—Bu Ihhh Saar-Sänger⸗-Vund AsijJ Seite 265
pflegen und dabei jenes Maß von Unsachlichkeit an den Zunächst darf ich darauf hinweis ß i
Tag legen, das noch nie zum, guten Ende geführt hat. im d ae dre an eedad iere eg
Wir, werden unter gar keinen Umständen dulden, daß sich des bevorstehenden großen Bundesfeste im Sep⸗-Bortommnisse,
wie sie sich uns jüngst in ihrer ganzen ember 1934 stehen wird. Es wird eine Menge organi—
Widerwärtigkeit gezeigt haben, in unseren Zusammenkünften datorischer, Arbeiten im Vereine mit, der Bundesführung
wiederholen. Ich bitte Sie dringend, mir auch hierbei treue und den Gauvereinen bedürfen, um die reibungslose Burch—
Gefolgschaft zu erweisen und mich dadurch in die Lage zu führung dieser machtvollen Kundgebung sicherzustellen. Es
versetzen, dem Versuche, solche Gepflogenheiten einer glück- ist mir natürlich nicht möglich, Ihnen hierzu schon segt
licherweise überwundenen Epoche bei uns wieder einzu— Einzelheiten zu sagen. Uüm eines aber darf ich Sie
führen, mit den schärfsten Mitteln entgegenzutreten. hbereits heute bitten: Betrachten Sie alle Zuschriften vom
Nachdem nun Gau und Gauvorstand konstituiert und Bund oder Gau, die in dieser Angelegenheit an Sie er—
damit sowohl die rechtliche Grundlage als auch das aus- zehen, als vordringlich, und lassen Sie ihnen unter allen
führende Organ geschaffen sind, kann es für uns nur noch Umständen eine bevorzugte Erledigung zuteil werden. Bund
eine Losung geben: Ans Werk! Die Notwendigkeit, aind Gau ist nur dann die erfolgreiche Vorbereitung mög—
die von uns zu leistende Arbeit konzentrisch in Angriff ich, wenn alle an dem Bundessfeste Beteiligten ihm den
zu nehmen, um so jede Kraft- und Zeitvergeudung zu ver— Ernst zuwenden, der ihm zukommt. Demgegenüber aber
meiden, erfordert gleich zu Anfang ein klares Bild über nuß jede vom Bund oder vom Gau getrofsene Maßnahme
die Art und über den Umfang der vor uns liegenden Auf- zu einem Stoß ins Leere werden, wenn die erforderliche
gaben. Ich habe deshalb ein Arbeitsprogramm Reaktion ausbleibt. Wenn ich hier überhaupt von dem
für das Jahr 1934 aufgestellt, das ich Ihnen jetzt Bundesfeste spreche, so ist es wohl klar, daß dabei nur die
mit der Bitte uünterbreite, es auch in Ihren Vereinen be- cein organisatorische und verwaltungstechnische Seite ge—
kanntzugeben und, zum Gegenstande Ihrer Besprechungen neint sein kann. Alles Künstlerische und Musitalische ge—
im kleineren Kreise zu machen. Wir léegen Wert auf die hört ja zum Ressort des Gauchormeisters, der Ihnen
Ansichten und Meinungen aller Sangesbrüder, zu denen darüber Besonderes zu sagen haben wird.
wir durch die Vereinsdelegierten die Verbindung aufrecht— Nicht weniger Aufmerksamkeit und Eifer verdient die
erhalten. Wenn wir so im dauernden gegenseitigen Aus— Frage der Erfassung aller dem Bunde bisher
tausch der Erfahrungen das Nützliche und Zweckmäßige dicht angehörenden Vereine und Sänger.
herausdestillieren, dann kann auf die Dauer unserer Arbeit dier bietet sich uns ein überaus großes und wichtiges
der Erfolg nicht versagt bleiben. Entwurf des Arbeits- Arbeitsfeld. Es muß uns gelingen, alle die, die heute
planes: 15 Vorbereitungen zum Bundesfeste 19343 2. Er- noch abseits stehen, zu uns herüberzuziehen und sie davon
fassung der dem Bunde bisher nicht angehörenden Vereine zu überzeugen, daß die Verweigerung ihrer Mitarbeit der
und Sänger; 3. Erschließung der von unserer Bewegung zroßen Sache — aber auch ihren eiigenen Interessen —
bisher nicht erfaßten Orte im Köllertal; 4. Zusammen— zroßen Schaden zuzufügen geeignet ist. Jedoch bin
schluß kleiner Vereine; 5. Vorbereitungen zum nächsten sich hierbei mehr als sonst auf Ihre wirksame Unterstützung
Wertungssingen; 6. Gauveranstaltungen:? a) Werbesingen, angewiesen. Sie müssen Ihren Nachbar, Ihre Freundin
b) Gaukonzerte, c) Pflege der Gefelligkeit; 7. Presse- und Kollegin, Ihren Arbeitskameraden fragen: Warum
arbeit: a) Festigung und Neuanbahnung von Verbindungen tehst Du noch abseits von uns, und warum reihst Du
mit der Pressee bd Bezug der Bundeszeitungen, c) An- Dich nicht in unsere Kampffront ein? Warum gehörst Du
zeigenwerbung. ioch einem Vereine an, der die Berechtigung seiner Existenz
Sie, meine lieben Sangesbrüder im Gauvorstande, und ängst dadurch verwirkt hat, daß er sich der Befolgung von
auch Sie meine leben Sangesschwestern und Saͤngesbrüder Srundsätzen und, der Erstrebung von Zielen dienstbar macht.
