Full text : 11.1933-1934 (0011)

Seite 38 II' IIIJI Saar⸗Sänger⸗Bund II' rDh Nr. 2
Pfarrer. Wie derselbe mir erzählte, wäre er gar zu gern in nen Anfängen immer weiter ausbauend, eine Musikgemeinde
seinen jungen Jahren seiner Neigung und Veranlagung nach Art der „Finkensteiner“. Es wurde so die Möglich—
gefolgt, ein Priester der Göttin „musiea“ zu werden. Das deit geschaffen, in der geräumigen Dorfkirche sogar Kan—
Schicksal wollte es jedoch anders und verschlug ihn als taten von Bach aufzuführen. Und das in einem Dorf von
Pfarrer in eine kleine Bauerngemeinde von 800 Seelen 800 Einwohnern, wo es heute kaum ein Haus gibt, das
auf dem schwäbischen Jura, abseits von Eisenbahn und gicht mindestens einen oder sogar mehrere Sänger oder
Autostraße. Jedoch seine Volkserzieher- und Musikernatur Musiker birgt! Welch eine Summe von aufopfernder Ar—
ließ ihn nicht ruhen. Von der Schule ausgehend, in der beit! Aber auch welch ein segensreiches Wirken, das eben—⸗
er selbst in Verbindung mit musikalischen Lehrkräften die dalls wert ist, als vorbildlich bezeichnet zu werden!
unbedinat nötige Grundlage schuf, gründete er, nach klei— Philipp Stilz.

Rlein⸗

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Zum Bundestag in St. Ingbert erwartet der Saar—
Sänger-Bund auch den Bundeschormeister des DSB. Wir
veröffentlichen hier das neueste Bild, das in Goslar ge—
legentlich der Sitzung des Gesamt- und Musikausschusses
gemacht wurde. Die kleine Vorgeschichte, die mir hierzu
Dr. h. c. Laugs mitteilte, wird sicher aus heimatlichen
Gründen freundlichem Interesse begegnen: „Als auf der
großen Freitreppe des Hotels,‚Der Achtermann“ in Goslar
eine Grüppenaufnahme des Gesamtvorstandes gemacht wurde

Dr. h. c. Robert Laugs.
und der Photograph eifrig bei der Arbeit war, die Gruppe
richtig zu stellen, bemerkte er mich plötzlich, faßte mich
scharf ins Auge und fragte nach meinem Namen. Als ich
ihm denselben nannte, fragte er weiter, ob ich aus Saar—
brücken sei; als ich dies bejahte, sagte er zu mir: „DTann
bist du der Robert, mit dem ich als Bub' vor 50 Jahren
die Schulbank gedrückt habe!““ Seit dieser Zeitspanne
hatten, wir uns nicht mehr gesehen. Tas Bild ist also
von einem Saarbrücker gemacht. Ter Photograph heißt:
Hermann Stumm, Goslar.“
Der Fränkische Sängerbund richtete aus Nürnberg an
den Bundesvorstand des SSB. folgendes mit herzlichstem
Tank beantwortete Schreiben: Liebwerte Sangesbrüder!
Das Explosionsunglück in Neunkirchen hat auch in den
Herzen der fränkischen Sänger viel Teilnahmé erweckt.
Leider hat die Einsendung von Spenden dvamit nicht
gleichen Schritt gehalten und auch wegen der trostlosen
Wirtschaftslage nicht halten können, aber immerhin haf—

