Full text : 14.1934/35 (0014)

Nr. 5 IIAIPIUIi nlfhh Saar⸗Säuger-Bund IIIIHlil:. Pehnt »un Seite 109
hostenbach zogen die Sänger am Samstagabend in Bingen hor und einem Streichorchester bestritt, trug den Saar—
ein. Hier fand zu Ehren der Sagarsänger ein Kommers ängern begeisterten Beifall ein. Chormeister Adolf Groß
statt, bei welchem Vertreter der Stadt Bingen, der NSTAP. rachte mit seinem wohlgeschulten Chor von 160 Sängern
und des TSB. den Gästen in der gastfreundlichen Stadt dertvolle Literatur, namentlich vaterländischen Inhalts, zum
Bingen ein herzliches Willkommen zuriefen. Sangesbruder dlingen und stellte die gediegene Chorpflege des Vereins
dehrer Ekert brachte in seiner Antwortrede in kernigen estens unter Beweis. An dem anschließenden Deutschen
Worten unsere Treue für Deutschland und seinen schönen end pries Kreisleiter Dr. Müller die Treue als das
Rhein zum Ausdruck. Bei Musik- und Liedvorträgen und este Band zwischen Saar und Reich. Vereinsführer Krä—
heim rheinischen Wein flossen die Stunden allzu rasch dahin. ner überreichte als Zeichen des Dankes das Werk „Land
Ter Sonntag brachte uns üher Rüdesheim durch rebende⸗ in der Sagte und Linen Kristallppkal der Wadgössener
dränzte Höhen zum Niederwald-Tenkmal. Aus vollen Kehlen Industrie. Chöre, Lieder, Musikvorträge, der Saarspruch
ertönte Hausmanns „Germania“. Weiter führte uns der Bald kommt der Tag“ von Rud. Schulde formten fich
Weg über die Höhen nach Aßmannshausen und Rheinstein. u einem prachtvollen Festabend. Gauschriftführer Stein
Am Montagmorgen trug uns der Tämpfer nach dem wein- ab mit seiner Mahnung, die gastlichen Prümer möchten
rohen Bacherach mit der Burgruine Stahleck. Ein liebens⸗ Jre Saargäste nicht so sehr verwöhnen, wie es bei seinen
würdiger Führer erliärte uns Entstehen und Entwickhlung Wartiergebern der Fall'fei, sonst büeben die Saarsänger
Bacherachs im, Laufe der Jahrhunderte. Leider rückte die loch eine ganze Woche in Prüm, dem Abend den fröh—
Stunde der Abfahrt immer, näher, und so mußten wir uns ichen Abschluß Ueberaus eindrucksvolt war das Hochamt
schweren Herzens von den uns liebgewordenen Stätten trennen. nder ehrwürdigen Salvatorkirche durch den Vortkag der
Aber sie werden jedem in Erinnerung bleiben. Allen Sanges- deutschen Messe“ von Rellius burch M.6.V. Wadgaffen
brüdern und Sangesfreunden vom Rhein sprechen wir nochmals ind durch die weihevolle, warme Predigt des Geistlichen,
unsern Dank aus für die überaus gastfreundliche Aufnahme! er pviele Jahre im Saartand amtiert hatte und nun Fröm—
M.G.V. Wadgassen brachte wieder unter dem Stabe seines ugkeit, Fleiß und Heimat- und Vaterlandsliebe der, Saar⸗
Chormeisters Ad. Groß ein hochwertiges Konzert heraus, inder aus eigener Erfahrung bezeugte, Nach dem Gottes—
in dessen Mittelpunkt die schwierige, üefbeseelte „Deutsche ienst legte Vereinsführer Krämer mit weihevollen Ge—
Messe“ von Georg Relliuͤs stand. Der Kammerchor Saat— ächtnisworten am Gefallenendenkmal einen Kranz nieder
brücken gab dem Konzert unter Akad. Musiklehrer Schrimpf ?höre der Saarsänger umrahmten die feierliche Stunde.
eine besonders feine künstlerische Note. Durch Zusammen— ur Saarkundgebung auf dem Gymnasiumplatz marschierten
schluß der Wadgassener Vereine ist nunmehr ein Chor- nit etwa 50 Fahnen sämtliche Vereine unter klingendem
körper von hoher Leistungsfähigkeit entstanden. Spiel der Feuerwehre und der FAD.Gruppenkapelle auf.
Tn dem Badenweiler Marsch folgten warme Begrüßungsworte
Mi.8. Eintracht Fenne brachte in seinem jüngsten, Bürgermeifters Mangold, der der Helden des Welt—
künstlerisch recht bedeutsamen Konzert erstmalig auch sei⸗ egs und der Braunen Front dedachte, die huch um das
nen zsrauenchor zur Mitwirkung. Unter dem, Stabe von Feusche Vand an der Saar in ven Tod Fegangen seien.
Willi Lorscheider kamen erlesene Vollslieder wohlklingend inter dem Abwehrtamsf der Sartämder deht dae ganze
zum Vortrag. ‚Als Soltstin standen Käthe Rahner, Sopran, Zuüische Volt, die Bruͤder uud Schwestern bald wieder duf
Willi Lorscheider Fenor, und Karl Rahner am Klavier nehnen in' das Amdge, festgefügte Reich Adolf Hittece.
ur Berfügung. Besonders dankharen, Beifall fanden die goahh dem Verklingen des Saariedeß üuherbrachte Ganschrift
Duette aus den Jahreszeiten eider stand der Besuch im Ihler Stein die Grüße der Saarsangerschaft? sie habe sich,
umgekehrten Verhältnis zum Werte der Veranstaltung. is ihr 1918 die BewegungsPrefser und Rebefreiheit
Zu einer großangelegten Saarkundgebung der Ortsgruppe eschnitten sei, hinter die Hochburg des deutschen Liedes
Prüm des Bundes der Saarvereine war Mi.VB. Wadgassen eerschanzt. Jedes Lied sei, abgestimmt auf den Akkord:
zingeladen, der zuerst in Gerolstein herzlich begrüßt, bei Deutschland, heiliger Name! Die Festrede hatte Pg. Sarg
seinem Eintreffen in Prüm wiederum durch einen überaus ibernommen. In markanten Umrissen zeichnete er ein Bild
varmen Empfang überrascht wurde. Bemerkenswert war die es Grenzlandfchicksals der Saar, bis zur Gegenwart. Ein
begeisterte Anteilnahme der ganzen Bevölkerung, die in den iniges deutsches Volk sei die beste Hilfe üm Freiheits—
Feftragen Beweise rührender Gastlichkeit brachte. Gauschriftt. ampfe der Saar. Das Deutschlande und Horst-Wessel-Lied
führer Stein beantwortete die herzlichen Willkommsworte eschlossen die herzerhebende Kundgehung. Bei Abschied
des Ortsgruppenleiters der NSDAp. dufs Hherzlichste. Der ber Sgarsänger gab ganz Prüm am Bahnhof, noch einmal
diederabend. den M.GV Wadaassen M.G.VP. und Frauen⸗- derzliche Beweise treudeutscher Verbundenheit!

