Full text : 14.1934/35 (0014)

Zeite 250 rr
debens eine Anzahl Kinder vom Tode des Ertrinkens ge—
rettet hatte. Sangesbruder Heyd wurde in Anerkennung
dieser Tat für ein Jahr von jeglicher Beitragsleistung ent—
hunden. Das Jahresprogramm für 1935, das u. a. eine
echsstägige Süddeutschlandreise vorsieht, wurde sehr bei—
ällig aufgenommen. Der Präsident Herr Direktor v. Len—
gerke schloß mit herzlichen Worten die anregend verlau—
sene Versammlung, die mit musikalischen Darbietungen des
Chores umrahmt war.
Die erste Hauptversammlung seit Bildung der Sänger—
rereinigung Schafbrücke, Neuscheidt und Stahlhammer fand
unter stärkster Beteiligung der Sängerschaft statt. Der Füh—
rer derselben, Neuberger, gab ihr im Hinblick auf den ge—
waltigen Sieg des volksdeutschen Gedankens an der Saar
ꝛine besondere Bedeutung. Im Geiste echter, wahrer San—
gesbrüderlichkeit erledigte er in kürzester Zeit die umfang—
reiche Tagesordnung. In einem ausführlichen Berichte ließ
der Schriftführer lange Jahre der Entwicklung noch ein—
nal lebendig werden und hob das reiche Schaffen des ver—
gangenen Jahres besonders hervor: Volkstrauertag im März,
Sonnwendfeier im Juni, Kulturabende der Deutschen Front,
Erntedankfest, Beteiligung an Veranstaltungen der Turner—
schaft, des Kriegervereins stellten den Chor mitten in das
deben der Gemeinde. Der Gemeinschaftsgedanke, ureigenstes
But in unserer Sängerbewegung, hatte sich hier glänzend
bewiesen. Und sie sind alle treu geblieben, die wackeren
Sänger. 192 inaktive, 65 aktive Sänger werden den echten
Sängergeist auch in die Zukunft tragen. Für besondere
Treue konnte eine Reihe von Sängern die gebührende
Ehrung erfahren: Für 40jährige aktive Mitgliedschaft der
Sangesbruder Karl Werner, für 25jährige die Sänger
Abel Franz, Hergen Jakob, Schußler Jakob, Deutsch Wilh.,
Lösch Karl, Weber Friedrich, Zeyher Hans, Ernst Wilhelm.
Im Auftrage des Kreises nahm Kreispressewart Thommes
die Ehrung vor. Indem er wegweisend die Zukunftsauf—
gJaben des Männergesangs im Aufbau unseres Volks— und
Staatslebens besonders herausstellte, auch das künstlerisch—
musikalische Schaffen der Gegenwart einer Betrachtung
unterzog, ging sein letzter Appel an alle Sänger, besonders
an die Jugend: Treue um Treue, auch dann, wenn die
Zukunft stärkere und größere Anforderungen an uns stellt.
Der Bericht des Kassenwarts war klar und übersichtlich.
Mit der Seltenheit eines Ueberschusses (1023 FIr.) geht der
Verein ins neue Geschäftsjahr. Der neue Chorleiter Lei—
dinger entwarf das musikalische Zukunftsbild. Es war von
hoher Verantwortung getragen, kann aber auch nur dann
seine Lösung erfahren, wenn beide Teile, Sänger und
Chorleiter, aus der wahren Auffassung des Führergedankens
heraus, Wille und Kraft einsetzen zu seiner Verwirklichung.
Gewaltig war das Echo, das der Abstimmungssieg der
Deutschen an der Saar in der ganzen Welt erzeugte. Mit
einem Schlage waren all die Lügen der Separatistenpresse
vernichtet: Das Saarvolk hatte sich mit einer fast 100pro—
zentigen Mehrheit zum deutschen Vaterlande, zu Adolf
Hitler bekannt! Und das Echo schallte zurück wieder in
unsere Heimat, drang bis ins kleinste Saardorf, drang auch
zu uns nach Bübingen an der südwestlichen Ecke des Saar—
gebietes. Kam da unvermutet, unerwartet am 16. Januar
ein Telegramm des Männergesangvereins „Sängerbunde
Liederkranz“, Plochingen am Neckar: Männergesangverein
„Arion“ Bübingen (Saar). In Siegesfreude herzliche Ein—
ladung zu 2. und 8. Februar zu uns. Quartier und Ver—
oflegung, sowie Teil der Fahrkosten frei. Heil Hitler!
Sängerbund-Liederkranz, Plochingen.“ Freude und Stolz
erfüllte die Herzen unserer Sangesbrüder, und dann rüste—
ben wir zur Reise. Einundfünfzüg Sangesbrüder waren es,
die am Frühmorgen die Reise antraten. Nach einer sieben—
stündigen Bahnfahrt trafen wir in Plochingen ein. Alle
unsere Erwartungen wurden weit übertroffen. Am Bahnhof
reihte sich Kopf an Kopf, alles war zum Empfang der
Saarsänger herbeigeeilt: Der Männerchor des Sängerbund—
diederkranz, ein Spielmannszug des FAD., BDM. HJ.,
DIV. Volksgenossen und Volksgenossinnen. „Sieg Heil“
und „Grüß Gott mit hellem Klang“ scholl es uns eñtgegen.
Nach einer Ansprache des Plochinger Vereinsführers R.
Munz und kiner Erwiderung unseres Vereinsführers J.
Niederländer, nach Absingen der ersten Strophe des Saar—
iedes zogen wir mit unsern Plochinger Sangesbrüdern,
lankiert vom BDM., durch den festlich geschmückten Ort.
Schnell waren die Quartiere verteilt, und schön um 3 Uhr
—

