Full text : 11.1933-1934 (0011)

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deutschen Sängergruß und dem von der Merziger Lieder—
tafel unter Lestung von Chormeister Lambert vorgetragenen
Chor „Landknechtsständchen“ von Orlando di Lasso einge—
leitet. Herzlich begrüßte Kreiswart Griebler die zahlreich
erschienenen Sänger mit einem Hinweis auf den vor 120
Jahren erfolgten Rheinübergang Blüchers und den 100—
jährigen Geburtstag des deutschen Zollvereins und schloß
mit dem Bekenntnis zu Volk und Vaterland und zu
seinen Führern. Im Mittelpunkt der Tagung stand der
Vortrag des Kreiswartes über das Thema „Der Sänger
in der neuen Zeit“. Redner verstand es, die aufmerksamen
Zuhörer in den Geist des neuen Deutschlands einzuführen,
lsegte überzeugend klar, was zu tun sei, unsern Männer—
gesangvereinen die Stellung in der Oeffentlichkeit zu geben,
die ihnen gebührt. Er legte die Schäden und Mängel der
Vereinstätigkeit klar, gab Fingerzeige, wie dem abzuhelfen
ist, zeigte die Eigenschaften der heutigen Sänger, ihre
Tätigkelt in Verein und Bund, ihre Einstellung und
Pflichten gegenüber Familie, Oeffentlichkeit, Kreis und
Bund. Herzlicher Beifall dankte dem Redner für seine
tresfflichen Ausführungen, und allgemein wurde der Wunsch
laut, daß dieser Vortrag in den einzelnen Vereinen wieder—
gegeben werden möchte. Nach einigen Ausführungen über
die letzte Bundesvorstandssitzung wurde der Kulturwart
des Kreises Merzig Schulrat Kell einstimmig in den Vor—
stand gewählt. Den Bericht über die letzte Musikausschuß—
sitzung gab Kreischormeister Lambert. Der 1. Teil be—
händelte die musikalische Umrahmung des Bundestages im
April in Trier, der zweite Teil galt dem Bundesfest, das
für den 2. September in Saarbrücken vorgesehen ist. Kreis—
wart Griebler konnte sechs Sängern und zwar Nikolaus
Adler (Merchingen) sowie August Gleser, Peter Kreutzer,
Johann Kewerkopf, Johann Fox und Johann Adam vom
Fabrikgesangverein Merzig die Ehrennadel des Bundes für
35jährige Sängertreue mit herzlichen Glückwünschen über—
reichen. Den Juͤbilaren zu Ehren sang die Merziger Lieder—
tafel den Choör „Das Singen bringt groß Freud“ von
Erdlen. Die lebhafte Aussprache, die sich dem Rückblick des
Kreischormeisters über das letzte Wertungssingen anschloß,
ergab, bei dem Bundesvorstand dahin vorstellig zu werden,
in“ Zukunft von einer Bewertung in Prädikaten abzusehen,
dagegen an der Kritik durch den Wertungssachverständigen
und dessen schriftlicher Bewertung festzühalten. In der
Versammlung wurden Stimmen laut, daß das Honorar
der Wertungsrichter ein wenig zu hoch sei und dem Bund
anheimgegeben, hierin die nötigen Schritte zu tun. Der
nächste Kreistag, wurde dem M.G.V. Keuchingen über—
tragen. Mit kinem Schlußwort des Vorsitzenden der
Merziger Liedertafel und, dem machtvoll vorgetragenen
Chor ,Mahnung“ von Heinrichs klang die Tagung wir—
kungsvoll aus VP

rulllj Saar⸗Sänger⸗VBund ssr

UIIll Seite 289

Die diesjährige Generalversammlung des M.G.v.
denchingen konnte sich eines regen Besuchs erfreuen. Aus
dem Tätigkeitsberichte des Vorstandes entuehmen wir stin—
diges Aufwärtsstreben, wobei besonders die Pflege des
nodernen Chorgesangs hervorgehoben wurde. Außerdem
vurde mit Genugtuung sestgesteillt, daß der Verein an
allen öffentlichen Kundgebungen im Interesse des Volks—
vohls für die vorbehaltlose Rückgliederung der Saar zum
angestammten deutschen Vaterlande freudig mitgewirkt hat.
In Fortsetzung der Tagesordnung schritt man nach erfolgter
Vorstandsentlastung zür Führerwaähl. Unter großem Bei—
'all der Versammlung wurde der langiährige Vorsitzende
Konter, Ortsgruppenleiter der NEDAßP., einstimmig zum
Führer gewählt. Deutschland⸗ und Hoͤrst-Wessel-Lied be—
chlossen diesen denkwürdigen Akt. In bewegten Worten
dankte der Führer für dieses einmütige Bekenntnis und
hestimmte aus dem alten Vorstand den neuen Führerrat,
vas von der Versammlung mit einem begeisterten Sieg—
deil quittiert wurde.

Kreis Neunkirchen.