Ein Volks
Ei wundervoller Sommer-Samstag-Abend. Im abend—
lichen Frieden liegt mein Heimatdorf, es ist
ein Blühen und Reifen in der wundersamen Welt. Ich sitze
oor der Tür meines Hauses und lausche in die abendliche
Stille, die höchstens durchbrochen wird durch den Klang
eines Radios, das irgendwo ertönt. Stille wird es auch in
mir, meine Gedanken gelten der Entwickelung meiner lieben
deutschen Heimat, meinem geliebten Saar⸗-Heimatvolk. Da
olötzlich dringen irgendwo hinter einem Gartenzaun Kinder—
stimmen zu mir herüber „Land vereinsamt und in Ketten,
um dich würfeln wie bei Wetten fremder Völker Ländergier“
— Kinderstimmen, diese Töne, die doch vorläufig nur
in Sängerkreisen üblich waren! Eine Freude steigt in mir
auf, eine unbändige Freude. Sind unsere Lieder schon
wirklich ins Volk gedrungen? Singe du, kleines Mädelchen,
und du, wackerer Bube, nur immerzu, Ihr wißt nicht,
daß Ihr mir eine so große Freude bereitet habt! Ich weiß
auch. wer Euch diese Lieder übermittelt hat. Ich danke Euch,
ihr Chormeister, die Ihr die Zeichen der Zeit begriffen habt
and Volksmission treibt in rechter Weise. Ich glaube nun
daran, daß wir auf rechtem Wege sind.
Ein zweites Erleben. Ein Hüttenwerk, Stätte rastloser
Arbeit, deutscher Arbeitsfleiß baut hier an völkischem Wohl⸗
stand, der brave Hüttenmann wirkt und schafft in Ge—
danken an ein stilles Haus und in Gedanken an einen
lieben Buben und ein blondes Mädel irgendwo in Dorf
yder Stadt Räbder surron Sgen freischen. zischender Dambpf

ldiedßdwirdö.

— und mitten hinein ein jubelndes Pfeifen aus dem Munde
ines Arbeitsmannes: „Glückauf wir rufen aus Schächten zum
tdampf für die Freiheit Euch zu“ — Eine gleichgroße Freude
iberkommt mich bei diesen Tönen, sicher ein Sangesbruder
»on irgendwo! Der pfeifende Mund kann sicher auch zum sin—⸗
zenden werden und Zeugnis ablegen bei seinen Arbeitskame—
aden von einem kleinen Lied, das man so lieb haben kann.
Und nun ein drittes herrliches Erleben. In einer großen
Zaargemeinde., Wieder Sonntagsfrieden, wieder ein
serrlicher Sommerabend, auf einem großen Kirchplatz haben
ich zirka 2000 Menschen versammelt und lauschen den
dlängen eines Männer-, Gemischten- und Kinderchores, die
ich hier zu gemeinsamem Dienst an deutschem Lied und
zolkstum gefunden. 200 Personen mögen es wieder ge—
oesen sein, die hier der Dorfgemeinschaft und insbesondere
»er Volksgemeinschaft dienen wollen. Und hier wieder unsere
»ben angeführten Saarlieder, die sich in unser Volksemp—
inden einhämmern wollen. Und sie haben sich eingehämmert
zei den 20000. Du kleines Mädchen und du Bub hinterm
Bartenzaun und du pfeifender Hüttenmann, du wirst nicht
nehr allein bleiben mit deiner Melodie, wir werden hinein—
ringen in unser Saarvolk mit unsern Liedern. Nicht müde
verden, Ihr wackeren Chorleiter, nicht müde werden, du
iebe Sängerschar! Ein Ziel steht vor uns, so schön und
jehr, mit einem gemeinsam singenden Saar—
»o1f beim ins liebe deutsche Vaterland!
Geinrich Meuter
            
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