Nr. 11 une upphll Seite 278
HBHom —üchertisech.
Zeitschrift für Musik, Monatsschrift für eine geistige
Erneuerung der deutschen Musik, gegr. 1834 von Robert
Schumann — also im 101. Jahrgang! Herausgeber und
Verlag Gustav Bosse, Regensburg. Vierteljährlich 3,60 M..,
Einzelheft 1135 M. Die Janüarnummer der von uns
immer wieder aufs wärmste empfohlenen Z. f. M. erschien
als Gottfried-Rüdinger-Heft. Es bringt: Dr. Ludwig Ger—
heuser: Gottfried Rüdinger; Dr. Werner Kulz: Was ist
uns Musik?; Otto Nicolai: Ein unbekannter Brief an
seinen Vater; Reinhold Zimmermann: Anton Schindlers
Kompositionen; Dr. Alfred Heuß: Ein künstlerisches Doku—
ment aus J. S. Bachs bitterster Zeit; Dr. Heinrich Frenzel:
Der Deutsche Franz Liszt; Gerhard Schwalbe: Adam
Krieger — zu fseinem 300. Geburtstage; Paul Schlegel:
Johann Adolf Hasse und die Glanzperiode der italienischen
Oper in Deutschland — zu seinem 150. Todestage; Dr.
Robert Pessenlehner: Die Museumsgesellschaft in Frank—
rzurt a. M. und die großen Meister der Musik — zu ihrem
125jährigen Bestehen; Wolfgang von Bartels: München
und die Sendergruppe Südost; Dr. Horst Büttner: Die
Stunde der Nativn; Prof. Dr. Theodor Kroyer: Prof. Dr.
Rudolf Schwartz zu seinem 75. Geburtstag. Für uns von
besonders starkem Interesse ist Dr. Erwin Bauers Bericht
über die glanzvoll verlaufene Italienfahrt des Münchener
NS. Reichssymphonie-Orchesters unter Franz Adam. Der
bildgeschmückte Aufsatz vergegenwärtigt uns 25 mit überaus
anstrengenden, aber auch ebenso erfolgreichen Konzerten
ausgefüllte Reisetage, die der wackeren Künstlerschar unter
begeisterten Empfängen Gelegenheit gab, in Cremona, Bo—
logna, Mailand, Forli, Ancona, Pesavo, Perugia, Rom,
Neapel, Lucia, Pisa, Florenz, Farma, Modena, Venedig,
Turin, Genua, Verond ihre geniale Führung und ihre
persönliche künstlerische Meisterschaft unter Beweis zu stellen
Mit welch feinem Verständnis die Z3.f. M. unser saarlän—
disches Grenzlandschicksal begleitet, wird auch wieder durch
diese Nummer deutlich, in der sich unser Bundesschrift-—
führer Stein eingehend über „Deutsche Musik an der Saar“
ausspricht. Den Beschluß machen wie stets Mitteilungen
und Berichte üher Musik und Musiker, über den ganzen
Umfang künstlerischer und musikpädagogischer Probleme, die
3. Zt. im Brennpunkt des Interesses stehen.
Roe — Schq. Einige Bemerkungen zum 16. Band des
„Großen Brockhaus“ (792 Seiten; in Ganzleinen RM. 23.403
in Halbleder RM. 28.80. Bei Rückgabe eines alten
Lexikons nach den festgesetzten Bedingungen: in Ganzleinen
RM. 21.153 in Halbleder RM. 26. 10). Wenn die deutsche
Industrie ihre Erfolge hauptsächlich dadurch erreicht, daß
sie sich sorgsam immer aufs neue dem Bedarf und den
Wünschen der Kundschaft anzupassen versteht, so arbeitet
der Brockhaus nach demselben Grundsatz. Das sozusagen
feierliche und stets unentbehrlich bleibende Wissen des
Konversationslexikons ist auf allen Gebieten durchsetzt und
bereichert durch lebendige und höchst willkommene Beiträge,
die auf zahllose Fragen, wie sie jeder Tag bringt, eine
Antwort geben. So bringt der Brockhaus alles Wissens—
werte über große Unternehmen der Industrie, des Handels
und des Verkehrs, wobei er auch charakteristische Einzel—
heiten über ihre Entwicklung und Eigenart mitteilt. Ueber
die große Schoökoladenfabrik Sarotti A.G. erfährt man, daß
hre“ Aktienmehrheit im Besitz des schweizerischen Nestle—
Konzerns ist, der ihr die Herstellung und den Vertrieb
seiner Marken in Deutschland überlassen hat. Zu der Ent—
stehung des Vermögens des Haufes Rothschild wird darauf
hingewiesen, daß der Gründer des Hausfes, ursprünglich
Ein“ Altwarenhändler, seine Erfolge in Finanzgeschäften
Irau Mia Kügelgen -Belz
Oypern⸗ und Konzerfsängerin
Gesanasuntferrichtf
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als Bankier des hessischen Kurfürsten erreicht hat, und später
