichkam, was ausdrücklich durch den
Wertungs-Sachverständigen ausgesprochen wurde.

Kreis St. Ingbert.
Die Kreistagung des Kreises St. Ingbert fand in
Ormesheim vor vollbesetztem Saale statt. Kreisführer
Schunk begrüßte die Anwesenden, ganz besonders unser?
Sängerveteranen, die heute wieder an einem Marfstein
stehen und mit Stolz auf die geleistete Arbeit zurückblicken
können. Es kamen zur Ehrung: Schunk Paul (Kreis—
führer) „Concordia“ Webenheim, Weber Nik. Hooß Peter,
Heß Christian „Frohsinn“ St. Ingbert, Sailer Fri'edrich,
Graf Paul „Germania“ St. Ingbert. Für 25;ährige Sän—
gerschaft: Stalter Jak. Vunn Fränz „Liedertafel“ Rentrisch,
Hooß Friedrich, Benoit Wilhelm „Josefstal“ St. Ingbert,
Vogelgesang Andreas, Schuwer Peter, Koch Ludwig „Sän—
gervereinigung“ Wittersheim, v. Freital Willy, Marx Matth.,
Ries Michael „Eintracht-Lyra“ St. Ingbert. Die Sänger—
Jubilare von „Germania“ Niederwürzbach, Litzenburger
Nik., Paul Joh., Schwarz Emil, Körner Jak., Klein Jak.
und Michaely Peter werden am 23. Junt bei dem Kreis—
est in Niederwürzbach geehrt. Kreisführer Schunk richtete

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Gesangverein der Straßenbabner Saarbrücken

treten des Bahnhofsvorplatzes intonierte die Kapelle der
Stuttgarter Straßenbahn das Saarlied. Abends fand im
Waldheim der Straßenbahner ein Kameradschaftsabend statt,
der ganz unter dem Einfluß der Rede des Führers stand.
Zur Begrüßung der Saarländer waren erschienen: Als Ver—
treter der Stadt Stuttgart Stadtschulrat Dr. Cuhorst und
Rechtsrat Dr. Locher, von der DAF. Pg. Rößler und Kär—
            
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