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schon als Form des Gesellschaftstanzes eine strenge Bin- anderen zu richten. Einen einheitlichen Bogenstri il
dung der Einzelstimme unter das Bewegungsgesetz des hier nur der Geist. Und u udꝑ * —*
Ganzen erfordert. F physische, d. h. das mehr — als — Nechanische der alten
Aus dem Klassizismus der Renaissanee kommt die Aus- Müsik charakterisieren, wenn man den Geist heraus —
e r veinis i Didende rete 3 man sagte besser: wieder hineintreiben will.
ontrastwirkung zwischen pianod und forte, durch welché — ejs;
die auffallende Gliederung noch unterstrichen wird, ent⸗ 658 en —8 zaen Weane resaln u —*
spricht klassizistischem Gesetz und zwar demselben Gesetz, ozusagen wie am kaufenden Baud ecklingt, bei welchem der
e —— ededenhelenitichen —— uede gane — bortragende Kuünstler kühl und nur durch seinen Seic
i armonie in sich se er⸗ Fig
hiso * u * In — ———— n echish— als Hebel fungiert, der nur auf⸗— und
men, ein vollständig geordnetes endetes stwe 3
e rolnnte saͤndin grorduetos und voslendedes Kuststwerr grre znem derihewort Wenn irg —
Barockem Geiste entspräche es, an Stelle der Symmetrie, Dr werdens, Paen e er Vomant fer zu chroa prersch
der geordneten Teilung und Einteilung nunmehr ineinander W por nsegehen Ve i een.
wach enden Teilen, Raum, zu schaffen. So, wie das in ensteetete hteas dar a
der —RR areeen B— — vehmut jener allzu sentimentalen und felig Vefuhlstrunte—
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g r zu 3 oerdächtigt. Statt nur gegen das romantische Lebensgefühl
an dieser Stelle, wütet man nun mit wahrem Inquisitions—
zeist gegen jedes Mitfühlen bei dem Vortrag der alten
Musik überhaupt. Aber die Frage kann gar nicht lauten
oh mit oder ohne“ oder „ob, mit mehr oder weniger“
teilnehmender Empfindung gespielt werden soll. Wesentlich
ist aber, daß man das rechte, nach Möglichkeit ursprüng—
liche Lebensgefühl in seiner ganzen Größe und Kraft ver—⸗
mittele und daß man nicht zu sehr, mit sich selbst beschäf—
tigt, dem Werk anempfindet, was nicht darin ist.
Hier beginnt die zweite Rekonstruktion, diemal im Geiste!
Auf alten Bildern des 17. Jahrhunderts sieht man die
Muse der Musik manchmal als Geigerin dargestellt.
Siesteht aufrecht Uund kraftvoll da, der weit—
ausladende Arm führt den Bogenschwingend
über die Saiten,während die Stirne gefaßt
und klar erhoben ist. Die ganze Gestalt, von der
Sohle bis zum Scheitel drückt das gleiche aus: Helden-—
tum, mutige Lebensbejahung, königliche
derrschgewalt und „heilige Nüchternheit bei
glühender Begeisterung“ (Hölderlin). Sie ist, man
derzeihe den abgeschmackten Vergleich, das gerade Gegenteil
ꝛines modernen Konzertmeisters. Sie windet sich nicht unter
den Essenzen einer überraffinierten Musik, sie taucht nicht
unter mit somnambuler Verzückung in ein Chaos von
Rausch und Nervenlust, sondern sie steht sehr männ—
lbich über der heiligen Ordnung der Töne.
Weil sie sich nicht selig mit sich selbst unter—
hält, darf sie sich priesterlich „mit den Har—
monien des Weltalls unterhalten“, um ein
Boethewort zu nennen, das auf Joh. Seb. Bach geschrieben
st. Sie ist nicht hingerissen von der Dämonie kleiner indi—
hidueller Leidenschaften, sondern sie reißt mit sich
in die größere Dämonie zu Gott. Sie ist nicht
getrieben von anonymen Zufälligkeiten, sondern es ist,
als ob sie, selbst ein Gestirnin der heiligen
Weltordnüung, unendliche Wolken vor sich
hertriebe mit ihrem meisterlichen Bogen—
ttr ich. So ist sie priesterlich und herrscherlich
zugleich und fie ist männlhich in dem Mut und
der Kraft des Fühlens.
Das ist es auch, was Nietzsche dem Menschen des 17.
Jahrhunderts nachgerühmt hat: er sei getragen von einem
durchaus männlichen krafte und machtvollen, Lebensgefühl:
er sei voll mutiger Wirklichkeitsbeijiahung, zwischen Tod und
Teufel unbeirrt und unverzaat, voll entschiedener Liebe zum
Schicksal.
Diesen Menschen brauchen wir, wenn wir
die alte Musik wieder beleben wollen. Er ist
nicht unfühlend, weil er mänmnlich fühlt. Und
er ist nicht unpersönlich, weil er höchst per—
sönlich, ja, weiler,übersich hinaus gewandt,
überpersönlich ist. In diese Einsicht haztt letz⸗
den Endes jede Bemühung um die alte Musik
ꝛu aipfeln. Theo Jöra.
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