Full text : 11.1933-1934 (0011)

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uncher.

—Damit der Weihnachtstisch der deutschen Frau nicht ohne
O geistige Gabe bleibt, weisen wir hier auf einige Werke
von Frauen oder für Frauen hin, die gerade in unseren
Kreisen gewiß starkem Interesse begegnen werden.
Zuerst sei zum Eintritt ins neue Jahr genannt der trefflich
illustrierte Bayer-Abreißkalender Frauenschaffen 1934! In Bild
und Wort gibt er Kunde von Frauen, die vorbildlich hervor—
getreten sind in sozialer Liebestätigkeit, in Wissenschaft, Lite—
ratur, Kunst, Musik, Kunstgewerbe und Hauswirtschaft. Dadurch
wird der starke Anteil ins Licht gerückt, den die deutsche Frau
am geistigen, künstlerischen und wirtschaftlichen Leben unseres
Volkes und an seinem Wiederaufbau und Aufstieg hat. Eine
wesentliche Bereicherung erhält der Kalender durch 24 künst—
lerisch ausgeführte Postkarten nach Gemälden zeitgenössischer
Künstlerinnen oder Dentsprüchen aus der führenden Frauenwelt
Der Preis von 1,90 RM. wird die Verbreitung des trefflichen
Kalenders wesentlich begünstigen. Von Else Frobenius
erschien im Verlage F. A. Herbig, Gem.b. H. Berlin, ein
auf fleißiger Forscherarbeit beruhendes, überaus interessantes
Werk: Väter und Töchter (Preis geb. 4 RMèe), das den starken
Anteil herausstellt, den Väater am inneren und äußeren Werde—
gang ihrer Töchter, aber auch deren Bedeutung für Lebens—
glück und Lebenswerk ihrer Viter gehabt haben. Dem Problem
übrigens dem reizvollen Gegenspiel vom „Muttersöhnchen“, durch
ihre sonnige, auch im Geistigen väterlich wohlbetreute Kindheit
in Livland nahegerückt, geht die Verfasserin in diesem pracht—
vollen Werke der „geheimnisvollen Macht der Väüterlichkeit“
forschend nach. So untersucht sie die Rechtsfrage in den ersten
sozialen Ordnungen der Menschen, Matrimonat und Patriarchat
den Mythos der alten Völker, zum Beispiel die wunderbare
Geburt der Athene, der jungfräulichen Göttin, die in voller
Rüstung dem Haupte des Zeus entsprungen ist und das mutter—
lose Vatertum an die Stelle des vaterlosen Muttertums setzt
Nun vergegemwärtigt uns die Verfasserin all die heroischen
Töchter, wie sie durch Dichtung, Sage und Geschichte schroöiten
Antigone, Elektra und Iphigenie, die Helmmaide der Germanen
Hilde und Gudrun, Otto des Großen Tochter Mathilde, Theo—
phano und Jrene, Agnes Bernauer, Philipvine Welser, Cordelio
in König Lear, Gustav Adolfs Tochter Christine. Und so zeichne
uns Else Frobenius in überaus fesselnder Darstellung Väter
töchterschicksale aus den Tagen der Renaissance und Reformation
der deutschen Klassik und Romantik bis zur Gegenwart: Luther
Claudius, Rückert, Eichendorff, Mörike, Storm, Greif, Fürsten—
Gelehrten- und Künstlertöchter, die Tragödie des Leipziger Musit
pädagogen Friedrich Wieck und Clara Schumanns, Cosima Liszt
Selma Lagerlöf, Ina Seidels „Das Wunschkind“, Vorkämpfe—
rinnen im Ausland, deutsche Bahnbrecherinnen. Man muß der
Dichterin Dank sagen für dieses mannhafte und wahrhaftige
Buch, dieses Hohelied auf den Vater, das doch auch einmal
gesungen werden mußte! Es ist für mich eines der beglückendsten
Werke der leßten Jahre!

Von den herzbezwingenden Romanen der eben ins 60. Lebens—
ahr eingetretenen österreichischen Dichtern Enrica von
dandel-Mazetti haben wir in den voerschiedenen Frauen—
iummern unserer Bundeszeitschrift eindringlichst Kunde gegeben
Ihr erschütternder Marienroman, mit dem „Spiel von den
xehn Jungfrauen“ eröffnet, findet in dem 2. Bande „Das
Reformationsfest“ seine ergreifende Fortsetzuug — wie alle
hre Romane im Verlag Josef Kösel und Friedrich Pustet,
MNünchen, erschienen. Auf dem Hintergrunde eines mit allen
-chrecken plastisch gemalten Zeitbildes, der Vergewaltigung
Auedlinburgs durch preußische Schutztruppen, vergegenwärtig!
ich das tragische Schicksal der holdseligen Maria von Bronnen,
die einst als Sechzehnjährige bräutliche Leidenswege an der
Zeite des haltlosen Voeten Johann Christian Günkther erlebt
und sich nach dem Heimgzang ihres Vaters in den Gottesfrieden
des Nonnenklosters zurückzieht, unn dann durch die glühende
Werbung des ebenso haltlosen Königs August den Starken von
Lolen in neue Scelenerschütterungen hineingezogen zu werden
Bis sich schließlich die spannende Handlung in der Liebe des
andfahrenden schlesischen Buchhändlers Schubarth zu Maria
ur Katastrophe hinaufsteigert. Es ist ein ausgesprochener Frauen—
oman; die seelenkundige Dichterin hat die Gestalten mit psycho—
ogischem Feingefühl gezeichnet: die ganze Keuschheit und Süße
un Maria, hoßzschnittscharfe Härte in der Aebtissin Elisabeth,
die MRondäne in Aurora, Himmlische und irdische Liebe, sind
das treibende Motiv des Romans, mit verstehendem Auge ge—
chaut und mit wahrhaft dichterischer Kraft und Glut dar—
gestellt, jo daß sich der Leser in den Bann eines Erlebnisses
zineingezogen und festgehalten fühlt.

