Full text : 14.1934/35 (0014)

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Nach herzlicher Begrüßung des Gautags, seiner Ehren—
gäste und namentlich der Sängerschaft von der Saar durch
Kreisführer und Kreiskulturwart Dr. Kaempfert sprach
Landrat Dr. Simmer. Er erinnerte an die Macht des
deutschen Liedes auf unsere Herzen, besonders wenn wir
im Ausland und fern der Heimat sind, und fand herzliche
Worte für das sangesfrohe Volk an der Saar, wo die
Harmonie zwischen Pflichttreue und harter Arbeit durch das
deutsche Lied in seltener Weise — wie er selbst habe be—
obachten können — gefunden sei.
Dr. Schunk vom Bund der Saarvereine rief seinen
Landsleuten ebenfalls ein herzliches Willkommen zu. Eure
Treue ist unsere Treue, euer Opfer unser Opfer, eure
Freiheit unsere Freiheit, euer Sieg unser Sieg!
Dr. Bongard nahm dann die Ehrungen vor: Der
Ehrenbrief des D.S.B. und die Sängerehrennadel des
Gaues für 50jährige Aktivität wurde folgenden Sanges—
brüdern überreicht: 1. Joh. Klein, Bavaria Mittelber—
bach; 2. Daniel Bachmann, M.G.V. Limbach bei Hom—
burg: 3. Emil Dürr, M.G.V. Harmonie Homburg;: 4
Ludwig Schneider, Musikgesangverein Ottweiler; 5
Adam Hahn, Sgv. Konkordia-Rheingold Saarbrücken 5
6. Daniel Keller, Sängerbund Bierbach; 7. Johann
Leist, G.V. Eintracht Marpingen; 8. Nik. Schmitz,
M.G. V. Neuerburg bei Bitburg: 9. Peter Scheuer,
M.G. V. Merzlich-Karthaus; 10. Fritz Beckmann, M.G. V.
Cäeilia Saarlouis 23 11. Nik. Hohenschurz, M.G.V.
Cäcilia Saarlouis 2:3 12. Jakob Kraus, M.G. V. Flora
Fischbach: 13. Joh. Kaup, M.G. V. Flora Fischbach: 14.
Peter Liell, Kirchen- und Oratorienchor St. Wendel: 15.

ish Saar⸗Sänger-Bund IIIIPIPIPPPPuunrepunn rrue 31 )216phh Nr. —
Wir sind uns der Bedeutung des gedruckten Wor—
tes, der Presse, durchaus bewußt. Wie sie Bewegungen er—
regt und Tag für Tag weiter in das öffentliche Bewußtsein
vortreibt, wie sie mit der regelmäßigen Wiederkehr ihres
Erscheinens in nie erlahmender Stetigkeit Gesinnungen und
Anschauungen nach und nach fest im Volk verankert. Alle
großen Organisationen haben deshalb ein mehr oder minder
festes Bündnis mit der Großmacht Presse geschlossen. Dies
gilt in besonders hohem Maße von der Turner- und Sport—
lerschaft, die Tag für Tag und Montags noch einmal im
besonderen die Spalten unserer großen und kleinen Zei—
tungen belegt. Der unserer Sängerbewegung in der Tages—
presse zur Verfügung gestellte Raum kann vielleicht nicht
so groß sein, wie ihn die Organisationen für Leibesübungen
durchweg erhalten. Nanentlich fehlen bei uns die an jedem
Montag fälligen aktuellen Nachrichten, wie sie aus dem
Sportleben naturgemäß gebracht werden müssen. Aber die
offensichtliche Vorzugsstellung verdanken die Organisationen
für Leibesübungen nicht nur der berechtigten Anerken—
aung ihres persönlichen und nationalen Wertes, sondern
auch dem zielbewußten und planmäßigen Zusammenhalten
ihrer Mitglieder, die keine Zeitung kaufen, die sich nicht
aktiv zu ihrer guten Sache bekennt. Vor dieser aktiven, le—
hendigen Vreue zur eigenen Sache muß man Re—
spekt haben.
Die hohe Kulturbedeutung des deutschen Männerchors, der
Rolkstümlichen Musikpflege überhaupt, wird rück—
haltlos von den führenden Männern auch der heimischen
Presse anerkannt. Die Geschichte des Durchbruchs und Auf—
stiegs unserer Bewegung z. B. im Saargebiet ist mit den