teil
ei ungen.
der Gesangverein 1848 in Rehau-Ofr. 20. — RM. und ein
ingenannt, sein wollender Spender M. M. ebenfalls 20.-Reichsmark
 gestiftet, welchen Betrag der Fränkische Sänger—
zund aus eigenen Mitteln auf 100 — RM. erhöht hat.
Wir lassen Ihnen diesen Betrag durch die Bayerische Ver—
insbank Nürnberg zugehen und bitten Sie, diese kleine
Z„pende dem allgemeinen Hilfswerk zu überweisen. Mit
reudeutschem Sängergruß gez. Richard Humane, Bundes—
chatzmeister.
Herzlich dankbar ist der SSB. auch für folgende beiden
Kundgebungen österrcichischer Sangesbrüder: Liebwerte
Sangesbrüder! Tief erschüttert von dem namenlosen Unglück,
das Ihre liebe Saarheimat durch die grauenhafte Neun—
kirchener Katastrophe betroffen hat, bitten wir, die Ver—
sicherung unserer sangesbrüderlichen innigsten Anteilnahme
entgegennehmen zu wollen. Wir fühlen uns durch die
wiederholten Reisen des Wiener Lehrer-AecappellasChores
und die Person seines Dirigenten mit Ihnen doppelt ver—
bunden und sprechen Ihnen auch noch für die so prachtvoll
ausgefallene Oesterreichernummer Ihrer Sängerzeitung
unseren innigsten und tiefgefühlten Tank und unsere wärmste
Anerkennung aus. Wir erblicken in Ihrem verehrlichen
Bunde ein weithin leuchtendes Muster für alle Bünde des
Teutschen Sängerbundes und Ihre so verständnisvolle För—
derung aller Fortbildungsbestrebungen im Sängerwesen find
unseren Zielen auf das engste verbunden. Mit treu—
deutschen Sängergrüßen zeichnen wir für die Leitung:
Desterreichisch-Süddeutscher Chormeisterverband, Wien, III.
Kundmanngasse 12, Ter Ehrenpräsident: Wagner-Schön—
kirch. Ter Schriftführer E. Woltnitz.
Liebe Sangesbrüder! Die furchtbare Katastrophe, die
über die Stadt Neunkirchen hereingebrochen ist, hat mich
namenlos ergriffen. Ich bitte Euch, liebe Sangesbrüder,
angesichts dieses ungeheuren Schickfalsschlages, der Euren
Bund und seine lieben Neunkirchener Sänger betroffen
hat, meiner wärmsten Anteilnahme versichert zu sein. Ich
hin um so mehr erschüttert, als wir in dieser lieben Stadi
wei Konzerte gegeben haben, bei denen sich die herzlichsten
beziehungen zwischen den Neunkirchner Sangesbrüdern und
neiner Person und meinem Chore angeknüpft haben. Ich
var zur Zeit der Katastrophe von Wien abwesend, dann
urch schwere Neuralgien unpäßlich, so daß ich leider erst
jeute dazu komme, meiner Herzenspflicht zu entsprechen.
Rehmen Sie, liebwerte Sangesbrüder, meinen perfönlichen
nnigsten, Tank für die so ehrende Auszeichnung anläß—
ich des Erscheinens der Oesterreichernummer entgegen sowie
en herzlichen Tank für die Förderung, die Sie in bundes—
zrüderlicher Weise dem österreichischen Sängerwesen da—
durch erwiesen haben. Mit treudeutschen Sängergrüßen
hin ich in treuer Verbundenheit Ihr allzeit ergebener
hans Wagner.
Reisen zu den Kriegergräbern. Unter dem Motto:
„Kein Teutsches Heldengrab an der Westfront darf un—
esucht bleiben“ veranstaltet die Ortsgruppe Frankfurt am
Main des Volksbundes Teutsche Kriegsgräberfürforge auch
in diesem Jahre beginnend am 10. Mai insgesamt 14 Kriegs
gräberfahrten an die Westfront, die sich auf eine Fahrtdauer
bon 4 und 6 Tagen erstrecken. Interessenten steht boftenlos
der Plan der Fahrten zur Verfügung. Anfragen an den
Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Frantfurt a. Mi
Münzaasse 3. Rückporto erheten.

SAARBRVCKER LANDESzFEIITUVNG Dd De
Große und führende deutsche Tageszeitung für Saargebiet, Westpfale und Nabhe
            
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