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Männerchor und Deutsch-Herrn-Singgemeinschaft. Vor—
standssitzungen wurden 7 abgehalten und zwar am 30.
Januar, 20. Februar, 25. März, 24. April, 18. September,
16. Oktober und 4. Dezember. Dirigentenbesprechungen 3
und zwar am 3. April, 26. Juni und 25. September.
Ehrungen: 4 Sänger wurden für 460jährige Aktivität und
49 für 25jährige Aktivität geehrt. Im Schriftverkehr sind
331 eingegangene und 775 abgegangene Briefe und Druck—
jachen zu verzeichnen. An Porto wurden 297,10 Fr. ver—
ausgabt. Aenderungen innerhalb des Gauvorstandes fanden
keine statt. In der konstituierenden Gautagung am 17. Dez.
wurde Sangesbruder Jaeckel einstimmig wiedergewählt und
die Wahl durch den Gauführer Dr. Bongard bestätigt. Alle
übrigen Sangesbrüder des alten Gaues wurden vom Kreis—
führer Jaeckel wieder zu den einzelnen Aemtern bestimmt
und durch Handschlag verpflichtet. Hinzu kamen noch drei
Sangesbrüder des früheren Gaues Brebach. Dies der Be—
richt über die organisatorische Arbeit, deren nüchterne
Zahlen nicht das auszudrücken vermögen, was von den
Vereinen und von der Leitung geleistet wurde. Sie sollen
nur einen Ueberblick, eine Erinnerung darstellen. Genugtuung
für beide Teile ist der Beweis des gegenseitigen Vertrauens
und die Liebe zu unserem herrlichen deutschen Liede. Das
letzte Jahr der Abtrennung von unserem Mutterlande gehi
nun seinen Lauf. Bei dem Gaufest ist den Vereinen Ge—
legenheit gegeben zu zeigen, ob sie bereit sind, Opfer im
Dienste des deutschen Liedes zu bringen und dem Rufe
der Gau- und Kreisleitung vertrauensvoll zu folgen. Das
Fest soll Zeugnis vor der Oeffentlichkeit dahin abgeben:
die Einigkeit und Geschlossenheit der Sängerschaft an der
Saar zu bekunden in dem einen Gedanken: „Zurück zum
Reich!“
Ueber die musikalische Arbeit des Gaues Saarbrücken be—
richtet Kreischormeister Georg Hitzelberger: Das durchge—
führte Programm ist bereits im Geschäftsbericht enthalten
Anschließend möchte ich bemerken, daß die Gau-Nachmittags—
konzerte, soweit ich selbst dieselben anhören konnte, künst
lerisch auf sehr hoher Stufe, der Besuch aber im umgekehr—
ten Verhältnis dazu stand. Dasselbe erlebten wir beim Gau—
familienkonzert am 19. März 1933. Wir wissen, daß die
wirtschaftliche Lage schlecht ist, glauben aber auch, daß bei
etwas besserem kameradschaftlichen Geist und guten Willen
viel zu ändern sei. Das Wertungssingen der dritten Gruppe
war wohl der größte Erfolg des Gaues. Hier zeigte sich,
was die Neugierde fertig bringt, denn ich glaube nicht, daß
die vorerwähnten Gründe für den Besuch maßgebend waren.
Wenn man mit dem Sachverständigen auch nicht ganz einig
geht, so ist doch bezeichnend, daß Musikdirektor Ott bei
Herausstellung des Spitzenvereins sagte: „Ich bin mir be—
wußt, daß das, was ich jetzt tue, eine Ungerechtigkeit anderen
Vereinen gegenüber ist.“ Dieser Satz bürgt für die künst—
lerische HHhe des Wertungssingens, und es sei neidlos an—
erkannt, daß der Saarbrücker Lehrergesangverein Spitzen⸗—
verein wurde. Ueber die Kundgebung am Niederwald könnte
ich ähnliches schreiben. Ich möchte nur noch kurz berichten
über den Besuch der Dirigentenbesprechungen: Am 3. April
waren 11 anwesend, 5 entschuldigt, 8 fehlten; am 26.
Juni waren alle anwesend, am 25. September waren 16
anwesend, 1 entschuldigt, 3 fehlten. Der Besuch ist also
besser geworden. Ich danke allen für die geleistete Arbeit
bei Durchführung des Programmes und hoffe, daß die an—
steigende Kurve am Ende des Jahres anhält, damit wir
als geschlossenes Ganzes in das Abstimmungsjahr hinein—
gehen. Erwähnt sei noch, daß die Vorbereitungen zum
Gaufest am 8. und 9. September sorgfältig von allen Ver—
einen getroffen werden müssen, um den auten Ruf des
Kreises zu erhalten.
