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die Hand als Spiegelbild der menschlichen Vorzüge und
Schwaͤchen kennen und können ermessen, daß sich auf Grund
wifsenschaftlich fundierter Handdiagnose nach jener inneren
Logik, die Menschenschicksal bestimmt, auch Urteile ableiten
lassen über zukünftige Lebenswege und Lebensgestaltung.
Naͤch der Hand führen mehr Empfindungs- und Bewegungs—
nerven als nach irgend einem anderen Körperteil, — so
erklärt sich die Hand als das wichtigste Werkzeug des
menschlichen Gehirns. Man vergegenwärtige sich ein von
uns blindlings herausgegriffenes Gesetz: Menschen mit klei—
nen Händen besitzen Großzügigkeit, sie sind für große Ver—
hältnisse und weitsichtige Unternehmungen geeignet, haben
meistens Vorliebe für große Räume, wuchtige Möbelstücke
und im geistigen Sinne für erhabene Gedanken von gro—
ßem Ausmaß, Menschen mit großen Händen dagegen neigen
zu mühevoller Kleinarbeit, zu besonderen Präzisionsarbei—
ten, Beschäftigung mit Miniaturen und Feinmechanik. Ein
großhändiger Mensch wird sich auch in kleinen Verhält—
nissen, in engen Räumen noch wohlfühlen, ja die Weite
beängstigt ihn sogar ein wenig. Er neigt zur Kleinlichkeit,
zur Pedanterie, und der großzügige Ueberblick fehlt ihm;
er führt lieber Arbeiten, auch mühsame, nach gegebener
Anordnung sorgfältig aus, als daß er sie anbefiehlt und
überwacht. Kleinhändige Menschen dagegen sind die gebo—
renen Großunternehmer, sie verstehen vorzüglich, Anord⸗
nungen in großem Maßstabe zu treffen und durchzuführen,
erfassen zunächst den allgemeinen Zusammenhang der Dinge
und gehen dann mehr oder weniger sorgfältig auf die
Einzelheiten ein, während der großhändige Mensch nur die
Einzelheiten zu sehen und sich mit ihnen zu beschäftigen
bermag.“ Welche Schlüsse auf Willen und Leistung, auf
Arbeitstechnik, Lebensstil und Charakter! Und nun werden
hier all die anderen Komponenten der Schicksalhaftigkeit
der Menschenhand aufgezeigt: Unterschied der linken und
rechten Hand, Handfläche näch Breite, Straffheit und Dicke,
Finger nach Länge, Biegsamkeit, Spreizfähigkeit, Zwischen—
räumen, Gelenkknoten, Fingerenden, Nägel, Berge der Hand—
flächen, die verschiedenen Handlinien wie Lebenslinie, Kopf⸗
linie, Herzlinie, Schicksalslinie, Kunstlinie, Sonnenlinie, Ge—
sundheitslinie, Zuneigungslinie, Geschwisterhände, Zwil—
lingshände und Künstlerhände. Ueberaus interessant sind
die Handdiagnosen berühmter Persönlichkeiten: der Maler
und vBildhauer, Regisseure und Theaterleiter, Schriftstel—
ler und Dichter, Schauspieler und Filmstare, Staatsmän—
ner und Politiker, Gelehrten und KForscher, Industrieller.
Techniker und Sportler.
Auch die Musik ist recht ergiebig vertreten. Da begeg—
nen uns zuerst die großen Stabführer und Komponisten:
Richard Strauß, Max von Schillings, Karl Muck, Bruno
deuscher Liedergarten JHest
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———— 3 58— und Pener Zen
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Bruno einpold
Verlag von Karl hochstein heidelberg
Walter, Wilhelm Furtwängler, Leo Blech, Kleiber, Pfitz—
ner, Strawinsky, Berg, Mascagni, Gilbert, Kalman, Oskar
Strauß, Grünfeld, Schnabel, Ansorge und Bohnke. Es
olgen die Vertreter der Sangeskunst — Caruso, Clewing,
Bohnen, Pattiera, Klemp, Soot, Zador, Gigli, Tauber,
Schützendorf, Schlusnus, Salvatini, Jvogün — der Operette
des Humors, der Komik und des Tanzes.
