Full text : 14.1934/35 (0014)

Willkommen in Trier.

us Nr.

Die alte Römerstadt an der Mosel
Arechnet es sich zur besonderen
Ehre an, die 15. Tagung des Rhei—
nischen Sängerbundes bei sich auf—
nehmen zu dürfen. Alle Teilnehmer
an dem Bundestag heiße ich daher
zugleich im Namen der gesamten
Bürgerschaft bereits heute herzlich
willkommen.
— Seit langem schon ist die Sanges—
kunst von den für das Gute und Schöne empfänglichen
Bewohnern unserer treudeutschen Stadt begeistert und

emsig gepflegt worden. Mit um so größerer Freude
auch erwarten wir deshalb die deutschen Männer, die
immer wieder im deutschen Liede Deutschlands Ehre
Freiheit und Größe preisen, als unsere lieben Gäste,
Möge die Tagung in Trier dem Deutschen Sänger
bund Nahe-Mosel-Saar neue Wege für seine kulturell—
künstlerische Betätigung im Dienste für den neuen
Staat zum Wohle des Volksganzen aufzeigen
Trier, im März 1934.

Christ,
k. Oberbürgermeister.

Ein Gang durch die alte Römerstadt.

Ferier, die Sängerstadt, die Stadt hervorragender
C Zeugen stolzer, historischer Vergangenheit, hatte
in den letzten Jahrzehnten gar oft die Freude und die
Gelegenheit, in ihren Mauern stattliche Scharen sanges—
froher, deutscher Männer zu begrüßen. Stets waren
es schöne und eindrucksvolle Tage, getragen von ehr—
licher Begeisterung für die edle Sache des deutschen

Die Porta nigra in Trier.
Liedes, und stets hinterließen sie herzliche und nach—
haltige Eindrücke. Und diese Eindrücke gewannen noch
besonderen Reiz durch die einzigartige Stimmung, die
einen jeden mit so inniger Macht gefangennimmt, der
zum ersten Male die Straßen Triers durchwandelt und
dabei die gewaltigen Kulturdenkmäler einer für alle
Zeiten lebendiggebliebenen Größe auf sich wirken läßt.
Trier, die einstmals gefeierte und bewunderte
römische Kaiserresidenz, die ehedem den ganzen
Glanz zäsarischer Pracht ausstrahlte. die „Augusta“

(d. i. die erhabene, majestätische Stadt) der Treverer,
ist die einzige Stätte diesseits der Alpen, die noch
heute die Spuren längst vergangener, weltgebietender
Herrlichkeit in so verschwenderischer Fülle und Reich—
haltigkeit erkennen läßt. In aller Welt ist ihr dadurch
ein Name geworden, der von dem hohen Wertbegriff
antiker römischer Kultur unzertrennlich ist. Im Verein

mit Triers landschaftlicher Schönheit schaffen diese
Sehenswürdigkeiten ein Gesamtbild von erhebender und
belebender Eindruckskraft.
Begleiten wir den Gast, den sein Weg nach Trier
führt, auf einer kurzen Wanderung! Schon gleich nach
Verlassen des Bahnhofs grüßt ihn beim Eintritt in
die Stadt ein hübsches, freundliches Bild, die schön
gepflegte Allee mit dem Balduin-Denkmal längs der
Adolf-Hitler-Straße, die noch im Sommer des Vor—
jahres anläßlich der großen Wallfahrt mit besonderer
            
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