Full text : 14.1934/35 (0014)

Hom wuichertisch.

usph Seite 135

Zeitschrift für Musik, gegr. 1834 von Robert Schumann,
Monatsschrift für eine geistige Erneuerung der deutschen
Musik, Herausgeber und Verlag Gustav Bosse, Regens—
oburg. Preis vierteljährlich 3,60 M. Einzelheft 1,35 M.
Das prachtvolle Bayreuth-Heft mit 17 Bildern und einer
interessanten Notenbeilage erhält einen wehmütigen Auf—
tkakt durch die warmen Gedenkworte, die Gustav Bosse
und Dr. Fritz Stege dem soeben heimgegangenen Vor—
kämpfer für deutsche Musik Dr. Alfred Heuß widmen. Es
folgen: Hans von Wolzogen: Der Zeitgeist und die Szene;
Max Morold: Wagner-Inszenierung; Univ.Prof. D. Dr.
dans Joachim Moser: Walters Traum- und Preislied;
Erna Brand: Ein deutscher Sänger. Ludwig Schnorr von
Carolsfeld — der erste Tristandarsteller; Dr. Hans
Mlynarezyk: Zwischen Walhall und Stammtisch. Aus der
Bayreuther Probenzeit 19341 Dr. Max Herre: Karl Hasse,
Von deutschen Meistern; Wolfgang von Bartels: Fluidum
libers Mikrophon? Den Beschluß der sehr intereffanten
Rummer machen — wie stets — Berichte über Musik und
Musiker, Neuerscheinungen, Ur- und Erstaufführungen,
Musikfeste und Tagungen, Konzert und Oper, Rundfunk
und Film, Kirche, Schule, Bühne, deutsche Musik im Aus—
land, Preisausschreiben und Zeitschriftenschau.
Ein Sonderheft der „Westuark“ Monatsschrift für
tdultur. (Xsz-Verlag Neustadt an der Hardt.) Das
Ferienheft der „Westmark“ kommt in wesentlich stärkerem
limfang hekaus: zu dem Doppelheft für Juli / August ge—
sellt sich die Beilage „Völkische Wissenschaft“ und eine er—
zöhte Anzahl von Bildbeilagen mit insgesamt 17 Seiten
Abbildungen und einer Karte. Mit Rücksicht auf die Reise—
und Wanderzeit wurde in diesem Heft nicht allein auf
den Unterhaltungsteil größeren Wert gelegt, sondern die
Hauptaufsätze selbst sind auf die sommerliche Schau der
schönen Laudschaft eingestellt. Die schöne deutsche West—
nark wird in Beiträgen von Otto Brües, Dr. Karl Müller,
Nikolaus Schwarzkopf, Norbert Bruchhäuser und Hellmut
Culmann in ihren verschiedenen Landschaften: dem Wein—
land an der Haardt, der Industriegegend an der Saar, dem'
Waldland zwischen Neckar und Main, dem Taunus und
Hunsrück, dem Schwarzwald und Wasgau dargestellt, Prof.
onrad Guenther, Freiburg, schreibt dazu einen Beitrag
über Landschaft als Führerin zum Volkstum der gewisser—
naßen als Sinngebung über den verschiedenen Landschafts—
betrachtungen angesehen sein will. Die verschiedenen Dar—
sttellungen werden recht viel zum lebendigen Studium
uinsrer heimatlichen Landschaften anregen und dazu ver—
helfen, daß die oft verkannte Westmark auch in ihren ver—
schwiegeneren Schönheiten entdeckt wird. Es ist klar, daß
auch die „Stimmen der Heimat“ in einem sommerlichen
heft voller und reicher erklingen müssen, sind doch Berg
uͤnd Wald, Bach und Strom selber darinnen und erzählen
hon der Liebe der Menschen zu ihrer Scholle, aber auch
»on der Sehnsucht nach der Ferne, die wieder zur Heimat
zurückweist. Die beiden saarländischen Dichter Johannes
dirschweug und Claus Schmauch bringen uns in den Er—

ählungen „Der Besuch aus Lothringen“ und „Die zweite
zchicht des Michel Wendelsdick“ in besonders eindringlicher
Veise nahe das Heimaterlebnis des Saarländers. Hermann
Noos erzählt eine Sage vom Schneider Fürchtmichnit und
dans Weyland eine Sommergeschichte „Der Rebell“, die
ede auf ihre Weise auch der gelösten Ferienstimmung Rech—

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sarl Hochstein, Musilberlag, Heidelberg, Anlage 28

tung tragen. Neue Gedichte von Julius Maria Becker,
Aschaffenburg, und Martha Saalfeld, Heidelberg, sowie
Mundartgedichte aus verschiedenen Sprachkreisen der West—
nark (Ernst Thrasolt, Ernst Kiefer, Karl Hans Münch und
Vilhelm, Reuter) verstärken den sommerlich-heimatlichen
tlang dieses Heftes. Die politische Monatsübersicht, die
egelmäßig in dem Textteil „Der Trifels“ gegeben wird,
st diesmäl ebenfalls zu größerem Umfang angewachsen,
zas in Anbetracht der letzten großen Entscheidungen über
as Schicksal der Saar verständlich erscheint. Neben den
iüngeren Mitarbeitern Karl Mages und Eberhard Kron—
aufen ist vor allem der bekannte rheinische Historiker Paul
Ventzcke, der in seinen Buchveröffentlichungen über den
thein- und Ruhrkampf die grundlegenden Vorarbeiten ge—
eistet hat, zur Deutung dieser Exreignisse berusen. Von
sier aus lausen wieder allseits Fäden zur „Wacht im
Lesten“ und zu den Buchhesprechungen. Insbesondere
nöchten wir auf die verschiedenen Aufsätze über Freilicht—
bdiele der Westmark aufinerksam machen; die im Kultur—
eben der erwachten Nation eine bedeutende Rolle zu
dielen berufen find, darunter vor allem die Reichsfest—
piele in Heidelberg und die reichswichtigen Grenzland—
freilichtspiele in Queidersbach. — Die wissenschaftliche Bei—
ige des Sommerfestes wertet vor allen Dingen die Er—
ebnisse der Ausgrabungen am Brunholdisstuhl von Bad
dürkheim durch die Feder des bekannten völkischen Vor—
ämpfers Wilhelm Teut und bringt in der umfassenden
darstellung eines astronomischen Liniennetzes am Ober—
hein von Dr. Keith, Karlsruhe, wichtige Einblicke in die
eiftigen Anschauungen unserer Vorfahren, mit denen auch
ie neuesten UÜntersüchungsergebnisse über den sogenannten
oldenen Hut von Schifferstadt als einem germanischen
»pfergefäß unschwer in Verbindung zu bringen sein dürften.
zo muünden auch die wissenschaftlichen Ergebnisse in den
dahmen einer großen Kulturbetrachtung unserer Land—
chaft ein, und darin liegt gewiß nicht zubetzt auch ein
Zinn und eine Verpflichtung.

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