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die alles Lob verdient. Nachdrücklichste Anerkennung ver—
dienen auch der Orchesterverein unter Kapellmeister Moser,
der Baritonsänger Hans Carolus vom Saarbrücker Stadt—
theater und Organist A. M. Müller als feinsinniger Kom—
ponist des von dem heimischen Dichter KlausStief gedich—
beten Chores „Heimkehr“ und als einfühlungsfähiger Kla—
oierbegleiter. Die künstlerische Geschlossenheit der Gesamt—
veranstaltung, die sinnvolle Gestaltung des Abends, die Ge—
diegenheit der Vortragsfolge auch nach der drucktechnischen
Seite und schließlich die gewaltige nationale Beschwingtheit
des Abends kann sich der Chorleiter des Vereins als be—
onderes Verdienst buchen. H.
MGWü Lyra Rohrbach stellte seinen Werbegabend unter
den zeitgemäßen Leitgedanken „für das deutsche Lied, für
deutsche Art und SEitte“ und verband ebenso zeitgemäß
seine hochwertige konzertante Veranstaltung mit einer
„Offenen Singestunde“, die ebenfalls den reichsten Beifall
der zahlreichen Zuhörerschaft fand. Die Faänfarenbläser
des D.J. V. in der H.J. St. Ingbert hoben wesentlick/
die vaterländisch betonte Stimmung. Chorleiter Peter Maas
setzte seinen Chor erfolgreich ein für Werke wie In stiller
Nacht von Brahms, dem Volkslied aus dem 16. Jahrhundert
Es steht ein Lind, der Mahnung von inr Ge Deutschland,
heiliger Name von Baußnern, Lied der Kohlenhauer von
Engelke. Außer dem Gemeinschaftsgesang Freiheit, die ich
meine, kamen in der offenen Singstunde zum klingen: Im
schönsten Wiesengrunde, Am Brunnen vor dem Tore und
die Kanons Trara, das tönt wie Jagdgesang, Flamme
empor, Lieber tot als Sklav und Himmel und Erde müs—
sen vergehn. Der Abend war ein prachtvoller Auftakt für
den Vortrag des Herrn Rechtsanwalts Dr. Steegmann über
die Saarheimat und ihre Schicksale
Ktreis St. Wendel.
Die Dirigenten des Kreises St. Wendel trafen sich fast
vollzählig (zwei fehlten, einer entschuldigt, der andere
unentschuldigt) am 24. und 25. November auf dem „Harsch—
berg“ bei St. Wendel zu einem Wochenend-Schulungs—
iager. Der Ort der Tagung war glänzend gewählt. Nicht
tur waren Unterkunft und Verpflegung bei mäßigen Preisen
erstklaässig, auch der für die Vorträge und Uebungen zur
Verfügung gestellte Speisesaal entsprach, nebst dem gut
gestimmten Klavier, allen Anforderungen. Dafür sei an
dieser Stelle der Verwaltung des Erholungsheimes noch—
mals herzlichst gedankt. Geleitet wurde die Tagung am
Samstag von Gauchormeister Beck, am Sonntag wegen
dessen Verhinderung durch eine sehr wichtige Sitzung, vom
stellpertretenden Gauchormeister Hitzelberger. Kreisleiter
Warken eröffnete mit herzlicher Begrüßung den Kursus.
Nach einer kurzen Einführung und Bekanntgabe des vor—
gesehenen Arbeitsstoffes durch den Gauchormeister erteilte
dieser Kreischorleiter Endres das Wort zu einem Referat
lüber Chorerziehung und Chorpraxis. Behandelt wurden
folgende Aufgaben: Persönlichkeit des Dirigenten, seine
Einstellung zum Sänger, vom Sänger aussehen lernen,
persönliche Bescheidenheit und Fleiß, Vorbereitung auf die
Probe, formgerechtes Dirigieren, Gestaltung einer Probe,
Erziehen zum Hören und tonreinen Singen, Aufnahme
in den Verein, Geselligkeit, Erholung, Vorstand, Stimm—
führer, Stimmlisten uswp. Die anschließende Diskussion
var sehr vrege. Es muß dies von allen Diskussionen der
Tagung gesagt werden Nun wurde Chorliteratur durch
Chorleiter Beck erbrtert und von den Teilnehmern ge—
zjungen. Eine zwanglose Aussprache nach dem Abendbrot
hehandelte das Gebiet des einstimmigen Liedes und seine
vassende Verwendbarkeit. Der Sonntagvormittag vermittelte
veitere Kenntnisse und Erkenntnisse auf dem Gebiet der
Thorliteratur. An Hand zahlreicher Beispiele lernten die
Dirigenten gute Literatur kennen und bekamen Einblick in
das Schaffen und die Kompositionsweise unserer modernen
Komponisten. Der Nachmittag war ganz der Chorpraxis
gewidmet. Die Dirigenten hatten die Möglichkeit, mit einem
aus Sängern der städtischen Gesangvereine zusammen—
gestellten kleinen Chor zu arbeiten und sich zu schulen.
Mancher wertvolle Wink wurde mit nach Hause genommen.
Auch hier vertiefte eine sehr lebhafte Aussprache das per—
sönliche Erleben. Mit herzlichem Dank an die Leiter des
Kursus und die Verwaltung des Hauses schloß der Kreis—
leiter die Tagung. Seine Mahnung, das Gehörte in die
Praxis umzusetzen, fand bestimmt Beachtung. Mit großem
Bedauern verlieken alle die qgastliche Stätte und machten
ruphhlll Saar-⸗Sänger-Bund IIIIert. IIhh Seite 251
»en Vorsatz, sich recht bald zu einem längeren Schulungs—
ager hier zu treffen. Kreischorleiter Endres.
