Full text : 11.1933-1934 (0011)

Nr. 11 ITlß. rruttsthlhh Saar⸗Sänger-Bund IIshe nissthhh Seite 267
liegende Vereine ihren Frühjahrsausflug gemeinsam unter »urch den Erfolg in si ießt! Hierauf i ir
nehmen? Wenn es dabhei gelingen würde, 4 mit den ich di w Ersin an ich vchtseht ieran Athin ohrDind
Sangesbrüdern eines fünften, weiter entsernt residierenden dürfen. Darüber hinaus gilt es, auch der eigenen Arbeit
Gauvereines zu treffen, der gerade an diesem Sonntage des Bundes auf diesem Gebiete, die ihren Niederschlag
ein Gartenfest abhält, so ist nicht einzusehen, welcher Scha- in der Deutschen Sängerzeitung und in der
den daraus erwachsen könnte. Wenn es aber außerden Saar-Sänger-Zeitung fundet, erhöhte Beachtung
noch gelingen würde, bei dieser Gelegenheit die Sänger uzuwenden. Die Tätigkeit des Gaupressewartes muß dazu
zu gemeinsamen Darbietungen, zu bewegen, ehe sich ihrer ühren, daß auch der letzte Sangesbruder iw
die Tanzwut bemächtigt, so könnte man fast, scon von leinsten Gauvereine nicht nur Bezieher
einem Vorteile sprechen. Daraus kann mir nicht der Vor⸗ ondern vor allem auch Leser unserer Bun!
wurf gemacht werden, daß ich mich mit der Ansicht jenes ꝛeszeitschrift ist, daß auch der kleinfte Gauverein die
Sangesbruders aus Trier identifiziere, der gelegentlich Deutsche Sängerzeitung in mindestens zwei Exemplaren
unserer letzten Bundesvorstandssitzung, glaubte, darauf hin- dezieht, sie seinen Mitgliedern zugänglich macht uünd dafür
weisen zu muüssen, daß wir in musikalischer und künstle- orgt, daß die in ihr ausgesprochenen Gedanken und wert:
rischer Beziehung von unseren Sängern viel zuviel verlangen dollen Aufschlüsse zum Gemeingut der gesamten Sänger—
und daß wir viel mehr zur Geselligkeit zurückkehren müssen. chaft werden. Ich als Sänger erwarte jsedenfalls mit der
Ihm schwebte als Ideal der Gesangverein jener Zeit vor, zleichen Spannung und frohen Erwartung das Erscheinen
als die gusgesprochene Riedertaftelei in hoher Blüte der nächsten Sängerzeitung, wie sich der Fußballspieler
stand und als eine Chorprobe ohne Bier und Tabakqualm und Sportbegeisterte auf das Sportblatt in der Montag—
noch undenkbar war. Sie werden sich denken können, wie tummer seiner Tageszeitung stürzt. Unser Sport—
es uns allen aus der Seele gesprochen war, als unser das ist eben die Sängerzeitung. Wiederholt ist
Vundesführer seine Entgegnung in den kleinen aber lapi- chon darauf hingewiesen worden, daß dem Bunde Mitte!
daren Satz zusammenfäßle: Herr Sangesbruder! ür die Unterhaltung unserer Zeitschrift in ausreichendem
Uuns trennen Welten! Nein!, So will ich meine WMaße nicht zur Verfügung stehen und daß nur durch er—
Ausführungen nicht verstanden wissen! Höchster Zweck bleißtt )öhte Anzeigenwerbung das Weiterbestehen gesicher!
uns die Mussiik und das Singen, und, in dieser Rich- verden kann. Deshalb müssen sich in Zukunft alle unsere
tung können wir von unseren Sangesbrüdern gar nicht hauvereine und daneben der einzelne Sangesbruder da—
genug verlangen. Wenn sich aber darüber hinaus die ür einsetzen, daß unserer Zeitschrift immer mehr und
Gelegenheit zur Pflege der Geselligkeit bietet, one daß mmer neue Inserenten zugeführt werden. Ich erinnere
dadurch dem Leitgedanken Abbruch geschieht, daun — aber dei dieser Gelegenheit an mein Rundschreiben vom ver—
auch nur dann — wollen wir auch diesem Momente Rech- Jangenen Monat und bitte Sie dringend, uns auch hier—
nung tragen. dei ihre wirksame Mitarbeit nicht zu versagen. Weun Sie
Wie Sie gelegentlich der Ernennung der Gauvorstands- »edenken, daß die rege Tätigkeit auf diesem Gebiete auch
mitglieder bemerkt haben werden, ist in unserem Gauvor- inanzielle Vorteile mit sich bringt, daß der arbeitslose
stande das Amt eines Gaupressewartes neu ge- Sangesbruder sich manches Zehnfrankensftück dadurch ver—
schaffen worden. In der Anmtsbezeichnung zeichnet sich dienen kann, indem er zu den Wirten, Geschäftsleuten und
eigentlich schon der Kreis der ihm obliegenden Aufgaben dandwerkern seiner engeren oder weiteren Heimat hin—
deutlich ab. Aber es scheint mir Pflicht zu fein, auf die Jeht und sie zum Inserieren in unserer Zeitschrift veran—
hefondere Bedeutung, die seiner Tätigkeit beigemessen wer- laßt, dann kann es nicht schwer werden, unserer Sänger—
den muß, mit Nachdruck hinzuweifen. Wir im Bundes- zeitung den wirtschaftlichen Auftrieb zu verschaffen, dessen
vorstande wifsen, welcher Mühe und welschen Aufwandes lie unbedingt bedarf. Zugleich unkerstützen wir dadurch
an zielbewußter Arbeit es bedurfte, um das richtige Ver. die Arbeit unseres Bundesschriftführers, und er wird darin
hältnis vom Bunde zur Presse zu schaffen, und immer und licherlich den Beweis erblicken, daß seine Bemühungen bei
mmer wieder konnten wir uns davon überzeugen, in welch uns Verständnis, Würdigung und Anerkennung finden.
