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un ll Saar⸗Saäuger⸗-Bund s uulp Seite 215
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äüchertisch.
Zeitschrift für Musit, Monatsschrift für eine geistige
Frneuerung der deurschen Wcusit, gegr. 1834 von Robert
Schumann, Herausgeber und Verrag Gustav Bosse, Regens—
burg, Viertelj. 3.60 M. Einzelheft 1.585 M. Die umfang—⸗
reiche Schlußnummer des 100. Jubiläums-Jahrgangs er—
ichien als Felix-Woyrsch-Weihnachsheft mit Aufsätzen:
Prof. Dr. Ferdinand Pfohl: Felix Woyrsch, Alfred Bräsch:
Musik zum „Isenheimer Altar“: Paul Hindemiths „Matyis
der Maler“ mit 4 Bildern, Rudolf Tecker: Ter „Kreuzchor“
zu Tresden, Rudolf Kirsten: Daie Kreuzschüler im Himmel,
Fritz Müller: Wie des Herrn Joh. Seb. Bachen Weil—
nachts⸗Oratorium entstanden ist, Traugott Schalcher: Illu—
strierte Musik in 8 Bildern, Helene Raff: Adolf Sandberger,
zu seinem 70. Geburtstag, Anna Charlotte Wutzky: „Ein
Stündchen Musikant“, zu Peter Cornelius' 110. Geburts⸗
tag, ferner von der Landestagung der Reichsmusikkammer
zaun Berlin: 1. Prof. Dr. Gustsav Havemann: Einheit des
deutschen Musiklebens, 2. Staatssekretär Dr. Funk: An—
spracht, 3. Präsidialrat Heinz Ihlert: Ansprache und vieles
andere. Die Nummer hat 132 Seiten Umfang, 18 Bilder,
Notenbeispiele und 1 Notenbeilage. Wir haben immer dank—
har darauf hingewiesen, mit wie starkem Interesse die
3. f. M. seit Jahren auch den Saarkampf und die Ver—
teidigung der deutschen Kulturbelange an der Saar verfolgt.
Das wird auch in dieser Tezember-Nummer wieder deut—
lich durch nachfolgenden Bericht: „Saarbrücken. Je
näher der Tag kommt, da sich deutsches Schicksal an der
Zaar erfüllen soll und ein Regierungsverbot nach dem
andern Presse- und Redefreiheit beschränken, um so mehr
wird deutlich, daß einem Volke in seinen Kulturgütern
die stärksten Waffen im Ringen um seine nationale Selbst—
behauptung und im Abwehrkampf gegen fremden Machtwillen
erwachsen. Tas durfte in diesen Tagen der Saar—
Sänger-⸗Bund inne werden, dessen auf hohem künst—
lerischen Niveau stehendes großes Bundesfest wegen des
Verbots der Regierungskommission nach Trier verlegt wer—
den mußte und dort ebenso nach der künstlerischen wie
nach der volksdeutschen Seite hin zu einem beispiellosen
Erfolg wurde. Von 18000 Sängern hatten 17000 freudig
das Opfer an Zeit und Geld gebracht— meist Bergleute und
Züttenarbeiter! — sich in Trier mit Tausenden deutscher
Sänger von Mosel und Nahe, vom Hochwald und aus der
Westmark und mit Hunderten von Vertretern aller deutschen
Sängerbünde aus Nord und Süd, aus Ost und West zu
»ereinigen, um sich im deutschen Lied zu deutschem Volk
und Vaterland zu bekennen. In rund einem Tutzend konzert—
licher Veranstaltungen stellte die Saarsängerschaft ihre seit
i5 Jahren verantwortungsbewußt und gewissenhaft geübte
volkstümliche Musik- und Chorpflege unter Beweis und
weckte in der gesamten Tages- und Fachpresse das Echo
einmütiger Anerkennung. Tie Konzertfolgen umschreiben
den ganzen Umfang der im SSB. gepflegten Musik: ein-,
wei-, dreie und mehrstimmiges Lied, Männer-, Frauen- und
gemischten Chor, A-capella-Chor und instrumental- oder
orchesterbegleitete Chöre, Volkslied und Kunstlied, welt—
liche und geistliche Musik, klassische und neuzeitliche Ton—
schöpfungen, Kantate, Requiem, Messe bis zur Sinfonie!
Den Beschluß des ganzen Festes machte die Aufführung
der 5. Sinfonie von Anton Bruckner durch das Reichs—
infonieorchester der NSTDAP. unter Franz Adam! Unter
den chorischen Leistungen verdienen ehrenvolle Nennung
teben dem „Psalm der Befreiung“ von Erwin Lendvai
and dem „Saar-Schwur“ von Walter Rein eine Reihe
oon Uraufführungen, deren Taächtungen und Kompositionen
für dieses Fest von der Bundesführung angeregt worden
sind: Die dreiteilige Kantate „Ein Volk ruft“ von Bruno
Stürmer und die Chöre „Weckruf“ und „Deutscher Morgen“
von Armin Knab, wie endlich das Ansingen der Saar—
ampflieder von Hans von der Saar und zweier
Saarlieder von Walter Rein. Die letzteren nahmen als
Volkslieder bereits ihren Weg durch das Saarland, gleich
heliebt bei alt und jung. Sie zeigen, wie unter dem Druck
gemeinsamen Grenzlandschicksals das Volkslied an der Saar
vieder schöpferisch hat werden können.
Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß Konzerte
sgaal und Bühne einem Grenzvolk mehr bedeuten als
dJem nHoftionol tnangefnhctoöne BRomohnrno des inneron
dandes. Und deshalb werden auch bei uns an der Saar,
iamentlich in den letzten eineinhalb Jahrzehnten die Spiel⸗
olüne beider mit jener vaterländisch betonten Eifersucht
derfolgt, die sich aus dem leidenschaftlichen Bedürfnis er—
lärt, die Verbindung mit der deutschen Kulturgemeinschaft
isern festzuhalten. Soeben sammeilté Generalmusikdirekttor
zelix Lederer im würdig erneuerten Städtischen Saalbau
eine gläubige Kunstgemeinde zu dem Eröffnungskonzert
ꝛes Städtischen Sinfonie-Orchesters, über dem
zu guten Vorzeichen die Sterne Haydn, Brahms und Beet—
oven strahlten. Tas ausgezeichnete, warm aufeinander
ingespielte und von seinem Tirigenten inwendig inspi—
ierte und beschwingte Orchester setzte sich mit ganzer Hin—
zabe für Haydns Sinfonie Nr. 13 (G⸗Dur), für Johannes
brahms' Klavierkonzert op. 15 (d-molh), dem Alfred Hoehn,
zrankfurt a. A., seine hohe Kunst lieh, und für Ludwig
an Beethovens III. Sinfonie (E-Tur) op. 55 ein. Wie
sier die Eroika durch Meisterhand aus ihrer Ewigkeits—
jeltung in die Flüchtigkeit einer Konzertstunde herabbe—
chworen wurde, wirkte auf die andachtsvolle Zuhörerschaft
nit der Kraft einer Offenbarung, der Offenbarung des
eutschen Genius! Und wenn unser Stadttheater die
Zpielzeit mit Richard Wagners „Lohengrin“ eröffnete und
zun in Vorbereitung von Schillers „Wilhelm Tell“ steht,
o wollen wir auch diesen Auftakt freudig hinnehmen
ils Zeichen, daß uns auch unser Stadttheater in den be—
orstehenden schicksalsschweren Monaten im Bannkreis deut⸗
cher Geistigkeit bewahren und erhalten wird. Taß auch
»en „Stillen im Lande“ gelegentliche Zuflucht aus den
dämpfen des Tages beschert sei, öffnen in vierzehntägigen
Abständen Schloßkirche oder Ludwigskirche ihre Pforten
u „Geisthichen Abendmusiken“, die Organist Rah—
ier zu wahren Feierstunden geweiht hat. Meister auf
der Königin der Instrumente, stellte er immer wieder alte
dirchenmusik, namentlich Johann Sebastian Bach, in die
zeit. Und wenn dann noch sein prachtvoller „Singekreis“
in geistlich Abendlied aufklingen läßt, haben auch wir
in der Saar wieder das Gefühl, als bekenne sich der
ebendige Gott zu unserer gerechten Sache und erfülle
uns mit der Zuversicht: „Es wird nicht lang mehr währen!“
Ein Lebenshelfer. Zum neunten Mal wiederholt es sich
tun: es kommt ein stattlich-⸗schweres Paket an, vergnuͤgt
ind erwartungsvoll schnürt man es auf, nimmt Karton
uind Umschlag weg; glänzend schön und „warm“ noch von der
Presse steht ein neuer Band des „Großen Herder“ da, der
ieunte diesmal“). Jetzt füngt das Blättern an! Im An—
ang ein glückliches und unterhaltsames Umherspiesen mit
inem Weltbilderbuch, wie erst die Druck- und Bildtechnmik
nserer Tage es möglich gemacht hat. Man geht spazieren:
chon auf den ersten paar Seiten von der alten deutschen
kulturstadt „Osnabrück“ über das weltgeschichtliche span—
ungsvolle „Ostasien“, über „Ostdeutsche Kolonisation“ und
Ostern“, „Osterbräuche“ zu einer allseitigen Turchforschung,
Beschreibung, Anschauung „Oesterreichs“; aber das sind noch
eine 20 Spalten von fast 1800 dieses einzigen Bandes,
der ja noch 12 Brüder hat ... Ist manche Stunde in
diesem „Fliegenden Koffer“ oder mit dieser zeit- und raum—
erschlingenden „Wunderlampe“ Aladins vergangen, und hat
nan den Band zugeklappt — müde und froh davon,
inen Blick auf Fülle und Vielfalt des Lebens getan zu
saben —, dann fängt in den nächsten Tagen, Monaten,
zahren erst die rechte Nutzung des (in seinem Reichtum
aich so bescheiden dienenden!) Lerikonbandes an. Tenn wenn
Tier Große Herder. Nachschlagewerk für Wissen
ind Leben. 4. völlig neu bearbeitete Auflage von Herders
donversationslexikon. 12 Bände und 1 Welt- und Wirt—
chaftsatlas. Lex.80 Freiburg im Breisgau, Herder.
IX. Band: Osman bis Reuchlin. Mit vielen Bil—
dern im Text, 37 Rahmenartikeln und 20 Bildseiten.
VI S., 1756 Sp. Text und 124 Sp. Beilagen: 14 mehr—
arbige Stadt- bzw. Planbeilagen, 5 mehrfarbige Kunst—
rucktaseln, 13 Schwarzdrucktafeln und 3 einfarbige Tief—
rucktafeln, 2 mehrfarbige Offsettafeln; zusammen 1774 Bil⸗
er.) 1934. In Halbleder 345509 M.: in Halbfranz mit
dnnfon ldsichnitt 28 M—