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iln Saar⸗Sänger⸗Vunde Muh Seite 163
ummen der Drelfe.
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Die Gauführung hatte zum Gaufest in Trier in wei—
NAtestem Maße die Presse eingeladen. An ihre Ver—
reter richtete der Gauschriftführer in einer Pressesitzung
n der Treviris mit Worten herzlicher Begrüßung die
Bitte, von sich aus kritisch zu allen konzertlichen
Veranstaltungen Stellung zu nehmen. So weit bis jetzt
eststellbar, waren außer der saardeutschen Presse folgende
zZeitungen vertreten: Rheinisch-Westfälische Zeitung,
Westdeutscher Beobachter, Dortmunder Zeitung, Frankfurter
Zeitung, Kölnische Zeitung, Deutsche Allg. Ztg. Berlin,
Berliner Lokal-Anzeiger, Dresdener Neueste Nachrichten,
Ztuttgarter Neues Tageblatt, Münchener Neueste Nach—
richten, Essener Rationalzeitung, Hamburger Fremdenblatt,
Thüringer Allg. Z3tg. Erfurt, Schlesische Ztg. Breslau,
Magdeburgische Ztg., Leipziger Neueste Nachrichten, Kieler
Zeitung, Schwäbischer Merkur Stuttgart, Deutsche Sänger—
zundeszeitung, Sängerzeitung der Westmark, Fränkische
ZSängerzeitung, Rheinische Sängerzeitung Lied und Heimat,
Süddeutsche Sängerzeitung Heidelberg, Nachrichten aus
Sangershausen. An Rezensenten nennen wir: Dr.
Ewens, Berlin; Dr. K. Varges, Essen; Ernst Suter, Düssel—
dorf; Leonhard Blumberger, Dortmund; Heinrich Werleé,
Leipzig; Dr. Karl Holl, Frankfurt, Fritz Binder, Nürn—
herg; Ernst Schlicht, Berlin; Albert Noll, Essen; Dr.
Walter Leib, Heidelberg und unsere heimischen Kritiker.
In folgendem veröfsentlichen wr Ausschnitte aus
den uns bis jetzt vorliegenden Zeitungsberichten.
Es kann hier nicht unsere Aufgabe sein, im einzelnen
die steil aufwärtsstrebende Entwicklungs—
geschichte des Saar-Sängerbundes als dem
zahlreichftten und bedeutendsten Mitglied des Gaues XV
wiederzugeben, das ist Sache der Fachzeitschrift; nur so—
viel sei an markanten Wesenszügen und Höhepunkten aus
der Entwicklung hervorgehoben: Die Pflege aller
Battungen des Chorgesanges, Pflege der
Turmmüsik, des künstlerisch betonten Gottesdienstes,
die starke Beachtung, die der offenen
Singstunde und der musikalischen Kundgebung
zuteil ward und nicht zuletzt, und das sei besonders heraus—
zestellt, die Ur aufführung von Werken, sowie die
Darstellung wenig aufgeführter Werke.
Deutsche Front, Saarbrücken.
ruseinander. Der Komponist hat es jedenfalls meisterhaft
erstanden, die Kraft, die den wuchtigen Versen Walther
Zzteins innewohnt, ins Klangliche umzusetzen, die Gedank—
ichkeit in starrem Unisono oder auftkeimender leichter Poly—
hönie zu kennzeichnen. Eine große Aufgabe für Massen—
höre, die letzten Ausdrucksmöglichkeiten hier wahrzunehmen!
der dritte Teil — „Recht“ — bringt ein- und mehr—
immig einige dramatisch bewegte Stellen. Höhepunkt ist
edoch „Freiheit“, in dem die ofsenen Quinten und Oktaven
zie dumpfer Glockenton anmuten und das Bekenntnis „zum
zerrn, dem lebendigen Gott“, durch einige stark unter—
trichene Dissonanzen steigern, die das in reiner Harmonie
erklingende „Amen“ geschickt vorbereiten. Das mehrere
ausend Köpfe starke Publikum nahm die Uraufführung mit
»onnerndem Beifall entgegen und feierte den Komponisten
urch wiederholte Hervorrufe. FJ. 8
Saarbrücker Landeszeitung.
Das Trierer Treffen bedeutet die Krönung einer
»rerzehnjährigen Arbeit. Am Ende des Kampfes
im die nationale Selbstbehauptung des Saargebietes haben
ie Saar-Sänger felbstverständlich das Recht, in einer groß
ingelegten Kündgebung abschließend einen Rückblick auf
zie Vergangenheit zu wersen und in einer letzten ge—
chlossenen Veranstaltung das Fazit aus der Arbeit der
etzten Jahre zu ziehen Diese Arbeit war nicht politisch.
zie wurzelte in den tiefsten Kräften der Nation; aber
ie stand abseits des politischen Tageskampfes,
e beschränkte sich auf die reine Pflege der Kultur, der
eelischen Werte der Menschen. So durfte man annehmen,
aß auch die heutigen Machthaber aus ihrer Aufgabe
eraus diesem Bekenntnis kein Hindernis in den Weg
jelegt hätten. Sie haben es aber so gründlich getan, daß
zie Saar-Sänger ihr Fest außerhalb der Heimat feiern,
aß sie die Gastfreundschaft des alten Trier in Anspruch
iehmen mußten. Aber es verschlägt nichts: Das Verbot des
deftes trug zur Verinnerlichung seiner Idee wesentlich bei.
