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AIhhl Saar⸗Säuger-Bund IIP.
Al Nr.
Der neue Vorstand des 5B. an die Deutschen Sänger!
er in Dortmund gewählte neue Vorstand des DESB. der Stärke unseres DEB. Und beherzigt allezeit das Goethe—
O richtet an die Mitgliedsbünde. Vereine und Bundes- vort, das über unserer Volksdeutschen Weihestunde ir
saͤnger folgenden Aufruf: Frankfurt siene haldete Weri
Der Dortmunder Sängertag hat uns mit der Führung Zusammen haltet Euren Wexrt,
des Deutschen Sängerbundes beauftragt. Wir übernehmen Und Euch men gleich! .
die uns übertragenen Aemter mit dem festen Vorsatz, Der Hauptvorstand des Danchen Sängerbundes:
unsere ganze Kraft daranzusetzen, das uns zuteil gewordene p Georg — Vorsitzender,
Vertrauen “zu rechtfertigen und in harmonischem Zusam— r. Bongard, Morhard, Dr. Hermann, Dr. Lauas.
menwirken mit den anderen Verwaltungskörperschaften den
Aufbau und Ausbau des Bundes zu fördern. Der DEB
ist aus dem Schoße unseres Volkes geboren worden und
war und bleibt darum aufs innigste mit seinen Geschicken
verbunden; Glück und Leid unserer Volksgemeinschaft spie—
geln sich in seinen Liedern. Die nationale Neugestaltung
unserer Reichsführung ist von der deutschen Sängerschaft
begeistert begrüßt worden; sind uns doch „die Erweckung
und Vertiefung vaterländischer Gesinnung“ nicht nur For—
derungen unserer Satzung seit jeher, sondern zu allen
Zeiten Herzenssache gewesen. Wir werden darum die Re—
formbestrebungen unserer Reichsregierung mit allen Mitteln
unterstützen und rufen unsere Dichter und Tonsetzer auf:
Gebt uns neues Liedgut, das der machtvollen nationalen
Volksbewegung zu dienen geeignet ist! Der volklichen und
musikalischen Bereicherung unseres Bundeslebens durch eine
zielbewußte Werbung der Gemischten- und Frauenchöre
soll unsere ganze Aufmerksamkeit gelten und die Bereit—
stellung guter und preiswerter Chorliteratur eine unserer
dringendsten Aufgaben sein. Wir wollen die wirtschaftliche
Verwaltung des Bundes mit aller zeitgebotenen Sparsam—
keit führen, aber auch so, daß sie seiner Größe und Be—
deutung würdig ist. Darum müssen wir auf pünktliche
Erfüllung der finanziellen Verpflichtungen seitens unserer
streise halten und werden keinesfalls die Nachlässigkeit
einzelner zu Lasten der Gefamtheit dulden. Unsere Bereit—
schaft zur Pflege herzlicher, sangesbrüderlicher Beziehungen
zu den auslanddeutschen Sängern braucht nicht besonders
betont zu werden; unsere Hilfe soll nach Maßgabe unserer
Kräfte eingreifen, wo die Erhaltung deutscher Kultur ge—
fährdet ist. Wir richten an alle Bünde, Gaue und Vereine,
an jeden einzelnen unserer Bundessänger die Bitte: Steht
uns bei im Vertrauen auf unsern guten Willen zu ernster
Arbeit; ste gilt allein dem Wohle, dem Wachstum und
Kleinere Chorwerke und Musikstücke, deren Entstehungs—
zeit weiter zurücklag, wurden von einem Musikverlag an—
genommen. Er hielt nicht mehr viel davon. Tann blieben
ihm nur noch seine großen Werke, zwei besonders, die er
nicht eher veröffentlichen wollte, bis er sie selbst einmal
ausführend gesormt, die erste Aufführung selbst geleitet
hatte.“ Es half nichts. Er geriet in Not. Erst, als
er bereits Klavier und Geige verkauft hatte, schickte er
eins der beiden Werke an den Verlag. Es kam zurück
Der Verlag bedauerte, der Absatz sei in Frage gestellt.