MVu Saar⸗Sänger-Bund Illi
chönen Plochingen. Der Bürgermeister hatte die Führung
ibernommen. Erstaunt standen wir vor einer Gedenktafel,
»ie uns erzählte, daß Plochingen die Wiege des DSB. ist,
»aß im Jahre 1827 hier das erste deutsche Sängerbundes—
est stattsand. Der Abend sah uns im Festsaal des „Blauen
dauses“ zu einem gemeinsamen Konzert. Der große Saal
var überfüllt (zirka 1200 Personen). Der sehr starke Chor
von 125 Sängern des Sängerbundes-Liederkranz eröffnete
zas Konzert und ließ uns erstaunt aufhorchen. Chormeister
st. Fritz hat hier einen Klangkörper geschaffen, der sowohl
die Chöre als auch die schwäbischen Volkslieder vollendet
ortrug. Auch die Hauskapelle unter R. Munz reihte sich
pürdig in den Rahmen ein; ihre Darbietungen konnten
estlos gefallen. Der Bürgermeister, ein Vertreter der Orts—
ruppe Plochingen der NEEDAP., der Ortsgruppenleiter der
deutschen Front Bübingen fanden treffliche Worte der Be—
zrüßung und Erwiderung. Auch der Kreisführer des Teck—
sdeckar⸗sKreises des Schwäbischen Sängerbundes, Finkbeiner,
zatte es sfich nicht nehmen lassen, persönlich zu erscheinen.
ẽr überreichte uns eine Plakette, die zur hundertjährigen
viederkehr des ersten deutschen Sängerbundesfestes (1827/,
927) geprägt worden war, nebst Urkunde und Festbuch. Als
zeweis seiner Dankbarkeit überreichte M.G.B. „Arion“
urch seinen Vereinsführer unsern Plochinger Sangesbrü—
ern eine Fahnenschleife mit der Inschrift „Sagrabstim—
nungskampf 13. Januar 1935 — MG.V. „Arion“ Bübin—
jen (Saar).“ Wir wurden mit einer sehr schönen Aufnahme
won Plochingen überrascht. Nach dem offiziellen Teil blie—
en wir noch in schönster Harmonie recht lange zusammen
ind bewunderten die Darbietungen eines Kunstfahrers. Am
zonntagmorgen legten wir am Gefallenendenkmal einen
dranz nieder. Nachmittags sollte uns ein kleiner Ausflug
dieder etwas erfrischen. Viel zu schnell verrannen die
Zztunden des Nachmittags, des Abends, der Nacht. Am
Nontagmorgen um 10 Uhr nahmen wir Abschied, herz—
ichen uüund schweren Abschied, machten durch Stuftgart noch
ine Omnibusrundfahrt und kamen abends, schöner Er—
nnerungen voll, wieder zu Hause an. Auch an dieser Stelle
nöchten wir unsern lieben Plochinger Sangesbrüdern zu—
ufen: Habt Dank für all das Schöne, Gute, für all die
zastfreundlichkeit, für alles, was ihr uns geboten habt!
Ind dann zum Schluß ein herzliches Wiedersehn im freien
Zaargebiet, im kleinen, aber schönen Bübingen!
Kreis St. Ingbert.
Wach auf, du deutsches Land! Unter diesem Leitwort
ollte das sorgsamst vom Chormeister Wilheln Hans vor—
ereitete Konzert des Hüttengesangvereins Eintracht-Lyra
879 St. Jngbert noch einmal vor der Abstimmung einen
Ippell der Sängerschaft an die ganze Gemeinde sein, in der
kreue zum angestammten Vaterlande nicht wankend zu
verden. Umständehalber mußte es verschoben werden, und
adurch erhielt es den würdigen Charakter einer dem Ab—
timmungssieg gewidmeten Veéeranstaltung. Das vollbesetzte
daus wurde in die Woge nationaler Begeisterung restlos
ineingezogen. Die vorbildliche Vortragsfolge, die den star—
J Kulturwillen des Vereins kennzeichnet, verdient Wieder⸗
nabe:
Mannerchor
a) Wach auf, du deutsches Land (mit Vor- und Zwischenspiel für Bläser) Armin Knab
b) Wie schon leuchtet der Morgenstern Satz von Michael Prätorius
) Heilige Familie. . * * ..Sugo Distlet
) Media vita F Willb Send⸗
Lieder für Bariton
a) Die Hirten — Die Könige — Simeon. Peter CKornelius
2) Arie aus Judas Makkabäus „Ich hört' der Gottheit Ruf in mir“, Ga. Friedrich Saͤndel
Maãnnerchor
) Altdeutsches Minnelied
d) Liebesklage -
) Ich hört ein Sichelein rauschen
MilitãrSinfonie
Männerchor, Baritonsolo und Klavierbegleitung
Vaterländisches Gebet . . WB. H. Schönauer
Mãnnerchor, Baritonsolo und Orchester
Lieder von der deutschen SGaar (Orchestersatz von A. M. Müller) Hans v. d. Saar
a) Eines Volkes Stimme
b) Wir kommen heim ins Vaterland
ch Glück auf! der Saar
Ouvertüre zu „Oberon“ C. M. v. Weber
Mannerchor mit Orchester
Hymne an Deutschlande. W. A. Mozart
An die WVeranstaltung setzten Chormeister und
Sänger ihr Bestes, und so kam cine Nufführund zuffande

usshhh Nr. 12
            
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