Nr. 9 IIIIPpenen
Das Schicksal des Staates ruht in der Familie. Der Inbegriff
der Politik eines Volkes ist die Frage: Was habt ihr unseren
sKtindern zu bieten? — Ganz aus der Zeit erwachsen und für
die Zeit geschrieben erschien im Stiftungsverlag Potsdam „Voll
und Familie“ von Dr. Dr. Fr. Avemarie (Preis 1, — RM.),
das an das Grundproblem: Erneuerung und Wiederaufbau
unseres Volkes aus der Keimzelle der christlichen deutschen
Familie, aus tiefstem sittlichen Verantwortungsbewußtsein her—
vortritt. Sie wird uns hier als Detenn Grundordnung und
Lebensform, als Substanz, als der lebendige Kern eines Volkes
dargestellt. Daraus ergeben sich naturnotwendige Folgerungen:
Verdrängung minderwertigen Lebens, Schutz dem gesunden Kinde,
Aufruf an die deutsche Frau und Mutter zum Kinde. Wo eine
Mutter ist, da ist Heimat. Jede treue Mutter ist die beste
Bürgerin des Staates. Reform der Frauenbildung. Erziehung
auf die Ehe hin. Selbsterziehung von Vater und Mutter. Auch
diesem aufrüttelnden Buche —* der Weg nicht nur ins Vollk
allgemein, sondern namentlich in die Mädchenschule, die Frauen—
seminare geebnet werden!
»uisllhlhh Saar⸗Sänger⸗Bund“
attsil Seite 221
„Grundrezepte als Schlüssel zur Kochkunst“ von Cornelia Kopp.
Mit 480 Illustrationen. Man höre: aus 80 Kochrezepten ent—
tehen 440 Gerichte! Hier wird sachkundig und auf Grund
reichster praktischer Erfahrung gezeigt, welcher vielseitigen Ab—
vandlung einfache Grundrezepte fähig sind. Dabei wird alles be—
rücksichtigt: Suppen und Einlagen, Gemüse, Rohgemüse, Salate,
kartoffeln, kalte und warme Tunken, Fisch, Fleisch, Wild,
Seflügel, Eintopfgerichte, Eier und Eierkuchen, Semmel- und
Mehlspeisen, Flammeris, Obstspeisen, Hefebackwerk, der gewirkte
Teig, der gerührte Teig, Eiweißgebäck. Die Erklärungen sind
chlicht und klar und noch durch eine ungaubliche Fuͤlle von
Bildern verdeutlicht. Berücksichtigt sind die einfache, bürgerliche
und feine Küche. — Derselben Verfasserin verdanken wir das
m gleichen Verlag erschienene und gleich vorzüglich ausgestattete
Werk „Backe nach Grundrezepten“, ein Lehrbuch für erfahrene
dausfrauen und solche, die es werden wollen. 500 vortreffliche
Illustrationen veranschaulichen auch hier die Anweisungen der
Verfasserin: Dutzende von wahrhaft süßen Themen in ebenso—
viel Dutzenden von Variationen zu genußreichem Klingen zu
bringen! Auch hier ein grandioses Crescendo: Backpulverteig,
defe⸗, Butter⸗, Blätterteig, Festtagstorte, Biskuitteig, Brandteig,
Fettgebackenes, Schaumgebäck, Waffelbäckerei, Kleingebäck, Mandel—
ziweißgebäck, Modellgebäck; Honigkuchen, Marzipan, der bunte
Teller, pikantes Gebäck, Aufläufe! Muß man nicht fragen:
„Herz, was verlangst du mehr?“ Sind das nicht die rechten
Weihnachtsgaben für unsere Frauen und Töchter!
