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Monats 9 schrift
des Gaues XIV des D.5.B. Natze-⸗MoltelSaar.
Nund o000 Bereine mit 5So ooo Mitgliedern. Herausgegeben im Auftrage des Bundes
non Haus Bongardean. Walther Stein. — Deuch und Berlag der Buch und Kunstöruckerei Sebr. Hofer AG.
Bbanrbrucken u. Völklingen. Tel. Saarbr. 22015. Volllingen 13. — Bezugspreis Er. S. oo vierteljährlich, Sinde rummer Ar. 2.00.
Ur.7 14. Jahrgang
*
Wiedergeburt des Volksliedes.
J ch glaube wohl sagen zu dürfen, daß seit den Tagen,
da Achim von Arnim und Clemens Brentano unter
dem romantischen Namen „Des Knaben Wunder—
horrn“ ihre Sammlung alter
Volkslieder unter die Schutz-—
herrschaft Goethes stellten
und in die Oeffentlichkeit
gaben, sich keine Epoche
deutscher Geschichte so ehr—
sich um die Wieder—
erweckung des deut—
schen Volksläiedes be—
müht hat als die Gegen—
wart. Den Anstoß dazu gab
die singende und wandernde
studierende Jugend, wie sie
ein Hans Breuer zu Füßen
des „Zupfgeigenhansl“ sam—
nelte, übrigens zugleich be—
deutsaner Anstoß für die
Erneuerung volkstümlicher
Instrumentalkunst! Die sich
alshald bildenden Sing—
gemeinden in Stadt und
Land, namentlich der Fin—
kensteiner Bund unter Walter
hensel, nahmen die An—
rcgung frohgemuten Herzens
und wesentlich bereichernd
und vertiefend quf, und
mauches wertvolle alte und
neue Volkslied nahm durch
sie seinen Weg in die ver—
schiedensten Schichten unseres
Volkes. Auch die Männer—
gesangvereine standen stets
im Dienst am deutschen F eVV
Vockslied. Ihnen reichte Titelseite von „Des Knaben Wunderhorn“.
der Tübinger Musikmeister
Friedrich Silcher — Meister in des Wortes bestem
Sinne — wertvollstes altes Volksliedgut, zusammen—
getragen aus allen liedfrohen deutschen Gauen, im
schlichten vierstimmigen Satz. Aber schon hier kamen
der 2. Tenor, der 1. und 2. Baß an die eigentlich
Melodie faum heron Und die Volfsqgemeinde bhlieb
eine hörende. Als dann aber die Tonschöpfer dem
Bolkslied ein immer kunstvolleres Gewand gaben, es
mmer kompliztierter setzten, da eroberte sich das Volks—
lied mehr und mehr den
Konzertsaal und vergrößerte
dadurch in gleichem Maße
den Abstand vom Volke, das
sein von ihm geschaffenes
Volkslied kaum noch wieder—
erkannte. Es wurde eine
Art Kunstlied, ein Ohren—
schmaus, ja oft genug eine
recht virtuosenhafte, artisti—
sche Angelegenheit voll
effektsuchender Uebersteige—
rungen. Um Mißverständnisse
auszuschließen: auch das
Volkslied hat sein Recht auf
den Konzertsaal. Und
auch das Volkslied darf in
die Sprache unserer Zeit
üübertragen werden: alte
Weisen in neuen Sätzen.
So brachte die Vortrags—
olge der Konzerte zum
großen Gaufest in Trier:
Fränkische Volkslieder in
Sätzen von Hans Lang,
Pfälzische, gesetzt von Hans
Petsch, Volkslieder der
Brenzlande — Schlesien, Ma—
suren, Elsaß — in Sätzen
oon Otto Jochum und Loch—
ringer Volkslieder, gesetzt
von Walter Rein. Ich nenne
weiter die für den gleichen
Zweck gewählten Lands—
knechtslieder in Sätzen von
Walter Leib, Arnim Knab,
Hans Lang und Walter Rein. Immerhin hat sich
aber jetzt auch der Männerchor auf seine Aufgabe be—
sonnen, das einstimmige Volkslied im eigenen
kKreise zu pflegen und durch sein Bemühen in den Ge—
neinden wieder zu erwecken und lebendig zu erhalten.
Mitführend ist auch hier dor Sor-Sängogerhatnd gemoösen