Full text : 11.1933-1934 (0011)

Nr. 10 pee“r
M.G.V. Säugerbund 1871 Saarwellingen hatte zu seinem
Herbstkonzert unter dem Zeichen „Volk und Vaterland“ ein—
geladen und dazu den Musikverein Harmonie unter dem
Stabe von Peter Körner verpflichtet, der aufs beste für die
instrumentale Umrahmung sorgte. Das vortrefflich zusam—
mengestellte Programm stand in dem Gedanken „Volt und
Vaterland“. Dem Eröffnungsmarsch folgten deutsche Volts—
lieder und volkstümtliche Lieder: „Wer ist des Sängers
Freund?“ von Schulz, „Sah ein Knab ein Röslein steyhn“
von Schwarz, „Im schönsten Wiesengrunde“ von Wagner,
„Dein gedenk ich“ von Simon, „Maienlob“ von Karl Kämpf
und „Liebchen im Grabe“ von Böhme. Die Ouvertüre
„Dichter und Bauer“ von Suppöé beschloß den volkstümlichen
Teil. Wuchtig und überzeugend setzte der zweite Teil mit
dem Befreiungslied der Deutschen von Armin Knab unter
Orchesterbegleilung ein. Es folgten: „Mahnung“, „Kapitän
und Veutnant“ von Heinrichs, „Wotan“ von Max Thiede,
Lustiger Matrosensang von Georg Nellius, „Lützoios wilde
Jagd“ von Weber und „Deutschland, dir mein Waterland“
mit Orchester von Heinrichs. Märsche gaben den machtvollen
Ausklang. Der 69ährige Chormeister N. Kammer konnte in
jugendlicher Frische mit seinen Sängern einen vollen Ersolg
buchen, jedoch ließ der schlechte Besuch zu wünschen übrig.

uhhhl Saar⸗Sänger⸗Bunde
Stellvertreter, Klaus Strassner, Dudweiler, als 2. Stell—
vertreter, B. Fritz, Elversderg, zum 1. Gauschriftfudhrer,
Johann Becker, Auierschied, aus 2. Gauschriftsuhrer, Otto
Bleymehl, Büirdstock, zum Gauschatzmeister, Julius Kamp,
Zulzoach, als Stellvertreter und Inlius Wagner, Ewers—
berg, zum Gaupressewart. Der neue Gau setzt sich aus 27
Vereinen mit übver 3000 Mitgliedern zusammen. Imn naächsten
Jahr werden drei Fruhjayrz- und Herosttonzerte abgedal—
en, Die Frühjahrstonzerte stehen uürer dem Motto ,Das
Bolkslied', die Herostionzerte „Freihyeit und Vaterland,
Bisher war der Gau in 2 Begßirte eingeteilt, in oberen
und unteren Bezirk. Jeder Bezirk bestritt seine Gauron—
zerte mit seinen dazugegörigen Vereinen. Es waren immer
ein und dieseilben Vereine, die in diesen Konzerten auf—
raten. Dadurch war im Laufe der Zeit ein gewisser Leer—
lauf eingetreten. Um in Zutunft dies zu vermeiden, werden
die Konzerte in drei verschiedenen Bezirken abgehalten, und
die Vereine singen je einmal in ganz verschiedenen Be—
zirken. Es soll damit den Vereinen ein größerer Anuxeiz
jegeben werden, weil sie dadurch mit Vereinen singen,
mit denen sie bisher wenig zusammenkamen. In jedem Kon—
zert soll der Pflichtchor des Gaues „O Deurtschland“ von
W. Rein gemeinsam gesungen werden. Die Orte, in denen

—V

—9* J /
DasPeunseusel strei-Ouartett 3 —
brüchen, Fanalstraße 34

— IIEB——

Gau Sulzbachtal.

