Full text : 14.1934/35 (0014)

Zeite 190 IIIB

lphh Saar⸗Säuger-Bund illc.

— Ans Nr. 9

Eine achttägige Sängerfahrt führte MGB „Frohsinn“
St. Ingbert nach München, Kaufbeuren, Kempten, Lindau,
Friedrichshafen und Konstanz. Der Verein empfing nicht
nur überall beim Empfang und auf den Festabenden Be—
veise herzerhebender Gastlichkeit, er hatte auch Gelegen—
heit, in einer Reihe von Konzerten Zeugnis für die ziel—
bewußte Chorpflege an der Saar abzulegen. Ueberall er—
rang er dankbaren Beifall. Auf der Heimfahrt waren die
Saarsänger noch einmal in Offenbach Gegenstand begeisterter
Begrüßung.
FKreis Sulzbachtal.

M.G. B. „Liederkranz“ Elversberg führte unter musika—
ischer Leitung des akadem. Musiklehrers Hans Gillessen
eine große Konzertreise nach Pommern aus. Durch die
Urlaubssperre der franz. Arbeitgeber war es leider vielen
Zängern unmöglich, sich zu beteiligen. Immerhin fuhren
106 Sänger mit. Die Fährt ging in 21 Stunden über
Frankfurt, Kassel nach Berlin und nach kurzem Aujfent—
halt über Neu-Brandenburg, Neu-Strelitz weiter nach
Demmin. Hier erwartete uns eine große Menschenmenge.
Die Musikkapelle des Arbeitsdienstes und eine größere Ab—
ordnung hatte Aufstellung genommen. Bürgermeister Baatz
entbot die Willkommengrüße, die Vereinsführer Wagner
erwiderte. Alsdann ging es in geschlossenem Zug, unsere
uniformierten Bergknappen mit brennender Grubenlampe
an der Spitze, zur „Reichspost“, wo noch abends unser
l1. Konzert vor ausverkauftem Hause stattfand. Es wurde
umrahmt durch Sprechchöre des Arbeitsdienstes und von
Zchülern und Schülerinnen der Stadtschule. Bürgermeister
Baatz ergriff auch hier wieder das Wort und gelobte uns
an der Saar unverbrüchliche Treue und Unterstützung in
unserm Abwehrkampf. Nach dem Konzert saß man noch
rinige Stunden zusammen, um sich gegenseitig kennenzu—
lernen. Da wir aber noch 4 Konzerte vor uns hatten,
vurden rechtzeitig die Quartiere aufgesucht, denn alle
Sänger wußten, daß noch vieles zu bewältigen sei. Samstag—
morgen sammelte sich der Verein vorm Konzertsaal, und
mit Musik ging es zum Bahnhof. Herzlich war der Ab—
schied, wir schseden mit dem Bewußtsein, treue Bande
mit unsern Brüdern in Demmin geschlossen zu haben.
Unser nächstes Ziel war Greifswald. Wir fuhren über
Stralsund nach dort. Auch hier begeisterter Empfang! Vor
dem Bahnhofsgebäude waren die Brudervereine M.G.V.
Frohsinn und Arion mit ihren Fahnen angetreten. Eben—
salls hatte sich eine Bataillonsmusik zum Empfang einge—
funden. Von hier wiederum in festlichem Zuge zuͤm
Marktplatz, wo die öffentliche Begrüßung stattfand. Der
Stützpunktleiter der Saar-VPVereine, Paulus, sprach den
Willkommsgruß, die Grüße der Kreisleitung überbrachte
Adjutant Arndt. Vereinsführer Langer des „Frohsinn“
prach im Namen der Sangesbrüder. Abends fand in dem
ZStadtgarten unser 2. Konzert statt, in dem wir folgendes
Proaramm sanden:

1. Teil
. Saar · Sängerspruch
2. Wach auf du deutsches Land
3. O Deutschland
i. Mahnung
s. Deutschland! Heilger Name
3. Bergarbeiterlied
7. Eines Volkes Stimme
3. An der Saar die deutsche Front
O. Glück' auf! der Saar
0. Recht
2. Teil
11. Soldatenleben dans Lang
12. Der Reiter und das Mädchen dans Lang
13. Handwerksburschen Wanderlied dans Lang
4. Es wollt' ein Jägerlein jagen Valter Rein
15. Vetter Veitl dans Lang
16. Der Schneider auf der Wanderschaft dans Lang
7. Ueberschwemmung Trwin Lendvai
18. Abmarsch dᷣans Heinrichs
19. Muß i denn Walter Rein
20. Trinklied (als Zugabe) Paul Geilsdorf
v
Die „Pommersche Zeitung“ schrieb hierzu: „Und sangen
die braven Saarländer mit geradezu mitreißendem Aus—
druck, so war ihr gesangliches Können ebenfalls sehr gut.
Mit wundervoller Weiche schwebte der herrliche Tenor
auf dem fest und sicher tragenden Baß. Die Aussprache
var so rein, daß der Zuhörer den ausgegebenen Text voll
und ganz hätte entbehren können.“ Auch hier blied man
noch einige Stunden heisammen. Alses war in Erwporfung

MGwV. Liederkranz Elversberg am Brandenburger Tor in Berlin
»er kommenden Tage, war doch Stralsund der eigentliche
Irheber unserer Reise. Wahrlich, wir waren von Stralf—
and nicht enttäuscht! Bei der Einfahrt spielte bereits die
Narine-Standarten-Kapelle. Ein weißgetleidetes Mädchen
iberreichte einen herrlichen Rosenstrauch. Die Koffer
purden sofort auf einen bereitstehenden Wagen verladen.
zm geschlossenen Zug ging es durch die Stadt zum Konzerte
aal „Bismarck“. Hier gab es ein von der Stadt gestiftetes
semeinsames Mittagessen. Stadtrat Leschke hieß in Ver—
retung des Oberbürgermeisters die Sänger herzlich will—
ommen. Der Beauftragte des Bundes der Saarbvereine
Petzinger begrüßte seine Landsleute mit warmen Worten.
Nach dem Essen hielt Rektor Uhsemann einen sehr interes—
anten Vortrag über Stralsund. Eine Stunde nach dem
Essen fuhren die Sänger bereits über die Ostsee nach dew
Insel Rügen. Für die meisten wohl die erste Meerfahrt!
Freude leuchtete aus allen Gesichtern. Zu dem Koͤnzert
schrieb die Stralsunder Zeitung: . .Gesanglich konnten di—⸗

—— — — — ———— ———— J
kmpfang des MGW. Liederkranz Elversberg in Angermunde.

ßäste von der Sagr vor dem strengsten Richter bestehen.
Begeistert sangen sie ihre Lieder von Heimat und Vater—
and., In dem vorzüglich geschulten Material fielen die
olltönenden Bässe auf. doch standen auch die anderen

Restaurant Aug. UnI

— Sanbtucten. Bahnhof!
            
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