Full text : 11.1933-1934 (0011)

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und, des deutschen Männerchors von ihrer Entstehung zu
Beginn des 10. Jahrhunderts bis in unsere Zeit, wobei
er insbesondere dem Gründer und geistigen Vater der—
selben, Zelter, die verdiente Würdigung zuteéeil werden
lies. Als Vertreter der Romantik nannte er Karl Maria
von Weber, der uns seine zündenden Freiheitslieder und
die deutscheste aller deutschen Opern „Freischütz“ schenkte,
die echte deutsche Romantik wiederspiegelt. Darauf erklang
eine Komposition des fast vergessenen Vertreters der Ro—
mantik „Ludwig Berger“ mit dem Werke „Es ist ein Schnit—
ter, der heißt Tod“. Von dem Schaffen „Schuberts“ wurde
das feinsinnig abgestimmte Lied „Grab und Mond“ zu
Gehör gebracht, während die Kompositionskunst Schumanns
in seinem Ritornell wiederklang. Lange schlief das Volks—
lied, das mit dem 17. Jahrhuündert verschüttet war, bis
Silcher es wieder erweckte und durch Kreuzer eine För—
derung erfuhr. In der Folgezeit wurde der Balladen—
bearbeitung ein breiter Raum gewährt, bei der jedoch die
Einheit am Aufbau fehlt. Die dabei erstrebte Ton— und
Lautmalerei dürfte jedoch den dazu berufenen orchestralen
Klangkörpern vorbehalten sein. Das kompositorische Schaf—
fen dieser Art artete vielfach in Gefühlsduselei aus, die
mit echtem deutschen Männergesang nichts gemein hat. Der
Chor „Totenvolk“ von Hegar gab Einblick in das Schaffen
dieses Komponisten, der so viele und manch wertvolle
Baladenbearbeitung schuf. Von dem Klang des Romantischen
noch erfaßt, schlug Hugo Kaun schon Brücken zu unserer
kernigen, markigen Zeit. Ihm zur Seite steht Karl Kämpf,
dessen Chor „Marienbildnis“ den Teilnehmern des Lehr—
gauges zu Gehör gebracht wurde. Weiterhin sprach der Bun—
deschormeister über die Volksliederentwicklung, die sich vom
einstimmigen zum mehrstimmigen Satz entwickelte, wobei sich
Homophonie und Polyphonie abwechselte. Wertvolle Be—
arbeitungen schuf Othegraven, der Meister des polyphonen
Satzes. Der Redner bezeichnete Graener, Lendvai, Lang
Knab, Rein und Heinrichs als gute Volksliederkomponisten
der Neuzeit. Als Wegweiser für die Zukunft zu berück
sichtigende Chorliteratur gab der Bundeschormeister noch
besondere Anregungen und empfahl den Dirigenten wert
volle und dem Geist der Zeit entsprechende Liedersamm
lungen. Ein sechsstündiger Chorleiterkursus hatte sein End
erreicht, als gegen die 10. Stunde die Sänger des M.G.V
ODtzenhausen, der unter der Leitung des Gauchormeistere
Frisch als einer der besten des Hochwaldgaues zu bezeich
nen ist, erschienen und zum Vortrag eines Liedes angs
treten waren. Der Gaugeschäftsführer Willems sprach im
Namen der Gaugeschäftsstelle und der Chormeister seinen
bescheidenen Dank an den Bundeschormeister aus und gab
der Hoffnung Ausdruck, daß der Vortrag durch den Bün—
deschormeister seinen Zweck nicht verfehle und daß die An—
regungen und Belehrungen durch die Chormeister
den Sängern der durch die Dirigenten vertretenen Vereine
vermittelt werde zum Segen für unser Vaterland.
Er ließ sodann den Bund, der sich mit Freude in
die Reihen der aufbauenden Organe im Sinne unseres
Führers eingereiht hat, dreimal hoch leben, worauf
der angetretene M.G.V. Otzenhausen den deutschen
Sängergruß und das „Deutsche Volksgebet“ (Janoske) in
würdevoller Weise zum Abschluß des Lehrganges zum Vor—
trag brachte. Sodann folgte noch die Regelung verschie
dener Gauangelegenheiten, während dessen der M.G.V.
Otzenhausen noch „Der gute Kamerad“ (Werth) und „Der
Schütz“ (Clemen) sang. Den Schluß der Tagung bildete das
Schlußwort des Gauführers Mathieu, der dem M.G.V
Otzenhausen dankte und mit einem Appell zu reger Mit—
arbeit am großen Werke mit einem Sieg-Heil auf Führer.
Reichspräsident und Vaterland schloß. M
Das gemeinsame Konzert des M.G.B. Sängerlüst und
des Orchestervereins Birkenfeld unter Stabführung von
Gymnasiallehrer Bauer brachte ein sehr abwechselungs—
reiches Programm: Männerchöre, Frauenchöre, Gemischker
Chor ohne und mit Orchester und Orchestervorträge. Die
vokalen Darbietungen waren recht erfreuliche, einschließlich
des Duetts von Frau Gretel Zimmermann und Hans
August Lengler. Auch das Orchester leistete sein Bastes
sowohl in der Begleitung wie in seinen selbständigen Vor—
trägen. Mit besonderer Anerkennung nennen wir das Gei—
gensolo von Oberstudienrat Dr. Stahl. Die „Deutschen
Tänze“ Schuberts sollten nach der Originalpartitur gebo—
ten werden. Der Beifall des gut besetkten Hauses war
wohsverdient

2 —X „
In Saar⸗-Sänger-Bund III

AVpph Nr. 1*

Kreis Homburg.