Hier hat sich der Differentiellen Psychologie neben
Phrenologie und Graphologie in der Handlesekunst eine
neue Hilfswissenschaft ergeben, die wertvolle Beiträge zur
Charakterologie zu leisten vermag und ein Interesse wockt,
das weit über den Kreis der Fachleute hinausgreift. Be—
sonders, wenn sie so volkstümlich und anschaulich darge
hoten wird, wie es Marianne Rasching hier gelungen ist
Walther Stein.
sich selbst mögen zu Boden schlagen, er kam sich vor wie
dein Teufel verkauft; dennoch schwieg er. Plötzlich wendete
sich Evebärble blitzschnell nach der Tür. Im Nu klirrte der
Schlüssel im Schloß, die untere Hälfte der geteilten Haus—
tür sprang auf. Schon war das Mädchen halb in der auf—
gähnenden Finsternis verschwunden, als Schülzle zugriff
ünd sie mit Gewalt zurückhielt.
„Evebärble!“
Laß mich! — Es ist aus zwischen uns!“
Dieses „Laß mich!“ klang so herzzerreißend daß es
Schülzle heiß und kalt überlief. Er fuhr sich in das Halse
tuch und riß daran, als liege hier die Schuld seiner Ver—
stocktheit, dann würgte und sprüdelte er gewaltsam hervor:
Evebärble!“ Alles reißt und zerrt an mir! Niemand bin
ich recht, wie ich bin! Werd ich für ein Kind geachtet,
däͤß man nur so yrad' hin von mir verlangt: Das daärffst
du tun, und das 'nicht? So mußt du sein, und so nicht?
Evebärble, sag' selber, was wär' das für ein Bursch, derr
sich heut dahin und morgen dorthin werfen läßt? — Meinst,
es hat mich nicht getroffen, wie der Martin sagte: Ein
Mann bist du nicht? — Wär' ich denn einer, wenn ich mir
befehlen ließe, wie ein dummer Junge? Aufrichtig, Ever
bärble, mußt du mir nicht selber danken, daß ich fest steh
und mich nicht zum Spielwerk hergebe?“
Evebärble war über diese Auseinandersetzung so über—
rascht, daß sie vergaß, ihre Tränen abzutrocknen, Während
sie staunend, unfähig zu antworten, zu ihm aufsah, spiegelte
sich ein Stern in den Perlen, die ihr noch auf den Wangen
standen. Paul aber, der sich nicht bloß einen Stein vom
Herzen. sondern in eine neue Ueberzeugaung himeinde—
prochen, drängte ungeduldig: „Jetzt rede du! — Sag', ob
ich nicht recht getan, auf meinem Willen zu bestehn? —
Ich sag' ja nicht — und hab's nie gesagt —, daß ich um
einen Preis von der Musik lassen will. Wer weiß, ob
sch's nicht tu', wenn's freiwillig geschehen kann. Aber mit
Zwang tu' ich's nicht, nie und nimmer. — Und nun sag'⸗
hab ich nicht recht?“
Während sie heimlich die Hände rang und mit in Tränen
chwimmenden Augen zu dem erregten Burschen aufsah,
lüsterte das gequälte Mädchen: „Ja, ja! — Gewiß hast du
cecht! — Gewißi — Von der Seite hab' ich die Sache noch
richt betrachtet gehabt, — ja, du wirst wohl recht haben!
Warum sollst du auch nicht? — Du bist ja ein Mann! —
drum bleib nur auf deinem Willen. — Ich werde dich
richt weiter drängen!“
Paul blickte verblüfft und bestürzt auf das Mädchen
krhatte einen neuen Tränensturm, Klagen, Vorwürfe,
ßitten erwartet. Auf diese Zustimmung, durch welche die
Verzweiflung so vernehmlich klang, war er nicht vorbe—
eitet. Eine heiße Schamröte stieg ihm in das Gesicht. Wie
der Blitz schoß ihm der Gedanke durch das Hirn: Es muß
vahrlich sehr schlecht um die Sache stehen, wenn das Mädchen
so reden kann! Aber auch der alte Trotz war noch nicht
tot, schon regte es sich in ihm: Soll ich nachgeben, mich
auf den Mund schlagen, im selben Augenblick, da ich mich
neiner Mannhaftigkeit rühmte, zu Kreuze kriechen? —
Wohl war ihm jedoöch gar nicht, als er nun kleinmütig be—
jann: „Siehst du, Evebärble, du mußt mir selber zu—
timmen! Ich hab's ja auch gewußt, daß du noch zur Ein—
icht kommen würdest“ Fortsetung solat.