Full text : 14.1934/35 (0014)

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»IIISaar-⸗-Süäuger-Bund n *Aphhh Nr. 6
ungen liegt. Deshalb dürfte es meines Erachtens nicht mit
)en Stücken zusammen aufgeführt werden, die hier er—
vähnt sind; der Abstand ist zu groß, die Kluft zwischen
jeute und gestern zu weit, selbst wenn man es parodistifch
zuffaßt. Wohl aber wird es seiner Wirkung sicher sein,
venn es mit anderen gleichgearteten Werken zusammen—
jebracht wird, unter denen es zweifellos seine Bedeutung
sat. Denn es verrät eine leichte Hand, der Trompetenruf
st frisch und keck erfunden, das „Glück unter Tränen“ des
ungen Paares mit feinem Humor gezeichnet, das etwas
on Hugo Wolf'sche Art gemahnende Baritonsolo dankbar
zeschrieben, der ein wenig liedertafelnde Chorsatz ohne Um—
tände singbar, kurz, in seiner liebenswürdig heiteren An—
nut bietet es alle Voraussetzungen für einen Erfolg, wenn
nan ihm seinen richtigen Platz anweist. Es sind also loh—
riende Aufgaben, die den Teilnehmern an der Sängerwoche
us der Beschäftigung mit den vorgenannten Werken er—
vachsen. Denn diese dürfen durchaus als eine Bereicherung
der Chorliteratur betrachtet werden.“
KRreis TIrier⸗ Land.
Kreisführer Konz begrüßte die Vertreter, die zur außer—
»rdentlichen Tagung des Kreises Trier-LSRand in Ruwer er—
chienen waren. Ehrenvorsitzender Bidinger gedachte des
erstorbenen Reichspräsidenten, dessen Andenken unter den
dlängen des Liedes vom guten Kameraden geehrt wurde.
zwei unter Chormeister Huber vom M.G. V. Moselland 1882
stuwer vorgetragene Chöre, „Sängerspruch des nationalen
deutschland“ von Mandt und „Dem deutschen Vaterland“
on Winkel, leiteten über zu den Beratungen. Kreisführer
donz berichtete über das Sängerfest in Trier am 15. und
6. September, das dank dem Entgegenkommen der Stadt
Trier und der NSEDAP. im gleichen Rahmen und vor—
zussichtlich unter noch größerer Beteiligung als die in
Zzaarbrücken vorgesehene Veranstaltung geseiert werden
ann. Er gab weiter das Programm des Festes bekannt
ind sprach die Hoffnung aus, daß die Mitglieder des
zängerkreises Trier bis zum letzten Manne erscheinen
vürden. Das beste Veispiel gäben die Sänger des Saar—
sebietes, die geschlossen erscheinen würden. Dort hätten
ine große Zahl von besser gestellten Sängern sich bereit,
rklärt, die Kosten für erwerbslose Sangesbrüder zu tragen.
Außerdem habe der Kreis Saarbrücken in Trier für 10900
Zzänger Freiquartiere gestiftet. So ergehe auch an die
zangesbrüder in der näheren Umgebung von Trier die
Bbhitte, Sängern aus dem Saargebiete zum mindestens für
die Nacht vom Samstag zum Sonntag Obdach zu ge—
vähren. Für den großen Festzug am Sonntag seien von
»en einzelnen Kreisen Festwagen vorgesehen, die von dem
eben, der Sitte und der Arbeit des Trierer Landes Kunde
seben sollten. Erwünscht seien auch Gruppen in heimischer
kracht. Der Kreisführer teilte weiter mit, daß laut Ver—
ügung der Gauleitung jeder Verein gehalten sei, ent—
prechend der Zahl seiner Mitglieder das Festbuch und das
Festabzeichen für das Sängerfest abzunehmen. Bezüglich
der Beitragszahlung konnte der Kreisschatzmeister Schlund
nitteilen, daß der Kreis sämtliche Beiträge für das erste
Zalbjahr 1934 an den Gau eingezahlt habe. Leider seien
edoch noch eine Reihe von Vereinen mit ihren Beiträgen
m Rückstande. Es müsse jedoch im Interesse einer geord—
ieten Buchführung auf deren baldige Einzahlung gesehen
verden. Bezüglich der auf der letzten Generalversamm—
ung vorgenommenen Teilung des Sängerkrieses Trier—
Land im Ulnterkreise gab Kreischormeister Wilhelmi be—