in den Gaubereinen, werden sich im kommenden Jahre die eine Sturmflut der Säuberung und der Erneuerung
einer Fülle von Aufgaben gegenübersehen, die desEin- dinweggefegt hat?, Die, Reihen müssen sich endlich schließen,
sahes nferer besten Kräfte bedarf und würdig ist. Ich uind sie werden fich schließen, weun wir mit Mut und
aunn hier nur das AlTern oswendigste und Drin? bberzeugender Wärme ans Wert gehen! Eng zusammen
gen d'ste herausgreifen, aber auch schon dabei zeigt sich mit dieser Aufgabe fällt die Erschließung der von
Lin beängstigend bder befser: erfreullch weiler Raͤhmen! unserer Bewekegung bisher micht erfaßten
Wolllen Sie ben der Aufzählung diefer Aufgaben aus der Orte, und hierbes müssen wir unseren Blick in erster
Reihenfolge auf ihre Wichligkelt schüeßen, so wäre dies Linie auf das im Köllertal gelegene Gaugebiet richten
grundfaisthe denn“ wichtig und bedeutend sind sie alle, Es, wird ernster und eifrigster Arbeit in Gemeinschaft mit
aͤber schließlich müssen wir ja doch mit einer beginnen. unseren Sangesbrüdern aus dem Köllertal bedürfen, um
strafen? Auch in ihrem Herzen das höllische Feuer anzus zu den ZFußspitzen naus und geht doch, durch und durch!“
fachen, das ihn verzehrte? — — — Und der Edenbpeter endlich fuhr nach der Mütze, ließ sie
Eine Bewegung? machte die Trompete leise klirren. blitzschnell um seinen Kodf treisen, betrachtete Paul aus
Schülzle fuhr ich“ über die Augen Wie, wenn sich heute den Augenwinkeln und sagte: „Nur nicht grrrrrrrrand
noch einmal das Instrument belebte? Wenn es ihm heute getan!
noch einmal gelang, jene wunderbaren Klänge hervörzu— Paul war wieder bleich geworden ur seine Augen
en bieiüe das derz der üntreden gerührt Setne glühten und leuchteten. Ohne, inen Blick von dem Eve
hleichen Wangen Löleten dich. Ein tieser Atemzug hoß die därbchen zu verwenden, ohne das Staunen der Musikanten
rheehn rnend bant die Frompete, vald das un geringsten zu beachten. atmere er tief auf Ignn ub
Madchen betrachtete Dort stand fie im, Kreise der er den Kameraden ein Zeichen und setzte das Instrument
onesteinere Wichg, ach allzu willig überließ e dem wieder an die Lippen J F
Zofmartin ihre Hand; Und wahrlich, sie duldete, daß er Die Welt dreht sich, ja, ich glaub's jetzt selber! So—
seinen Arm um ihre Hüfte legte, sie lehnte sich an ihn, — vas hab ich all mein Tag nicht erleht, in meinem Kopf geht
I * ? — gan cyn, alles durcheinander! Erst sitzt der Bursch da wie ein Stock,
ja, jetzt blickte sie auch leise lächelnd zu ihm auf! u gu *
Phornnch fuhr fie zusanmen Duch der Hofmartin drehte als könne er nicht drei zaͤhlen, — und, nun bläst er auf
sich überrascht um.“ Aile Blicke richteten sich auf das einmal wie ein Posauneneungel! Da werde einer klug was
Orchefter; ein unbeschreiblich wunderfam freindartiger, gee denn nun eigentlich vorliegt! konnte der Dasserluge een
vaser und doch est ins Zerg dringender Ton füllte den Loch dem Schneidersnikel zuflüstern, dann begann der
Saal Die Musikanten selbst gerieten in Bewegung. Der Schülzle zu blasen.
Wafsferfuchs stieß wieder an die Decke, daß sie krachke. Der Und wie blies er! — Es war eine ur⸗uralte Kirmes⸗
Zimmerdick, dem das Wasser in die Augen kam, flüsterte: veise, die er anstimmte, so toll, so ausgelassen lustig, wie
Teufelsjunge! wer hat dich gelehrt, mit einem einzigen es eben nur eine Kirmesweise sein kann. Schon der erste
Ton einem alten Kerl das Herz im Leib umzukehren?“ Der Takt elektrisierte die Musikanten, Hansaden probierte auf
Hanshenner aber zappelte mit Armen und Beinen und seiner Posaune ein Kunststückchen, der Eckenpeter blies
schrie: Der Baß 'ist ein Hauptinstrument, ohne den ist zu schöpfen, „Flatterzunge“ auf seiner Trompete, und
die ganze Musik futsch! Niemand leugnet's, und nun gar danshenner fiedelte drauflos, als gälte es, in einer Stunde
erft Aner wie mein Baß! Aber, so wahr ich der Hans— jleich ein Klafter Holz klein zu sägen. Nicht minder durch⸗
henner bin, zehn solcher Bässe gäbe ich drum, könnt' ich chlagend war die Wirkung auf die Zuhörer und Tänzer
semals einen einzigen solchen Ton fertig kriegen! Donner— drunten im Saal. Wie auf Kommando brach ein allge⸗
enats einen egen en e süheettnee vit väbrend eines danzen Teiles. ohne ein einzigesmal Atem