Full text : 11.1933-1934 (0011)

Nr. 12 IIII.
Würfelspiel und Totenfeier ins Licht rückt. Daran
schließen sich Florus über „das erste Auftreten der
Germanen in der Geschichte“, Caesar über seinen ersten
Rheinübergang und über „Leben und Sitten der
GBermanen“, Dio Cassius und Sueton über die Schlacht
im Teutoburger Walde, Plinius über den deutschen
Wald und über den Bernstein und endlich Pomponius
Mela über den Rhein. Namentlich die „Germania'““
des Tacitus beruht auf den besten Quellen, den Be—
richten römischer Offiziere, Kaufleute und Händler,
die mehr oder minder lange in Germanien geweilt
und vielfach ausreichende Gelegenheit hatten, das Volk
der Germanen in all seinen Lebensäußerungen kennen—
zulernen. Das hier gezeichnete Bild ist in seinen ent—
scheidenden Grundzügen noch nicht überholt. Es ist
deshalb unerläßlich, sich mit diesem Werk auch heute
noch angelegentlichst zu beschäftigen.
Das Bild des deutschen Menschen spiegelt sich natur—
gemäß in der wechselreichen Geschichte unseres Volkes
wieder. Die meist recht umfangreichen Werke unserer
großen Historiker sind kaum je in die breiten Volks—
schichten gelangt. Um so dankbarer begrüßen wir es,
daß der Safari-Verlag, Berlin, eine von Klaus
Gundelach ausgezeichnet bearbeitete Volksausgabe der
Deutschen Geschichte im 19. Jahrhundert von Heinrich
von Treitschke herausgebracht hat. Ihr hat Alfred
RNosenberg eine Einführung gegeben, die als wirk—
liche Wegbereitung anzusprechen ist. Sie stellt Treitschkes
geniales Werk, in dem dieser glühende Patriot inner—
halb des dynastischen Systems schärfste Worte findet
gegen den Verrat durch Fürsten und Dynastien, die
Klinge führt gegen Liberalismus und jüdische Hoch—
finanz, sich mannhaft einsetzt für die preußischedeutsche
Staatsidee, in die Gegenwart, die sich durch Adolf
Hitlers Sendung das dritte, auch weltanschaulich ge—
einte Reich erstritt. Treitschkes Deutsche Geschichte setzt
mit dem Untergang des Reiches, dem Deutschland nach
dem Westfälischen Frieden ein, vergegenwärtigt die
Zeit der napoleonischen Fremdherrschaft, Preußens Er—
hebung, den Befreiungskrieg, die Anfänge des deutschen
Bundes vom Wiener Kongreß bis zur Erneuerung des
deutschen Gedankens in Burschenschaft und Turner—
schaft, das Eindringen des französischen Liberalismus
von den Reformen Hardenbergs über die Julirevo—
lution, den Deutschen Zollverein und das junge
Deutschland bis zum Kölner Bischofsstreit und schließt
mit dem Zeitalter Friedrich Wilhelms JIv. Wir werden
durch die fesselnde, oft geradezu hinreißende Gestal—
tung in das Erlebnis einer der bedeutendsten und
schicksalvollsten Epochen deutscher Geschichte hineinge—
zogen, und, was vielleicht am reizvollsten, wahre
Führerpersönlichkeiten unseres Volkes werden vor uns
Leben und Wirklichkeit. Dieses Meisterwerk deutscher
Geschichtsdarstellung wird durch eine große Zahl wert—
voller Illustrationen anschaulich unterstützt. Das klas—
sische Werk deutscher Geschichtsschreibung wird jedem
Deutschen eine wertvolle Gabe sein. Im Verlag Philipp
Reeclam jun. und dem Verlag des neuen Deutschland
erschien von Erich Czech-Jochberg Deutsche Geschichte
nationalsozialistisch gesehen, Preis 4,80 M. Hier
spricht nicht der zünftige Historiker zu uns, sondern
der leidenschaftliche Patriot. Und so stellt dieses Buch
keine Geschichte der Politik, sondern VPolitik der Ge—
schichte dar. Ein kühnes Unterfangen! Aber das soll
dorweg gesagt sein: hier führt ein Meister die Feder

IllJ Saar-Sänger-Bund!