In „Memsahb im Himalaja“ von Hettie Dyhrenfurth, Verlag
Deutsche Buchwerkstätten G.m. b. H. Leipzig, schildert die Frau
des bekannten Forschers und Gelehrten ihre Anteilnahme an
der überaus erfolgreichen Himalajaexpedition 1930 ihres Mannes.
Wort und Bild gewähren guten Einblick in Vorbereitung und
durchführung der Expedition, in Landschaft und Volkstum.
sewinnend und überzeugend ist die frische, natürliche Darstellung,
zänzlich „unliterarisch“, ohne ästhetische Ambitionen. Und des—
jalb doppelt fesselnd. Diese Betreuung der abenteuerlichen Be—
teigung des Kangchendzönga mit alb ihren Schwierigkeiten durch
zine Frauenhand ist ein Hoheslied auf die heroische Frau, auf
»in Heldentum besonderer Art! Im gleichen Verlag erschien
„Frauenopfer im Geheimdienst“ von W. Munin, ein interessantes,
omanhaft anmutendes Werk über den Anteil der Frau an der—
nunternationalen Spionage im Wesltkried

Gertrud Bäumer wartet mit einer tiefgründigen Festgabe
ruf: „Goethe überzeitlich“, Verlag F. A. Herbig, G.m. b. H.,
Berlin. Preis 4 RM. Sie folgt „der Feuersäule seiner äonen—
haften Natur“ und bringt uns nahe: den Einen, den Sohn
her, Natur, das Selbst und das Schicksal, Im Sein erhalten, die
schöpferische Entsagung, Behüt mir Gott alle frommen Herzen,
Du⸗in⸗mir, Du⸗über-mir, O leite meinen Gang Natur den Freind—
ings Reisetritt, Lehre von der menschlichen Bildung, Gesell—
chaft als Bedingung, die Frauen, Alltag, Volk und Geschichte,
Boethe Millanium. Der in dieser Ganzheit Einmalige wird
»em besinnlichen Leser durch dieses tiefe und feingeschliffene
Werk im Menschlichen, Geistigen und Göttlichen nahe gebracht.
— Ein reizendes Büchlein verdanken wir Gertrud Bäumer:
„Silvia Monika“, ebenfalls bei F. A. Herbig verlegt, ein köst—
icher Bericht über gemeinsame Tage mit der kleinen Enkelin,
zugleich ein Meisterwerk der Kinderbeobachtung und eine Fund—
Iube für die Kleinkinderpfychologie, ein goldener Schlüssel zur
Zeele des Kindes für alle Mütter und für Kinderpflegerinnen—
chulen und Kindergartenseminare. — Wir nennen weiter Gertrud
Bäumers „Familienpolitik“, Probleme, Ziele und Wege, Verlag
ür Standesamtswesen, G.meb. H., Berlin. Hier wird zunächst
die Familie als europäische Lebensform, ihre Lage in der
zegenwärtigen Wirtschaftskrise und als Gegenstand der Fürsorge
aufgezeigt. Der folgende Teil erörtert nun die Notwendigteit
ziner familienfördernden Wirtschaftspolitik, einer gesunden Ein—
ommens- und Steuerpolitik, einer auf Erhaltung und Stärkung
der Familie gerichteten Sozialpolitik und Wohlfahrtspflege, Fre—
stellung der Frau aus familienschädlicher Erwerbsarbeit, Be—
treuung der alleinstehenden Mutter mit Kindern, Wohnungs—
ürsorge und Versicherungswesen. Den Beschluß bilden beachtens
verte Ausführungen üher Erziehunas- Und Zugendichußvölitif

Soeben stellt Else Frobenius ein neues Werk in die Zeit:
Die Frau im Dritten Reich, nationaler Verlag Joseph Garibaldi
Huch, Berlin-Wilbmersdorf, Preis 2 RM. In dieser dem Volks
kanzler und Volkserzieher Adolf Hitler gewidmeten Schrift
wendet fich eine deutsche Frau mit feinem Verstehen und
froher Tatbereitschaft an die deutschen Frauen und Mädchen
und erschließt ihnen die Bedeutsamkeit der nationalen Zeitwende
für ihr Sein und Tun. Die Frauen sind das Herz des Volkes:
Gedanken und Gefühle., die ein ganzes Volk erfassen und leiten
sollen, müssen ihren Weg durch die Frau und Mutter nehmen.
Die Frau ist die Trägerin des Glaubens, weil sich in ihr das
Wunder der Menschwerdung vollzieht. Nur wenn die Frauen
dem Vaterland die ganze Glut ihrer Herzen weihen, werden
sie Söhne erziehen, die ihm freudig ihr Blut zum Opfer bringen
Ein Volk kann nur leben, wenn seine Frauen es mit ge—
sundem Lebenswillen durchdringen. Die Mütter sind Trägerinnen
der Rasse. Nur wenn sie sich den Gesetzen der Arterhaltung
beugen, wird ein rassereines, starkes Volk erstehen. Die Fa—
milie ist die Urzelle des Staates, nur aus der Familiengemein—
schaft kann die wahre Volksgemeinschaft emporwachsen. Aus
der Grundhaltung dieses neuen nationalen Ethos heraus ruft
Else Frobenius in diesem von hohem, vaterländischem Schwung
beseelten, feingeschliffenen Werk die deutsche Frau und das
deutsche Mädchen zu Arbeit und Kampf für die Neumerdunsg
unseres Myusfes!
            
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