Nr. 1 IIIprnn 5 hh Saar-Sänger-Bund u
Fraß an einem Zebra; einen Elefanten schlafend an einen
⁊ —— ⸗ 92 Baum gelehnt, eine Tigerschlange, um ihre Eiablage geringelt.
— — Dem Handwerker, dem Bastler, dem Arzt, dem Innenacchitefiten
schauen sie in die Werkstatt. Dem Bergmann solgen sie unter
—— die Erde, dem Hochseefischer aufs Meer. Sie wandern mit ihrer
Kamera schußbereit durch ein neuzeitliches Fernsprechamt, über
militärische Uebungsplätze, sie schildern die Tee- und Kakao—
gewinnung, die Herstellung eines
Motorrades oder einer Nähma—
schine ebenso gewissenhaft wie
den Brücken⸗ oder Kanalbau
»der den Betrieb einer modernen
Baggeranlage. Kulturellen Zu—
saammenhängen spüren sie nach:
etwa den Zeugnissen der deut—
schen Kolonisation im Osten
Furopas oder dem Leben der
Auslandsdeutschen in allen Tei—
len der Welt.
Wie wir vor zwanzig Jahren noch nichts wußten von
saketenflug, Rundfunk, Aetherwellenmusik oder Repaärationen,
vie wir auf, Grund der überraschenden Entwicklung auf allen
ßebieten unsere Einstellung zum Leben grundlegend ändern
nußten, so ist auch im „Großen Brockhaus“ jede Zeile Text,
ede Karte und jede Abbildung neu. Stichproben in dem soeben
»rschienenen 13. Band beweisen dies aufs neue!
Illl Seite 23
„Auf seinen Nasen schreitet
kinher das Nasobem,
Von seinem Kind begleitet.
Es steht noch nicht im Brehm,
Es steht noch nicht im Meyer
Und auch im Brockhaus nicht,
xẽs tritt aus meiner Leier
Zum erstenmal ans Licht.“
Das sang vor fünfundzwanzig Jahren
Christian Morgenstern, der Dichter des
sinnvollen Unsinns, und seitdem wan—
dert das prächtigste Fabelwesen, das je
der Feder eines Dichters entsprang, heimatlos zwischen Himmel
und Erde. Bis sich nun endlich der „Große Broͤckhaus“ in
seinem 18. Band* seiner erbarmte und ihm eine Heimat ge—
währte. Wir lesen da: „Nasobem, von Christian Morgenstern
erdachtes Fabeltier, das auf seinen Nasen schreitet, geschildert
in einem Gedicht seiner Sammlung „Galgenlieder“ (1905):
danach auch in der bildenden Kunst dargestellt.“
Wir wollen das Nasobem als Kronzeugen dafür anrufen, daß
im „Großen Brockhaus“ nichts fehlt, was der Mensch von
heute wissen will und muß. Greifen wir einmal wahllos ein
paar Fragen heraus, die der 13. Band beantwortet: Was ist
Nährgeldwert? Wieviel Neger wohnen in Nordamerika? Welcht
Kostenersparnisse werden durch Normung erzielt? Wann kann
von Mundraub gesprochen werden? Wieviel Nährstoffe braucht
ein erwachsener Mensch? Wie lege ich mir eine Orchideenzuch!
an? Muß Deutschland Obst einführen? Was denkt die moderne
Gesetzgebung über Mutterschutz? Welche kulturelle Arbeit haben
wir Deutschen durch die ostdeutsche Kolonisation geleistet?