zuf Quinten und Quarten gestellten Motiv in G-Moll;
2 Trompeten tragen es. Dieses Motiv durchzieht wie ein
roter Faden das ganze Werk. Es begreift viele Mög—
lichkeiten in sich, denn es ist so erfunden, daß es dem
Chor, der das Wehen der Morgenwinde besingt, sich leise
wie ein Echo anschmiegen kann. Es vermag sich aber bei der
Darstellung der Lichtwerdung und des Sonnenaufganges
auch zu flammendem Glanz zu erheben, den es bis zum
sieghaften Schlusse in B-Dur nicht verliert. Der Zauber
des Stückes beruht im Wesentlichen auf diesem Motiv mit
dem hellen Silber seiner Trompeten, aber quch auf dem
Aufbau des Chores. Anfangs kanonisch geführt, beginnt
er zunächst ruhig in zwei Stimmen seinen Gang, entfaltet
sich aber allmählich immer reicher und setzt beim Höhe—
punkt in Ges eine dritte Stimme an. Schließlich sendet er
sein Gebet „Herr laß uns siegen“ inbrümstig in allen
oier Stimmen zum Himmel. Auch hier wird mit geringem
Aufwand stärkster Eindruck erzielt. Aber nicht nur hel—
dische Haltung in allen Lebensäußerungen, sondern auch
Pflege des Volkstümlichen fordert die Stunde. Dem ent—
sPprechen die beiden Chöre von Bruno Stürmer und
Karl Mehlhoff. Stürmer, der Schöpfer der „Kandate“,
 greift hier auf ein kleines Lied des Minnensängers
Markgraf von Hohenburg zurück: „Dem König folg
ich“. Ein Ritter, der dem König Gefolgsdienst leisten soll,
läßt sein Herz bei der Liebsten. Damit der König aber
nicht schilt, schenkt jene dem Ritter das ihre. Diesem harm—
losen liebenswürdigen Geschichtchen legt Stürmer eine ebenso
einfache Weise unter. Er bedient sich des schlichten Er—
zählertones, der ohne Gefühlsseligkeit berichtet, was ist.
Dazu findet er eine bei aller Gewähltheit so warmherzige
und eingängige Melodie, daß sie in die Seele dringt und
sich nicht leicht vergißt. Daß ein Mann vom Range Stür—
mers auch den Kenner selbst in diesem anspruchslosen Chor
zu seinem Rechte kommen läßt, sei nur nebenher erwähnt.
Wer sich mit ihm näher beschäftigt, verspürt dies sogleich.
Mehlhoff hat sich wieder einmal mit dem alten trau—
rigen „Ich hört ein Sichelein rauschen“ beschäf—
tigt. Mit dessen Vertonung hat er aufs neue bewiesen,
daß der Brunnen, aus dem das alte Volkslied quillt, schier
unergründlich ist; jede Zeit kann aus ihm schöpfen. Mehl—
hoff hat die wehmütige Klage des ersten und dritten Ver—
ses gleichmäßig nach F-Moll gesetzt, dem mittleren „glück—
haft belebten Vers“ mit eigener Weise AsDur zugewiesen,
dem Ganzen hängt er einen kleinen dreiaktigen Schluß
an. Dieses Wechselspiel verwandter Tonarten macht den
Reiz des Chores aus, dessen Stimmen überdies bis in alle
Einzelheiten ihr eigenes Leben führen und so zwanglos
miteinander verflochten sind, daß die Spannung bis zum
Ende wach hleibt. Trotz dieser rein linienhaften Stimm—
führung darf sich aber das Ohr doch an schönem Klang
ohne harmonische Härten erfreuen, ein Umstand, den man—
her Sänger besonders dankbar begrüßen wird. Es bleibt
noch die „Die Hochzeitsreise“ für 4stimmigen Män—
aerchor mit Einzelbariton und Cornet a pistons bder Kla—s
vier von Heinrich Kaspar Schmid zu besprechen.
Dieses Werk scheint mir aber hier fehl am Ort zu sein.
Nicht wegen seiner musikalischen Eigenschaften, denn sein
Verfasser ist einer der fähigsten Tonsetzer aus der neu—
comantischen Schule des Münchener Meisters Thuille, der
um die Jahrhundertwende dort seine früchtbare Tätigkeit
ausühte und hat selbst eine große Zahl namhafter Ton—
schöpfungen verfaßt. Aber es gehört in seiner ganzen Ge—
sinnung einer Zeit an. die weif hintor unserop Nuschau—

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