Im vergangenen Jahre gehörten dem damaligen Gau
Neunkirchen insgesannt, 26. Vereine mit einer Gesamt—
Zängerzahl von 3068 Mitgliedern an. Von diesen waren
iktiv 1357, Sängerinnen 138, beitragsfreie Sänger 257,
Sitzungen wurde 9 abgehalten. Die Jahresgautagung im
ergangenen Jahre hat am 5. Februar stattgesunden. Zu
tassenprüsern waren Männerchor Landsweiler und M.G.V.
Ottweiler bestimmt. Aufgenomien wurden im ersten Halb—
ahr: Musikgesangverein Ottweiler, „Germania“ Ottweiler,
W. G. V. Ottweiler und Männerchor Landsweiler. Zum 2.
Male sind beigetreten: „Liedertafel“ Spiesen und FLieder—
ränzchen“ Wiebelskirchen. Mit der Sängerehrennadel
onnten 43 Sangesbrüder ausgezeichnet werden. Durch die
Neugliederung des Bundes würden die Spiesener Vereine
dem Kreis Sulzbach zugeführt. Dafür erhielt der neue
sreis Neunkirchen das Illtal. An die Hinterbliebenen sowie
Beschädigten der Explosson konnte der Gau 8009 Fr. zahlen.
Es waren vom D.S.B. 1000 RM. und vom S.S. B. 2000
Franken gestiftet worden. Besonders erwähnt sei der von
Prof. Werlé, Leipzig, geführte Musterchort, der uns mit
denr Geiste der neuen Chorliteratur bekannt machte. Auch
der Berliner Mozartchor erfreute uns mit seiner Jugend.
Dder Bundestag fand am 30. April in St. JIngbert statt.
Das Gauwertungssingen unter der Leitung von Prof. Walter
Rein wurde am 7. Januar durchgeführt. An der Tagung
des D.S.B. in Tortinund nahm der damalige Vorsitzende
Dr. Steeg teil. In Neunkirchen veranstaltete man am
Ldiedertag eine Kundgebung unter Mitwirkung der Feuer—
vehrkapelle am unteren Markt. Zuvor hatten alle Ver—
zine au bestimmten Plätzen Platzkonzerte veranstaltet. Auch
n den übrigen Ortschaften unseres Gaues wurde der
diedertag so durchgeführt. Ein außerordentlicher Gantag
and am 32. Juli anlüßlich des 40jührigen Stiftungsfestes
»es Musik-Gesangvereins statt, bei der am Nachmittag eine
große Kundgebung für das deutsche Lied am Schloßplatz
ich anschloß. Die Herbstgautagung fand am 22. Oktober
n Heiligenwald statt. Aufgenommen wurden dort: Sänger—
zund und Singgemeinde Wiebelskirchen, „Edelweiß“ Lauten—
»ach, „Liederkränz“ Fürth, Eisenbahner- und Hütten-Ge—
angverein Neunkirchen. Der Tärigententag des S.S. B.
and am 2. Dezember in Saarbrücken statt. Tie Be—
chaffung einer Partiturensammlung, bestehend z. Z3t. qus
33 Parfituren, zum Preise von 12RM. wurde genehmigt.
Sie steht allen Dirigenten zur Einsichtnahme zur Ver—
ügung. Das Bundesfest wird sehr große Anforderungen
in die Sangesbrüder stellen. Zur Austlärung gebe ich noch
zekannt, daß der Besuch sowie die Veranstaltung von Wett—
treiten für alle Bundesvereine untersagt ist. Im Ueber—
retungsfalle kann sogar Ausschluß erfolgen. Das abge
dufene Jahr hat demnoch trötz des ungeheuren Wirt—
schaftskampfes den starken Zusammenhalt unferer Sänger—
schaft und die Bereitschaft zu fortschrittlicher Arbeit be—
viesen. Trotz des Druckes haben sich unsere Vereine, wie wir
sestftellen konnten, noch entschlossener und opferbereiter ge⸗
zeigt, als es in besseren Wirtschaftszeiten der Fall gewesen
st. Gerade das gibt uns erst recht Veranlassung, für die
großen Ereignisjahre 1934/35 unsere gesamte Sängerschaf
neut aufzürufen zu Treue und Mitacheit! W. Sch

Der M.G. V. „Liedertafel“ e. B. Mettlach bot unter
Chorleiter Maron seinen Förderern und Familienange—
hörigen einen genußreichen Liederabend auf dem Pavillon
bei vollbesetzten Hause Der reichhaltigen Vortragssolge,
welche mit dem deutschen Sängergruß eingeleitet wurde,
entnehmen wir: „Schwur“ von H. Simon, „Richtung“ von
Erdlen, „Hände weg“ von Maron, „Sonntagsseele“ von
Wiesner,Lied des Trotzes“ von Stürmer, „Mein deutsches
died“ von Henkel, „Heimatlied“ von Schauß, „Es waren
zwei Königskinder“ von Maier, „Ueberschwemmung“ von
Lendvai. Die sngegufaeungen wurden von der bestens
bekannten Kapelle Meier, welche sich uneigennützig in den
dienst der guͤten Sache stellte und, durch die Mitglieder
MRaron, Palz und Löcherbach verstärkt war, eingeleitet
und umraͤhmt. Vereinsführer Josef Strauch dankte allen
für ihr Erscheinen, wies mit markanten Worten auf das
Jahr 1935 hin und bat alle Förderer und Sänger des
Vereins, fest und treu zusammen, zu halten. Mit der
Saarhymne„Deutsch ist die Saar“ von H. M, Lur. in
welche aAlle Anwesenden mit Begeisterung einstimmten, wurde
der Liederabend, welcher Sänger und Mitglieder auf einige
fröhllche und gemütliche Stunden vereint hatte, geschlossen.

Schöne Topfpflanzen sowie Schnittblumen fürs Osseses
und weißen Sonntag empfiehlt
— ee⸗ M J
Blumenhaus Marxia Echütß nen

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