Full text : 14.1934/35 (0014)

Nr. 2 lli lihih Saar-Sänger⸗Bun usun Seite 8*
Aus dem Deutschen Sängerbund.

Der bisherige Führer des DSEB., Brauner, hat eine
Erklärung dahingehend abgegeben, daß er einem für den
22. Ostermond (April) nach Berlin einberufenen außer—
ordentlichen Sängertag sein Amt zur Verfügung stellt. Er
hat mich bis dahin mit der Führung des DSEB. beauftragt.
Ich habe schweren Herzens diesen Auftrag angenommen in
einer Zeit, in der der Bestand des DEB. aufs äußerste ge—
fährdet war. Ich habe es getan in der festen Zuversicht,
daß es mir gelingen würde, der Schwierigkeiden Herr zu
werden und die Grundlage unseres Bundes für dem
nationalsozialistischen Staat zu erhalten.
Ich habe in den letzten Tagen durch Zeitungsnachrichten
erfaäͤhren, daß ein in seinen Folgen unabsehbarer Konflikt
der Reichsmusikkammer ausgebrochen war, weil in der Ver—
gangenheit versäumt worden ist, beizeiten im Interesse des
Bundes die Schritte zu tun, die zu der Erhaltung seines
Eigenlebens notwendig gewesen wären. Ich kann heute
mitteilen, daß die Gefahr beseitigt und daß das Weiter—
bestehen des DEB. gesichert worden ist. Der DSB. ist
künftig im Rahmen der Reichsmusikkammer die allein aner—
kannte Organisation des deutschen Männerchorgesanges. Alle
Männergesangvereine, die ihm bis heute noch nicht ange—
schlossen sind, werden ihm durch die RMK. zwangsläufig
zugeführt. Auch die aus unseren Männerchören heraus—
gewachsenen Frauen- und gemischten Chöre bleiben Mit—
gliedsvereine des DEB.
Ich habe diese Entscheidung getroffen, weil der Streit
innerhalb des deutschen Chorgesangwesens endgültig erle—
digt sein muß im Hinblick auf die zukünftigen großen Auf
gaben. Ich erwarte nunmehr von jedem einzelnen Sanges—
bruder vollsten Einsatz für die Ziele, die ich dem DẽeB
weisen werde.
Mit deutschem Sangesgruß Heil Hitler!
Meister,
mit der Buñdesführung beauftragt.
Albert Meister, geboren am 14. Januar 1895 in Sied—
linghausen (Kr. Brilon) besuchte Präparandenanstalt und
Lehrerseminar. Am 1. August 1914 trat er als Kriegs—
freiwilliger ins Heer ein, rückte ins Feld, wurde zweimal
verwundet, im Oktober 1917 im FeldartlRegt. 80 zum
Offizier befördert. Seit 1924 ist Meister Mitglied der
NeEDAP., seit Mai 1928 Stadtverordneter der NSDAP
Im Oktober 1931 wurde er wegen seiner Tätigkeit in der
NSDAP. aus dem Volksschuldienst entlassen. Seit 1931
Baufachberater für Kommunalpolitik und Gaukommissar,
seit März 1933 in das Preußische Kulturministerium be—
rufen, wurde Meister, der Mitglied des Reichsstages und
des Preußischen Landtages ist, April 1933 zum Ober—
büragermeister der Stadt Herne ernannt.
Der SSB. gehört zur Reichsmusikkammer! Der Deutsche
Sängerbund ist auf Grund eines Antrages des mit der
Führung des Deutschen Sängerbundes Beauftragten unter
nachstehenden Bedingungen als Fachverband in die Reichs
musikkammer aufgenommen worden:

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Der Deutsche Sängerbund wird als Fachverband für das
gesamte Männerchorwesen in die Reichsmusikkammer auf—
zenommen. Durch seine Eingliederung wird er der einzige
anerkannte Fachverband für das gesamte deutsche Männer—
horwesen, dem sich alle bisher noch nicht organisierten
Männerchöre einzugliedern haben, um die mitteibare Mit—
zliedschaft der Reichsmusikkämmer zu erwerben, welche in
Zukunft Voraussetzung für deren weitere öffentliche Be—
tätigung ist.
Der Deutsche Sängerbund hat seine Satzung gemäß 8 10
der Ersten Durchführungsverordnung zum Reichskulturkam—
mergesetz der Satzung der Reichsmusikkammer anzupassen
und diese in Erfüllung des 8 3, Absatz II, der Reichs—
musikkammersatzung innerhalb einer Frist von vier Wochen
zur Genehmigung dem Präsidenten der Reichsmusikkammer
einzureichen.

2.
Der Deutsche Sängerbund reicht innerhalb einer Woche
der Reichsmusikkammer die Anschriften sämtlicher ihm aun—
geschlossener Organisationen *
Die im Deutschen Sängerbund bisher organisierten ge—
mischten und Frauenchöre werden aus diesem ausgegliedert
und dem Reichsverband Gemischter Chöre, welcher der
Reichsmusikkammer ebenfalls als selbstäüdiger Fachverband
angehört, eingegliedert.
Soweit jedoch solche Chöre aus dem Deutschen Sänger—
»und selbst in Anlehnung an die von ihm bisher erfaßten
Männerchöre entstanden sind, verbleiben sie beim Deutschen
Sängerbund.
Die Entscheidung darüber, ob die Voraussetzung des
oorigen Absatzes gegeben sind, steht der Reichsmusikkam—
mer 30u.

4.
Soweit vom Deutschen Sängerbund oder den ihm unter—
sttellten Organisationen Einzelpersonen erfaßt worden sind,
die auf Grund ihres besonderen Tätigkeitszweiges einem
anderen Fachverband innerhalb der Reichsmusikkammer an—
gehören müssen, werden diese aus dem Deutschen Sänger—
bund ausgegliedert und dem jeweils für ihren Tätigkeits—
zweig zuständigen Fachverband eingegliedert.
5.
Der Deutsche Sängerbund leistet am 1. Ostermond (April)
und 1. Maien (Mai) 1934 an die Reichsmusikkammer einen
einmaligen Organisationsbeitrag in Höhe von je 53000 RM
(zusammen 10000 RM.).

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Fernlprecher 214214 begründet 1889

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