J1I11 Seite 279

ür seine ihn völlig durchglühende Sache. Das Schick
'al des deutschen Menschen wird hier verfolgt aus
nordischer Urzeit über Armin, Theoderich, Karl den
Broßen, die Reformation und Bismarck, über ver—
säumte Gelegenheiten bis zum Weltkrieg, die Marne
und Compiègne, die Massensuggestion der 14 Punkte
Wilsons, dem Tag von Versailles, der Zerstörung
Deutschlandzs, dem nationalen Widerstand und dem
Weg ins Dritte Reich. Wie erschütternde Filmstreifen
jehen hier die Dramen deutscher Geschichte an unserm
Auge vorüber, das stete Auf und Nieder deutschen
Schicksals. Blutvoll stehen all die Männer da, die als
vahre Führer für Preußen-Deutschland Wort und
Klinge führten, Volk und Jugend aufrufend und be—
jgeisternd für den vaterländischen Gedanken. Verschmel—
zung Deutschtum—Preußentum, Veredelung des deut—
schen Menschen, Wiederzurückführung aller Volksge—
rossen in die Gemeinschaft des Ueberdeutschtums,
Sozialismus der deutschen Nation, Aufforstung eines
glücklichen Geschlechtes — das ist dem Verfasser das
Ideal des von Adolf Hitler geschaffenen Dritten Reiches
in dessen Dienst er seine treffliche Feder gestellt hat.
Man wird dankbar sein für diese ausgezeichnete histo—
rische Begründung der nationalen Forderung unserer
Tage.

Zwei Jahrtausende deutscher Geschichte überschaut
Bogislav von Selchow in seinem bei K. F. Koehler,
Ldeipzig, erschienenen Werk Der dentsche Mensch, den
dämpfern für die deutsche Wirzeit gewidmet, Preis
gebd. 5,80 M. Sein bekanntes Bekenntnis „Ich bin
geboren, deutsch zu fühlen, bin ganz auf deutsches
Wesen eingestellt, erst kommt mein Volk, dann erst die
aindern vielen, erst meine Heimat, dann die Welt“ be—
vährte der als Historiker geschätzte Verfasser durch sein
Leben. Als Fregattenkapitän steht er im Feuer des
Weltkriegs, an der Spitze seiner begeisterten Marburger
Studenten kämpft er mutig gegen die Spartakisten.
Auch Bogislav von Selchow verfolgt in seinem Buch
»om deutschen Menschen deutsches Werden und schick—
alvolles Ringen vom germanischen Boden aus, den
germanischen Göttern und den Stämmen der Germanen,
üüber Höhen und Tiefen bis zur Gegenwart, dem neuen
Weltbild und Lebensstil, dem neuen Körpergefühl: Leib
— Seele — Ganzheit, dem neuen Artbewußtsein und
hin zum Umbruch. Ueber den Rahmen politischer Dar—
sttellung hinaus aber begreift der Verfasser in philo—
sophischer Geschichtsbetrachtung das gesamte gei—
tige Erlebnis des deutschen Menschen, seine Ge—
zundenheit an Einflüsse von außen und sein Besinnen
auf sich selbst in eine wahrhaft geniale Ueberschau.
Das wird schon an dem kleinen Ausschnitt seines Wer—
kes, das wir in dieser Nummer als Textprobe dar—
zieten, bewiesen. Begabt mit außerordentlichem pfycho—
logischen Einfühlungsvermögen in die letzte Wesenheit
großer aus Tat und Gnade gewachsener Persönlich⸗
eiten, die wie Felsblöcke inmitten eines Flußbettes
rufragen, daß sich die Strömung an ihnen brechen
nuß, stellt der Verfasser die heldischen Deutschen vor
ins hin, die in zwei Jahrtausenden deutschem Denken
und Tun Inhalt und Richtung gaben. Zeiten, in
denen die deutschen Menschen kollektiv dachten und
zandelten, sind dem Versasser Allzeiten, so die Jahr⸗
zunderte von 400- 1500, Zeiten, die aus dem Ich—
gefühl heraus beherrscht sind, gelten ihm als Ichzeiten,
sB'die Epochen von 1500—5 1933. In der Gegenwart
            
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