Nr. 12 IIIIIPibu
Otto Siegel's Männerchorwerk mit Sopransolo und
Streichorchester „Klingendes Jahr“ wird u. a. auch durch
den Wiener Männergesangverein vorbereitet. Weitere Auf—
führungen in Linz (Donau), Nürnberger Sängerwoche,
Philadelphia, Saarbrücken, Stettin, Ulm, Weida (Thür.)
u. a. stehen bevor.
Professor Albert Greiner, der weitbekannte Direktor der
Augsburger Singschule, die heute vor mehr als 2000
Singschülern in 40 Klassen besucht wird. trat wegen Er—
reichung der Altersgrenze zurück. Einem Wunsche Greiners
entsprechend, wurde zum neuen Direktor der Augsburger
Singschuüule der 35jährige Lehrer und bekannte Komponist
Otto Jochum berufen.
Joseph Haas hat ein größeres Chorwerk „Das deutsche
Gloria“, Text von W. Dauffenbach, für achtstimmigen ge—
mischten Doppelchor vollendet.
Aufführungen des Oratoriums „Der große Kalender“
oon Herinann Reutter finden in der kommenden Spielzeit
in bis jetzt 12 Städten statt, darunter Leipzig (Gewand—
haus), Bochum, Aachen, Bottrop, Stuttgart, Karlsruhe.
Panul Hindemiths Spiel für Kinder „Wir bauen eine
Stadt“, das bereits in sieben Sprachen übersetzt wurde,
wird nunmehr auch ins Japanische übertragen.
Der Dortuunuder Männergesangverein (Dr. Hans Panlig)
brachte auf dem Westfälischen Sängerbundesfest in Dort—
mund das „Soldatenlied“ von Ottmar Gerster mit stür—
mischem Beifall zur Wiedergabe.
Die schon seit längerem angekündigte, aber infolge der
Weitläufigkeit der Forschungen verzögerte Urtertansgabe
der Bach'schen Juventionen ist erschienen. Der als Sonder—
veröffentlichung erscheinende, eca. 100 Seiten umsassende
Revisionsbericht von Dr. Ludwig Landshoff bildet zugleich
einen grundlegenden Beitrag zur Geschichte der Klavier—
musik ünd ihrer Ausführung im Zeitalter des Barock.
Johann Sebastian Bach's Gamben-Songten erschienen
soeben in einer kritischen Neuausgabe von Rolf van Leyden.
Das einzige, von Wilheln Friedemann Bach bekaunte
Originalwerk“ für 2 Klaviere, ein „Conerto in Ta duio
Cambali conertati“, das Brahms seinerzeit ausgegraben
und im Verlage J. Rieter-Biedermann veröffentlicht hatte,
liegt nunmehr in einer Neuausgabe vor.
Ein unbekanntes Werk für Viola da gamba und Baß
(Cembalo) von Carl Philipp Emannel Bach, eine sehr
schöne DDur-Sonate, hat nunmehr Rolf van Leyden der
Oeffentlichkeit in einer praktischen Ausgabe, die auch eine
Ersatzstimme für Violoncello enthält, zügängig gemacht.
Max Bruchs großes Männerchorwerk mit Orchester
„Frithijof“ koinmt in diesem Winter in Königsberg, Lodz
und Zürich zur Aufführung.
Aulhhhlj Saar⸗Sänger-Bund IIsit
Draeseke's „Christus-Oratorium“ erfuhr eine ausgezeich—
Wiedergabe in Bautzen. Vorspiel und I. Teil wurden in
Berlin unter Bruno Kittel aufgeführt.
Niels W. Gade's Chorwerk „Erlkönigs Tochter“ wird
die Neue Chorvereinigung in Prenzlaus zur Aufführung
bringen.
Hermann Grabner, der Leipziger Universitätsmusik—
direktor, hat soeben einen neuen Zyklus für Männerchor
erscheinen lassen, betitelt „Der Fackelträger“. Der Zytklus
ist der SA gewidmet. Er gelangt demnächst zur Wieder—
gabe durch den Mitteldeutschen Rundfunk.“ Grabner's
„Lichtwanderer“, ein Männerchorwerkt mit Orchester, wird
yom Eidgenössischen Sängerbund in einer Massen-Auffüh—
rung herausgebracht.
Paul Graenuer's „Waldmusik“ kommt in einem Sinfonie—
donzert in Hagen zur Aufführung.
Jon Leifs, der bekannte isländische Komponist ließ so⸗
ben eine Anzahl großer Orchester- und Chorwerke er—
scheinen. Seine „Island-Ouvertüre“ nimmt der Kopen
hagener Sender in sein ständiges Repertoire auf.
Heinrich Lemacher, der Kölner Komponist, ließ eine
„Weihe-Kantate“ für gemischten Chor mit mehreren Instru—
menten erscheinen, die in Aachen unter Leitung von Studien—
rat Schiffer zur erfolgreichen Aufführung gebracht wurde.
An der Aufführung nahm ein Chor von über 600 Sängern
teil. Das gleiche Werk brachte auch Dietrich Stoverod in
Berlin im Rahmen einer Schulfeier zur Aufführung.