Spitze des Festzuges Trier
beim Abmarsch aus der Maximinkaserne.
Ludwig Serie rre, Franziskusgesangverein Saarlouis.
16. Jakob Schmitz, Sängervereinigung Hilscheid. In glei—
cher Weise sollte Jakos Pompier vom Franziskusgesangber—
ein Saarlouis geehrt werden, aber der Tod riß den Sañges—
bruder vorher aus unsern Reihen. Dr. Bongard fand für
die Sängerbeteranen herzliche Worte des Dänkes und der
Anerkennung, er erblickte den schönsten Lohn in dem
gehobenen Gefühl der Sänger, ihr Leben lang einer so
edlen Sache, wie es das deutsche Lied ist, Liebe und Kraft
geschenkt zu haben!
Seit vielen Jahren hat sich der Saarsängerbund frei ge—
macht von dem Leerlauf des öden Parlamentaris—
mus. Auch der Gautag des Gaues Nahe-Mosel-Saar in
Trier wußte besseres zu tun, als sich um Paragraphen,
tote Beschlüsse und Pfennige herumzuschlagen. In zwei
umfangreichen Druckschriften wurde allen? Ver—
tretern Einblick gegeben in die Geschäfts- und Kassenfüh—
rung und den gewaltigen Organisationsapparat des Gaues.
So blieb ausreichend Zeit zu wirklich bedeutsamen Anre
gungen und zu ernster Arbeit. Die Gauführung hatte
in den Mittelpunkt der Tagung vier Vorträge gesiellt.
Gauschriftführer Walther Stein sprach zu—
nächst über
Gau und Presse.
Als Pressevertreter des Gaues Nahe-Mosel-Saar heiße
ich auch meinerseits die Vertreter der Heimatpresse und aus
Nachbargauen aufs herzlichste willkommen und danke für
das Interesse. das Sie durch Ihr Erscheinen hekunden!

pbot. A. Bach

58 Fahnen im Festzug Trier.

2
8boft. A. Bach

Namen besonders von drei Schriftleitern unserer heimischen
Blätter unlösbar verknüpft. Sie sind stets unserer Ein—
ladung gefolgt zu Gautagen, Musikausschuß— und Vorstands—
sitzungen und zu Konzerten in Stadt und VLand, sie er—
schienen auf dem Bundesfest in Frankfurt und auf dem
Sängertag in Mainz und Dortmund, um sich selbst über
die Sängerbewegung ein Urteil zu bilden und
dann in der Presse in Aufsatzen und Sängerbeilagen wieder—
zuspiegeln. Sie haben aus dem Treuhändertum der
deutschen Presse gegen alle bedeutsamen
Kulturbelange es nie an Rat und Tat fehlen lassen,
und auch ihre warnende Stimme hat bei uns immer ein
freundliches Echo gefunden. Einer unserer Gauführer rief
ürzlich die Presse zur Mitarbeit auf mit den Worten:
,„daß unsere Aufgaben ihr groß und wichtig genug er—
cheinen, um sie zum Gegenstsand eigener Kritik und Be—
rachtung zu machen. Und je schärser und rücksichtsloser
diese Kritik ausfällt, desto lieber muß sie uns sein, desto
mehr wird sie uns zur Weiterarbeit anspornen, desto mehr
vird sie das Niveau unserer Arbeit erhöhen! Man kann
chon sagen, daß in einem Gau wesentliche Erziehungs⸗ und
Bildungsarbeit geleistet sein muß, wo solche Worte ge—
prochen werden können.
Wenn auch heute hier und da noch manche Tageszeitung
unserer Bewegung nicht so dient, wie wir es wünschen
möchten: nicht Redakteure einstellt, die als Sänger mit
unserer volkstümlichen Musikpflege verwachsen sind, unseren
Einladungen nicht folgt und sich lieber mit den selbstloben—
den Notizchen der Vereine behilft, als ein eigenes Urteil
Mrzutragen. Sänderbeilagen sspart. lebenswichtige Aufsätze
            
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