Auf Einladung des Gaues XI Kreis 6 des TSB. fuhren
zu Pfingsten über 1390 Sänger und Sängerinnen, größten—
teils aus der Umgebung Saarbrückens, nach, Bad Ems,
Tüez, Freiendiez und Limburg. Setzte die Begeisterung auf
der, Fahrt im Sonderzug schon ein, so erreichte sie bei der
Ankunft in Diez ihren Höhepunkt. Tie Burgerschaft be—
bundete ihre Verbundenheit mit den Sängern von der Saar
durch überqus herzlichen Empfang. Girlanden und Fahnen—
schmuck an jedem Haus. Sängerkreisführer Heidersdorf sprach
die Begrüßungsworte, denen sich Bürgermeister Klotz, ein
Vertreter der NEDAP. und des Saarvereins anschlossen.
Mit Musik ging es zum Standquartier unter Begleitung von
SA., SS., Hitlerjugend, Jungvolk und BdoM. Nach einer
ftreundlichen RBewirtung in Privatauartieren fand Samstaqs
ull Saar⸗Sänger⸗-Bund t
abends in der Turnhalle Freiendiez zu Ehren der Saar—
gäste ein deutscher Abend statt. Derselbe wurde bestritten
bon dem MGV. Germania Freiendiez, Flora Fischbach und
Männerchor E. V. Saarbrücken. Nach einleitenden Worten
des Vereinsführers der Germania und dem Chor „Brüder“
von Körner betraten die Sänger der Flora Fischbach und des
Männerchors unter brausendem Beisall die Bühne. Chor—
ceiter Otto Schrimpf konnte mit „Erde“ von Czanajek und
Lebenslied“ von Kaun reichen Beifall ernten. Als Sprecher
iir die NSDAP. gab Pg. Sartorius Zeugnis von dem
ieuen Geist im neuen Teutschland. Kreisführer Heiders—
dorf überbrachte die Grüße des Gaues XI und gelobte
renes Zusammenhalten mit den Brüdern und Schwestern
an der Saar. Als Vertreter der Flora Fischbach sprach
Dr. Heim in längeren Ausführungen, belegt durch statistisches
Material, über die derzeitige Lage der Saarbergleute, daß
biese aber trotz allen Erschwernissen ihre Freizeit dem
deutschen Liede widmen und Trost und Freude darin finden
puee Nr.
Saarkundgebung auf dem Schlageterplatz in Diez phot. Zimmermann
Ter Vereinsführer des Männerchors, Martin Luck, dankte
Sängern und Bürgerschaft für die herzliche Aufnahme.
Als Zeichen des Dankes überreichte er eine prächtige Auf—
tahme vom Winterberg. Auch Flora Fischbach gab als
Angebinde eine Ansicht der Grube Camphausen. Kreisführer
heidersdorf und Bürgermeister Klotz wurden mit dem Saar—
album bedacht. In bewegten Worten dankten die so Ge—
hrten und brachten zum Ausdruck, daß es im neuen Teutsch—
and im Zeichen der Volksgemeinschaft eine Selbstverständ—
ichkeit bedeutet, die Brüder und Schwestern im Saargebiet
auf diese Weise in ihrem Kampf um die Rückkehr zum
Reich zu stärken. Tenn „Euer Kampf ist unser Kampf und
Fure Not ist unsere Not“, so klang es wiederholt aus allen
Ansprachen. Tas Horst-Wessel- und das Teutschland-Lied
zeendeten den ersten Teil. Ter zweite wurde vom Männer—
hor als „Bunter Abend“ aufgezogen und von den Mit—
wirkenden mit echt saarländischem Humor durchgesührt. Der
Sonntag führte in die Umgebung des schönen Lahntales
zur Schaumburg. Hiäer spielte die Musikkapelle des FAD.
auf. Ein fröhliches Treiben hatte bald begonnen, und
eine frohe Menschenmenge lauschte den Tarbietungen. die
oon Männerchören umrahmt wurden.
In Düez waren der Frauenchor und „Liederkranz“ Elbers—
herg Gast des MEV. Harmonie Däiez. Im Hof von Holland
fand auch hier eine Zusammenkunft statt, in welcher die
enge Verbundenheit zwischen Saar und Reich zum Ausdruck
kam. Ter Führerin des Frauenchors, Frau Wagner, wurde
die Ehrennader des MGV. Harmonie überreicht. Halberger
und Güdinger Sängerbund, deren Sprecher, Sangesbruder
Düblinger, die Grüße überbrachte, ließ als Tank ein Bild
unserer Saarheimat überreichen. Aehnliche Zusammenkünfte
fanden in Bad Ems, Heistenbach und Limburg statt. Ueber—
all kam eine rührende Gastfreundschaft zum Ausdruck, kein
Wunsch blieb unerfüllt. Besonders der erwerbslosen Saar—
sänger nahm man sich außerordentlich an.
Den Höhepunkt bildete die große Saarkundgebung am
Pfingstmontag auf dem Marktplatz in Tiez, Tausende um—
säumten den festlich eeeeen Platz. Alle Darbietungen
wurden mit Riesen-Lautsprecher übertragen. Als die 1300
Zaarsänger und üher 1500 Sändger des Untersohnnfreises