Dieser flüchtige Querschnitt kann nur andeuten, er ist nur
ein Antippen an Zehntausende von Fragen, zu denen der
„Große Brockhaus“ ebenso viele Antworken weiß — stets
klar und zuverlässig, und dazu die Abbildungen: — wioe
Scheinwerferlicht dem Dunkel der Nacht einen Umkreis entreißt,
so verleihen sie dem Wort die letzte Anschaulichkeit. Viele,
viele Abbildungen — zweiundvierzigtausend werben es inm
ganzen Werk sein —, bunte und einfarbige; Netzätzungen,
Strichzeichnungen, Kupfertiefdrucke und Offsetdrucke, die mo—
dernsten Druckverfahren werden angewendet in wohlüberlegter
Auswahl. Allein diese Anzahl der Bilder mag zeigen, was der
„Große Brockhaus“ bietet. Wieviel Köpfe, Zeichenstifte, Photo—
apparate müssen in Bewegung gesetzt werden, um sie zu—
sammenzubringen, Bilder aus üller Welt, aus allen Wissens—
gebieten, vom Aufbau der Gestirne bis zu den Lebewesen im
Wassertropfen! Ein Heer von Mitarbeitern ist jahrelang an der
Arbeit auf der Suche nach dem
Bild für den „Großen Brock—
haus“. Industrieanlagen, Ge—
werbebetriebe, Landschaften,
Städte, Häfen sind die Beut—
ihrer Objektive. Flugzeug und
Luftschiff müssen oft helfen, die
Welt von oben zu zeigen. In
fremden Ländern belauschen fie
das Volk: den chinesischen
Straßenbarbier bei der Arbeit,
Eskimos beim Bau ihrer Eis—
hütten, die Javanerin beim Ba—
tiken, eine Leichenverbrennung
in Benares. Unter Lebensgefaht
beschleichen sie wilde Tiere in
Unser Vereinswirt.
Daß, ein Vereinswirt im Leben eines M.G. V. eine große
Rolle spielt, daß er fördernd oder hemmend das Vereins—
eben beeinflussen kann, dürfte jedem Sänger klar sein.
Unser Vereinswirt ist vor einigen Jahren gestorben, und
dies soll ein ehrender Nachruf für ihn werden. Denn er
hat, nur fördernd unser Vereinsleben beeinflußt.
Unser Vereinswirt war ein Phlegmatiker, und zwar so
rein und unverfälscht, daß man wirklich einen zweiten der
Art kaum noch antreffen wird.
Unserm Vereinswirt verdanken wir das Bauen eines
zroßen, künstlerisch ausgeschmückten Saales. Nachdem ver—⸗
chiedene Gastwirte unseres Ortes das Risiko eines Saal—
»aues nicht übernehmen zu können glaubten, hat er, der
Besitzer eines Cafés, sofort zugestimmt mit der einzigen
Bedingung, daß der Verein ihm behilflich sein müsse, shm
die Konzession zum Ausschank von Bier zu verschaffen. Der
VBerein hat darauf seinem Vorstande entsprechenden Auf—
rag erteilt. Durch ein Gesuch an die zuständige Stelle ist
dieser warm für die Konzession eingetreten. Die Sache
lappte. Aber unser Wirt wartete die Entscheidung nicht
»inmal ab, sondern fing an zu bauen. Nebenbei sei be—
merkt, daß er auch Bauunternehmer war. Unsere Fahnen—
weihe sollte zugleich die Einweihungsfeier des Saales sein.
Jetzt lernten wir den Phlegmatiker kennen. Wir verzwei—
felten fast, als wir sehen mußten, wie langsam die Fort—
schritte waren, die der Saalbau machte. Er aber blinzelte
uns jedesmal, wenn wir Befürchtungen äußerten, so ganz
ruhig an und sagte lächelnd: „En es feadig, wenn da en
braucht.“ Und als ich am Abend vor der Fahnenweihe be—
sforgt zweifelte, ob der Saal auch wirklich fertig sei, wurde
er beinahe böse. Das Blinzeln seiner Augen verschwand,
uind stärker, als man es bei ihm gewohnt war, meinte er:
„En Dunnerwetter, wenn ich sohn, dat e feadig es, dann
es en och feadig.“ Und er war fertig, denn als wir den
Saal betraten, begegneten uns mit Schrubber und Besen
die Mädchen, die den letzten Staub gewischt hatten.
Er war Wirt, hat aber niemals ungerechtfertigte An—
prüche an uns gestellt. Und wiederum: Er war kein Wirt.
HYtan konnte maänchmal lange in seiner Wirtschaft sitzen,
eche man bedient wurde. Auf eine Beschwerde meinerseits
neinte er einst seelenruhia: „Hädda dann schon ebbes be—
1
ihrer Heimat: Löwen beim
Der Große Brockhaus, Band 18 (Mue—Ost), in Leinen 23,40 RM. bei Rückgabe eines
alten Lexikons nach den festgeseßkten Bedinaungen 21,15 RM.
Seit 230 Jahr
gibts Bruch-Bräu an der Saar