Full text : 14.1934/35 (0014)

Nr. 12 pr »Allll Saar⸗Sänger-Bunden
Knab an einen bürgerlichen Beruf gebunden hätte, dillige Schablone, sondern unter voller Würdigung
den er als Amtsrichter und Gerichtsrat unfern seiner dessen, was nachfahrende Zeiten Ersprießliches schufen,
Jugendheimat Kitzingen in Rothenburg o. d. Tauber mur Ausgangspunkt.
und später in Würzburg ausübte. So gewann er aber So gilt Armin Knab, als er 1934 an die Akademie
die Möglichkeit, durch seine Kunst vom „Leben der ür Kirchen- und Schulmusik in Berlin-Charlottenburg
WVerkgemeinsamkeit des Volkes aussagen zu zerufen wird, längst als jener große Meister, der all
önnen, weil er ihm in der Aufgabe des Tages eng vattungen des Liedes vom intimen kammermusika—
berbunden war“ GBerten, Musik und Musikleben der ischen Sololied bis zum lebendigen und zündenden
Deutschen). Es zeigt sich, daß die Schärfe der Urteils- Nassenbekenntnis beherrscht, von dem man ferner sagt,
kraft, die dem Richter eigen sein muß, in seltenem er schreibe den reinften ercappella-Satz.
Maße dem Künstler eignet. Abseits alles Kunst— ,
betriebes, aller schnell alternden Moden des Stils odder Hält es schon schwer, die Eigentümlichkeiten der
gar der Weltauschauung baut er sein künstlerisches dunst eines schaffenden Musikers verständlich in Worte
Werk auf die allein dauerhafte Grundlage schönen uu fassen, so erweist sich selbst der gewählteste Aus—
und unverfälschten Volktums, in dem er ruck — und wäre es nur wegen der Peinlichkeit not—⸗
selbst glücklich wurzelt, und unterwirft es den natür- vendig sich häufender Superlative — als zu schwach,
lichen und strengen Gesetzen der von ihm gestalteten uim von der Erfindungskraft und Phantasie eines be—
musikalischen Phänomena. (Allein sein Chörwerk ist nadeten Meisters, wie Armin Knab es ist, aussagen
von ganz erstaunlicher Vielseitigkeit) Er weckt das u können. Es konnte daher Aufgabe dieser Ausfüh—
Gefühl für Zeit, Ort, Raum, Mensch, Sprache, ungen nur die Weckung eines breiteren Interesses
Atem urs.f., das erst die Eurhythmie musischer Formen ür das Werk dieses Großen sein. An den Lesern liegt
bedingt. So stellte er das verlorengegangene Gleich- 6 nun, durch andächtiges und tätiges Versenken in
gewicht im begleiteten Sololied und im Chorwerk kin klingendes Werk das an Verstehen, an Hohem,
vwieder her. Er weist auf die klafssischen Formulie- Edlem und Beglückendem aus ihm zu schöpfen, was
rungen von Schubert und der Blütezeit des Secappella- diese Zeilen nicht zu geben vermochten.
Thores hin. Sie sind seinem eigenen Streben nicht Leonhard Blumberger.