FIJe⸗ Ablehnung bedeutet kein Werturteil. Hochachtungs—
boll — — —!*
Er mußte lachen, aber es war nicht mehr das frohe Lachen,
das man einst an dem frohen Jungen so geliebt hatte, es
war ein bitteres Lachen, ein wütendes, verbissenes Ver—
zweiflungslachen.
Er wollte das zweite Werk wegschicken. Tann überlegte
er jedoch. Wozu? Um leben zu können? Und wozu?
Wozu? Agnes war tot, seine Eltern waren tot. — —
Die Kleine kam zu ihm herauf. Mit beiden Händen hielt
sie eine Menge kleiner Muscheln, die sie kaum fassen konnte.
Ter Himmel wurde dunkler. Die Wolken waren schwarz
geworden. Tabei blieb es unheimlich still. —
Wozu? Für dich, kleine Agnes? Dai hast ihr Haar, ihre
Augen, ihren Namen. Für dich“ *
Nein, komm Agnes! Komm, wir gehen zu Mutter! Laß die
andern, die gehn uns nichts an! Wir drei gehören zusammen.
Er hatte sich in den“ weichen Sand gefétzt und stand nun
auf, indem er der Kleinen die Hand hinstreckte. Tie aber
schüttelte das Köpfchen und spieltes imSand weiter. Sie
wußte nicht, wer das war, Mutter
Sie sang. Und während ihr helles Stimmchen tönte und
eine Melodie formte, die sie nie gehörte und die nur so aus
ihr hervorspielte, tüpfte siemit dem kleinen Zeigefinger—
chen Löcher in den zart gewellten S 0
—
Ist's der Ofen lieber Leser
oder Gasherd geh' zu s8
4
Erstes Herde- und Hfenspezialgeschaft
Saarbrücken 3, Bahnhofsir. 8Su. 10
——— —
Er blieb stehen und sah zu.
Die See wurde unruhig und spie kleine giftige Schaum—
fetzchen. Ter Wind brach landeinwärts auf.
Sie merkte nichts. Sie fühlte sich sicher bei ihrem Vater,
und mit naiver Innigkeit sang sie ihre wortlose, ziel—
lose Melodie in den Wind.
Da faßte er langsam mit beiden Händen an den Kopf.
Was war das? War das nicht seine Kunst? Musitt
Sesang! War das nicht sein Schaffen? Komponieren!
Schrieb sie nicht auch? Die Wellenlinien im Sand waren
das Notenblatt. Mit dem Fingerchen tupfte sie uein.
Waren die Löcher nicht Noten? DTer Wind zog das oten⸗
ystem und ein Kind schrieb hinein. Tas eer gab in
einem ewigen Hin und Wieder den Takt. Der Mensch
»rachte ihn, ja nur auszufüllen! Der Wind brachte zahl—
ose Melodien aus der Innn Der Mensch brauchteé sie
a nur einzufangen! Ebbe und Flut, Tag und Nacht,
Frühling, Sommer, Herbst und Winter, gewaltige Tatt—
schläge des Lebens, der Natur! Menschenleben, die neben—
einander herliefen: Notensysteme, in die Mensch und Schick⸗
sal ihre Melodie setzen. Tas Volk, die Gemeinschaft wurde
zum gewaltigen Chor, der himmelan brauste — —
Was frage ich noch wozu!
In stürmischem Jubel ergriff er das Kind und hob es
über sich, und während plötzlich der Sturm los—
rach, schrie er zu ihm empor:
„Agnes: Ich weiß wozu! Ich weiß es! Mit dem
sertig zu werden, was ich begonnen, das Leben zu singen
und tönend zu leben. Ich bin nicht mehr ich, sondern das
Werkzeug meiner Aufgabe. Tu Kind und du Mutter, ihr
seid mir eins geworden. Agnes, aus deiner 38 eip⸗
fange ich den neuen Menschen und das neue Leben!“
BLachend schritt er mit dem Sturm in das nächtliche
Land. Hans Leo Griebler.