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„ Saar⸗Sänger-Bund IIIL.
deutscher Liedergarten 3. ke
upp Nr. 10
Und worunm geht es im Grunde? Um die lebendigen
und aufbauenden Kräfte in der Musik, die unserem Volt
vieder zugeführt werden müssen, weil es sie braucht. Wir
sind jetzt in ganzer Breite auf der Suche nach Wurzel—
kräften unseres völkischen Daseins: nirgends sind sie reiner
und ursprünglicher erhalten als im alten Volkslied und
im alten Choral, die in vielem der neuen Musik überlegen
find mit ihrer starken Substanz alten erd- und gottnahen
Volks- und Kultlebens. Die Finkensteiner Bewegung trug
diese Kräfte in zehnjahrelangem Bemühen in die Zellen
unferes Volkes, in Familie, Schule und Kirche hinein. Diese
Arbeit wird sie auch in erhöhtem Maße in dem großen
Rahmen des RVH zum Besten unseres Volkes weiter
führen. FJ. S.
*
Literatur⸗Verzeichnis.
Samtliche Werke sind im Barenreiter-Verlag, Kassel, erschienen.
J. Liederbücher.
. Das Aufrecht Fähnlein: Die schönsten alten
Volkslieder und' Choräle in leichtem 3und Aastimmigen
Satz, zum Teil mit Instrumenten. In vielen Männerchören
eingeführt. Volksausgabe 3.60 RM.
8 Das Männerlied. Alte und neue Chorsätze für
Männerchor. Von besonderem Umfang ist die Abteilung
Volk und Vaterland“. Kart. 1,40, Vw. 1,90 RM. Er⸗
scheint Anfang 1934.
3. Gesellige Zeit. Liederbuch für gemischten Chor
Schöne meist leichhte Sätze für drei bis fünf Stimmen. Kart
1,40, Lw. 1,90 RM.
4. Das Finkensteiner Liederbusch. Zwei Bände
Volkslieder und Choräle in ein- bis vierstimmigen Sätzen
zum Teil mit Instrumenten. Lw. je 8,10 RM.
5. Strampedemi. Meist ein- und zweistimmige Volks—
Marsch- und Kampflieder, Kanons, zum Teil mit Instru—
menten. Besonders für Männer- und Burschenchöre. Kart
1,80, Lw. 2,50 RM.
6. Der singende Quell. Das verbreitetste Volks—
liederbuch der Singbewegung. Kart. 0,90, Lw. 1,50 RM.
7. Spinnerin Lobunddank. Das neue Mädchen—
liederbuch. Ein⸗ bis dreistimmige Sätze, zum Teil mit
Instrumenten. Kart. 1,80, Lw. 2,50 RM.
Nr. 1 und 457 herausgegeben von Walter Hensel,
Nr. 2 und 3 von Walter Lipphardt.
II. Schrifttum.
1. Walter Hensel: Lied und Volk. Eine Streit—
schrift wider das falsche deutsche Lied. —. RM.
2. Olga Hensel: Vom Erleben des Gesanges. Eine
Hilse zur Stimmbildung. 3. Auflage. 1,50 RM.
3. Hans Klein: Die Finkensteiner Singwoche. Be—
schreibuͤng der ersten Finkenfleiner Sinawoche. 1,20 RM.
Vaterlundisthe Gesaͤnge aus alter und neuer Zeb
— Vaae Stimmen.
Hera agesren —X
Briuno Teipold
Verlag von Karl hochstein heidelberg
4. Die Singgeineinde. Neun Jahrgänge. Heraus—
gegeben von Konrad Ameln (bis Herbst 1933).
5. LSLied und Volk. Herausgegeben von Friedrich
Struwe in Verbindung mit Jörg Erb, mit einem selb—
ständigen Anhang: „Klingende Saat“, Führerblätter zur
Aussaat, Pflege und Gestaltung musikalischen Geisteslebens
im Volke, herausgegeben von Walter Hensel, 3. Jahrgang.
Illustriertes Monatsblatt. Jährlich 12 Hefte 2,40 RM.
