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lll Saar⸗Säuger-Bund IIIIl.
ugshsshh Seite 101
Der Verein der Saarländer New York, Geschäftsstelle
3 St. Johns Place Ridgewood, N. Y., veranstaltete am
19. Massin der New Vorker Turnhalle als Gründungsfeier
einen „Deutschen Saar-Abend“ mit Instrumentalvorträgen,
Begrüßungsworten des Vorsitzenden Ph. Woll, Festrede
boon Carl Nicolay, Männerchören, solistischen Liedvorträgen
und gemeinsamen Liedern. Dem Bürgermeister in Prüm
ging folgendes Antwortschreiben zu: „Liebe Landsleute!
dabt herzlichen Dank für die uns nläßlich unserer Grün—
zungsseier übermittelten Glückwünsche und Grüße. Sie
waren uns ein neuer Ansporn, nicht nachzulassen in unseren
Bestrebungen bis der Kampf um die Rückgliederung unserer
deutschen Saarheimat siegreich durchgeführt ist. Auch hier
in Amerika ist die Zahl derer, die sich dafür einsetzen,
daß dem Saargebiet Gerechtigkeit zuteil werden muß, stetig
am Wachsen.“
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Bruno Teipold
Sterbetafel.
Christian Wilms, Ehrenmitglied des MGV. Güchenbach,
gestorben am 10. Juli 1934 im Alter von 64 Jahren ˖
Hermann Bollig, aktives Mitglied des MGVWV. Eintracht
Dhron, gestorben am 1. Juni im Alter von 22 Jahren.
Jakob Werle, inaktives Mitglied des MGEV. 1988 Groß
rosseln, gestorben am 7. Juni 1934 im Alter von
34 Jahren.
Johann Hohe, inaktives Mitglied der Sängervereinigung
1848 Saarlouis, gestorben im Alter von 75 Jahren.
„Stumm schläft der Sänger... . ......“,
Vereine, Gau, Bund bewahren ihnen ein dankbares Andenken.
— — —
Verlaa von Karl kochstein heidelherg
buchdruckerei
friedr.sourths“ sgarbrücken
Fernprecher 21421 4 begründet 18689
Die Burschen traten nun wirklich zurück, und der Bauer
chloß das Fenster. Wie ward aber Paul, als er sah, wie
der Alte die Hände rang, sich verzweifelnd durch die dünnen
veißen Haare fuhr und stöhnte: „Mein Gott im Himmel,
venn mir das Mädle, mein Evebärble, die Schande an—
getan hätte!“
Er ging nach der Türe. — Schülzle biß die Zähne zu—
sammen! — Wenn er sie bewegte, stand er im vollen Licht
dem Alten gegenüber!
Doch der Alte beachtete die Türe nicht, er rief nur in
die Stube: „Alte, der Musikant soll im Haus sein! Steh'
auf, mach' Licht und sieh bei den Weibsleuten nach. Ich
geh‘, die Knechte wecken; der Kerl soll mir das nicht un—
geftraft angetan haben!“
„Ich bin schon lang auf,“ entgegnete eine verstörte, frost⸗
hebende Männerstimme, „aber ich kann die Schwefelhölzle
am alles in der Welt nicht finden!“
„Ja, das glaub' ich! Die hab' ich in der Hast ins Hand⸗
becken geworfen!“ entgegnete der Bauer, „mach' Licht in
der Küche, und eile, daß du in die Mädchenkammer kommst!
Ist der Bursch dort —“
Alter, schäme dich!“ rief die Bäuerin ärgerlich.
„Es ist ein Glück für das Mädle, ist die Luft rein! —
Eil' dich!“
Der Bauer verschwand mit seinem Licht in dem schmalen
Bang, der durch die ganze Tiefe des Hauses führte. In
der kintretenden Finsternis huschte eine Gestalt an Paul
horbei. Nebenan raschelte es, dann durch eine halb offne
Tür ein blauer Lichtschimmer in den Hausflur. Also dort
var die Küche! — Trai jetzt die Bäuerin heraus, ward ge—
rade der Winkel zwischen Wand und Tür, in dem er
Schutz gefunden, züerst erleuchtet. Entdeckung war unver—
meidlich Ueberhaupt war er verloren, sowie nur der Bauer
aus dem Gang zurückkam! Hier konnte er nicht bleiben.
Aber wohinꝰNahende Schritte der Bäuerin scheuchten
hn auf. Fort mußte er. Im Augenblick war nur ein Loch
offen. Mit einem Sprung war er in der Stube hinter
)em Ofen.
Wieder war er für den Augenblick gerettet, aber er ge—
riet auch immer tiefer in die Falle. Wohin. wenn der
Rouer mit den Knechten zurückkam?
Die Bäuerin schloß die Stubentür und entfernte sich
benfalls nach der Hinterseite des Hauses. Paul trat an
die beeisten Fenster, taute sie mit seinem Hauch ab und
zlickte hinaus. Der Sprung hinab in den Garten war
zewagt, aber nicht unausführbar. Eben erhellté der auf—
jehende Mond matt die Umgebung. Bei dem schwachen
zchein bemerkte er, wie die Rottensteiner das Haus nach
illen Seiten umstellt hatten. An ein Entkommen war vor—
äufig nicht zu denken.
Schritte kamen näher. Er hörte, wie die Bäuerin be—
änftigend auf das weinende Evebärble einsprach, was auch
die Mägde tröstete. Also sämtliche weibliche Hausbewohner
amen in die Stube. Wo sollte er bleiben? Allmählich ward
e»s nun auch im Haus lebendig. Er hörte den Bauer
chelten, die Knechte lachen und fluchen. — Wohin, wohin?
In der Stube zeigte sich nirgends ein Winkel, nirgends
n Versteck. Näher und näher kamen die Frauen. — Ver—
weifelnd, mit einem Fluch zwischen den Zähnen rannte
exx hinaus in die Kammer der Herrnleute, Es war das
rin enger Raum, ein sogenanntes Kafenetle; zwei dünne,
etwa sechs Fuß hohe Bretterwände, die nach oben ein ge—
chnitztes Gitterwerk mit der Decke verband, umschlossen
ben zwei breite Betten und ließen einen schmalen Gang
»azwischen frei. Die Wände selbst waren mit Kleidern
zerhängt. Dahinein verkroch sich Paul, drückte sich fest in
zie Ecke und ergab sich seufzend in sein Schicksal.
Eine trostlose Lage! — Wie sollte er aus diesem Ge—
ängnis unbemerkt ins Freie gelangen? Das einzige Fenster
bar vergittert, und sonst führte der Weg nur durch die
Zztube und über den Hausplatz! Es war schrecklich! — Mehr
ils einmal fuhr sich Schülzle in die Haare. Zur größeren
Lorsicht begann er, seine Stiefeln auszuziehen, band sie
nit der Trompete zusammen und hing sie um die Schul⸗
ern, um für den Notfall Arme und Hände frei zu haben.
Das Peinliche seiner Lage ward vermehrt durch die un⸗
nittelbare Nähe des geliebten Mädchens. Er sah ihren
zchatten an Wand und Decke sich abzeichnen, er hörte
hr trostloses Weinen, das die Mutter und Mägde vergeb—
lich durch ihre Tröftungen zu beschwichtigen suchten; —
ꝛrx wußte ja nur allzu gut, warum sich, Evebärble nicht
vollte tröften lassen. Wie erbärmlich, wie verächtlich kam
ar sich por in seiner Ecke! Foöortseßung solat)