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urnhhhhhh Saar⸗Sänger-Bund mnnn
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studenten unserer Tage erinnerte,. Bei aller Verschieden—
heit der Form war das Prinzip das gleiche: die Frage
des Unterhalts mußte vom Musensohne selbst gelöst werden.
Der zumeist aus ärmeren Volkskreisen stammende Besucher
ann Gelehrtenschule mußte für seinen Unterhalt aunf—
kommen.
ernährten sie sich, und es kam nicht selten vor, daß sie
noch andere mit durchschleppen mußten. So berichtet der
oom Hirtenknaben zum Basler Universitätsprofessor auf—
gestiegene Thomas Platter in seinen kulturhistorisch so be—
deutungsvollen Lebenserinnerungen, daß er für sich und
seinen Leibburschen mit Liedersingen den Unterhalt zu—
sammenbetteln mußte. Das war Fuchsenlos.
Von diesem Sing-Betteln machten die Studenten vor
allen auch dann Gebrauch, wenn sie die eine Universitäts—
stadt verließen und nach einer anderen zogen. Der „Studio
auf einer Reis“ war ein singender Wanderbursch.
Er war einer von denen, die der Volksmund als „fahrende
Schüler“ oder „Scholaren“ bezeichnete. Wenn diese mit
den nomadisierenden Gauklern und Spielleuten der da—
maligen Zeit in einem Atem genannt wurden, so lag das
wahrscheinlich daran, daß die meisten von ihnen junge
Leute waren, die nach Studentenart das Leben leicht
nahmen, die manch übermütiges, lockeres Lied wußten. Es
ist kaum anzunehmen, daß sie geistliche Lieder sangen.
Umgekehrt scheint es fast so, als sei ein junger Theologus
der Verfasser jenes Versleins auf die Kirchenältesten ge
wesen, das so lautete:
„Multi sund presbyteri, qui ignorant qua re
Super domum domini gallus solet stare . ..“
Zu deutsch: Die wenigsten Presbyter wissen, warum der
Hahn auf dem Kirchtum ist.
Fest steht übrigens auch, daß das durch Singen zu—
sammengebrachte Geld nicht nur für Leibes Notdurft und
Nahrung verwandt wurde. Die Scholaren waren echte
deutsche Studenten. Sie pflegten die Fidelitas und
frönten dem Wein, letzterem so sehr, daß man sie zeit—
veilig nicht „Scholaren“ oder „Vaganten“, sondern schlecht—
veg „Bachanten“ nannte. Einigeé ihrer schönsten Lieder
priesen den Wein. Es entspricht dem Geist der damaligen
zeit, „vent Geist des Humanismus, wenn sie deutsch Ge—
ühltes in lateinischen Worten ausdrücken. Ihr „Ergo
»ihamus“ hat noch Goethe zu einem herzhaften Trinklied
ingeregt, und eines unserer schönsten Studentenlieder, das
Gaudéamus igitur“, geht unmittelbar auf sie zurück. Ein
ahrender Schüler erfand jenen küchenlateinischen Vers, der
eute noch im Kommersbuch steht:
„Meum est propositum Tunc cantabunt laetius
In taberna mori, Angelorum chori:
Ubi vina proxima Deus sit propitius
Morientis ori. Isti potatori“
d. h. „Ich habe den Vorsatz, in der Kneipe zu sterben,
wo die Weine dem Munde des Sterbenden am nächsten
sind. Dann werden die Engelchöre frohlocken: „Gott mag
gnädig sein diesem Trinker“
Aber nicht aus Spott- und Trinkliedern, aus
„liederlichen Gesängen“, wie sie der Rat der Stadt Nürn—
berg einmal verbot, bestand das Repertoire der Scholaren.
Das Minne-Lied erfreute sich ihrer Gunst. Und wenn
sie nicht imstande waren, mit eigenen Worten und Weisen
der Schönheit zu huldigen, nahmen sie zu der Kunst unserer
Minnefänger Zuflucht und verhalfen so zu einer Zeit, wo
es noch keinen Buchdruck gab, der alt- und mittelhoch—
deutschen Lyrik zur Verbreitung. Welchen Liedschatz
ein solch fahrender Sänger mit sich durch die Lande trug,
zeigt am deutlichsten eine Liederhändschrift, die aus jener
Zeit erhalten blieb und die wahrscheinlich einen im Kloster
Jelandeien ehemaligen Scholaren zum Verfasser hat. Man
sand sie in Benediktbeuern. Die darin enthaltenen Lieder
seißen darum „Carmina burana“. Es handelt sich hier
nicht allein um das erste Kommersbüch, sondern um
zine der ersten Lieder-Antologien überhaupt. Unermeßlich
st der Schatz, der darin vorllegt. Volkslieder, Gelehrten—
Schöpfungen, Lieder unserer Minnesänger finden sich in
nem so herrlichen Blütenstrauß zusammen, daß man sich
ehrfurchtsvoll beugt vor jener Jugend, die ihr Brot nicht
mit dem Billigsten und Eingängigsten, sondern mit dem
Edelsten und Schönsten, verdsente. Ihr Sinn war ideal
gerichtet, ihre Kuͤnst wirkliche Kunst., Von ihr gilt, was
Walther von der Vogelweide in seinem Deutschlandlied
von den Deutschen allgemein sagte: „Swer sie schildet
derst betrogen—. Dr. E. Roeder,
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Der Cantor.
Aus: Khristoph Weigel, Gemein⸗Nützliche Haupt⸗Stände
Regensburg 1698
Auf welche Weise dies geschah, das wissen wir aus der
Lebensgeschichte manches hervorragenden Vertreters unseres
Geisteslebens, nicht zuletzt aus der Martin Luthers. Man
arbeitete damals nicht tagüber in einem Betrieb, um
abends zu studieren. Dies „Werkstudententum“ bestand in
der Ausübung einer Tätigkeit, die ausgesprochen musisch
war, die den Vorzug hatte, dem Geist des damaligen Bil—
zdungswesens zu entsprechen. Und dieser Geist war von der
Kunst durchdrungen. An den Lateinschulen und Universi—
täten wurden die Künste gepflegt. Innerhalb der vier
Hauptfakultäten Theologie, Philosophie, Mathematik und
Musik hatte die Musik eine besondere Stellung. Der musi—
kalische Lehrstuhl war so alt wie die Universität selbst. Der
Schüler erhielt eine eingehende theoretische und praktisch
aiusikalische Ausbildung. Seine Brotarbeit bestand denn
auch in musikalischer Betätigung.
Die Blütezeit des so gearteten höheren Schulwesens fiel
ins ausklingende Mittelalter. Damals befand sich die In—
strumentalmusik im Anfang ihrer Entwicklung, die
Vokalmusik aber war alleinherrschend. In der
Lateinschule wurde unter dem Kantor das Chor—
singen, der vierstimmige Satz gepflegt. Geistliche Musik
nahm den obersten Rang ein. In der zur Schule gehörigen
Kirche hatte der Schulchor seine Motetten zu singen,
ebenso bei Beerdigungen. Da die Erträgnisse hiervon aber
nicht ausreichten, mußten die Schüler ihre Einkünfte noch
anderweitig ergänzen und das erreichten sie dadurch, daß
sie auf die Straße gingen und dort sangen und sammelten
Kurrende“).
Das Straßensingen aber, das gerade in der heu—
tigen Notzeit wieder aufgelebt ist, scheint damals recht ein—
träglich gewesen zu sein. Wenigstens machten, als sie nach
durchlaäufener Lakeinschule auf die Universität kamen, alle
minderbenittelten Stüdenten Gebrauch davon. Singend