durch seine Vermittlung von Anleihen im ersten Koalitions—
riege und bei der Flnanzierung der englischen Feldzüge
in Spanien. In dem Abschnitt über die Entstehung des
Röchling-⸗Konzerns im Saarland werden die Verdienste
eines jetzigen Leiters um die deutsche Sache im Saargebiet
servorgehoben. Der im Hinblick auf die 1935 bevorstehende
Abstimmung besonders wichtige Abschnitt über das Saar—
and gibt eine sehr ausführliche Darstellung der Sachlage
und der Tendenz der französischen Politik. Da nämlich bei
den Gemeindewahlen, im November, 1932 die franzosen—
reundlichen „Saarbündler“ nicht einmal 1 vp. H. aller
Stimmen erhalten haben, und damit ein Anschluß an
Frankreich nicht in Frage kommen wird, so arbeitet die
ranzösische Propaganda jetzt darauf hin, wenigstens eine
Fortdauer der Völkerbundsverwaltung zu erreichen. In
iationalen Fragen ist der Brockhaus also ein treuer Be—
cater. Auch das, was man zur unmittelbaren Tages—
zeschichte braucht, wie den Werdegang der nationalsozia—
istischen Führer, findet man mit den Lebensläufen Alfred
Rosenbergs, Röhms und Saukels in diesem Bande. Zwei
Tafeln bringen die Uniformen und alle Abzeichen der SA.
und SS.-Formationen sowie des Stahlhelms. Sehr ein—
zehend wird mit einer ganzen Anzahl Karten und vielen
zunten und schwarzen Bildtafeln Rom und der römische
sulturkreis, und zwar der des antiken wie des päpstlichen
und des heutigen Roms und die römische Kunst behandelt.
Rußlands geschichtlicher Entwicklung bis zur Sowjetrepublik,
die mit Recht als solche im nächsten Bande gesondert dar—
zestellt werden wird, ist eine Reihe von Abschnitten ge—
vidmet. Geologische und wirtschaftliche Karten geben einen
Begriff von den ungeheuer reichen Bodenschätzen Ruß—
ands und Sibiriens. Die Karte der Gesamtrepublik zeigt,
vie man die riesigen neuen Industriestädte, also auch die
Rüstungszentren planmäßig hinter den Ural nach Turkestan
herlegt hat, also außerhalb des Bereichs der Kriegsflug—
euge, Bei den Abschnitten über Rumänien läßt eine Karte
die Verteilung des Deutschtums in Südosteuropa erkennen.
Von deutschen Ländern finden Sachsen, Schlesien, Schleswig—
Zolstein und das Ruhrgebiet eine Sonderdarstellung. Wich—
age technische Fragen werden mit Schleifmaschinen, Sägen
ind Schmiedearbeiten (eine Tafel gibt Beispiele der deut—
schen Schmiedekunst) behandelt. Der medizinischen Wissen—
chaft sind die Abschnitte uber Röntgenbehandlung, Säug—
ingspflege und Sanitätswesen gewidmet, alle mit vielen
zukten Bildern. In der umfangreichen Darstellung des
Rundfunks, der wirklich gemeinverständlich gehaltenist,
da er nichts voraussetzt, weiß der Brockhaus sogar Rat,
venn einmal der häuüsliche Radioapparat versagt. Ein
Verzeichnis der Großsender gibt einen Begriff von der
seutigen Möglichkeit, wirklich zur ganzen Welt reden zu
Bnnen, wie wir das bei der Reichstagswahl vom 12.
Rovember miterlebt haben. Sehr beliebt sind die mit Noten
zgegebenen Anfänge von Volksliedern und volkstümlichen
MRelodien, die eine originelle Ergänzung dadurch erfahren,
daß auch die Vogelstimmen (Rotkehlchen, Rohrsänger) in
Noten geéfaßt sind. Dem Graphologen sind die Namenszüge
hekannter Männer in Faksimile willkommen. Bei Dichtern
und Schriftstellern, die unter einem Decknamen bekannt
sind, bringen die ursprünglichen Namen, wie sie der Brock⸗
haus angibt, mancherlei Ueberraschungen. Auf der Bild⸗
kafel zu' dem Abschnitt Runen findet man die ältesten
dakenkreuze als Heilssymbole. Urbilder der heutigen Hoch⸗
Fäufer sind die Turmhäuser der italienischen Bergstadt
San Gimignano, wo man ähnlich wie in Rew Vork wegen
des engen? Raumes gezwungen gewesen ist, in die Hohe
— 0 30
Margit Fabian
Konzertsangerin zur Laute
Saarbrüucken 5, Brunnenstr. 3, Tel. 25854
Interricht im künstl. Lautenspiel.
Haarbrücken 3. Grohkerzoq- Jriedrich-Sfraße 85