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illl Saar⸗Sänger-Bund uu
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großen Tonhelden und besonders auch vieler zum Teil
vbergessener, liebenswürdiger Kleinmeister mitteldeutscher
Kunñst aufweisen. Daß Hausmusik stets Laienmusik ist,
wurde lange Zeit vergessen. Erinnern wir uns dessen wieder
und glauben wir nicht, daß ihr Wert deswegen hochgezüch—
teter „Kunstmusik“ gegenüber geringer sei! Es bleibt uns
zu fragen übrig: Welche Instrumente können vom Jungen
und Mädchen in den Kreis der Hausmusik einbezogen wer—
den? „In erster Linie das Klavier!“, höre ich sagen.
Nein, erst in zweiter Linie! — Das war einer der funda—
mentalen Irrtümer vergangener Jahrzehnte, daß sie dem
Klavier die erste Stelle in der Hausmusit einräumten. Die—
ses Instrument ist wie kein zweites dazu geeignet, die Ge—
meinschaft zu zerstören, indem es durchaus auf sich selbst
angewiesen der Gesellschaft anderer Instrumente sehr wohl
entraten kann. Ein einsiedlerisches Instrument, das die
Eigenschaft besitzt, eine Vielheit klanglicher Eigenwesen vor—
täuschen zu können, wo nur eines ist. Ich will hier keinen
Feldzug gegen das Klavier eröffnen; nur die Meinung ist
zu verbessern, ohne Klavier gäbe es keine Hausmusitk; es
wäre wertvoll, wollten die Familien, deren Kinder samt
und sonders nur das Klavierspiel erlernen sollen, einsehen,
daß mit noch so vielen Klavierspielern keine Hausmusik
zustande kommen kann, indes bereits zwei Spieler: ein
Klavier⸗- und ein Geigenspieler, ein Flötist und ein Geiger
usw. recht schön gemeinschaftlich musizieren können. Es ist
also nur die unbedingte Vorherrschaft des Klavieres zu
brechen, soll die Hausmusik wieder als ein Teil edler,
deutscher Geselligkeit aufblühen.
Jener Zustand der Hausmusik, den sich heute weite
Kreise veräntwortungsvoller Kulturführer herbeisehnen, er—
wächst uns aus den großen, weitläufigen Familien der
Melodieinstrumente. All die Flöten, Klarinetten,
Violinen und Bratschen, die Hörner und Kor—
nette mit ihren zahllosen Registern und Klangfarber
drängen zu gemeinsamem Spiel, das die Jugend so liebt
Und welche Freudenblumen blühen nicht auf aus dem ge—
meinsamen Erlebnis der Klangerstehung von Werken unserer
alten Meister! Und wiederum vermögen diese Instrumenté
aus ihrer vielfarbigen Gesellschaft losgelbst den jungen
Herzen ihrer Spieler so zarte, empfindsame Stimmungen zu
vermitteln, daß der junge Bursch und das stille Madchen,
die in der Einsamkeit ihres Kämmerleins Erholung von
den Aufregungen ihres noch ungebärdig dahinsprudelnden
Lebens suchen, ihre heimliche Freude am keuschen Ton der
Blockflöte, an den süßen Melodien einer Geige oder
dem weichen Klaug des Waldhorns kaum verbergen
können. — Unser Leben muß auf Einfachheit und Offen—
heit hinzielen. Was könnte da sorgfältiger und schöner zu—
gleich auf diese Lebensart hinarbeiten, als die Anspruchs—
losigkeit eines schlichten Melodieinstrumentes? Welch herz—
liches Vergnügen aber schenkt nicht die einzelne, schön
ausgespielte Melodie; und mit welch liebevoller Furhe
haltung tritt das kontrapunktierende Instrument nicht hin—
ter das führende, um dann gleich desto frischer seine muntere
Weise erschallen zu lassen! Hausmusik dieser Art ist selbst
ein getreues Abbild idealen Zusammenlebens, ist fürwahr
auch ein stärkender Bronnen der Seele des einzelnen und
der Gemeinschaft. — Das Klavier aber wird bei solchem
Musizieren einen ehrenvollen Platz erhalten; wird wieder
jener unentbehrliche Freund aus alter Zeit werden, dem
nicht der üble Ruf ungehörigen Lärmens anhaftet, der
vielmehr die ganze mitspielende Instrumentenfamilié mit
seinem klanglichen Reichtum unterstütßt
zgerückt worden waren. Heute, wo die nationalen Geistes—
züter sich wieder der Achtung aller Kreise erfreuen dürfen,
tehen auch unsere großen Toumeister mit ihren herrlichen
strengen Gesichtern vor der Jugend und werben für die
deutscheste der Künste. Und intt überströmendem Herzen
zdienen sie durch ihre unsterblichen Werke der seelischen Ge—
undung unseres von Jazz und Kitsch vergifteten Volkes. —
„Sage mir, mit wem du umgehst, und ich sage dir, wer
du bist!“ Wer von den deutschen Jungens und Mädeln
nöchte bei Betrachtung dieses alten Sprichwortes noch eine
Zilbe verderbter Schlagerware, einen Takt niggerhafter
Jazzmusik wiedergeben wollen? — Das deutsche Haus wartet
vieder der fröhlichen und reinen Herzens musizierenden
und spielenden Jugend; es wartet auf die endliche Wieder—
erstehung all der schönen, alten Volkstänze; sehnt sich
darnach, die froh gepaarte Jugend nach den lieblichen
Weisen der Ahnen sich drehen zu sehen; verlangt wieder
heiß nach jenen stillen, trauten Adventsabenden, jenen
eierlichen Stunden deutscher Weihenacht, die von den Melo—
dien edler Menschen gesättigt sich dem dämmernden Tag
neigen; das deutsche Haus will in Freud und Leid wieder
»iue musizierende Familie überdachen, die sich des
kostbaren Erbes, das sie von den Väötern übernommen, wohl
dewußt ist, es mit inniger Liebe pflegt und hegt als eines
der teuersten Kulturgüter germanischen Geistes. In Freud
und Leid will unsere Jugend wieder musizieren und singen,
denn „wenn die Kunst eine unser Leben mitgestaltende Kraft
ist, so kaun sie zu allen Zeiten und in allen Lagen dieses
Lebens uns etwas bedeuten.“*)
Leonhard Blumberger,
Dortmund-Hörde.
9 Karl Storck, Musik-Politik.
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Die Jugend ist immer musizierfreudig gewesen! An der
Hausmusik konnte sie keinen Gefallen mehr finden, weil
ihre die Ideale dieser echt deutschen Kunst in die Ferne
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