Die Ganue Homburg und Sulzbachtal hielten ihr Wer—
ungssingen der Gruppe 3 ab. Wertungsrichter war Prof
Walter Rein, Franksurt. Der Gau Homburg begann das
Singen um 2 Uhr in Homburg, dem die Vertreter des
Baues Sulzbachtal beiwohnten. Un 5 Uhr wurde das
Singen in Sulzbach fortgesetzt. Hier wohnten die Ver—
reter der Homburger Vereine dem Singen bei. Am Singen
heteiligten sich: 1. M.G. V. 08 Erbach: „Haralda“ v. Pracht
und „Mein Mädel hat“ v. Lendvai. Leistung: gut. 2.
Männerchor Oberbexbach: „Bergarbeiterlied“ v Knab und
„Ich hört ein Sichlein“ v. Heinrichs. Leistung: gut.
3. Bavaria Mittelbexbach: „Gebet“ v Lendvai und „O,
vie herbe“ v. Silcher. Leistung: gut. 4. Sängervereinigung
domburg: „Waldesnacht“ v. Brahms und „Schwesterlein
vann geh'n wir nach Haus“ v. Röntgen. Leistung: gut bis
sehr gut. 5. M.G.V. 77 Hühnerfeld: „Volk“ v. Heinrichs
und „Kein schöner Land“ v. H. Lang. Leistung: gut.
3. M.G. V. 67 Friedrichsthal: „Bergarbeiterlied“ v. Knab
und „Der Soldat“ v. Silcher. Leistung: fast sehr gut.
7. M.G. V. 23 Sulzbach: „Der König in Thule“ v. H. Lang
und „Regiment sein Straßen“ v. H. Lang. Leistung: noch
zgut. 8. Sängervgg. Jägersfreude: „Lied des Trotzes“ von
Stürmer und „Wenn alle Brünnlein“ v. Gräner. Leistung:
Jjut. 9. Concordia Sulzbach: „Die Bauern“ v. Knab und
„Soldatenleben“ v. Lang. Leistung: sehr gut. 10. Sängervgg.
Bildstock: „Glockenlied“ v. Lendvai und Die Königskinder“
don M. Maier. Leistung: sehr gut. 11. Liederkranz Elvers—
herg: „Bergarbeiterlied“ v. Knab und „Der Reiter und
das Mädchen“ v. Lang. Leistung: sehr gut bis gut. Die
Sängervereinigung Homburg sang als Gemischter Chor
Quartett-Verein Thalia konnte fich wegen schwerer Er—
rankung seines Dirigenten an dem Singen nicht beteiligen.
Die beste Leistung stand in engerer Wahl zwischen der
Zängervereinigung Bildstock und Concordia Sulzbach. Der
Sängervereinigung Bildstock wurde schließlich die beste
Leistung zuerkannt J. W.

Rreis Ill⸗ Prims⸗ und Theltal.

Ende Oktober trat der Bereinigthe Männergesangverein
debach in seiner neuen Gestalt erstmalig vor die Oeffent—
ichkeit. Unterstützt wurde er vom Frauenchor Lebach und
dem Instrumentalverein König Eppelborn. Das Programm
zrachte zuerst 2- bis 3Zstimmige Kanons für Männer- und
Frauenchor. Abwechselnd sangen dann Männer-, Frauen—
uind der Gemischte Chor deuütsche Volkslieder 2- bis 75
stimmig mit und ohne Orchester in Sätzen von Isaak,
Baußnern, Othegraven, Riehm, Braunfels, Röntgen, Reger,
Blech und Kaminski. Dieses Konzert, das die herzlichste
Aufnahme bei Publikum und Presse fand, war für die
Arbeit des Vereinigten Männergesangvereins Lebach rich—
ungweisend: Durch wertvolle Chöre weitesten Volkskreisen
Verständnis für eines der herrlichsten deutschen Kultüuür—
züter, die Musik zu wecken und so im besten Sinne ver—
zdelnd auf die Volksseele zu wirken. In der Folge sang
der Chor bei einer Veranstaltung der Kriegshinterbliebenen
ein größeres Chorwerk seines Chorleiters Karl Riehm,
Psalm 13, das einen tiefen Eindruck bei den Zuhörern
dinterließ. In einer Versammlung im Dezember wurde
Zangesbruder Frey nochmals einstimmig zum Vorsitzenden
gewählt. Die Sänger werden sich willig feinen Anordnungen
unterwerfen, da sie ihm in jeder Beziehung vertrauen. In
derselben Versammlung gab der Chorleiter Riehm eine
hochbedeutsame Neueinrichtung bekannt. Er ging davon
aus, daß besonders bei den Sängern auf dem Lande die
fast vollständige Unkenntnis in den musikalischen Elementar—
kenntnissen die Chorarbeit ungeheuer hemmt, daß ferner
»adurch das Interesse der Sänger für ein Chorwerk natur—
jgemäß nachläßt und dieses sich wiederum für die Teilnahme
an der Chorarbeit überhaupt ungünstig auswirkt. Er
chlug die Einrichtung einer Chorschule in Lebach vor. Die
Thorschule soll eine ständige Einrichtung sein, durch die
allmählich alle Mitglieder des Chores hindurchgehen, die
fserner aber auch näch ihrem Ausbau allen interessierten
Zängern des Ill-, Prims- und Thel-Gaues offenstehen soll.
SFin Kursus dauert ungefähr zwei bis drei Monate. Der
Lehrplan umfaßt die Bekanntmachung mit den Funktionen
des Stimmapparates, die gesangtechnische Ausbildung der
Stimme. Einführund in die Esementaärkfenntnisse, in die
            
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