Und nun noch das rechte Weihnachtsbuch einer wahrhaft christ—
lichen deutschen Frau und Mutter: „Der Krippenweg“ von
Ruth Schaumann, Verlag Joseph Kösel und Friedrich Pustet,
München. Die feine, gemütstiefe Dichterin ist unseren Lesern
aus unseren Frauennummern längst bestens bekannt. Zu tief—
beseelten, schlichten, leicht getönten Holzschnitten von ihrer Hand
erhalten wir hier eine Reihe von Dichtungen voll Innigkeit und
Glaubensglut, dem Kindlein in der Krippe gewidmet. In diesen
anspruchslosen, aber wahrhaft gotterfüllten Versen ladet die
Dichterin äalle Welt auf den Krippenweg, ehe Stürme seine
Stufen verwehen, den eilenden Uhren nach zum heiligen Advent.
Und nun geht's nach Betlehem auf die Herbergssuche, all die
verlorenen Wege nach, bis der Stall Gott selbst zu Gast nimmt
und zum Himmelreich wird und Hirten, Weise und Könige unter
seinen Stern stellt, Dieses köstliche Buch der Andacht sollte
in dieser heiligen Zeit nicht vergeblich an unsere Türen und
Herzen klopfen!
In diesem Zusammenhang fordert nachdrücklichste FErwähnung
das „Lebensmittel-Lexikon““ von Professor Dr. E. Bames, mit
einem Gebeitwort von Professor Dr. A. Juckenack, Carl Heymanns
Lerlag, Berlin, Preis gebd. 3,80 RM., von 10 Exemplaren an
3,60 RM., 25 Exemplare 3,50 RM., von 100 Exemplaren an
3,40 RM. Das nahrungsmittelchemisch sargsamst fundierte Werk
pricht sich über alle Nahrungsmittel nach Art, Vorkommen, Ver—
vendung, Geschmack und Aufbau, also dem Nährgehalt, aus.
Es ist deshalb ein interessanter Führer für die gebildete, be—
wußt kochende Hausfrau, die ihr Wirken in der Tat als Kunst
erkannt hat. Der Staffelpreis läßt erkennen, daß dieses Buch
zur heranwachsenden weiblichen Jugend will: in Haushaltungs-,
dausfrauen⸗s, Frauenoberschulen und Frauenseminare. Da wird
8 in den Händen der studierenden Jugend besonders wertvolle
Dienste leisten. Der Verlag hat dem wertvollen Werk ein freund—
liches Gewand gegeben!
Lassen wir uns weiterhin unterrichten über „Die Mode',
Menschen und Moden im 10. Jahrhundert, nach Bildern und
Kupferstichen der Zeit ausgewählt von Dr. Oskar Fischel, Text
von Max von Boehn 184321878, Verlag F. Bruckmann AG.,
München 2 N.W. Preis in Pappband 4,80 RM. Das reich—
illustrierte Werk spiegelt in einem großangelegten, scharf ge—
schnittenen Kulturausschnitt die Zeit von 1843 bis 1878 wider
anhebend mit Friedrich Wilhelm IV. über Metternichs Sturz,
dem Frankfurter Nationalparlament, der 48er Revolution, bis
hinein in die Aera Wilhelms J. und Otto von Bismarcks
In die Schilderung des VLebensstils dieser interessanten Epoche ist
alles einbezogen, was sie charakterisiert: Philosophie, Dichtung
Malerei und Musik, Denkmalbau (Germania, Bavaria, Luther
Siegesallee), Architektur, Kunstgewerbe und Handwerk. Und auf
diesem sorgsamst durchgearbeiteten kulturhistorischen Hintergrunde
hebt sich die fesselnde Schilderung der Mode ab: Kleidung und
Wäsche, Kommen und Verschwinden der Krinoline, Stoffe und
Preise, Frisur und Coiffüre, Kopfputz und Schmuck — sinn⸗
fälliger Ausdruck der Zeitgesinnung! Die überaus fesselnd ge—
schriebene Darstellung wird aufs wertvollste unterstützt dutg
an Teil farbige Illustrationen aus der großen Kunst, denen si
Wiedergaben aus zeitgenöfsischen Modejournalen und Photo—
graphien anschließen. Da blicken wir in das Antlitz der Mode
in Bildern von Kaulbach, Winterhalter, Piloty, Max, Schwind,
Böttcher, Stieler, Guerard, Ingres, Gavarri, Guys, Corot,
Manet, Monet, Renoir, Stevens, Whistler, Feuerbach, Böcklin,
Mohn, Keller, Menzel. Darin habe ich immer einen besonderen
Wert dieses gleicherweise lehrreichen wie unterhaltsamen Werkes
gesehen: daß das Wort seine Unterstreichung gefunden hal
durch das zeitgenössische Kunstschaffen, mit dem das unbestechliche
Auge des Künstlers die Welt der Erscheinungen festgehalten
hat. Lektüre und Studium dieses Werkes wird, das kann mit
Sicherheit gesagt werden, allen Lesern einen reichen Genuß
vyermitteln
Der Weihnachtsmann vergißt die Jugend nicht.