überragendem Maße die Presse berufen und geeignet ist, Das sind in großen Umrissen die Ziele, die wir uns
unsere Arbeit zu unterstützen und zu fördern. Für uns Jesteckt haben und zu deren Erreichung wir uns mit ganzer
alle ist es längst kein Geheimnis mehr, daß es fast das Kraft einsetzen müssen. Ich bin davon überzeugt, daß die
ausschließliche Verdienst unseres Bundesschriftführers Stein Ihnen gegebene Aufzählung unserer Aufgaben den An—
ist, wenn die gesamte saarländische Presse sich uns in spruch auf die Bezeichnung „Vollständigkeit“ nicht erheben
unserem Kampfe um die Volksseele in so großzügiger Weise darf. Ich habe mich aber bemüht, Ihnen das zu skizzieren,
zur Verfügung stellt. Ich glaube, wir dürfen es ruhig vas mir als das Wichtigste vorschwebt und was wir an—
wagen, Sangesbruder Stein auch von dieser Stelle ein- zustreben zunächst versuchen müssen. Gewiß: die Aufgaben
mal unseren wärmsten Dank für seine unablässigen Be- zeigen sich uns in einer Fülle und in einer Vielgestaltigmühungen
 auf diesem für uns so wichtigen Gebiete auszu- deit, die den Erfolg fast bedenklich erscheinen lassen. Wenn
sprechen, ihn aber auch zugleich zu seinen Erfolgen zu be— ch aber auf die nunmehr hinter uns liegenden vier Jahre
zlückwünschen. Danken wollen wir aber auch von hier aus jemeinsamen Schaffens zurückblicke, und wenn ich mir ver—
der Presfe dafür, daß sie ihre Vertreter in unsere Taggungen jegenwärtige, wie so manche der heute bereits gelösten
und Veranstaltungen, in die Konzerte unserer Gauvereine Ausfgaben ihre Schwierigkeiten in dem Augenblick verlor,
eutsendet, daß sie uns die Spalten ihrer Tageszeitungen in dem wir sie mit Eifer und mit dem allerdings unbe—
zu Berichten und Meldungen aller Art öffnet, danken aber dingt erforderlichen Glauben an den Erfolg angingen, dann
auch vor allen Dingen dafür, daß sie von sich aus zu den din ich auch nicht einen Moment darüber im Zweifel, daß
Fragen, die uns bewegen, Stellung nimmt und nicht nur vir das Ziel erreichen. Wenn wir uns immer und immer
das weitergibt und zur Sprache bringt, was aus unseren vieder der Schwere der auf uns lastenden Verantwortung
Reihen kommt. Denn darin liegt der Wert ihrer Mit- bewußt werden, wenn wir uns immer wieder von neuem
arbeit: daß unsere Aufgaben ihr groß und lar machen, daß wir ein wertvolles Pfand zu hüten und
wichtigegenugerscheinen, um sie zum Gegen- zu verwalten haben, dann kann auf die Dauer der Erfolg
stande“ écigener Kritik und Betrachtung, zu ficht ausbleiben. Dann können wir, mit gutem und ruhi—
machen. Und je schärfer und rücksichtsloser diese Kritik gem Gewissen dem Tage entgegenblicken, an dem wir in
ausfaͤllt, desto lieber muß sie uns fein, desto mehr wird den Schoß unseres großen, geliebten und geeinten Vater—
sie uns zur Weiterarbeit anuspornen, desto mehr wird sie andes „Deutschland“ zurückkehren und an dem wir Rechen—
das Niveau dieser Arbeit erhöhen. Mit diesem Danke ver- chaft darüber abzulegen haben werden, ob wir unsere
binden wir die Bitte, uns ihre Mitarbeit auch künftig nicht Pflicht erfüllt und das in uns gesetzte hohe Vertrauen nicht
zu versagen und uns weiterhin ihr wertvolles Interesse mißbraucht haben. Die Aussicht, an jenem glücklichen und
zu erhalten. Und hier setzt die Tätigkeit des Gaupresse— doffentlich nicht mehr fernen Tage sagen zu
varkes ein. Er wird in steter und engster Fühlung- dürfen: Wir haben getan, was,. wir tun mußten und
nahme mit dem Gauvorstande alles daransetzen, um die sonnten; wir dürfen unser Schaffen yor. uns selbst. vor
bereits vorhandenen Verbindungen zu erhalten und zu unserem Herrgott, unserem Volk und Vaterland freudigen
pflegen, neue Verbindungen zu suchen und das, was in herzens verantworten! ist wert, daß wir uns mit aller
unserem Gau getan und geleistet wird, durch den Mund uns zu Gebote stehenden Kraft einsetzen Darum, meine
der Presse in weiteste Kreise der Bevölkerung hineinzu— lieben Sangesschwestern und Sangesbrüder: An d,e
tragen. Wahrlich eine Aufgabe, die des Einsatzes afler Arbeitemit einem frohen und mutigen üsck⸗
Ffta wert rscheint. die ker guch zugleich die Belohnuns aus?
            
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