Full text : 14.1934/35 (0014)

Nr. 5 llr uh Saar⸗Sänger⸗Vund !ut: ns ih Seite 97
in weiterer Fortentwicklung das Singtreffen benachbarter völkischem Sinne. Das nationale Bewußtsein ist Träger
Gemeinden zur Wiederbelebung alter heimatgebundener seiner ganzen Arbeit und Haltung. So gliedert er —*
Batadensetteinndegditdggnn datrettameSip in die — des dentsen inrinn ein. d
r a Sonnw eiern, Weih⸗ Daraus ergi ich eine grundsätzliche Neugestaltung der
nachtsfeiern, Tag der nationalen Arbeit usw. zu einer Chorleiterkurse, oder richtiger der Chorleiterschulen, der
e erne Somit ost dannder, Vehe deebnen für nuee im Sinne einer Arbeitsgemeinschaft. Ge—
Singen und Musizieren in der Familie bei jeder Gelegen— meinsame Unterbringung, gemeinsame Mahlzeiten, ununter—
heit. Wenn irgendwo, so wird hier durch das deutsche drochene Fühlungnahme, auch in der Freizeit, untereinander
Lied das Wort „Kraft durch Freude“ zur Wahrheit. und mit den Führern sind für eine gedeihliche Arbeit
Jeder Gauchormeister muß in die Lage gefetzt werden, die zwingenden Voraussetzungen. Auf, die wichtigsten Ar—
de Wegy des Volkssingens vorbereiten zu können. Der Varries sieehrs in Fue wen ——— Wone
ist di raus instimmi eorie, oder doch nur in Verbindung mit der Praxis.
——sI isdurddie aade vab einsimgigen ae Erarbeiten von Liedern dnni 8
rinmal deschrittenen Weg undeirri weiter zu gehen, auch Führung. Als Uebungsstoffe für stimmbildnerische, dyna—
gegen den Willen einiger Musikgrößen, die vom' einstim? nische, rhythmische, harmonische, deklamatorische Gestal—
migen deutschen Volkslied nichts wiffen oder nichts wisfer ungs- usw. Fragen nur, das Lied, keine trockenen Tonreihen
delen Dee berisae Dalattn gur gros deeeete Wehstehdnt aen enhte. der Arhelt
SB. für die Schaffung eine 9 3
hollen aber sehr billigen Literatur n ung — * Rücksichtslose Forderung: Alle Dirigenten eines Gaues
Volksmusizierens in Riesenauflagen besorgt ist. Neben der m en im Judo iniger b 8 zinen e
heimatgebundenen Liedliteratur erxeichen wir als schönstes enanen — ite Interesselose e
dienn 5 I58 pif Ane Feen o Voched und durmerden pesonderese e —3 sordortichrite sabo⸗
amit S— ung der deu en Liedfront.
Eine sosche ——— ist' unmöglich zu lösen in dem Organisatorische Durchdringung mit den von den Führern
ewigen Nebeneinanderarbeiten der Gauchormeister. Die
p E.7 souf im Jahre Zusammenkunft der Gauchormeister. Die Kreis—
deutsche Liedfront kann uns als Löstlichste Frucht unserer Hoörmeisler agen unler Führung des Gauchormeifters glie
Arbeil nur geschentt werden durch das dügentofe Zusame Jormeister agen unger rades
n r— rerst — ster versammeln ihre
De een Deorne er durch die elbstlose Tä— Dirigenten, wenn notwendig in geographisch zusammenge—
tigkeit aller musika ischen Führer, die guten Willens sind. saͤhren Grupeen in Absanden von zbigeg Wochen Kress—
Weiterbildung ver Dirigenten. unß eore müssen n & J sein, wert—⸗
zpaglit— 4 4 doi F volle praktische Liedarbeit in mustergültiger Form vorzu—
——— sein heitzt bereit sein. Opfer zu fuühren Gelegentliche Teilnahme des Gauchormeisters, da—
ringen, vor allem Opfer an Zeit und Nervenkraft. mit er seine Kreis- und Gruppenchormeister in ihrer Arbeit
Die Leistung eines Vereins ist lediglich abhängig von kennenlernt. In der richtigen Auswahl der Kreis— und
seinem Dirigenten. Wahre Musikalität liegt nicht in der Gruppenchormeister liegt der Erfolg begründet. Teilnahmsererdet
 aigee — naden sofigkeit diesen Veranstaltungen gegenuͤber muß zu mög—
zu nen, e i r is en inge lichft schneller Ausschaltung führen.
Sinn für Spannkraft und Fluß der Melodie, für Modu Gruppen- und Kreischormeifter richten statistische Auf—
lationsfähigkeit der Rhythmik und für kraftgeladene Har. siellungen über ihre Chorleiter ein nach bestimmtem Muster
Die — nen 3 dn J e Weitergabe an den Gauchormeister. (Einheitliches Form⸗
in erkes. Hinzu kommt noch: sicheres Stilgefü ür ij — B. ü⸗
die Eigenart jeder Epoche, Kenntnis — Aufbaus 8 nded geenennd — weNenae ucere
um echte Innendynamik und dadurch richtige Deklamation grelschormeister muß uͤber die in seinem Gebiet gesungene
erkennen zu können. Außerdem einwandfreie Beherrschuno diteratur Aufschlußz geben können. Zugleich Bericht, was
der Vokalgestaltung, auch an Stimmungsgehalt durch ver geschehen ist, um die wertvolle Literatur zu fördern.
schiedene Färbung, weiterhin dramatische Gestaltung der Ein gewifses Maß von Allgemeinbildung muß von jedem
nnudn 3 Kenntnis der Chorleiter, ganz nndere — von g poenh und
euts ühnensprach rau tzt werden. Kreischormeiftern, verlangt werden. on den Führern
Die wichtigste Grundlage für einen musikalischen Führer (Gruppen- und, Kreischormeistern) außerdem die Ahigten
ist eine gewisse Allgemeinbildung und seine Haltung in der freten Rede, überhaupt Führertalent. M. Veck.

Muslik verdirbt
Wie oft konnte man jene leichtsinnig hingeworfene, bil⸗
lige Weisheit hören, daß Musik den Charakter ver—
dirbt oder schwächt. Noch vor wenigen Jahren wurde bei
einem Sittlichkeitsprozeß in Berlin (dem sog. Krantz-Pro—
zeß) von einem Richter ausgesprochen; „Jeder, der in
einem musikalischen Hause aufwächst, ist von vornherein
schon gefährdet, insbesondere der Geiger mehr als der
Bläfer“. Diese ungeheuerliche Behauptung glossierte eine
Hanmburger Musikzeitschrift mit folgenden Spottversen:
Du holde Kunst, nun ist's heraus, daß mich des Lebens
wilder Kreis umstrickt, das machte die Musik zu Haus
durch die wurd' ich meschugge und verrückt. Wenn schon
die Bläfer höchst bedenklich, und an Charakter etwas kränk—
lich, wie sehr muß sich das Böse zeigen bei allen denen.
die da geigen!“
Es ist eine der übelsten Verleumdungen, wenn der Musik
eine sittliche Kraft abgesprochen wird. Im Gegenteil: Ende
der zwanziger Jahre fand in Portland (USA.). ein allge⸗
meiner Musikkritiker-Kongreß statt, wo der Vorsitzende der
Rativnalvereinigung amerikanischer Musikgesellschaften ab
len Ernstes erklärte, daß nach dem Urteil maßgeblicher
uristischer und medizinischer Saͤchverständiger das Anwach—
sen der Kriminalität zu großem Teil auf den Mangel an
guter Musik zurückzuführen sei. Man sieht aus diesen
djesseicht ar nicht eumaf übertriebenen Folgerungen., welck

den Charakter.

eine hohe ethische Bedeutung der Musik beigemessen wird.
Jeder, der sich selbst mit Musik beschäftigt, der selbst
kinmal ein Instrument in die Hand nimmt, wird aus
dieser Tätigkeit soviel seelische Freuden gewinnen, daß
das „Böse““ in seinem Innern keine Macht gewinnt. Das
klassische Griechenland kannte sogar Instrumente und Ton—
folgen, die dazu dienten, Erregungszustände zu beseitigen
und edle seelische Kräfte zu wecken.
Das Wort von der ungünstigen Beeinflussung des Cha—
rakters durch Musik muß in einer Zeit entstanden sein, die
in falscher aͤsthetischer Einstellung der Meinung war, daß
die Affekte“ in der Musik genau den gleichen Bedingun—
gen unterliegen wie die Gefühle des Menschen. Im Zeit—
alter der Empfindsamkeit gab man sich willig der Ver—
veichlichung hin, man öffnéte der Musik Seele und Herz,
ließ sich bis zu Tränen rühren. Einzelne typische Instru—
menté dieser empfindsamen Zeit, beispielsweise die Glas—
harmonika, wobel der angefeuchtete Finger den rotierenden
Glasschalen zarte „himmlische“ Klänge entlockte, mögen in
der Tät bei dauernder Ausübung Nervenschädigungen ver—
uürsfacht haben. Aber den Charakter hat noch keine Mupsil
verdorben.
Letzten Endes kommt es immer nur, auf den Menschen
an, in welcher Weise er auf musikalische Einwirkungen
eggitert. Geistige Kraftnaturen werden durch die Sprache
            
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