Dillinger Anzeiger
Alle diese sechs Konzerte wiesen im Hörerraum sehr
tarke Besetzung aäͤuf. Schade nur, daß sie alle gleichzeitig
tattfanden, so daß für den Referenten keine Möglichkeit
estand, einem jeden nach Verdienst gerecht zu werden,
ber maßgeb ige Urteile aus den Hörerkreisen waren des
dobes voll über die hochstehende Qualität des von den
inzelnen Kreisen Gebotenen, worunter eine Reihe wirbklich
rfklaffiger Leistungen verzeichnet werden müssen. So viel
st sicher: Dieses groß angelegte Fest hat bewiesen, daß
n Rahe Mosel- und Saarsängerbund das
eutsche Lied sich nicht nur einer, sorgsamen
bflege erfreut, sondern daß seine Kultur
serabde in diesem Gauauf sehr beachtens—
derter Höhe steht. . .Schöne Darbietungen hatte auch
er Gemischte Chor aufzuweisen, der sich aus dem gemischten
chor Konstantia“ Sagarbrücken 5 und der
züngervereinigung Altenkessel-Neudorf zu—
ammensetzte. Daß sich der Chor in der Apsis hinter dem
Altar aufstellte, war ein guter Gedanke; die akustischen
Lerhältniffe des weiten Raumes sind für Gesänge von
er Empore herab nicht sonderlich günstig, qauch die Auf—
tellung vor dem Altar, wie sie seiner Zeit der Berliner
domchor einnahm, löst. das Problem nicht ganz. Aber
siesmal schien das Richtige getroffen zu sein, denn die
zefänge klangen wirklich schön. Und so kam das gut kul⸗
vierte Material des Chores unter der geschmaäckvollen
eitung von Theodor Behr zu verdienter und bester
zeftung. Die drei Sätze Kyrie, Sanktus und Agnus Dei
us der Missa Papaes Merxcelli von Palestrina, deren
zubere und stilechte Ausarbeitung eine fromme mystische
ztimmung hervorrief, waren in ihrer rühmenswerten Dar—
sabe ganz dazu angetan, die Größe des kirchlichen Alt—
neifters ahnen zu lafsen. Dasselbe Lob gilt von den
ummungsvoll gesungenen Choralsätzen „Nun bitten wir den
eiligen Geist“ (Satz von Erythräus), „Magnifikat“ von
idan Gumpeltzhaimer (geb. 15539 und „Nun freut euch,
Sne EGkritiena eine Satz von RPonedift Duncgis. 16. Jahr—
Einen stimmungsvollen Gegensatz im lauten Festtrubel
der großen Massenveranstaltuugen bedeutete die Kirchen—
musik'in der weiten Halle der Basilika. Auch hier hatte
die Vortragsfolge den Anstrich des Musterhaften und Vor—
bildlichen. Es gab typische Beispiele katholischer und
orotestantischer Kirchenmusik, so drei Sätze aus der be—
rühinten Missa Papae NMarceélli von Palestrina, einige
alte Choralsätze von Erythräus, A. Gumpeltzhaimer und
Benedikt Duͤeis, die der Gem. Chor Constantia Saar—
hrücken 5 und die Sängervereinigung Altenkessel-Reudorf
unter Leitung von Theodor Behr in sauberster Ausfüh—
rung zu Gehör brachten. Karl Rahner steuerte mit ge—
vohnter Sicherheit eine Toeata von Frescobaldi, ein
Choͤralvorspiel bon D. Buxtehude und Präludium und
Fuͤge in E-Dur von Bach bei, von welch letzterer die
Sänger“s offenbar nicht viel zu halten schienen, da sie
vährend und trotz des herrlichen Spiels in hellen Scharen
das Gotteshaus verließen. Hier bleibt also noch etwas zu
run für die Erziehunasarbeit des Gaues.
Dr. S.,
Saarbrücker Zeitunag.
Ueber die sich hieran anschließende Kantate, Bruno
Ztürmers Ein Voölkeruft“ ginagen die Meinungen weit
* Die Sänger blieben selbstverständlich in der Apsis der
dirche stehen, aber da der Kirchendiener etwas geräusch—
voll'die Portièren aufzog und die Tore öffnete, glaubte
icher ein Teil der Zuhörer, das Gotteshaus sei — wie es
eim Gottesdienst üblich — unter den Klängen des Postlu—
diums zu verlassen. Es war um des herzerhebenden Orgel⸗
piels wegen schade, aber es lag weder böser Wille noch
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