Full text : 11.1933-1934 (0011)

Seite 84 IIII

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hat von Fis aus abwärts zwei kleine Terzen zu singen,
also das zu tun, was wir vorhin durch Vertauschen des
Zis mit dem Fis dem 1. Tenor ersparen wollten. Zur
Borübung — und diese ist hier unerläßlich — empfiehlt es
sich, die erste Hälfte der CiscLeiter, also die Töne cis dis
»is fis, aufwärts und abwärts singen zu lassen, den Leit—
on his hinzuzufügen, his dis und fis zu betonen und
chließlich nur noch mit den beiden kleinen Terzen zu
arbeiten. Ist das einigermaßen geläufig, dann nimmt man
die entsprechende Oberstimme hinzu. Uebersteigern darf
nan das Ueben einer Stelle, wie der vorliegenden, natür—
ich nicht. Es kommt sehr auf die Voraussetzungen und
»ie Vorübungen an, ob diese Stelle schon beim ersten Zu—
ammensingen tadellos geht. Kann das nicht erreicht wer—
»en, dann ist auch noch nicht alle Hoffnung verloren. Mit
der Zeit gewöhnt sich das Ohr und das harmonische Gefühl
der Sänger schon daran. Das lehrt die Erfahrung. Unser
zöchster Wunsch muß es natürlich sein, von vorne herein
das Richtige zu treffen.
In dem folgenden Cis-Dur-Teile müssen nun alle
Ztimmen taktfest sein. Das gilt nicht zuletzt wieder vom
2. Baß. Hat er erst den Quartenanschluß gisccis gefunden
uind die eben schon notwendig gewesenen Cis-Dur-Vor—
ibungen nicht vergessen, dann kann man ihm die ganze
Zeite bis zum Pianissimo „Flüchtig versinkt es zurück“
zumuten. Gezählt muß allerdings werden. Nach eintak—
iger Pause gesellt sich ihm der 1. Tenor bei, der seinen
Khythmus übernimmt. Terzverbindung macht ihm das
kSinsetzen leicht. Die Bedeutung der halben Pause hat er
rüher bereits kennengelernt. Am einfachsten ist der melodie—
ührend auftretende 2. Tenor. Bei ihm entsprechen sich
vieder Gruppen von vier Takten, doch müssen einige Ab—
veichungen mit in Kauf genommen werden. Der J. Baß
jat abermals wenig zu tun. Bei „schnuppig“ macht er von
zis aus einen Luftsprung, um sich dann auf einem neuen
Tone, nämlich e, festzusetzen. Es muß aber gezählt wer—
den, zumal die Silben „flüchtig versinkt es“ (1. Baßsolo)
derschieden verteilt sind. Hier muß gezählt werden, wie
iberhaupt dieses ganze Stück im Zusammenhang am
chnellsten geht, wenn die Sänger bereits an ein selbstän—
ziges Zählen gewöhnt sind. Halbe-, Viertel- und Achtel—
ioten zu unterscheiden, ist wirklich nicht schwer. Bei
Flüchtig versinkt es“ kommen — außer dem ruhenden 1.
baß — allen Stimmen einige gefährlich aussehende Halb—
onfortschreitungen zu. Von 2 Baß hängt alles ab. Zu
hm bewegt sich der 1. Tenor in Terzen, der 2. in Sexten.
dier empfiehlt sich frühzeitiges Zusammennehmen der
Larallelstimmen. Das Ganze läuft auf den Dominant—
zeptakkord von DeDur hinaus. Es darf den 2. Tenor
richt verwirren, wenn kisis auf einmalng geschrieben wird.
Dem 2. Baß ist die enharmonische Verwechslung (b statt
uis) erspart geblieben. Die Auflösung ais nach a bietet
hm keine Schwierigkeit. Hingegen kommt er jetzt — nach
dem Sprung in die Oktave — oft ins Gedränge und die
Zache wird erst recht gefährlich in dem Augenblick, wo 1.
uind 2. Baß ihre benachbarten Töne g und a auswechseln
Berade an dieser so einfach aussehenden Stelle wird mar
noch verschiedentlich einzugreisen haben.
Dr. E. Roeder.
(Schluß folgt.)

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seweils die gleichen sind und auch die beiden folgende bis
auf zwei oder drei winzige Kreuzlein einander gleichen.
Aber diese winzigen Kreuzlein geben leider den Ausschlag,
und wir können nicht umhin, uns mit ihrer Bedeutung
auseinanderzusetzen, bevor wir aus mannigfacher Erfah—
rung heraus sagen, wie man diese Stelle am zweckmäßigsten
und schnellsten einübt. Ueber die harmonischen Gescheh—
nisse muß man sich gerade an dieser Stelle im klaren sein.
Es handelt sich hier um einen Uebergang von einer Ton—
art in die nächsthöhere, von h-Moll nach Cis-Dur. Diese
wird in zwei Raten erledigt. Zuerst benutzt der Tonsetzer
das überhängende Fis, um von h-Moll etwas weg zu kommen
Das gelingt ihm dadurch, daß er an dieses Fis ein Gis
anfügt und somit zur Quinte der Tonart eine Serte gibt
Diesen Akkord, mit Grundton und Terz ergänzt, kennen
alle, die sich einmal mit Choralharmonisierung befaßt haben
Er ist der bekannte Vierklang über der Subdominante,
dem nach der Kadenzform 1I“—V—AI die Dominante und
weiterhin die Tonika folgt, dem aber die Tonika auch so—
fort folgen kann. Die an die Quinte angehängte Sexte
heißt in der Fachsprache die Rameausche Sexte. Durch das
Kis neben dem Fis hat h-Moll schon seine Eigenschaft als
Haupttonart oder Tonika verloren und ist Unterdominante
geworden: zu einer Tonart, die fis-Moll heißt. Hegar
legt ihren Grundton Fis ohne weitere Zutat im 1. Baß
hin. Bei der zweiten Rate gesellt sich zu diesem Fis aber—
mals das Gis. Wo es jetzt aber hinaus soll, das merken
wir, sobald im Baß Dis und im Tenor Uis sich hinzu—
gesellen. Dadurch entsteht ein Septimakkord der Dominante,
alsfo etwas durchaus Landläufiges, nur in so geschickter
Lagerung, daß man des Pudels Kern nicht sogleich ent—
deckt. Denn eigentlich heißt der Sexte-Akkord Gischis-dis-fis.
Seine Tonika ist Cis-Dur. Etwas Welterschütterndes ge—
—VDD
vollzog sich sogar nach der einfachen Modulationsregel im
Quintenzirkel: IVAI, also heéfis und IV—VAIl, nämlich
fis Gis ⸗Cis.
Harmonisch würde aber des ungeachtet ein weiter Weg
durchlaufen. Das äußerte sich erst ganz zuletzt in den
Kreuzen. Nach der Regel: „was liegen bleiben kann bleibt
liegen“, hat der Komponist erst einmal das geliebte Fis im
1. Baß liegen lassen — die ganzen 8 Takte hindurch. Da—
bei macht dies Fis, ohne selbst tätig zu sein, die Wandlung
von der Quinte zum Grundton und vom Grundton zur
Septime durch. Aehnlich ergeht es dem Gis des 2. Tenors.
Es setzt sich neben das erwähnte Fis, bleibt ebenfalls liegen,
macht aber in seiner Ruhestellung die Wandlung von der
„sixt ajoutée“, von der hinzugefügten Sexte, zum Grund—
ton der Dominante und zur Quinte der erstrebten neuen
Tonart Cis-Dur durch. Beide Mittelstimmen haben bei
diesem Vorgang also nichts zu tun. Das müssen die anderen
beiden wettmachen. Es war inzwischen Gelegenheit genug,
den h-Moll-Dreiklang zu üben, dessen zweite Umkehrung
der Tenor gewärtig haben muß. Man wiederholt mit ihm
am besten noch einmal die Melodieschritte von „Der alte
(Barbarossa“) und läßt ihn, ungeachtet seiner eigentlichen
Anfangsnote Gis mit dem Füs, das ihm der 1. Baß zu—
singt, beginnen und zur Mollsexte (von Fis aus betrachtet)
aufsteigen. Beim 2. Mal wählt man das Gis des 2. Tenors
als Orientierungston und läßt den 1. von hier aus seinen
einfachen Dreiklang „Die Hoffnung, das Glück“ singen. Es
ist zu gefährlich, beim erstenmal schon gleich die richtige
Note Gis zu nehmen, weil ihm h und d, die zwei kleinen
Terzen des verminderten Dreiklangs, folgen würden
Und das schaffen nur Musikgeübte. Den bewußt gemachten
—— Fis statt Gis kann man später noch ver—
essern.
Dem so gefährlichen 1. Tenor ist der 2. Baß zugeteilt,
und man kann eigentlich nicht sagen, für welche von beiden
Stimmen das zweimalige „sternschnuppig kaum blinkt es“
schwieriger ist. Für die Harmonie ist das, was der 2. Baß
tut, ebenso entscheidend, wie das was die Oberstimme macht
Er geht mit dem Tenor in Gegenbewegung. Beim
ersten Mal muß er den h-Moll-Dreiklang in umgekehrter
Tonfolge beherrschen. Er kam bisher wenig damit in Be—
rührung. Sind dem eigentlichen Einstudieren des musika—
lischen Textes aber kleine Vorübungen vorausgegangen, die
sich in diesem Falle mit der Molltonart befaßten, dann
braucht nicht mehr viel Zeit verloren zu werden. Ungleich
schwerer ist die Sache allerdings bei dem, zweiten „Stern—
ichnuppig“. Der 2. Baß ist hier auf sich selbst gestellt und

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Ein Lab ür alle!!
Ein Labetrunk für alle!
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