Wie in andern Kreisen des Sängergaues, so besuchten
m Jahre 1934 auch fast alle Vereine des Kreises St.
Wendel unser liebes deutsches Vaterland. Der Empfang
var überall äußerst herzlich. Ueberall begeisternde Saar—
undgebungen! Wir haben über solche Fahrten in unserer
Zängerzeitung schon zur Genüge gelesen, so daß es sich
rübrigt, auf die näheren Einzelheiten einzugehen. Wir
zeben darum im nachfolgenden nur die Vereine und ihren
esuchsort bekannt: MGV. Alsweiler am 29. Juni in
gernkastel; Erholung Baltersweiler am 14. und 15. Juli
n Kaub; Frohsinn Bliesen am 22. Juli in Koblenz: Har—
nonie Gronig am 24. Juni auf dem Niederwald; Con—
ordia Grügelborn im August in Frankfurt; Cäcilia Güdes—
veiler am 1. Juli in Budenheim; Liederkranz Mainzveiler
am 12. August in Frankfurt; Sangeslust Mainzveiler
am 26. August in Koblenz; MGVP. Marpingen im
zuli zu einem Vorort von Koblenz; MGBvV. Niederlinx—
veiler am 15. Juli in Bad Münster a. St.: Cäcilia
Iberthal an Pfingsten in Boppard; MGV. Alsfassen-Zßreiten
im Juni in Friedberg: KirchenOratorienchor in
Bensheim a. d. Bergstraße; Orphea 1867 St. Wendel an
ßfingsten in Bad Ems; Städt. Männergesangverein in
zacharach; Harmonie Theley an Pfingsten in Bonn: Lieder—
ranz Theley an Pfingsten in Crövna. d. Mosel: Lieder—
ranz Urweiler im September in Laubenheim; MGVB.
Pinterbach am 22. Juli in Koblenz.
Der Kreis St. Wendel hielt sein Wertungssingen der
Bruppe J ab. Erfreulicherweise nahmen alle Vereine teil,
ruch die erst im Jahre 1934 beigetretenen. Ebenso er—
reulich war auch die Liedauswahl, denn alle Vereine
angen nur Volkslieder, und zwar ein Lied von Silcher
ind eine Bearbeitung eines noch lebenden Komponisten.
Als Wertungssachverständiger war Musikdirektor Beck ge—
vonnen. Das Singen zeigte folgende Ergebnisse: Mar—
»ingen, Sangeslust Mainzweiler, Concordia, Grügelborn,
NGV. Mettweiler, MGV. Winterbach, vLiederkränzchen
stiederlinxweiler, Einigkeit Eisweiler, fast gut: Eintracht
Freisen, Harmonie Gronig, Liederkranz Mainzweiler
NGV. Alsweiler, gut. Als besten Verein der Gruppe
vurde von dem Wertungsrichter der MGV. Alsweiler be—
zeichnet.
Die St. Wendeler Volkszeitung schreibt: „Am Heiligen
Abend begann es in St. Wendel plötzlich aus der engen
Zalle des Wendelsdomes herauszuquellen: Ströme von
serrlichen Tönen aus Orgel und Chor perlten über die
Stadt und das ganze Land bis weit hinein in die Nacht,
n die umliegenden Dörfer. Es klang wie der Gesang der
eEngel auf den Fluren von Bethlehem: „Friede den Men—
chen auf Erden, die eines guten Willens sind!“ Auch
„om Turme der St. Annakirche erklangen die mächtigen,
rächtigen Weisen der „Harmonie“, deren Klänge Antwort
faben auf die Lieder von St. Wendalin. Gewaltiges Zwie—
—DV
ndes in der Stadt die Christbäume erstrahlten, das Alte
stathaus, das Bürgermeisteramt und eine Reihe anderer
zebäude in blitzenden Lichterketten aufglühten und ihren
zchein gegen den Himmel warfen. Die hundert Lichter der
iufgestellten Tannenbäume zauberten eine weihevolle Stim—
nung in die Straßen und auf die Plätze. Am ersten Weih—
iachtstage abends kamen die Menschen der Stadt, groß
ind klein, zusammen auf dem Fruchtmarkt. Vor dem mäch—
igen Portaͤle des Wendelsdomes stauten sich die Massen im
Lichterspiel der Scheinwerfer und der blinkenden Sterne
zes Christbaumes. Es war eine weihevolle, erhehende halbe
Ztunde, die hier alles vereinte und einte im Gesang der
ilten. unsagbar trauten und schönen Weihnachtslieder:
Stille Nacht“ und „Es ist ein Ros' entsprungen“. Da—
wischen die herrlichen Chöre der vereinigten städtischen
Männerchöre, der Kinder des Hospitals und der Damen
der beiden Kirchenchöre, des katholischen und des evange—
ischen, die ebenfalls altdeutsche Weihnachtslieder wunder—
»ar zu Gehör brachten. Es war ein tiefes und eindring—
iches Erlebnis vor der riesenhaften Silhouette des Turmes
»es Wendelsdomes, der sich, vom Lichte angestrahlt, weiß
zregen den schwarzen Himinel abzeichnete.“ Und die St.
Wendeler Zeitung schreibt: „Der Jubel unserer Glocken
rief uns zusammen auf den Fruchtmarkt. Kaum war der
Bruß aus ehernem Munde ans einziehende Jahr ver—