Von Frauz Mayerhoff wurde „Frau Minne“, ein Chor
werk mit Orchester, in Waldheim erneut aufgeführt.
Heinrich Zölluer's Männerchorwerk mit Orchester „Co—
lumbus“ kommt in diesem Winter in Kreuznach und in
dichteustein-Callnberg zur Aufführung. Der Altmeister für
Vokal-Ftompositionen bringt soeben wieder Frauenchöre und
gemischte Chöre bei Kistner K Siegel heraus.
Panl Hindemith arbeitet zur Zeit an einer abendfüllen—
den Oper, die das tragische Schicksal des Malers Matthias
Brünewald zum Gegenstand hat. Dr. Wilhelm Furtwängler
vird drei Stücke aus dieser Oper unter dem Titel „Sym—
honie Mathis der Maler“ (nach der gleichnamigen Oper)
in dem nächften Symphoniekonzert der Preuß. Staatskapelle
am 12./13. März zur Uraufführung bringen.
Das Opernhaus in Frankfurt a. M. sicherte sich die Ur—
aufführung der Oper „Doktor Johannes Faust“ von
Hermann Reutter. Das Terxtbuch ist von Ludwig Andersen.
der auch das Textbuch zu Reutters erfolgreichem Ora—
torium „Der große Kalender“ verfaßt hat.
Hermann Nentters Kantate „Der glückhliche Bauer“ wird
auf der diesjährigen Sängerwoche des Deutschen Sänger—
bundes in Nürnberg zur Aufführung gelangen.
bös — ich meinte, mit der Lieb' zu ihm wär's aus, nimmer—
mehr könnte ich ihm wieder gut werden. Da kamst du! —
Ich war ehrlich gegen dich in allen Stücken. Du weißt auch,
sch wollte nicht“ gauf den Tanzboden; ich meinte — und
daͤs meine ich noch — es paßte sich nicht. Dann aber hatte
sch eine geheime Sorge, es könne etwas geschehen, was
zesser ungeschehen bliebe. Du und die Eltern nötigten mich
nit Gewält, ich konnte nicht widerstehen. Ernstlich hatte
ch mir vorgenommen, Paul nicht anzusehen, ich hab's ge
haälten, — bis — nun bis er zu blasen begann. Sieh, das
var es, was ich gefürchtet hatte. Schon einmal hat er mir
mit feinem Blaͤsen das Herz eingenommen. Wie er heute
vieder die alte Weise begann, da war auf einmal aller
Zorn und Unmut verschwunden; ich wußte jetzt: nie und
ümmer kann ich den Schülzle vergessen, dem allein gehöre
ich an, jetzt und für alle Ewigkeit!“
Sie schwieg, heftig atmend spielte sie mit ihren Schürzen⸗
zändern, Maärtin rührte sich nicht, nur seine Lippen und
Augenbrauen zuckten stärker. „Und was soll nun werden?
fragte er kalt.
Evebärble hob den Kopf, ihre Augen blitzten, sie wich
den finstern Blicken des Burschen nicht mehr aus. „Das
veiß ich nicht!“ sagte sie lebhaft, „vorläufig kümmere ich
nich nicht darum. Ich gehöre ihm an, ihm allein, das stehl
fest — daran wenigstens kann die Welt nichts ändern. Frei⸗
seh — —wenn — wenn du wolltest, ein Wort für uns — —
Fortseßung solat.)
ι!
größere Schrecken stürzten. „Martin,“ flüsterte sie, und
die bebenden Laute, die nur widerstrebend ihren Lippen
entquollen, kündeten die Angst ihrer, Seele. „Martin —
fieh mich nicht so an, stehe nicht so stumm und starr! —
Mein Gott! ich vergehe! — Rede — rede! —. Nicht so —
nicht so! — VSaß das Lippennagen! —, O mein Gott! —
Sprich nur ein einzigs — einzigs Wort!“
Wozu ich?“ entgegnete der Jüngling, fast ohne die
Lippen zu öffnen, „soll ich kund tun, was dir fehlt, was
in dir vorgeht?“
„Und wenn du es weißt — — v» sieh mich nicht so an!“
weinte sie und haschte vergebens nach einer Hand von ihm,
„und wenn du es weißt, gibt dir das ein Recht, mich un⸗
gehört zu verdammen? Kann ich, vor all den Ohren do
srei heraussagen, was mich bewegt?“
Ihr hört's — sie will allein mit mir sein!“ wendete
sich Martin finster an seine Gesellen, „zurück; sorgt, daß
kein Lauscher nahe kommt.“ Als sich die Burschen eilig
entfernt, fragte er, noch immer, ohne seine Stellung zu
andern: „Schnell jetzt, was hast du mir zu sagen?“
Evebärble rang die Hände und blickte noch einmal
flehend zu Martin auf. Als dieser jedoch nicht darauf
zu achten schien, eine Bewegung der Ungeduld machte,
rocknete das Mädchen die Augen, stand nun ebenfalls auf,
firich die Schürze glatt und begann leise: „Habe wenig zu
sagen; es ist nur, daß du mich nicht für faͤlsch und flat—
lerig ansiehin. Vorhin war ich so bös auf den Schülale. sĩn