6. Musik und Volk. Herausgegeben vom Reichsbund
Volkstum und Heimat in Verbindung mit Hans Hoffmann,
Bilhelm Hopfmuͤller, Herbert Just, Wilhelm Kamlah, Katha—
na Liegniez, Bernhard von Peinen, Alfred Rosenthal—
inzel und Hermann Zenck. (Erscheint ab Herbst 1933
Jährlich 6 Hefte 5,80 RM.
7. Zeitschrift für Hausmusik. Neue Folge der
Zeitschrift „Collegium musieum“. Herausgegeben von Wal—
ter Blankenburg für den Arbeitskreis für Hausmusik. 2
Jahrgang. Jährlich 6 Hefte. 5,80 RM.
ð d i k
jJugensb und hausmusik.
OD aß die Jugend der Musik im allgemeinen und der Ha us—
musik im besonderen wiedergewonnen werden muß,
ist bedauerliche Tatsache. Die Betraächtung augenblicklichen
Elendes volklichen Eigenmusizierens wird aber freudig er—
hellt durch das Wiedererwachen des Volksliedes, das „mit
ruhig festem Schritt“ dem Siege wahren, echten Volk—
und Familienlebens entgegenstrebt. Und so sehr der Auf—
bruch der deutschen Nation eine Tat der Jugend (Gin
einem großzügigen Sinne) war, so sehr wird die Neu—
begründung und Gestaltung des Lebens um den häus—
lichen Herd die Aufgabe der Jugend (in einem engeren
Sinne) sein. Nur dann, wenn die Kunst und in ihr also
auch die Musik ein Stück Leben ist, können ihrem Schoße
gesunde Früchte nationaler Kultur erstehen. Ein wahrhaft
musikalisches Haus werden wir aber erst dann wieder
haben, „wenn wir wieder wahrhaft deutsche Häuslichkeit
bekommen, wenn wir vor allen Dingen wieder anstatt Ge—
sellschaften Geselligkeit haben werden. Geselligkeit, das
warmherzige Miteinanderleben, mit guten Freunden Sich—
aussprechen, bei einer fröhlichen Gastlichkeit sich vergnügen,
sich näher kommen und gegenseitig erfreuen und bereichern
wollen, deshalb vor allem sich selber geben, wie man ist,
und nicht mehr scheinen wollen, als man ist: das ist die
Atmosphäre, in der die Hausmusik gedeiht. Hier kommt
es dann avaor nicht auf techniiches Glänzen an. sondern
auf wahres Empfinden. Hier will keiner mit seinem Vor—
trag sich in den Vardergrund stellen, will nicht anderen
mponieren oder çe ihren Neid erwecken mit seinem Kön—
nen, sondern jedes betrachtet sich nur als ein leider immer
zu schwaches Werkzeug, um Menschen, die er liebt und achtet,
zu den heimlichsten Quellen edelster Schönheit hinzuführen,
zu Quellen, deren Wunderkraft darin beruht, daß sie
immer reicher fließen, je mehr von ihnen getrunken wird.“)
All das eben Gesagte umschließt schon die Ursachen, die
der Jugend Triebkraft zu neuem Hausmusizieren geben
können, die den Eltern ferner sagen, welche Wege sie ihren
Kindern zu häuslichem Musizieren weisen müssen. An den
Eltern und Erziehern liegt es denn auch, die Jugend, so—
fern sie nicht aus eigener Kraft den Weg zur Hausmusi
kindet, zu diesem Born ewiger Jugend hinzuführen:
„Und in dem Schneegebirge da fließt ein Brünnlein kalt
Und wer des Brünnleins trinket, wird jung und nimmer alt.“
Die Jugend ist die große, treibende, also auch lebendige
Kraft des Volkes. „Nur aus lebenden Kräften eines Vol—
kes können wir lebendige Kultur entwickeln“*). Und da
Kunst in all ihren zahlreichen Spielfeldern, besonders aber
in der Musik, „Betätigung einer irgendwie überschießenden
Kraft“) ist, dürfte es unserer Zeit nicht allzu schwer
fallen, die Jugend, die sie wieder in strengerer Zucht
»munrwachsen zu safssen beginnt. und deren reich üher—