Full text : 11.1933-1934 (0011)

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»ersationslexikon. 12 Bände und ein Welt- und Wirt—
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Wirtschaftsatlas. Einbände: Halbleder und Halbfranz. Frei—
zurg im Breisgau, Herder.
V. Band: Ganter bis Hochrelief. Mit vielen Bildern im
Text, 41 Rahmenartikel und 27 Bildseiten. (y1l S. 1680
Sp. Text und 130 Sp. Beilagen: 14 mehrfarbige Stadt—
»zw. Planbeilagen, 11 mehrfarbige Kunstdrucktafeln, 5
Schwarzdrucktafeln und 4 einfarbige Tiefdrucktafeln; zusam—
men 2004 Bilder.) 1933. 34,50 M. und 38 M.
Der fünfte Band! Zwanzig Monate nach dem ersten ist
er eben herausgekommen. Fünf Textbände und der Atlas
sttehen jetzt zur täglichen Nutzung bereit — fragen wir an—
zesichts dieser raschen Vollendung zur ersten Hälfte des
Besamtwerkes: was ist der Wille des „neuen Lexikontyps“.
wie bewährt er sich im neuen Band?
Der Wille — Herder erfaßt von einer bestimmten geisti—
zen Grundeinstellung aus sämtliche Gebiete des Lebens und
Wissens; seine Beschreibung des ganzen Lebens hat durch
die katholische Ueberzeugung einen Mittelpunkt, von dem
aus der Sinn aller Bewegungen und die Ordnung der
Dinge erkennbar werden; durch sein Allesumfassen ist dieses
dexikon wie kein Buch fähig, Weite und Tiefe der ge—
samten Wirklichkeit zu erreichen und aus diesem Ganzen
Kräfte des Verstehens und der Gestaltung im Benutzer
auszulösen.
Die Bewährung — wir haben schon bei früheren Bänden
gesehen, wie dieses Lexikon der Lebensganzheit aus seiner
Eigenart dazu kommt, nicht nur zu sagen was ist, sondern
3 Wacholder-Destillierie
.. 4 B8gV! Gebr. Sarę Nachs.
a Saarbrücken sS, Wilhelmstr. 6 Tel. 28771
auch wozu etwas ist und was werden soll: eee ob es sich
um Politik, soziale Ordnung, Charakterbisdung oder Praxis
der Autopflege handelt. Wie steht's damit im neuen Band?
Tragen wir keine Eulen nach Athen, reden wir nicht mehr
ovon Einzelheiten in dem vortrefflichen Gefüge von Stoff—
reichtum und Zeitgemäßheit, Sprachklarheit und Zuverlässig—
keit, Bilderschoͤnheit und Druckreinheit. Die Rahmenartikel
und die Beilagen sind gute Maßstäbe für das Festhalten
und Weiterbauen am Gesamtplan dieses „Nachschlagewerks
ür Wissen und Leben“.
Deshalb ein paar Ueberschriften solcher Rahmenartikel
und Beilagen, welche die praktische Brauchbarkeit und die
geistige Lebendigkeit des Bandes anzeigen: Gaskrieg, Ge—
zurtenstatistik und -Rückgang, Geist, Geld, Gemeinschaft,
bemüsebau, Genossenschaftswesen, Gerichte, Germanen, Ge—
chlechtswesen, Gesellschaft, Gewerkschaften, Glaube, Goethe,
Bott, Graphologie, Großbritannien, Großstadt, Gummi,
Bymnastik, Handel, Handwerk, Hauswirtschaft, Heilpflanzen,
deimat, Heizung; Garten, Gaswerk, Gehirn, Gerste, Gift—
oflanzen, Hafer, Heizung, Herz. Und von prächtigen Tafel—
Einschaltbildern: Gebrauchsgraphik, Germanen, Giebel, Glas—
nalerei, van Gogh, Gotik, Griechische Kunst, Grünewald.
Also ja: der „Große Herder“ will nicht nur sein, was wir
agten, sondern er ist es auch. Er ist es in diesem fünften
Bänd nicht nur geblieben, sondern nimmt mit der Band—
zahl auch an Brauchbarkeit und Lebendigkeit noch zu. Er
ist ein Block in dem verwirrenden Schwall von Tages—
meinungen, er kann für den modernen Menschen der Ver—
mittler des Gesamtwissens der Gegenwart werden — und
nicht nur der Vermittler, sondern der Förderer eines Um—
etzens dieses Wissens in Tun und Verhalten jedes seiner
Renükßer!

