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Monatftsschrift
UAeber Zoo Vereine mit über 30 ooo Mitgliedern. Herausgegeben im Auftrage des Bundes
von Stadtschulrat Dr. h.e. Hans Bongard und Rektor Waither Stein, Saarbrücken.
Druck und vVerlag der Buch- und Kunstoruckerei Gebr. Hofer A.G. Saarbrücken.
Bolklingen und Leinzigz. Bezugspreis Fr. 5.— vierteliährlich. Einzelnummer kr. 2. —
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3. Jahr gang
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jun 33
Deutscher Sängertag in Dortmunod.
O Kulturtag, mit dem der Deutsche Sängertag
in Dortmund seinen Anfang nahm, brachte als
Auftakt die Vorträge von Dr. Bongard über die
kulturpolitische Lage im Saargebiet, von Dr. Lange—
mann über die Lehrgangsarbeit für die musikalischen
und verwaltungstechnischen Führer, und von Dr.
Laugs über musikalische Zeitfragen im D.S.B. Ueber
sie berichteten wir bereits in voriger Nummer unserer
Bundeszeitschrift.
Eine wesentliche Bereicherung erfuhr der Kulturtag
durch konzertliche Veranstaltungen. In einem über—
reich ausgestalteten Rammerchorkonzert boten der
Dortmunder Quartettverein unter dem Stabe von Max
Galle, der Kranzhoffsche Quartettverein unter Jakob
Kranzhoff, der Frauenchor des Dortmunder Lehrer—
gesangvereins unter Hermann Dettinger und der
stasseler A-cappella«Chor unter Robert Laugs wert—
vollste Chorliteratur: Drei- oder vierstimmige Volks—
lieder aus dem 16. und 17. Jahrhundert in Sätzen
von Otto Jochum, Hans Georg Nägelis „An die Sonne“,
Walther von der Vogelweides „Kreugfahrerlied“, die
Madrigale „Die Linde im Himmelveich“ und „Altes
Ansingelied am Johannisabend“, Karl Gerstbergers
„Fünfmädchenlieder“ aus des Knaben Wunderhorn als
Madrigale für dreistimmigen Frauenchor, zwei Lieder
mit Klavierbegleitung für dreistimmigen Frauenchor
von Wilhelm Berger. Dann kamen die Kasseler mit
Armin Knabs Zeitkranz, mit geistlichen Gesängen von
Wilhelm Nebe, Max Reger, Franz Philipp, Siegfried
Kuhn, Hermann Erdlen, Fritz Lubrich ... ihre feine
Gesangskultur setzten die Vereine fast ausschließlich an
zeitgenössische Meister, werbend und Verstehen weckend
für die neue, herbe, auf Wahrhaftigkeit gestellte Sprache
unserer Zeit. Wahrhaft festlich war auch das Fest—
konzert, das am Abend Tausende im Fredenbaum
vereinigte. Hier wurde die ebenfalls sehr interessante
und eindrucksvolle Vortragsfolge bestritken durch den
Dortmunder Deutschen Sängerkreis unter Stabführung
bon Albert Lamberts, den Dortmunder Lehrergesang—
berein unter Hermann Dettinger, den Dortmunder
M.G.V. unter Dr. Hans Paulig und die Sängerver—
einigung Hörde 1928, ebenfalls unter Albert Lamberts
Es kamen zum Klingen vom erstgenannten Verein alt—
klassische Chöre von Johann Walther, Johann Sebastian
Bach, Michael Praetorius, ferner Walter Reins
„Sommermorgen“, Georg Böttchers „Glaube“ und
Wilhelm Rinkens „Ausklang“. Der Dortmunder L.G.V.
prachte Chöre von Hubert Pfeifer, Karl Mehlhoff,
Franz Ludwig, Paul Scholz und Joseph Haas. Der
Dortmunder M.G. V. setzte sich ein für Camillo Hilde—
»rands „Talisman“, „Und wenn mich am Tag die
Ferne“ und „Johannisnacht“, sowie für Louis Dités
„Ein Musikus wollt' fröhlich sein“. Und die Hörder
Sängervereinigung bereicherte die Vortragsfolge mit
dans Stiebers „Wetterleuchten“, Otto Scheuchs „Wir“
und dem „Ruhrzyklus“ von Georg Nellius. Auch dieses
Festkonzert mit seinen auf hoher Gesangs- und Chor—
echnik stehenden Darbietungen bedeutete zugleich eine
jeradezu instruktive Einführung in zeitgenössisches
Chorschaffen und moderne Chorgestaltung. Erwähnen
vir noch den reizvollen Westfalenabend in der
ronenburg, bestritten vom Hörder M.G. V. unter Fr.
Auf der Horst, dem M.G. V. der V. E.W. unter Jakob
Kranzhoff, der Ges.Abt. der Dortmunder Union—
Brauerei unter Georg Seifert, ferner das Massen—
konzert auf dem Hansaplatz, veranstaltet von den
iber 2000 Sängern der Dortmunder Männergesang—
vereine.
Dem Deutschen Kulturtag folgte nun der eigentliche
Sängertag, vom stellvertretenden Vorsitzenden
Beorg Brauner eröffnet und begrüßt. Seine Aus—
führungen galten rückschauend dem Frankfurter Bundes—
sest, dem Heimgang unseres unvergeßlichen Sänger—
führers Dr. Hammerschmidt, dem der Sängertag ein
tilles, dankbares Gedenken widmete, und der natio—
ialen Einigung, in deren Dienst sich die deutsche
Zängerschaft geschlossen und entschlossen — wie sie
hisher dem Vaterland ergeben war — mit ihrem deut—
ichen Liede stellen wird. Es folgte die Wahl des Büros:
Stellvertretende Vorsitzende Studiendivektor Pesch und
Staatsanwaltschaftsrat Baatz, Schriftführer Walther
Stein, Saarbrücken, und Jeske, Stettin. Ohne Aus—
prache wurde der gedruckt vorliegende Bericht des
Besamtausschusses über seine Tätigkeit in der
Berichtszeit genehmigt. Es folgte die Entgegennahme
der Bundesrechnung. Auf Grund der Ausfüh—
rungen der Rechnungsprüfer Schabeikow und Suchan,
die die Kassenverwaltung in mustergiltiger Ordnung
fanden, wurde dem Bundesschatzmeister Roth Entlastung
erteilt. Der Bericht über die Sängerbundes—
Lotterie ergab, daß mit einem Gewinn von 70000
Mark bestimmt, je nach Ausgang eines Prozesses aber
auch mit 90 000 Mk. zu rechnen ist. Dr. Herrmann
trug die Abrechnung über das Frankfurter