Die Sänger des Gaues Sulzbachtal werden auf das am
14. Januar auf Einladung des Verkehrsvereins im Evang.
Gemeindehaus Dudweiler stattfindende Konzert des Saar—
brücker Lehrergesangvyereins und seines Kammerchors auf—
merksam gemacht. Erste Literatur kommt zum klingen: Franz
Philipp, Armin Knab, Heinrich Pestalozzi, John Bennet,
Johannes Brahms, Hugo Kaun, Robert Schumann, Ednard
Groll, C. Fr. Zelter, Reiner Winkelmann, Hans Heinrichs,
Walter Rein, Hugo Jümngst, Robert Kahn, Felix Mendels—
sohn, Karl Löwe, Richard Trunk. Neben hohem künstlerischen
r bietet sich hier eine ausgezeichnete Bildungsgelegen—
eit!
Zur Bildung des neuen Großgaues Sultzbachtal vereinig—
ten sich die Vertreter aller beteiligten Vereine in Sulzbach.
Als Vertreter des Bundesführers war Sangesbruder Wagner
anwesend. Gauführer Baus wies auf die Bedeutung der Ta—
gung hin, gab einen Rückblick über die verflossene Gautätig—
keit, dankte den Vereinen für ihre treue Mitarbeit und er—
mahnte, in derselben Treue auch in dem neuen Gau zu
arbeiten, im Juteresse unseres herrlichen Liedes und zum
Wohle unseres Vaterlandes. Der Kassenbestand ist trotz der
wirtschaftlich schlechten Zeit als gut zu bezeichnen. Bundes—
vertreter Wagner erläukerte in einem Vortrag das Führer—
tum und den Kameradschaftsgeist unserer Sänger. Er schälte
in feinsinnigen Worten heraus, daß unsere Säuger trotz
der vielen Ablenkungen durch Sport usw. sich zusammen—
finden und das deutsche Lied zum klingen bringen und
dadurch den Staub von ihren Herzen wischen. Wie in der
Vergangenheit, wollen wir auch in der Zukunft Träger
unserer deutschen Kultur sein und mitarbeiten an der
stetigen Festigung unseres Vaterlandes. Im Deutschen Reich
ist nur der Gesangverein anerkannt, der dem Deutschen
Sängerbund angehört, wer daneben steht, steht abseits der
deutschen Arbeit. Wir wissen, daß auch bei uns im Saar—
gebiet viele deutschgesinnte Sänger sind, die abseits unserer
Arbeit stehen. Sollten diese Sänger nicht bald zu der Er—
kenntnis kommen, daß sie sich frei machen von allen Eigen
brödeleien! In der Gauführerwahl wurde Gauführer Baus,
Elversberg, einstimmig zum 1. Gauführer des neuen Gaues
gewählt ünd vom Bundesvertreter durch Handschlag ver—
pftichtet. Sichtlich bewegt dankte Herr Baus für seine Wahl.
Er gelobte, den Gau so zu führen, daß er stets als anstän—
diger Mensch vor die Sänger treten könne. Der Gauführer
bestimmte hierauf seine Mitarbeiter, die ebenfalls durch den
Bund bestätigt wurden, wie folgt: Jakob Huwer, Fischbach
zum Stellverkreter des Gauführers, Ludwig Eich, Friedrichs—
thal, zum 2. Stellvertreter, Julius Mayer, Elversberg, zum
1. Gauchormeister. JVakoh Meiser. Merchweiler, zum 1

die Konzerte abgehalten werden, sind noch nicht festgelegt.
Die Termine sind: oberer Bezirk 22. April und 14. Okto—
bder 1934, mittlerer Bezirk 29. April und 214. Oktober
1934, unterer Bezirk 6. Mai und 28. Oktober 1934. Am
15. Juli findet in einem noch zu bestimmenden Ort ein
Bautreffen statt. Es soll hierbei dem Bundeschormeister
Gelegenheit gegeben werden, eine Probe mit dem ganzen
Bau abzuhalten für die Lieder zum Bundesfest. Hierbei
müssen alle Bundesvereine mitwirken. Welcher Sänger oder
velcher Verein möchte hierbei fehlen? Ist sich jeder Sänger
hewußt, daß er mithelfen will, die Brücke zu unserem
lieben Vaterland zu schlagen? Viele Sänger stehen noch
abseits, die glauben, in besonderen Grüppchen ihrer alten
Ldiedertafelei weiter huldigen zu müssen. Sollte es sie
päter nicht gereuen, nicht mitgeholfen zu haben an unserm
zroßen Werk! Noch ist es Zeit, sich zu besinnen, noch ist
velegenheit vorhanden, sich miteinzuschließen in unsere
Reihen, warten Sie nicht, bis es zu spät ist! Es wurde
ovon dem Gauführer nochinals die Bitte ausgesprochen, alles
daran zu setzen, daß der Gedanke des Zusammenschlusses
der Vereine mit aller Energie gefördert wird. Vereine
uinter 30 Sängern kann es in einem Ort, wo stärkere
Lereine vorhanden sind und dem Bunde angehören, nicht
nehr geben. Hier müssen sich einsichtige Männer zu einem
zufammenschluͤß finden. Fort mit aller Lokalpolitik und
Figenbrödelei, sie haben bei einem richtigen Sänger und
n einem guten Chorgeist keinen Platz mehr. Es ist einfach
undenkbar, daß bei etwas gutem Willen in einem Orte von
4000- 5000 Einwohnern noch 486 Vereine bestehen und
noch undenkbarer, wenn es Gesangvereine gibt, die noch
richt in unserm Bunde vereint sind. Von dem bisherigen
M.G.V. „Frohsinn“ Dudweiler wurde der Tagung die Mit—
teilung gemacht und mit großem Beifall aufgenommen, daß
ie sich mit Vereinen, die bis jetzt noch nicht dem Bund
ingehört haben, zur Sangervereinigung 1933 Dudweiler
zufammengeschlossen hätten, Sind diese Männer nicht, be—
vundernswert? Kannst du selber ein Ganzes nicht sein,
als dienendes Glied schließ an ein Ganzes dich an! Am
17. Dezember findet in der Festhalle Sulzbach das Wer—
ungsfingen der Gruppe 3 statt. In Zukuunft werden alle
Taguugen des Gaues in einem zeutral gelegnen Ort und
‚waäͤr Sulzbach abgehalten. Zum Schlusse dankte Bundes—
ertreter Wagner für die sachgemäße und verstehende Mit—
arbeit. Er gab der Freude Ausdruck, dem Bundesvorsitzen⸗
den mitteilen zu können, daß der Zusammenschluß der heiden
Faue in so sachlicher Art vor sich gegangen sei. Gauführer
Baus dankte für die sachliche Mitarbeit und schloßz die
sehr interessante Tagung mit einem begeisterten Heil auf
unser deutsches Lied, Bund, Vaterland und seinen be
vährten Führer
            
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