Zeitschrift für Musik, gegr. 1834 von Robert Schumann,
Monatsschrift für eine geistige Erneuerung der deutschen
Musik, Herausgeber Gustav Bosse. Verlag Gustav Bosse,
Regensburg. Preis vierteljährlich 3,60 RM., Einzelheft
1,35 RM. Die soeben erschienene prachtvolle Mainummer ist
dem Gedächtnis von Johannes Brahms gewidmet: Walter
Krug, Brahms unter den Jungen, Dr. Alfred Heuß, Brahms
als Hüter und Mehrer musikalischen Kulturgutes, Prof. Dr
W. Altmann, Brahms und seine Verleger, Dr. Konrad
Huschke, Anselm Feuerbach und Brahms, Maria Komorn,
Brahms und Furtwängler als Chordirigenten an gleicher
Stelle, Dr. Karl Geiringer, Brahms' zweites „Schatzkästlein
des jungen Kreisler“, Prof. Adrian Rappoldi, Meine Er—
innerungen an Brahms. Dazu zahlreiche wertvolle Auf—
sätze musiktheoretischer und kritischer Art. Die wie stets mit
Notenbeilagen und Bildern ausgestattete Nummer spiegelt
weiterhin das gesamte Gebiet musikalischen Schaffens und
Wirkens wieder: Ur⸗ und Erstaufführungen, Musikfeste und
Festspiele, Konzert und Oper, Gesellschaften und Vereine,
Kirche und Schule, Deutsche Musik im Ausland, Film und
Funk — kurz alles, was Chormeister und gebildete Laien
über Musik und Musiker auf dem Laufenden hält!
In der deutschen Musikbücherei, Gustav Bosse's Verlag,
Regensburg, erschien als 43. Band Heinrich Schütz, Ge—
sammelte Briefe und Schriften, herausgegeben im Auf—
trage der Heinrich-Schütz-Gesellschaft von Erich H. Müller.
Anläßlich der weihevollen Aufführung der Matthäus-Pas⸗
sion des Meisters durch die Chöre der Cecilienschule und
des Saarbrücker Postgesangvereins weisen wir mit wärmster
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Empfehlung auf dieses Werk hin, das in klarer, fesselnder
Weise den Lebensweg dieses bedeutendsten Tonschöpfers der
vorbachischen Zeit und sein kompositorisches Schaffen zeichnet
und zwar gewissermaßen als Rahmen für die Selbstzeug—
nisse, Briefe, Aufsätze und Dichtungen, die den eigentlichen
Kern des Werkes bilden. Wir erhalten hier ein grell be—
leuchtetes Bild der Musikpflege aus der Zeit des Dreißig—
jährigen Krieges. Es ist unbedingt erforderlich, daß sich
unsede Chormeister und gebildete Laiensänger durch ein
Buch Einblick in das Werden deutscher Musik ver⸗
schaffen.

In dem bei Gebr. Hofer A.G., Saarbrücken, verlegten,
wohlausgestatteten Gedichtband Ruppert Rupp, Die bren—
nende Erde erhalten wir das Erstlingswerk eines heimischen
Dichters, das durchaus unsere Beachtung fordert. In stark
beschwingten Rhythmen spricht hier eine glutvolle, zeitlich
bedingte Romantik zu uns, die über allen Zusammenbrüchen
und Bränden den Glauben bewahrt: „Jetzt ist die Nächt
vorbei, jetzt blüht die Erde auf. Wir schreiten trunken auf
den hochgetürmten Stufen der jungen Berge zu dem blauen
Licht hinauf!“ Und: „Die Wöelt ist von der fachen Glut
verzehrt, sie liegt vernichtet in Zerfall und Grauen. Doch
einmal, wenn die Gottheit wiederkehrt, und bringt das
himmlische Geschenk: das Schwert, dann werden wir sie
auferbauen.“ Ganz gewiß ist dies Dichten noch voll wildem,
gährendem Ueberschwang, aber der Dichter wird schon seinen
Weg zur Klarheit und zu edlem Maße finden. Wir be—
gleiten sein weiteres Schaffen mit lebendigem Interesse
und starken Hoffnungen!
Der Große Herder. Nachschlagewerk für Wissen und
Leben, 4., völlig neubearbeitete Auflage von Herders Kon—

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