i—j Seite 239

Armin Runabs kli
rmin Rnabs klingendes Jahr.
Epiphanias, Drei Könige:
Wie schön leucht uns der Morgenstern — gCh, 16
Dto. — Kl.
Das Weihrauchkorn — gCh, Zkr.
Legende — Bariton und O MMNiskr.).
Dreinkönigszug — 3 Männerstimmen und O aus der
Weihnachtskantate Echott).
Die heiligen drei Könige — Soli, Chor und kl. O aus
„Singt und klingt“ (itolff).
Mariä Verkündigung:
Verkündigung — Einzelstimme, Chor und kl.O aus
„Singt und klingt“ (Gitolff).
Mariä Verkündigung — FrEeh Echott).
Der geistliche Jager — glSt aus AMo.
darfreitag:
O Haupt voll Blut und Wunden — gCeh, 16
Dto. — Kl.
O Traurigkeit, o Herzeleid — FrCEh und Oboe, Lobeda
(Frauenchorband).
Als Jesus von seiner Mutter ging — glSt, AMo.
Maria unter dem Kreuz — alsSt, Amð
Dstern:
Christ ist erstanden — gCh, 16.
Erschienen ist der herrlich Tag — gCh, 16.
O Tod, wo ist dein Stachel nun? — gCh, 16.
Dto. — Kl.
Unser Frauen Osterfreud — glSt, AMo.
Feiertag der nationalen Arbeit und
übrige Feiern der Nation:
Wach auf, du deutsches Land — MCh, gCh (GGochstein).
Junges Deutschland — Jugend-Chor Echott).
2 Zeitlieder — Chor und Instrumente Echott).
Deutscher Morgen — MCh und O, gCh (Hochstein).
Der deutsche Baun — MCh im Liederheft 1934 de—s
Rheinischen Sängerbundes (Tonger).
Frisch auf in Gottes Namen — gCh, Lobeda 3.
Ständelieder:
Die Bauern — MCh ESchott).
Der Dengler — MCh, Lobeda 2.
Bergarbeiterlied — MCh, Lobeda 2 und Kallmeyer
Lied der Handelsleute — MCh, Lobeda 2.
Das Weberlied — MCh und Klavier (Hochstein).
Ob ich gleich ein Schäfer bin — gCh (Hochstein).
Sistprische Soldatenslieder — MECh (Schott)

Wir können zu Armin Knabs Kunst weder in ein
fruchtbares Verhältnis kommen, wenn wir sie als
rein literarische Angelegenheit betrachten, noch werden wir
ihr gerecht, wenn wir sie deshalb als archaistisch an—
prechen, weil Knab Kompositionsprinzipe zurückliegender
Zeiten und Meister als klassisch erkannte und entsprechend
in seinen konstruktiven Willen aufnahm. Seine Kunst
ist vielnehr die Frucht schöpferischen Erlebens
unseres volkhaften Seins. Knab ordnet dabei
seine künstlerische Individuglität restlos dem Leben des
zinzelnen Menschen, des kleinen Kreises und des gesamten
Volkes ein. Das ist nicht zuletzt das Geheimnis seiner
Werkgültigkeit und seiner stets wachsenden Anerkennung
Hier liegt aber auch der Schlüssel, der uns den großen
Reichtum und Gehalt seiner Werke erschließt. Weil er
eben sein gesamtes Werk unserm Leben ein—
gliederte, können wir es auch nur, indem wir es
rganisch aus der jeweiligen Lebenslage er—
stehen lassen, zur vollen Wirkung und Wirksamkeit brin—
gen. Daher trägt die nachfolgende Aufzählung nicht den
Tharakter üblicher Kataloge, die nach Opuszahl, Gattung
oder Verlag geordnet werden, sondern es ist der Versuch
eines Wegweisers durch Armin Knabs klin—
gendes Jahr. Es muß aber gleich betont werden, daß
schon aus Raumgründen Vollständigkeit nicht möglich war,
und daß manche Werke mehrfache Einordnung zulassen.

Abkärzungen: Mgh — Männerchor, FrCEh — Frauenchor, gCh — gemischter Chor,
zlSt — gleiche Stimmen, O — Orchester, Zkr Zeitkranz, Chorwerk (a cappella) aus
Bedichten des Guido Gezelle, Verlag Schott, Mainz — Mainzer Singbuch, Verlag Schott
BDie Bauern, Ein Zyklus nach Gedichten Rich. Billingers, Verlag Schott, Lobeda
Zobeda⸗Singebuch (Bdr 1, 2 oder 8) Hanseatische Verlags-⸗Anstalt, 16 16 Choräle
ür gemischten Chor zu drei Stimmen, Verlag Breitkopf K Härtel, Kl — Klavier⸗
horäle, Verlag Schott, ChuK — Chorlieder und Kanons für Kinder- und Frauen⸗
timmen, Verlag Kallmeyer, Ame — Alte Marienlieder, Kallmeber, U. E. — Universal⸗
kdition, Br. KH. — Vreitkopf K Härtel.
Zu beachten: Mehrere Werke sind in verschiedener Besetzung erschienen.
Jahreskreis.
Neujahr:
Neujahr — gCh, Zkr.
Ein Jahr der Sterblichkeit — gCh, 16.
Lobe den Herren — Kl.
Der Waden der Zeit — MEh (Kallmeper)
            
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