Wie schwer auch die Zeiten sind: Der Weihnachtsmann
will auf jedem Weihnachtstisch, um den sich in der Fest—⸗
stunde deutsche Jugend sammelt, auch ein gutes
Buch sehen. Das bleibt ein Freund für's ganze Leben!
Und so söoll er denn auch hier seinen Sack auspacken. Und
8 liebe Sängerjugend schreibt flugs ihren Wunsch—
zettel!
Aus der üheraus reichhaltigen Sammlung Thienemanns
Illustrierte Zwei⸗Mark⸗Bücher, Verlag K. Thienemann,
Stutgart, greifen wir heraus:
Werner Chomton: Soldat in den Wolken. Ein Flieger⸗
hzuch mit 40 noch unveröffentlichten Photos und Zeich—
nungen. Ein Buch vom Heldentum der Aufklärungsflieger
im großen Krieg. Hier erzählt ein Beobachter von der
Arbeit, dem Kämpfen, Siegen und Sterben der Flieger.
Von der aufopferungsvollen, verantwortungsreichen Klein—
irbeit der „Augen des Führers“. Wie die Besatzungen ganz
ruf sich gestellt, immer allein, getragen von einem trüge—
ischen Element, umtobt von der Meute der Granaten und
Zchrapnells, gejagt und gehetzt von der erdrückenden Ueber—
nacht feindlicher Kampfflieger immer wieder in treuer
Pflichterfüllung tief hineinstoßen in feindliches Land, um
Zdunde zu bringen von den Absichten und Bewegungen des
Begners, das Feuer der Artillerie leiten, Bomben werfen
oder den hart bedrängten Kameraden auf der Erde zu
dilfe eilen; oder wie an der Ostfront bei unvorstellbarer
dälte, vom Schneesturm bedroht, der einsame Flieger über
das Land des grausamen Feindes hinzieht; und wie viele,
diele dieser unbekannten Soldaten nie wiederkamen... das
sebt in packenden Schilderungen und in vom Versasser
hier zum erstenmal veröffentlichten Originalaufnahmen wie—
der auf, reißt mit und gibt unserer Jugend ein lebendiges
Beispiel von treuer Kameradschaft. Nicht Heldentaten ein⸗—
‚elner schildert das Buch, sondern die Pflichterfüllung des
unbekannten Soldaten in den Wolken: „Luftfahrt tut not!“
Und nun soll in dieser Weihnachtsnummer auch die wackere
Hausfrau zu ihrem Recht kommen. Die Zubereitung der
Speisen ist mehr und mehr zu einer wahren Kunst geworden:
mit stets geringer werdenden Mitteln nahrhafte und wohl—
schmeckende Essen herzustellen! Und so herzustellen, daß die Liebe
ihren Weg durch den Magen nehmen kann! Da weisen wir
auf zwei im Verlag Otto Beyer, Leipzig, erschienene Werke
hin, die nicht Kochbücher im üblichen Sinne sind, sondern
nene Wege zum Verstehen und Ausführen weisen: